Freitag, 23. Januar 2026
okavanga, 09:35h
Wieder ein Traum. Ich war bei einer früheren Arbeitskollegin und langjährigen Bekannten meiner Mutter, Anlass unklar, aber klar, dass meine Mutter verstorben ist. Wir sitzen nebeneiander. Die Bekannte erhält einen Anruf. Das Gespräch ist so laut, dass ich es mithören kann. Meine Mutter begrüßt die Bekannte auf ihre ganz typische Art und Weise, wie sie es gemacht hat, wenn sie Menschen lange nicht gesehen oder gesprochen hat und sich nun sehr über den Kontakt freut. "Jaa Mensch <Naaamee>", dabei dehnt und singt sie die Worte auf ganz bestimmte Art. Ich sitze daneben und verstehe nicht, wie das sein kann, und wann diese Person aus dem Handy denn endlich aufklären wird, wie das geht oder wer sie eigentlich ist. Dann spielt sie "Stand by me" ab und ich fange an furchtbar zu weinen, beuge meinen Oberkörper nach vorne, umarme meine Beine, und versinke in Schmerz und Dunkelheit.
~ Ben E. King - Stand By Me
~ Ben E. King - Stand By Me
Donnerstag, 22. Januar 2026
okavanga, 21:55h
Ich hatte letzte Nacht Träume, oder vielleicht war es auch ein zusammenhängender Traum, bei dem mir ein Teil fehlt. Im ersten Teil war ich an einem Ozean, oberhalb einer sehr großen Bucht, die Wellen rollten über einen langen Weg mit weißer Gischt an den Strand. Der Himmel war bedeckt. Ich trug seltame bunte zusammenhanglose Kleidung, und zum Beispiel nur an einem Bein unten sowas wie eine Stulpe, das andere Bein war nackt. Auf einer Bank sah ich zwei Personen, die auch ulkig angezogen waren, sie sahen bekümmert aus. Ach, dachte ich, schau an, auch so zwei, fühlte mich verbunden und suchte mir eine andere Bank, auf die ich mich setzte um ganz bewusst um meine Mutter zu trauern. Vielleicht träumte ich im Traum, auf dieser Bank, jedenfalls erlebte ich plötzlich die letzte Minute vor ihrem Tod aus der Perspektive meiner Mutter. Ich sehe durch ihr eines geöffnetes Auge. Sehe, dass da wir sitzen, also ihre Kinder, aber ich nehme sie nur als Schemen war. Mein Blickfeld ist eng, der äußere Kreis schwarz, danach ein weißer, und das Sichtfeld eben nur schemenhaft und wie durch weißen Schleier. Ich höre meinen unregelmäßigen Atem. Spüre, wie ich immer wieder wegfalle in etwas, in etwas, wo ich nicht da war, nehme wahr, dass da Stimmen sind, spüre die Anwesenheit der Kinder, ihre Stimmen klingen wie Echo, sie dringen durch, ich habe alles verstanden, auch wenn ich nicht wirklich hören kann, verstehe auf anderer Ebene, das echo verhallt immer mehr und irgendwann lasse ich los und gehe, gleite aus dem Leben.
In dem Moment wachte ich auf, mit dem seltamsten Gefühl, dass ich jemals nach einem Traum hatte. Es war sehr früh am Morgen. Ich machte mir einen Podcast an, weil ich Stimmen brauchte, etwas aus der echten Welt. Irgendwann schlief ich wieder ein. Doch auch, als ich wieder erwachte, tat ich dies mit diesem merkwürdigen Gefühl. Es lies mich den ganzen Vormittag nicht so richtig los, auch nicht als ich zum Bäcker ging, Frühstück machte. Erst mittags, als ich in der Sonne spazierenging und dabei mit einer Freundin telefonierte, die ich vor 4 Jahren in der Klinik kennengelernt hatte und mit der ich gemeinsam in der Trauergruppe war, wurde es besser. Es tat gut, ihr nochmal den Ablauf der letzten Wochen aus meiner Perspektive zu erzählen, wir hatten bisher noch nicht dazu gesprochen.
Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Realität meiner Mutter geträumt habe, auch wenn sich alles furchtbar real anfühlte und ich nun den Eindruck hab, ich weiß wie es sich anfühlt zu sterben. Das weiß ich natürlich nicht. Merkwürdig war das.
Es waren die ersten Träume von meine Mutter seit ihrem Versterben.
