Dienstag, 31. März 2020
Wer gerade etwas Rechenpower frei hat, kann diese für die Cor*na-Forschung einsetzen: Folding@Home ist ein weltweit vernetztes Rechnernetzwerk, bei dem jeder teilnehmende Rechner Proteinkombinationen berechnet, welche möglicherweise gegen Cor*na helfen.

Teilnehmen könnt ihr mit einem Windows, Mac oder Linux basierten Rechner, einfach Software herunterladen, installieren und mithelfen.

Folding@Home rechnet nicht nur gegen Cor*na, sondern beispielsweise auch gegen Alzheimer und Parkinson.

Hier gehts zum Dowload: https://foldingathome.org/start-folding/

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Sonntag, 29. März 2020
Der Tatort war wie ein Gespräch mit meiner Mutter über das ihr von „denen“ zugefügte Leid.

Jetzt sehr sehr müde. Bis morgen.






Freitag, 27. März 2020
Free?
P.S.: man könnte auch sagen: ich habe Pech. die Ausgangsbeschränkungen treffen mich als Alleinstehende ziemlich hart. Ich habe keine Kinder, die ich bei Laune und auf Trab halten darf. Icdah habe keinen Partner, der mich mal in den Arm nimmt. Zwar habe ich eine Katze, aber sie ersetzt keine menschliche Nähe. Ich habe Freund:innen, die ich jederzeit anrufen kann. Aber natürlich sind gerade die Familien sehr auf sich konzentriert und distanzieren sich vor allem physisch. Ich habe zwar (noch) einen relativ sicheren Arbeitsplatz in der IT-Branche, bei dem Home Office jederzeit eine Selbstverständlichkeit ist. Das bedeutet allerdings auch, dass ich auch hier keine persönlichken Kontakte habe, keine Gelegenheit raus und unter Menschen zu kommen.

Heute bin ich nach Brühl geradelt, zu Freunden, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Da standen sie dann, die zwei mit ihren beiden Kindern, auf der anderen Seite des Zauns, und wir unterhielten uns eine Viertelstunde, besser als nichts. Zur Begrüßung bekam ich einen leckeren Kuchen, ich aß ihn mit den Fingern, und nach einigen Minuten meinte ich: "Das war das dümmste was ich in den letzten 2 Wochen gemacht habe." Die Türklinke im Haus. Die zum Keller. Man wird irre.

Auf dem Heimweg ruft LeSchwe an. Sobald ich sie höre muss ich weinen.

Um 20 Uhr treffen wir uns zum Online Spieleabend. um 22:30 Uhr finden wir ein Ende, ich klinke mich in den United we stream - Stream ein. Der rettet mich durch die Abende, gibt mir das Gefühl nicht allein zu sein. Dirty Doering ist am Start. Sein Set taugt mir unglaublich. Ich schreibe parallel mit zwei Männern, mit beiden schreibe ich seit ca. November/ Dezember, anfangs über Dating Apps, inzwischen über einen anderen Messenger. In beiden Fällen bereue ich es, sie nicht einfach früher getroffen zu haben. Aber im November/ Dezember war es mir zu früh, im Januar/Februar zu stressig wegen Prüfung, und jetzt... naja.

Einer von beiden wohnt ca. 500 Meter von mir entfernt. Er ist auch technoid. Schaltet sich auch in den Stream. Tanze durch meine Wohnung. Drehe auf. Tanze weiter.

22:56 Uhr. Es klingelt an meiner Wohnungstür. Die Frau aus dem Erdgeschoss. Sie wollen schlafen, sie können nicht schlafen, weil ich so laut bin. Nie, nie mache ich laute Musik. Es ist Freitag. Wir haben kaum was zu lachen. Ich drehe leiser, tanze weiter, weine, und frage mich wohin mit all der Energie, mit all den Emotionen, all dem, was diese Zeit mit sich bringt.

Komm vorbei, schreibt der 500-Meter Mann.

Ich will mit dir tanzen und dich küssen, schreibt der andere.

Und ich bereue jede nicht getroffene Verabredung und verabrede mit mir selbst ein Leben in vollen Zügen für ... es kommt die Zeit.



