Freitag, 30. Januar 2026
16 Jahre Elend.
okavanga, 20:03h
Im Gespräch mit meinem Vater über mögliche Gäste bei der Trauerfeier kommen wir auf eine ehemalige Arbeitskollegin meiner Mutter zu sprechen. Sie war damals diejenige, über die ich das Ausmaß der Erkrankung meiner Mutter erfuhr. Ich werde das nie vergessen, muss es nicht nachlesen um es zu erinnern.
Unglaublich, denke ich gerade. Dass ich das damals schrieb, am 4. Januar. Das ist unglaublich. Sie starb am 4. Januar.
16 Jahre blanker Horror. Anfang März 2010 mussten wir Sie das erste mal einweisen lassen. Sie sagte mal, das habe sie mir nie verziehen.
Den ganzen Tag geht mir heute dieses Lied durch den Kopf. Als ich eben nachgeschaut habe, ob ich es im Blog schon mal verlinkt hatte, fand ich es - bei einem Beitrag nach dem Tod der Katze. Irgendwas am Tod lässt dieses Lied in mir anklingen. Vielleicht die feste Überzeugung, dass wir alle dahin zurückkehren, zu Mama Erde. Sei es als Wind, Feuer, Wasser, Erde, Tier, Mensch, irgendwann.
~ Mogli - Earth
Unglaublich, denke ich gerade. Dass ich das damals schrieb, am 4. Januar. Das ist unglaublich. Sie starb am 4. Januar.
16 Jahre blanker Horror. Anfang März 2010 mussten wir Sie das erste mal einweisen lassen. Sie sagte mal, das habe sie mir nie verziehen.
Den ganzen Tag geht mir heute dieses Lied durch den Kopf. Als ich eben nachgeschaut habe, ob ich es im Blog schon mal verlinkt hatte, fand ich es - bei einem Beitrag nach dem Tod der Katze. Irgendwas am Tod lässt dieses Lied in mir anklingen. Vielleicht die feste Überzeugung, dass wir alle dahin zurückkehren, zu Mama Erde. Sei es als Wind, Feuer, Wasser, Erde, Tier, Mensch, irgendwann.
~ Mogli - Earth
Donnerstag, 29. Januar 2026
okavanga, 21:22h
Schwerer Tag. Wenig Licht. Denke an das Gedicht von Hilde Domin,
"Nimm eine Kerze in die Hand
wie in den Katakomben".
Ich wollte eine Freundin besuchen. Dort fühlte sich alles so falsch an, dass ich nach 15 Minuten meinte, dass ich besser wieder gehe. Sie fragte, warum, und ich sagte, es fühlt sich komisch an.
Ich habe keine Kapazitäten für Höflichkeit, für Überspielen, für Maskieren. Auf dem Weg nach Hause wird mir klar, dass ich letztendlich allein mit der Trauer bin.
"Die Hände der Lebenden die sich ausstrecken
ohne uns zu erreichen
sind wie die Äste der Bäume im Winter."
Zuhause weiß ich kaum wie die Treppen hochkommen, so schwer fühle ich mich. Koche mir Linsensuppe, tausche mit zwei anderen Freundinnen Sprach- und Schreibnachrichten aus. Ein kleines Pflaster. Die Suppe wärmt. Und die Kerzen geben sich alle Mühe.
Die schwersten Wege
von Hilde Domin
Die schwersten Wege
werden alleine gegangen,
die Enttäuschung, der Verlust,
das Opfer,
sind einsam.
Selbst der Tote der jedem Ruf antwortet
und sich keiner Bitte versagt
steht uns nicht bei
und sieht zu
ob wir es vermögen.
Die Hände der Lebenden die sich ausstrecken
ohne uns zu erreichen
sind wie die Äste der Bäume im Winter.
Alle Vögel schweigen.
Man hört nur den eigenen Schritt
und den Schritt den der Fuß
noch nicht gegangen ist aber gehen wird.
