Mittwoch, 18. Februar 2026
okavanga, 14:20h
Manchmal verliere ich die Hoffnung, was die Ausbildung an diesem Institut angeht. Der finanzielle Druck ist so heftig, dass ich nachts wach liege, und das, obwohl gerade 90% von meinem Vater und seiner Frau auf Privatkredit finanziert werden. Im Schnitt muss ich um die 1000 - 1200 Euro pro Monat rechnen (mit Supervision ggf. auch bis zu 1500, denke ich) sobald ich auch mit der Selbsterfahrung anfange. Das beinhaltet die Monatsgebühr, Fahr-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten, Selbsterfahrung, später Supervision. Da habe ich noch keine Miete gezahlt, nichts gegessen, kein Internet, kein Strom, kein Fiti, nichts.
Eben habe ich länger mit meinem Therapeuten darüber gesprochen. Die PT1 muss ich auf jeden Fall irgendwie noch durchkriegen. Danach wird es dann finanziell voraussichtlich besser, aber die Belastung bleibt ja so hoch. Das andere Institut wäre bei 490 Euro im Monat, all in, und ich könnte es easy mit Deutschlandticket pendeln. Dafür bekomme ich hier später in der ambulanten Phase nur ca. 42% pro Behandlungsstunde vergütet. Am anderen Institut sind es ca. 70%.
Während der ambulanten Phase kann man sich allerdings auch zu regulären Tarifen bei Kliniken anstellen lassen, so dass man da ein anderes Einkommen hat.
Dem gegenüber steht das, was mir persönlich das ganze bringt. Und ja, da sind die Vorteile sehr auf der Seite des teuren Instituts, und das kann ich nach über einem Jahr in diesem Setting nun voller Überzeugung sagen, bei allem auf und ab. Ich stehe heute ganz woanders als vor einem Jahr, was mich in Beziehung zu anderen betrifft und die Mutter-Themen. Es ist sehr kostbar. Aber SO kostbar? Ich weiß es nicht. Dazu kommt, unsere Gruppe bröckelt. Beim nächsten mal werden sich zwei Frauen verabschieden: die eine pausiert für ein Jahr und setzt die Ausbildung dann - wenn überhaupt - mit einer anderne Gruppe fort, die andere hat sich nach starkem Ringen gegen die Approbationsausbildung entschieden. Gut möglich, dass noch 1-2 weitere Personen abspringen und dann wird unsere Gruppe voraussichtlich auf andere Gruppen aufgeteilt.
Die Kündigungsfrist am Institut beträgt 12 Monate, insofern muss ich die PT1 auf jeden Fall noch beim alten machen. Und danach, relativiert es sich dann nicht, mit der Behandlungsvergütung? Uff, keinen Plan, aber allein scohn die Supervisionsstunden sind sehr teuer.
Schwierig.
Momentan nun in der Bewerbungsphase für die PT1. Bei der Wunschklinik in der Heimat erkennt das Landesprüfungsamt in Bayern nur 600 Stunden PT1 an (von erforderlichen 1200) und für diese Stundenzahl stellen sie nicht ein. Das Problem besteht bei mehreren Kliniken (sofern keine Allgemeinpsychiatrie). Dazu kommt, dass die meisten eben schlecht zahlen, nämlich den Mindestlohn von 1000 Euro brutto für Vollzeit (während der Ausbildung = 26 Stunden). Davon könnte ich dann nichtmal die Ausbildungskosten decken, geschweige denn leben.
Ach kein Plan. Ich bin einfach mürbe.
Eben habe ich länger mit meinem Therapeuten darüber gesprochen. Die PT1 muss ich auf jeden Fall irgendwie noch durchkriegen. Danach wird es dann finanziell voraussichtlich besser, aber die Belastung bleibt ja so hoch. Das andere Institut wäre bei 490 Euro im Monat, all in, und ich könnte es easy mit Deutschlandticket pendeln. Dafür bekomme ich hier später in der ambulanten Phase nur ca. 42% pro Behandlungsstunde vergütet. Am anderen Institut sind es ca. 70%.
