Samstag, 24. Oktober 2026
Es bleibt schlecht. Vielleicht ist das normal. Und ja klar, wieso sollte eine schwere depressive Episode nach 7 Wochen geheilt sein. Dann hätte man mich vermutlich auch nicht AU entlassen mit der Empfehlung mir weiterhin viel Zeit für eine Genesung zu geben. Aber es macht mir schon Angst. Ziemlich doll. Versuche halbwegs in der Struktur zu bleiben und vor allem das zu machen, was wichtig (für die Seele) ist. Dazu gehört weiterhin Frühsport, Meditation, keine Nachrichten, jeden Tag mind. 1 Stunde Wald, und ein bisschen kreativ sein, malen, basteln, und lesen. Eigentlich auch Menschen treffen. Mir fehlen insbesondere drei Frauen aus der Klinik sehr. Ich habe gar kein Bedürfnis mich mit den Menschen hier zu treffen.

Ich habe sehr viel verstanden in der Klinik. Vieles von dem ich dachte ich übertreibe, bilde es mir ein, bin zu empfindlich, wurde validiert im Sinne von: nein. Nein es ist vollkommen nachvollziehbar. Und was ich auch erstmals verstanden habe: ich habe mich immer gefragt, ob das denn eben alles doch nicht so schlimm war, nicht traumatisch, weil ich ja keine (k)PTBS Diagnose habe. Doch, sagte die Therapeutin. Es hätte hinreichend Gründe gegeben eine PTBS zu entwickeln. Aber meine Struktur und etwas Heiles in mir, tonnenweise Stärke und Resilienz, haben das verhindert. Und gleichzeitig ist wahr, dass da so viel Schweres und Traumatisches war. Und dass mit dem Tod meiner Mutter nun nach 46 Jahren meine Rolle das Zirkuszelt zu halten weggefallen ist und somit erstmal mein innerer Raum kollabiert ist. Deswegen auch null Raum und Toleranz für alles von außen. Ungünstig für den angestrebten Beruf. Vor allem aber für mich selbst.

Nun baue ich mir neuen Raum. Ich dachte am Mittwoch, ich bin weiter. Ich hoffe, ich bringe die nötige Geduld mit. Die passiven Ruhewünsche werden manchmal ein bisschen aktiver, und sie sind laut. Aber ich kann doch nicht ausgerechnet jetzt aufhören zu leben.

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Donnerstag, 22. Oktober 2026
Richtig schlechter Tag. So viel geschlafen. So große Erschöpfung. Wirre Träume. Lost.

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Mittwoch, 21. Oktober 2026
Wieder da.
Die letzten zwei Tage und heute waren besonders emotional und intensiv. Abschied. Auf der Zugfahrt alles surreal. War ich 1 Jahr weg oder vielleicht auch nur 10 Tage? Schmerz sitzt auf der Brust, als ich die Treppen hochgehe. Jetzt wieder allein, ohne die anderen 149. Einatmen, ausatmen. Einsamkeit. Traurigkeit. Sperre die Tür auf. Gehe durch die Räume. Sehe die Post, die M. bereit gelegt hat. Und dann: Blumen, und ein Päckchen, darauf steht "Schön dass du wieder da bist". Darin ein neuer Aquarellmalkasten, ich hatte sie von der Klinik aus gefragt, ob sie vielleicht noch einen alten hat, weil sie früher öfters kreativ unterwegs war. So gerührt. Schreibe ihr. Und dann geh ich in die Küche, sehe frische Einkäufe, und einen Zettel, "Ruh dich erstmal aus. Ich bin da, wenn du mich brauchst". Verbundenheit, Dankbarkeit. <3

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Donnerstag, 3. September 2026
Seit gestern auf dem Zauberberg.

Es macht mir eine scheiss Angst das anzuschauen und zu fühlen, was heute im ersten Gespräch mit der Bezugstherapeutin so andiskutiert wurde. Und doch, es soll sein.

Also, bis dahin.

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Donnerstag, 27. August 2026
In der Heimatstadt. In dem Haus, in dem früher ein Schuhladen war, findet ein Treffen statt, von verschiedenen Leuten die ich kenne, aus der Stadt, aus dem Erststudium. Es sieht fancy aus, das Deckenlicht ist aus, dafür lila Beleuchtung an den Wänden, wie in einer Bar oder so. Irgendwann ist das Treffen vorbei. Es ist Winter, und bereits später Abend. Eine unserer Tigerkatzen, die vor langer Zeit verstorben ist, ist bei mir. Komm mit, sage ich zu ihr, wir gehen nach Hause. Ich stecke meine Hände in die Taschen eines sehr schönen Kurzmantel mit Kapuze, ich sehe gut aus. Die Katze rennt hinter mir her. Wir nehmen eine Abkürzung durch ein Cafe, in dem man von von einer Seite des Blocks auf die andere kommt. Das Cafe ist gepackt voll. Ich glaube es ist eine Eisdiele. Die Katze und ich steigen über Hocker mit Klamotten und Stühle. Da sehe ich meine Mutter, wie sie Schaum von ihrem Cappucchino löffelt. Schau mal wer da ist, sage ich zur Katze. Ich setze mich neben meine Mutter. Die Katze kommt sofort angelaufen, aber geht nicht zu uns, sondern zu der Katze, die in der Nähe meiner Mutter sitzt, auch sie ist vor langer Zeit verstorben. Im Traum ist sie alt und gebrechlich. Die Tigerkatze reibt liebevoll ihren Kopf an dem der Gebrechlichen.

[Ja, wir hatten echt viele Katzen; nie mehr als zwei aufeinmal, aber sie kamen bis auf einer nie als Babys und leben einfach nicht solang wie wir. Wenn ich von meiner Mutter träume, ist sie meistens in ihren 40ern oder frühen 50ern]

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Kommende Woche kann ich aufgenommen werden. Ich hab sehr Schiss. Es wird auch komisch sein, ohne die anderen aus der ersten Runde.

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