Stehenbleiben und sich Umdrehn
hilft nicht. Es muss
gegangen sein.
Nimm eine Kerze in die Hand
wie in den Katakomben,
das kleine Licht atmet kaum.
Und doch, wenn du lange gegangen bist,
bleibt das Wunder nicht aus,
weil das Wunder immer geschieht,
und weil wir ohne die Gnade
nicht leben können:
die Kerze wird hell vom freien Atem des Tags,
du bläst sie lächelnd aus
wenn du in die Sonne trittst
und unter den blühenden Gärten
die Stadt vor dir liegt,
und in deinem Hause
dir der Tisch weiß gedeckt ist.
Und die verlierbaren Lebenden
und die unverlierbaren Toten
dir das Brot brechen und den Wein reichen -
und du ihre Stimmen wieder hörst
ganz nahe
bei deinem Herzen.
"Nimm eine Kerze in die Hand
wie in den Katakomben".
Ich wollte eine Freundin besuchen. Dort fühlte sich alles so falsch an, dass ich nach 15 Minuten meinte, dass ich besser wieder gehe. Sie fragte, warum, und ich sagte, es fühlt sich komisch an.
Ich habe keine Kapazitäten für Höflichkeit, für Überspielen, für Maskieren. Auf dem Weg nach Hause wird mir klar, dass ich letztendlich allein mit der Trauer bin.
"Die Hände der Lebenden die sich ausstrecken
ohne uns zu erreichen
sind wie die Äste der Bäume im Winter."
Zuhause weiß ich kaum wie die Treppen hochkommen, so schwer fühle ich mich. Koche mir Linsensuppe, tausche mit zwei anderen Freundinnen Sprach- und Schreibnachrichten aus. Ein kleines Pflaster. Die Suppe wärmt. Und die Kerzen geben sich alle Mühe.
Die schwersten Wege
von Hilde Domin
Die schwersten Wege
werden alleine gegangen,
die Enttäuschung, der Verlust,
das Opfer,
sind einsam.
Selbst der Tote der jedem Ruf antwortet
und sich keiner Bitte versagt
steht uns nicht bei
und sieht zu
ob wir es vermögen.
Die Hände der Lebenden die sich ausstrecken
ohne uns zu erreichen
sind wie die Äste der Bäume im Winter.
Alle Vögel schweigen.
Man hört nur den eigenen Schritt
und den Schritt den der Fuß
noch nicht gegangen ist aber gehen wird.
Stehenbleiben und sich Umdrehn
hilft nicht. Es muss
gegangen sein.
Nimm eine Kerze in die Hand
wie in den Katakomben,
das kleine Licht atmet kaum.
Und doch, wenn du lange gegangen bist,
bleibt das Wunder nicht aus,
weil das Wunder immer geschieht,
und weil wir ohne die Gnade
nicht leben können:
die Kerze wird hell vom freien Atem des Tags,
du bläst sie lächelnd aus
wenn du in die Sonne trittst
und unter den blühenden Gärten
die Stadt vor dir liegt,
und in deinem Hause
dir der Tisch weiß gedeckt ist.
Und die verlierbaren Lebenden
und die unverlierbaren Toten
dir das Brot brechen und den Wein reichen -
und du ihre Stimmen wieder hörst
ganz nahe
bei deinem Herzen.
Mittwoch, 28. Januar 2026
Schwerer Tag und soviel Licht.
okavanga, 22:21h
Heute gings emotional so richtig ab, schon nach dem Aufwachen, nach einer sehr unruhigen Nacht. Mittags ein sehr gutes Gespräch mit meinem Bruder gehabt wegen weiterer Planung und Entscheidungen. Meine Güte ich bin so froh, dass wir soviel Zeit für sowas haben, andere müssen das viel schneller hinbekommen, keine Ahnung wie sie das dann schaffen. Es schlaucht mich schon so.