In dem Moment wachte ich auf, mit dem seltamsten Gefühl, dass ich jemals nach einem Traum hatte. Es war sehr früh am Morgen. Ich machte mir einen Podcast an, weil ich Stimmen brauchte, etwas aus der echten Welt. Irgendwann schlief ich wieder ein. Doch auch, als ich wieder erwachte, tat ich dies mit diesem merkwürdigen Gefühl. Es lies mich den ganzen Vormittag nicht so richtig los, auch nicht als ich zum Bäcker ging, Frühstück machte. Erst mittags, als ich in der Sonne spazierenging und dabei mit einer Freundin telefonierte, die ich vor 4 Jahren in der Klinik kennengelernt hatte und mit der ich gemeinsam in der Trauergruppe war, wurde es besser. Es tat gut, ihr nochmal den Ablauf der letzten Wochen aus meiner Perspektive zu erzählen, wir hatten bisher noch nicht dazu gesprochen.
Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Realität meiner Mutter geträumt habe, auch wenn sich alles furchtbar real anfühlte und ich nun den Eindruck hab, ich weiß wie es sich anfühlt zu sterben. Das weiß ich natürlich nicht. Merkwürdig war das.
Es waren die ersten Träume von meine Mutter seit ihrem Versterben.
Sonntag, 18. Januar 2026
okavanga, 22:33h
Irgendwann würde ich hier zumindest mal gerne Fotos und Musik festhalten, die ich mit den letzten Tagen mit ihr und den ersten Tagen ohne sie verbinde. Ich habe eine Playlist, sie sagt mir viel mehr als alle Worte, und mein Körper erinnert sich genau.
~ Gibran Alcocer - Idea 10
~ Gibran Alcocer - Idea 10
Samstag, 17. Januar 2026
okavanga, 18:23h
Die Verantwortung abgeben, zurückgeben an sie. Es ist ihre Entscheidung. Ich muss nichts mehr tun.
Seelenheil ~
... link
Freitag, 16. Januar 2026
Upside Down.
okavanga, 21:36h
Haben Sie "Stranger Things" gesehen? Ich bin seit 10 Jahren Fan. Und momentan fühlt es sich genau so an: ich bewege mich durch mein Leben wie durch ein normales Hawkins, aber mit dem Wissen, dass das Upside Down direkt darunter ist. Manchmal pulsiert das Upside Down durch Risse in der Normalität. Manchmal sitz ich mitten drin. Doch das Beklemmendste ist der Zustand, in dem die Trauer sich verbirgt aber subtil weiter wabert, wie das ständige Wissen um das Upside Down.
Donnerstag, 15. Januar 2026
okavanga, 20:14h
Einladung für die Trauerfeier gestaltet. Manchmal kommt es mir so völlig absurd vor, was ich da tue. Wie kann sie nun wirklich weg sein?
Meistens fühle ich mich einfach nur schwer, leer, müde.
Die Mutter von N. hat mir eine sehr persönliche und berührende Kondolenzkarte geschrieben, und Fotos von ihr mit meiner Mutter und auch von mir beigelegt. Unsere Mütter haben sich über uns Kinder kennengelernt, bzw. wir Kinder über unsere Mütter. Was sie schrieb, ließ in mir den Gedanken entstehen, dass meine Mutter in der Freundschaft von N. und mir weiterlebt. Ein bisschen kam da zum ersten mal Bedauern hinzu, dass ich keine Kinder habe, die mit N.s Kindern Freundschaft schließen könnten. Über so etwas habe ich noch nie nachgedacht, und den Gedanken fand ich auf sehr zarte Art und Weise schön, auch wenn natürlich völlig unklar ist, ob unsere Kinder sich gemocht hätten. Aber sie hätten sich in jedem Fall kennengelernt, und so hätte vielleicht die Freunschaft von N. und mir in ihnen so etwas wie Bestand gehabt. Aber was weiß man schon. Ich musste sehr weinen über den Worten und Bildern von N.s Mutter.
Meistens fühle ich mich einfach nur schwer, leer, müde.