Während der ambulanten Phase kann man sich allerdings auch zu regulären Tarifen bei Kliniken anstellen lassen, so dass man da ein anderes Einkommen hat.
Dem gegenüber steht das, was mir persönlich das ganze bringt. Und ja, da sind die Vorteile sehr auf der Seite des teuren Instituts, und das kann ich nach über einem Jahr in diesem Setting nun voller Überzeugung sagen, bei allem auf und ab. Ich stehe heute ganz woanders als vor einem Jahr, was mich in Beziehung zu anderen betrifft und die Mutter-Themen. Es ist sehr kostbar. Aber SO kostbar? Ich weiß es nicht. Dazu kommt, unsere Gruppe bröckelt. Beim nächsten mal werden sich zwei Frauen verabschieden: die eine pausiert für ein Jahr und setzt die Ausbildung dann - wenn überhaupt - mit einer anderne Gruppe fort, die andere hat sich nach starkem Ringen gegen die Approbationsausbildung entschieden. Gut möglich, dass noch 1-2 weitere Personen abspringen und dann wird unsere Gruppe voraussichtlich auf andere Gruppen aufgeteilt.
Die Kündigungsfrist am Institut beträgt 12 Monate, insofern muss ich die PT1 auf jeden Fall noch beim alten machen. Und danach, relativiert es sich dann nicht, mit der Behandlungsvergütung? Uff, keinen Plan, aber allein scohn die Supervisionsstunden sind sehr teuer.
Schwierig.
Momentan nun in der Bewerbungsphase für die PT1. Bei der Wunschklinik in der Heimat erkennt das Landesprüfungsamt in Bayern nur 600 Stunden PT1 an (von erforderlichen 1200) und für diese Stundenzahl stellen sie nicht ein. Das Problem besteht bei mehreren Kliniken (sofern keine Allgemeinpsychiatrie). Dazu kommt, dass die meisten eben schlecht zahlen, nämlich den Mindestlohn von 1000 Euro brutto für Vollzeit (während der Ausbildung = 26 Stunden). Davon könnte ich dann nichtmal die Ausbildungskosten decken, geschweige denn leben.
Ach kein Plan. Ich bin einfach mürbe.
Samstag, 20. Dezember 2025
okavanga, 13:17h
Gestern war mein letzter Arbeitstag in der Klinik. Die PT2 im Rahmen der Ausbildung ist geschafft. Wohin es als nächstes geht, ist noch offen. Meine letzten zwei Tage dort waren ein runder Abschied von A bis Z, wunderschön, so wie die ganze Zeit dort. Ein Sechser im Lotto.
Habe gestern viel nachgedacht und nachgespürt, über das Jahr, meine Tätigkeit in der Klinik, vor allem aber über die Begegnungen in jeglichem Kontext. Mir fehlen momentan die Worte das auszudrücken, was ich fühle. Da muss sich auch noch einiges setzen.
Ich war ja schon immer ein Mensch, der recht gefühlig schreibt, aber es verkommt wirklich zu Kitsch. Wenn ich versuche meine Emotionen hier zu verbalisieren, dann trieft das auf eine Art, die sich nicht mit dem deckt, was da in mir ist. Ich kann es nicht, das adäquat und ohne Kitsch auszudrücken. Zwischen den Jahren möchte ich mich noch ein bisschen mit all dem beschäftigen, vielleicht kann ich es dann besser formulieren. Und dann denk ich mir, ist doch auch egal was andere denken, die das hier lesen. Du weißt, wie sich das für dich anfühlst, und sei doch einfach froh, dass es sich auch genau so anfühlt. Egal wie es klingt, wenn es auf dem "Papier" steht. Das Jahr war für mich ein .. ja ich weiß gar nicht, Wendepunkt? Alle sagen, es verging so schnell. Ja, für mich auch, aber wenn ich darauf zurückschaue, fühlt es sich an wie drei Jahre und eine Ewigkeit, im positiven Sinne. Vielleicht weil Grundlegendes in mir berührt und bewegt wurde. Ach keine Ahnung. Ciao erstmal und schöne Feiertage :)
Habe gestern viel nachgedacht und nachgespürt, über das Jahr, meine Tätigkeit in der Klinik, vor allem aber über die Begegnungen in jeglichem Kontext. Mir fehlen momentan die Worte das auszudrücken, was ich fühle. Da muss sich auch noch einiges setzen.