Doch ich merke wie dünn der Boden ist auf dem ich mich bewege. Er ist fragil. Seit Jahren abgeschleift. Und heute ist er dann durchgebrochen, nachdem ich 1 Stunden lang versucht habe einen neuen Toilettendeckel zu montieren. Dank meines Wutanfalls brauche ich nun eine neue Kloschüssel. Früher hatte ich solche Anfälle öfters, richtete sie primär gegen mich selbst. Da war es dann vorbei mit Impulskontrolle und Selbstregulation. Momentan habe ich keinerlei Haltekapazitäten für alles was so oben drauf kommt. Dabei mich umso mehr über mich selbst geärgert, geheult wie ein Schlosshund. Na endlich weiß ich wohin mit meinem Geld, sage ich zu meinem Vater, wusste ich doch schon lange nicht mehr wohin mit all den Geldhaufen. In dem Moment kracht alles über mir ein. Das, was mich die Situation mit meiner Mutter die letzten Jahre gekostet hat. Ihr Tod und die komplexen Emotionen mit all der Vielschichtigkeit in der Beziehung. Das, was mich seit Jahren die Doppelbelastung mit Arbeit und Studium gekostet hat. Das, was mich diese Ausbildung kostet. Nicht nur finanziell, sondern an immmer wiederkehrendem Druck, fortwährender Unsicherheit. Momentan wieder arbeitslos, was Glück im Unglück ist, ich wüsste gerade nicht wie ich sinnvoll als Berufsanfängerin-Psychologin arbeiten könnte. Und gleichzeitig der Druck, Bewerbungen zu schreiben, was ich grad überhaupt nicht schaffe, um möglichst bald eine gut bezahlte PT1 Stelle (nicht so leicht) zu finden. Es ist einfach gerade alles sehr sehr viel, und heute eins zuviel. Ich habe heute ganze Wolken leer geweint.
ABER. Ich habe heute ein so liebevolles Päckchen bekommen von einer Freundin, mit einem "kleinen selfmade Trost-Schal, dieser soll dich begleiten wenn der Kloß im Hals mal wieder zu sehr schmerzt", Süßigkeiten und so schönen Worten. Mein Bruder und ich haben uns über etwas unterhalten, was mir Angst macht, und er hat so schön darauf reagiert, wir nähern uns an, das finde ich schön, das findet er schön. Und wir machen das gut, finde ich, das alles. Heute zum Beispiel die wunderschöne Traueranzeige für sie. Ich hatte ein haltendes Telefonat mit Rini. Und danach so einen wärmenden Besuch von S., die Hirsesalat, Brot und viele lange Umarmungen mitbrachte. Ich merke, ich will üben meine Tür zu öffnen, egal wie es in mir oder der Wohnung aussieht. Es fällt mir so so schwer, strengt mich vorher so an mich aufzuraffen, mich nicht zurückzuziehen, und dann tut mir der Kontakt so gut. Soviel Licht in all der Trauer.
Doch ich merke wie dünn der Boden ist auf dem ich mich bewege. Er ist fragil. Seit Jahren abgeschleift. Und heute ist er dann durchgebrochen, nachdem ich 1 Stunden lang versucht habe einen neuen Toilettendeckel zu montieren. Dank meines Wutanfalls brauche ich nun eine neue Kloschüssel. Früher hatte ich solche Anfälle öfters, richtete sie primär gegen mich selbst. Da war es dann vorbei mit Impulskontrolle und Selbstregulation. Momentan habe ich keinerlei Haltekapazitäten für alles was so oben drauf kommt. Dabei mich umso mehr über mich selbst geärgert, geheult wie ein Schlosshund. Na endlich weiß ich wohin mit meinem Geld, sage ich zu meinem Vater, wusste ich doch schon lange nicht mehr wohin mit all den Geldhaufen. In dem Moment kracht alles über mir ein. Das, was mich die Situation mit meiner Mutter die letzten Jahre gekostet hat. Ihr Tod und die komplexen Emotionen mit all der Vielschichtigkeit in der Beziehung. Das, was mich seit Jahren die Doppelbelastung mit Arbeit und Studium gekostet hat. Das, was mich diese Ausbildung kostet. Nicht nur finanziell, sondern an immmer wiederkehrendem Druck, fortwährender Unsicherheit. Momentan wieder arbeitslos, was Glück im Unglück ist, ich wüsste gerade nicht wie ich sinnvoll als Berufsanfängerin-Psychologin arbeiten könnte. Und gleichzeitig der Druck, Bewerbungen zu schreiben, was ich grad überhaupt nicht schaffe, um möglichst bald eine gut bezahlte PT1 Stelle (nicht so leicht) zu finden. Es ist einfach gerade alles sehr sehr viel, und heute eins zuviel. Ich habe heute ganze Wolken leer geweint.