~ Dapayk&Vars "Fire" (Long Version)



*** Trying to keep the balance ***






Mittwoch, 25. März 2020
Heute menschliche Kontakte gesuchtelt. Dass ich sowas mal sagen würde. Ihr fehlt mir, ihr Menschen!

Von den Kölner Kollegen breitschlagen lassen, mit ihnen heute 20 Minuten Online Yoga zu machen. Also ich führe vor, sie machen nach. Sie sehen mich. Ich sehe sie nicht. Total skurril. Von Laien für Laien. Glaube sie waren etwas enttäuscht ob der relativ sanften und einfachen Übungen. Finde es aber bei Yoga sehr gefährlich, wenn ein Laie (habe ja keine Yogalehrer-Ausbildung) derartiges an Menschen vermittelt, die er zudem nicht sieht. Kann ja auch was kaputt gehen. Immerhin, glaube sie hatten ein bisschen Freude.

Mit der Nachbarin zum Ghetto-Supermarkt, immer schön im 1,5-Meter Abstand. Wengistens ein bisschen schnacken und lachen.

Vor dem Ghetto-Supermarkt steht nun ein Türsteher, der darauf achtet dass jeder einen Wagen nimmt, denn mit dem Wagen will man zum einen auf den Abstand achten, zum anderen darauf, dass nicht mehr Menschen im Laden sind.

Im Laden selbst ist es ein bisschen wie Weihnachten mit Ausgang. Strahle über das ganze Gesicht.

Jemand hat ein Plakat für die Supermarkt-Mitarbeiter gebastelt, es steht bei den Tiefkühltruhen. "Ihr wart schon immer außergewöhnlich. Danke dass ihr da seid." Mit Blumen.

Später sendet mir die Nachbarin ein Video, wie sie und ihr Freund gemeinsam "Herr deine Liebe" mit ihren Posaunen spielen.

Am Abend für mich selbst eine Stunde Yoga und Meditation. Sport rettet mich durch die Tage. Wie ist das bei euch?

Daran anschließend ein Video-Chat mit der F., wir waren aber beide ziemlich groggy.

Gute Nacht da draußen.

P.S.: die Ausgangsbeschränkungen treffen mich auf ziemlich hohem Niveau. Ich habe keine Kinder, die ich bei Laune und auf Trapp halten muss. Ich habe keinen Partner, dem ich auf die Nerven falle. Ich habe eine Katze, die auch mal Kuscheleinheiten, Wärme und Nähe spendet. Ich habe Freund:innen, die ich jederzeit anrufen kann. Ich habe einen relativ sicheren Arbeitsplatz in der IT-Branche, bei dem Home Office jederzeit eine Selbstverständlichkeit ist. Ich habe Glück. Meine Besten Wünsche und Hoffnungen für alle, die es nicht so leicht haben, und mein großer Dank an alle Helfer:innen, die das Wichtigste am Laufen und am Leben halten.






Mittwoch, 18. März 2020
Vorhin erzählt mein Bruder mir, dass seine Frau mit ihrem Baby heute nochmal (von Nordbayern aus) zu ihren Eltern nach Oberbayern gefahren ist, ca. 10 km von der österreichischen Grenze weg. "Wir mussten schon den Osterurlaub canceln, da wollte sie zumindest dort nochmal hin. Es wird ja nur von Hotels und Pensionen abgeraten. Am Sonntag kommt sie dann zurück."

Etwas besorgt und doch auch verärgert (ok, entsetzt) habe ich meine Mutter gebeten, in den nächsten Wochen den Kontakt zu meiden. Daraufhin offenbart sie mir, dass sie seit 10 Jahren COPD hat. "Wissen V. und A. das?" "Nein, du bist jetzt die einzige."

Des macht einen alles ganz schön ratlos.

Den Abend in einem Video-Chat mit LeSchwe und ihrem Freund in Österreich verbracht. Bauchmuskelkater vom Lachen.

Habe viel Glück mit den Menschen um mich rum. Viel Glück. Mögen sie und Sie auch viel Glück haben.