Ich war ja schon immer ein Mensch, der recht gefühlig schreibt, aber es verkommt wirklich zu Kitsch. Wenn ich versuche meine Emotionen hier zu verbalisieren, dann trieft das auf eine Art, die sich nicht mit dem deckt, was da in mir ist. Ich kann es nicht, das adäquat und ohne Kitsch auszudrücken. Zwischen den Jahren möchte ich mich noch ein bisschen mit all dem beschäftigen, vielleicht kann ich es dann besser formulieren. Und dann denk ich mir, ist doch auch egal was andere denken, die das hier lesen. Du weißt, wie sich das für dich anfühlst, und sei doch einfach froh, dass es sich auch genau so anfühlt. Egal wie es klingt, wenn es auf dem "Papier" steht. Das Jahr war für mich ein .. ja ich weiß gar nicht, Wendepunkt? Alle sagen, es verging so schnell. Ja, für mich auch, aber wenn ich darauf zurückschaue, fühlt es sich an wie drei Jahre und eine Ewigkeit, im positiven Sinne. Vielleicht weil Grundlegendes in mir berührt und bewegt wurde. Ach keine Ahnung. Ciao erstmal und schöne Feiertage :)
Freitag, 21. November 2025
okavanga, 21:33h
Heute habe ich etwas umstrittenes gemacht. Nach dem Gespräch mit dem Jugendlichen war ich gestern Abend in einem Schreibwarenladen mit umfangreichem Kartensortiment und suchte einige Postkarten aus. Eine davon wollte ich dem Jugendlichen mitgeben. Dabei habe ich mir 1000 Gedanken gemacht. Zum einen, ob bzw. unter welchen Bedingungen das ok ist, was mein Motiv ist, ob es zu nah oder übergriffig ist, ob es Druck auslöst, etc etc. Ich machte mir einen genauen Plan, wie es gut wäre es zu übergeben, behielt mir dabei aber vor die Stimmung im Raum abzuwarten und es ggf. doch zu unterlassen.
Letzendlich endschied ich mich gut begründet für eine der Postkarten. Auf die Rückseite schrieb ich nur "Für <Vorname>". Am Ende unserer Verabschiedung gab ich ihm die Karte, mit den Worten, dass ich ihm gerne etwas dalassen mag, wenn er das will. Dass ich an ihn denken musste als ich die Karte gesehen habe weil (Begründung die etwas Persönliches vom Patienten berührt). Ganz neugierig streckte er sich mit seinem Oberkörper entgegen, während ich sagte, also du kannst sie wohin legen oder auch nicht, ist ganz deine Entscheidung, wenn du es behalten magst. Er nahm die Karte, sah sie an, grinste übers ganze Gesicht und sagte: auf jeden Fall will ich das.
Dann kuckte ich nicht weiter was er mit der Karte macht, fragte ob ich trotzdem nochmal vorbeikucken soll, falls er doch noch da sein sollte nach dem 1.12., und er sagte: gerne, du kannst ja klopfen und fragen ob ich reden mag. So verblieben wir. Ich zog die Kleidung aus, die dort auszuziehen ist (das klingt jetzt sehr cringe, aber es war alles komplett professionell und korrekt, das müssen Sie mir glauben an dieser Stelle), sagte nochmal toi toi toi für die Reha, winkte ihm zu und Tschüss.
Und es war gut. Ich hatte große Zweifel vorher, und die waren angebracht, ich denke es ist sehr wichtig so etwas genau zu überlegen. Doch mein Bauchgefühl hatte am Ende recht, glaube ich. Bin froh es gemacht zu haben. Ich hoffe und glaube, er fühlte sich einfach gesehen.