ABER. Ich habe heute ein so liebevolles Päckchen bekommen von einer Freundin, mit einem "kleinen selfmade Trost-Schal, dieser soll dich begleiten wenn der Kloß im Hals mal wieder zu sehr schmerzt", Süßigkeiten und so schönen Worten. Mein Bruder und ich haben uns über etwas unterhalten, was mir Angst macht, und er hat so schön darauf reagiert, wir nähern uns an, das finde ich schön, das findet er schön. Und wir machen das gut, finde ich, das alles. Heute zum Beispiel die wunderschöne Traueranzeige für sie. Ich hatte ein haltendes Telefonat mit Rini. Und danach so einen wärmenden Besuch von S., die Hirsesalat, Brot und viele lange Umarmungen mitbrachte. Ich merke, ich will üben meine Tür zu öffnen, egal wie es in mir oder der Wohnung aussieht. Es fällt mir so so schwer, strengt mich vorher so an mich aufzuraffen, mich nicht zurückzuziehen, und dann tut mir der Kontakt so gut. Soviel Licht in all der Trauer.
Samstag, 24. Januar 2026
okavanga, 21:46h
Komischer Tag. Als ich mich am Nachmittag mit dem Griechen traf, versuchte ich ihm zu erklären wie sich das heute anfühlt. Es ist wieder ein bisschen wie in Hawkins, ich spüre dass da ein massiver Schmerz hinter der Normalität liegt. Der hat sich heute immer mal wieder angedeutet, auch körperlich, dem Herzen nah, aber noch in dem Moment, in dem ich ihn genauer anschauen wollte, verflüchtigte er sich.
Der Grieche hat mir heute viel Raum für meinen Verlust gegeben, er hatte auch in den letzten Wochen mal mit seiner Mutter darüber geredet, und mir Dinge übermittelt, die sie gesagt hatte. Das hat mich sehr berührt und war tröstlich.
Der Grieche hat mir heute viel Raum für meinen Verlust gegeben, er hatte auch in den letzten Wochen mal mit seiner Mutter darüber geredet, und mir Dinge übermittelt, die sie gesagt hatte. Das hat mich sehr berührt und war tröstlich.
okavanga, 12:39h
Und wieder. Diesmal ist meine Mutter im Traum sehr viel jünger, so jung sehe ich sie gar nicht mehr bewusst vor mir. Ich selbst bin auch jung, mindestens Pubertät, definitiv unter 20. Wir trugen beide Schlafanzüge, beide mit kurzen Ärmeln und Shorts. An die Farbe meines Anzugs erinnere ich mich nicht. Ihrer hat ein helles kräftiges Mintgrün. Wir sind im Wohnzimmer, und ich weiß nicht mehr was genau, aber es ist definitiv eine Szene, die das ungesunde an ihr und unserer Beziehung zeigt. Ich tue etwas für sie, was mir unangenehm ist. Irgendwann klingelt es an der Tür, ich erwarte eigentlich einen meiner damaligen Jugendfreunde. Aber es steht sein (fiktiver) Bruder vor der Tür, schaut uns erstaunt an und kommentiert, huch, da tragen beide noch Schlafanzug. Oder sagte er: da trägt Mutti noch Schlafanzug? Weiß nicht mehr genau. Mutti hab ich sie nie genant, aber naja.
