Freitag, 29. August 2025
Gestern und vorgestern hatte ich mich krankgemeldet, weil ich einfach so krass erschöpft war und nicht wusste, wie ich hätte Gespräche führen sollen. Heute dann die totale Klatsche, es hat sich soviel aufgestaut. Habe der Chefin eine Mail geschrieben, dass sie das bitte umverteilen muss. Ab nächsten Donnerstag hab ich Ausbildungswoche, die geht ausnahmsweise übers Wochenende, so dass ich eigentlich zwei Wochen komplett durcharbeite (die Ausbildungswochen strengen mich fast mehr an als Arbeit). Stand heute habe ich über 65 Überstunden aufgebaut, die erste Hälfte davon habe ich in der Ausbildungswoche im Juli abgebaut, die zweite Hälfte nun mit der kommenden. In dem Modus kann ich gerade nicht weitermachen. Habe ihr alle offenen Konsile aufgelistet, inkl. der laufenden. Bin gespannt was sie sagt. Sie macht es sich etwas leicht derzeit, finde ich. Die Kolleginnen sind momentan mittelmäßig bis sehr entsetzt über mein Pensum. Du bist PiA, werden sie nicht müde zu betonen, und recht haben sie. Neulich meinte eine, ich finde dein Arbeitspensum nicht gut, ich hab das Gefühl, du wirst gerade verheizt. Diesem Eindruck stimme ich derzeit zu. Sie hat früher auch mal in der Wirtschaft gearbeitet. Heute sagt sie: ich sehe bei dir auch so krass das Leistungsmotiv. Das stimmt. Da hat mich meine alte Arbeit echt versaut. In den letzten Jahren wusste ich zumindest, wie ich mich gut abgrenzen kann, war sehr erfahren in meinem Bereich. In dem nun bin ich einfach Berufsanfängerin, muss neue Grenzen lernen, muss lernen welche Gespräche mich wieviel Energie kosten, wo ich viel Energie reingebe, wo nicht, etc. Nicht so einfach, insb. da wieder Minderjährige dabei sind.

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Zweifel an der Ausbildung. Vielleicht nicht zu ernst gemeinte, aber manchmal schon so: lohnt sich das? Soviel Zeit? Soviel Geld? Ich würde so gern öfters reisen, mehr Freund:innen besuchen. Der Preis ist nicht nur hinsichtlich der reinen Ausbildungskosten hoch. Gleichzeitig fühlt es sich so richtig an. Schwierig, manchmal. Auch wenn ich einerseits froh bin genau im jetzigen Lebensalter in der Ausbildung zu sein, wäre ich im Hinblick auf andere Aspekte dieser Angelegenheit gerne 20 Jahre jünger. Naja. Es ist wie es ist.

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Die Freundin und ihre zwei Töchter, mit denen ich in Island war (der Einfachheit halber spreche ich jetzt immer von Iceland-Gang, wenn ich uns meine, das war der Reisegruppenname) und im Oktober nach Madeira fliegen werde, haben eben angefragt, ob ich nächstes Jahr mit nach Marrakesch fliegen will. Manchmal hab ich Angst, dass ihr die Schnauze voll habt von mir, antworte ich. Hääää? fragen sie. Es bedeutet mir soviel, dass ihr mich weiterhin mit auf Reisen nehmen möchtet, antworte ich, denn ich kann es echt nicht in Worte fassen, wie unglaublich viel mir das bedeutet. Es ist eine absolute Winwin-Situation, sagen sie, wir lieben Urlaub mit dir! <3
Kleines Tränchen im Auge.

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