Letzendlich endschied ich mich gut begründet für eine der Postkarten. Auf die Rückseite schrieb ich nur "Für <Vorname>". Am Ende unserer Verabschiedung gab ich ihm die Karte, mit den Worten, dass ich ihm gerne etwas dalassen mag, wenn er das will. Dass ich an ihn denken musste als ich die Karte gesehen habe weil (Begründung die etwas Persönliches vom Patienten berührt). Ganz neugierig streckte er sich mit seinem Oberkörper entgegen, während ich sagte, also du kannst sie wohin legen oder auch nicht, ist ganz deine Entscheidung, wenn du es behalten magst. Er nahm die Karte, sah sie an, grinste übers ganze Gesicht und sagte: auf jeden Fall will ich das.
Dann kuckte ich nicht weiter was er mit der Karte macht, fragte ob ich trotzdem nochmal vorbeikucken soll, falls er doch noch da sein sollte nach dem 1.12., und er sagte: gerne, du kannst ja klopfen und fragen ob ich reden mag. So verblieben wir. Ich zog die Kleidung aus, die dort auszuziehen ist (das klingt jetzt sehr cringe, aber es war alles komplett professionell und korrekt, das müssen Sie mir glauben an dieser Stelle), sagte nochmal toi toi toi für die Reha, winkte ihm zu und Tschüss.
Und es war gut. Ich hatte große Zweifel vorher, und die waren angebracht, ich denke es ist sehr wichtig so etwas genau zu überlegen. Doch mein Bauchgefühl hatte am Ende recht, glaube ich. Bin froh es gemacht zu haben. Ich hoffe und glaube, er fühlte sich einfach gesehen.
Donnerstag, 13. November 2025
okavanga, 14:50h
Herber Rückschlag im Bewerbungsprozess. Hatte gerade Rückschlaf getippt. Das trifft es auch sehr gut. Diese ständige Unsicherheit und Abhängigkeit auf diesem Weg kostet mich unendlich viel Energie. Gestern spiegelte mir der Therapeut, dass ich das Problem immer bei mir suche und dabei völlig die Situation aus dem Blick verliere. Dafür habe er die Situation umso mehr im Blick. Und ja, er hat recht. Die Situation verlangt mir viel ab, und ich bin nicht mehr 25, und ja, ich habe ein Problem mit dem Älterwerden, auch weil es in unserem System nicht vorgesehen ist mit 45 eine solche Ausbildung zu machen und dementsprechend scheisse sind die Rahmenbedingungen dafür. But well. Alles was mir das bringt, ist mehr Nachsicht mit mir selbst. Die Situation bleibt die gleiche.
Ich weiß nicht, wie ich Energie für mehrere Bewerbungen zusammenkratzen soll und liebäugel mit dem Gedanken, wieder die Klinik im Landkreis meiner Heimatstadt zu kontaktieren. Im Frühjahr hatte ich die Bewerbung aus persönlichen Gründen zurückgezogen, sie hatten mich schon zur Hospitation eingeladen. Die Stelle ist immer noch offen, oder wieder.
Müde. Müde müde müde. Immerhin ist mir endlich klar, warum ich eigentlich ständig so krank und fertig bin.
Ich weiß nicht, wie ich Energie für mehrere Bewerbungen zusammenkratzen soll und liebäugel mit dem Gedanken, wieder die Klinik im Landkreis meiner Heimatstadt zu kontaktieren. Im Frühjahr hatte ich die Bewerbung aus persönlichen Gründen zurückgezogen, sie hatten mich schon zur Hospitation eingeladen. Die Stelle ist immer noch offen, oder wieder.
Müde. Müde müde müde. Immerhin ist mir endlich klar, warum ich eigentlich ständig so krank und fertig bin.