Es erinnert mich daran, dass sie in meiner Kindheit ganze Tage im Bett verbracht hat, wenn sie nicht arbeiten musste, aufgrund ihrer schweren Depression. Ganze Wochenende hat sie verschlafen. Und ich tat emotionale Arbeit mit ihr, Arbeit, die mir natürlich überhaupt nicht bewusst war damals. Heute dafür umso mehr.
Es erinnert mich daran, dass sie in meiner Kindheit ganze Tage im Bett verbracht hat, wenn sie nicht arbeiten musste, aufgrund ihrer schweren Depression. Ganze Wochenende hat sie verschlafen. Und ich tat emotionale Arbeit mit ihr, Arbeit, die mir natürlich überhaupt nicht bewusst war damals. Heute dafür umso mehr.
Freitag, 23. Januar 2026
okavanga, 09:35h
Wieder ein Traum. Ich war bei einer früheren Arbeitskollegin und langjährigen Bekannten meiner Mutter, Anlass unklar, aber klar, dass meine Mutter verstorben ist. Wir sitzen nebeneiander. Die Bekannte erhält einen Anruf. Das Gespräch ist so laut, dass ich es mithören kann. Meine Mutter begrüßt die Bekannte auf ihre ganz typische Art und Weise, wie sie es gemacht hat, wenn sie Menschen lange nicht gesehen oder gesprochen hat und sich nun sehr über den Kontakt freut. "Jaa Mensch <Naaamee>", dabei dehnt und singt sie die Worte auf ganz bestimmte Art. Ich sitze daneben und verstehe nicht, wie das sein kann, und wann diese Person aus dem Handy denn endlich aufklären wird, wie das geht oder wer sie eigentlich ist. Dann spielt sie "Stand by me" ab und ich fange an furchtbar zu weinen, beuge meinen Oberkörper nach vorne, umarme meine Beine, und versinke in Schmerz und Dunkelheit.
~ Ben E. King - Stand By Me
~ Ben E. King - Stand By Me
Donnerstag, 22. Januar 2026
okavanga, 21:55h
Ich hatte letzte Nacht Träume, oder vielleicht war es auch ein zusammenhängender Traum, bei dem mir ein Teil fehlt. Im ersten Teil war ich an einem Ozean, oberhalb einer sehr großen Bucht, die Wellen rollten über einen langen Weg mit weißer Gischt an den Strand. Der Himmel war bedeckt. Ich trug seltame bunte zusammenhanglose Kleidung, und zum Beispiel nur an einem Bein unten sowas wie eine Stulpe, das andere Bein war nackt. Auf einer Bank sah ich zwei Personen, die auch ulkig angezogen waren, sie sahen bekümmert aus. Ach, dachte ich, schau an, auch so zwei, fühlte mich verbunden und suchte mir eine andere Bank, auf die ich mich setzte um ganz bewusst um meine Mutter zu trauern. Vielleicht träumte ich im Traum, auf dieser Bank, jedenfalls erlebte ich plötzlich die letzte Minute vor ihrem Tod aus der Perspektive meiner Mutter. Ich sehe durch ihr eines geöffnetes Auge. Sehe, dass da wir sitzen, also ihre Kinder, aber ich nehme sie nur als Schemen war. Mein Blickfeld ist eng, der äußere Kreis schwarz, danach ein weißer, und das Sichtfeld eben nur schemenhaft und wie durch weißen Schleier. Ich höre meinen unregelmäßigen Atem. Spüre, wie ich immer wieder wegfalle in etwas, in etwas, wo ich nicht da war, nehme wahr, dass da Stimmen sind, spüre die Anwesenheit der Kinder, ihre Stimmen klingen wie Echo, sie dringen durch, ich habe alles verstanden, auch wenn ich nicht wirklich hören kann, verstehe auf anderer Ebene, das echo verhallt immer mehr und irgendwann lasse ich los und gehe, gleite aus dem Leben.