Die Mutter von N. hat mir eine sehr persönliche und berührende Kondolenzkarte geschrieben, und Fotos von ihr mit meiner Mutter und auch von mir beigelegt. Unsere Mütter haben sich über uns Kinder kennengelernt, bzw. wir Kinder über unsere Mütter. Was sie schrieb, ließ in mir den Gedanken entstehen, dass meine Mutter in der Freundschaft von N. und mir weiterlebt. Ein bisschen kam da zum ersten mal Bedauern hinzu, dass ich keine Kinder habe, die mit N.s Kindern Freundschaft schließen könnten. Über so etwas habe ich noch nie nachgedacht, und den Gedanken fand ich auf sehr zarte Art und Weise schön, auch wenn natürlich völlig unklar ist, ob unsere Kinder sich gemocht hätten. Aber sie hätten sich in jedem Fall kennengelernt, und so hätte vielleicht die Freunschaft von N. und mir in ihnen so etwas wie Bestand gehabt. Aber was weiß man schon. Ich musste sehr weinen über den Worten und Bildern von N.s Mutter.
Montag, 12. Januar 2026
okavanga, 21:21h
Beileidsbekundungen, auch ne challenge. Wenn ich bestimmte Sätze noch mal höre, krieg ich nen Schreikrampf.
Freitag, 9. Januar 2026
okavanga, 21:55h
Es schneit und schneit und schneit. Das macht alles erträglicher, friedlich, tröstlich.
Gerade fühle ich mich so schwer wie eine Titanic nach dem Eisberg. Und mein Herz ist manchmal so wild, als wisse es genau, dass es momentan immer dann betrogen wird, wenn ich nicht weine. Aber ich bin so erschöpft, ich bin zu müde zum weinen.
Ich möchte immer in Erinnerung behalten, wie sie mich angesehen hat, in den letzten Minuten. Ob sie mich gesehen hat, weiß ich nicht, aber dieser Blick. Ich habe so Angst das zu vergessen, überhaupt diese letzten Minuten und Stunden mit ihr und uns zu vergessen.
Gerade fühle ich mich so schwer wie eine Titanic nach dem Eisberg. Und mein Herz ist manchmal so wild, als wisse es genau, dass es momentan immer dann betrogen wird, wenn ich nicht weine. Aber ich bin so erschöpft, ich bin zu müde zum weinen.
Ich möchte immer in Erinnerung behalten, wie sie mich angesehen hat, in den letzten Minuten. Ob sie mich gesehen hat, weiß ich nicht, aber dieser Blick. Ich habe so Angst das zu vergessen, überhaupt diese letzten Minuten und Stunden mit ihr und uns zu vergessen.
okavanga, 00:07h
Wo heute die Energie für das Pubquiz mit den 2 Freundinnen her kam, ich weiß es nicht. Dem gingen 3,5 Stunden Gespräch bei der Bestatterin voran. Und doch wurde der Abend kurzweilig, lustig, schön.
Ich erinnere in Bildern, Sätzen, Momenten, Songs. Eigentlich würde ich es hier gerne festhalten. Vieles ist mir zu intim.
Glauben Sie an Zeichen? Ja, das dachte ich auch. Aber tja.
Ach Mama.
Ich erinnere in Bildern, Sätzen, Momenten, Songs. Eigentlich würde ich es hier gerne festhalten. Vieles ist mir zu intim.
Glauben Sie an Zeichen? Ja, das dachte ich auch. Aber tja.
Ach Mama.
Dienstag, 6. Januar 2026
okavanga, 18:01h
Trauer ist ein komisches Ding. Momentan hat sie mich mit einem Gewicht von mindestens 1000 Tonnen auf einen Meeresgrund gezogen. Ständig gibt es viel zu organisieren und zu tun. Heute Vormittag mussten wir ihr zum Beispiel ihr Zimmer im Heim ausräumen. Zu viel zu schnell, aber so ist das. Seit ich nach Sylvester aus Berlin zurück in die Heimat gefahren bin, also am 2.1., wohne ich in der Einliegerwohnung bei meinem Bruder. Heute Nachmittag gehe ich in mein Zimmer, als ein befreundetes Paar meines Bruders kommt. Ich kann gerade nicht reden mit Menschen die mir nicht nahe sind. Im Zimmer ordne ich, es sieht aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, in den letzten Tagen war es ein hinwerfen und rausziehen. Dann liege ich im Bett. Lausche der Stille. Irgendwann höre ich, wie mein Vater und seine Frau kommen. Es sind nun 6 Erwachsene und 2 Kinder im Wohnzimmer. Nach einer Weile versuche ich, mich dazuzugesellen. Doch schon im Flur höre ich soviel Reden, dass ich sofort wieder umkehre.
Das waren jetzt ganz schön viele Wörter. Und keins davon beschreibt angemessen wie traurig ich bin.
Das waren jetzt ganz schön viele Wörter. Und keins davon beschreibt angemessen wie traurig ich bin.
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