In dem Moment wachte ich auf, mit dem seltamsten Gefühl, dass ich jemals nach einem Traum hatte. Es war sehr früh am Morgen. Ich machte mir einen Podcast an, weil ich Stimmen brauchte, etwas aus der echten Welt. Irgendwann schlief ich wieder ein. Doch auch, als ich wieder erwachte, tat ich dies mit diesem merkwürdigen Gefühl. Es lies mich den ganzen Vormittag nicht so richtig los, auch nicht als ich zum Bäcker ging, Frühstück machte. Erst mittags, als ich in der Sonne spazierenging und dabei mit einer Freundin telefonierte, die ich vor 4 Jahren in der Klinik kennengelernt hatte und mit der ich gemeinsam in der Trauergruppe war, wurde es besser. Es tat gut, ihr nochmal den Ablauf der letzten Wochen aus meiner Perspektive zu erzählen, wir hatten bisher noch nicht dazu gesprochen.
Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Realität meiner Mutter geträumt habe, auch wenn sich alles furchtbar real anfühlte und ich nun den Eindruck hab, ich weiß wie es sich anfühlt zu sterben. Das weiß ich natürlich nicht. Merkwürdig war das.
Es waren die ersten Träume von meine Mutter seit ihrem Versterben.
In dem Moment wachte ich auf, mit dem seltamsten Gefühl, dass ich jemals nach einem Traum hatte. Es war sehr früh am Morgen. Ich machte mir einen Podcast an, weil ich Stimmen brauchte, etwas aus der echten Welt. Irgendwann schlief ich wieder ein. Doch auch, als ich wieder erwachte, tat ich dies mit diesem merkwürdigen Gefühl. Es lies mich den ganzen Vormittag nicht so richtig los, auch nicht als ich zum Bäcker ging, Frühstück machte. Erst mittags, als ich in der Sonne spazierenging und dabei mit einer Freundin telefonierte, die ich vor 4 Jahren in der Klinik kennengelernt hatte und mit der ich gemeinsam in der Trauergruppe war, wurde es besser. Es tat gut, ihr nochmal den Ablauf der letzten Wochen aus meiner Perspektive zu erzählen, wir hatten bisher noch nicht dazu gesprochen.
Ich bin mir sicher, dass ich nicht die Realität meiner Mutter geträumt habe, auch wenn sich alles furchtbar real anfühlte und ich nun den Eindruck hab, ich weiß wie es sich anfühlt zu sterben. Das weiß ich natürlich nicht. Merkwürdig war das.
Es waren die ersten Träume von meine Mutter seit ihrem Versterben.
Sonntag, 18. Januar 2026
okavanga, 22:33h
Irgendwann würde ich hier zumindest mal gerne Fotos und Musik festhalten, die ich mit den letzten Tagen mit ihr und den ersten Tagen ohne sie verbinde. Ich habe eine Playlist, sie sagt mir viel mehr als alle Worte, und mein Körper erinnert sich genau.
~ Gibran Alcocer - Idea 10
~ Gibran Alcocer - Idea 10
Samstag, 17. Januar 2026
okavanga, 18:23h
Die Verantwortung abgeben, zurückgeben an sie. Es ist ihre Entscheidung. Ich muss nichts mehr tun.
Seelenheil ~
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Freitag, 16. Januar 2026
Upside Down.
okavanga, 21:36h
Haben Sie "Stranger Things" gesehen? Ich bin seit 10 Jahren Fan. Und momentan fühlt es sich genau so an: ich bewege mich durch mein Leben wie durch ein normales Hawkins, aber mit dem Wissen, dass das Upside Down direkt darunter ist. Manchmal pulsiert das Upside Down durch Risse in der Normalität. Manchmal sitz ich mitten drin. Doch das Beklemmendste ist der Zustand, in dem die Trauer sich verbirgt aber subtil weiter wabert, wie das ständige Wissen um das Upside Down.
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