Freitag, 29. August 2025
okavanga, 21:46h
Gestern und vorgestern hatte ich mich krankgemeldet, weil ich einfach so krass erschöpft war und nicht wusste, wie ich hätte Gespräche führen sollen. Heute dann die totale Klatsche, es hat sich soviel aufgestaut. Habe der Chefin eine Mail geschrieben, dass sie das bitte umverteilen muss. Ab nächsten Donnerstag hab ich Ausbildungswoche, die geht ausnahmsweise übers Wochenende, so dass ich eigentlich zwei Wochen komplett durcharbeite (die Ausbildungswochen strengen mich fast mehr an als Arbeit). Stand heute habe ich über 65 Überstunden aufgebaut, die erste Hälfte davon habe ich in der Ausbildungswoche im Juli abgebaut, die zweite Hälfte nun mit der kommenden. In dem Modus kann ich gerade nicht weitermachen. Habe ihr alle offenen Konsile aufgelistet, inkl. der laufenden. Bin gespannt was sie sagt. Sie macht es sich etwas leicht derzeit, finde ich. Die Kolleginnen sind momentan mittelmäßig bis sehr entsetzt über mein Pensum. Du bist PiA, werden sie nicht müde zu betonen, und recht haben sie. Neulich meinte eine, ich finde dein Arbeitspensum nicht gut, ich hab das Gefühl, du wirst gerade verheizt. Diesem Eindruck stimme ich derzeit zu. Sie hat früher auch mal in der Wirtschaft gearbeitet. Heute sagt sie: ich sehe bei dir auch so krass das Leistungsmotiv. Das stimmt. Da hat mich meine alte Arbeit echt versaut. In den letzten Jahren wusste ich zumindest, wie ich mich gut abgrenzen kann, war sehr erfahren in meinem Bereich. In dem nun bin ich einfach Berufsanfängerin, muss neue Grenzen lernen, muss lernen welche Gespräche mich wieviel Energie kosten, wo ich viel Energie reingebe, wo nicht, etc. Nicht so einfach, insb. da wieder Minderjährige dabei sind.
---
Zweifel an der Ausbildung. Vielleicht nicht zu ernst gemeinte, aber manchmal schon so: lohnt sich das? Soviel Zeit? Soviel Geld? Ich würde so gern öfters reisen, mehr Freund:innen besuchen. Der Preis ist nicht nur hinsichtlich der reinen Ausbildungskosten hoch. Gleichzeitig fühlt es sich so richtig an. Schwierig, manchmal. Auch wenn ich einerseits froh bin genau im jetzigen Lebensalter in der Ausbildung zu sein, wäre ich im Hinblick auf andere Aspekte dieser Angelegenheit gerne 20 Jahre jünger. Naja. Es ist wie es ist.
---
Die Freundin und ihre zwei Töchter, mit denen ich in Island war (der Einfachheit halber spreche ich jetzt immer von Iceland-Gang, wenn ich uns meine, das war der Reisegruppenname) und im Oktober nach Madeira fliegen werde, haben eben angefragt, ob ich nächstes Jahr mit nach Marrakesch fliegen will. Manchmal hab ich Angst, dass ihr die Schnauze voll habt von mir, antworte ich. Hääää? fragen sie. Es bedeutet mir soviel, dass ihr mich weiterhin mit auf Reisen nehmen möchtet, antworte ich, denn ich kann es echt nicht in Worte fassen, wie unglaublich viel mir das bedeutet. Es ist eine absolute Winwin-Situation, sagen sie, wir lieben Urlaub mit dir! <3
Kleines Tränchen im Auge.
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Zweifel an der Ausbildung. Vielleicht nicht zu ernst gemeinte, aber manchmal schon so: lohnt sich das? Soviel Zeit? Soviel Geld? Ich würde so gern öfters reisen, mehr Freund:innen besuchen. Der Preis ist nicht nur hinsichtlich der reinen Ausbildungskosten hoch. Gleichzeitig fühlt es sich so richtig an. Schwierig, manchmal. Auch wenn ich einerseits froh bin genau im jetzigen Lebensalter in der Ausbildung zu sein, wäre ich im Hinblick auf andere Aspekte dieser Angelegenheit gerne 20 Jahre jünger. Naja. Es ist wie es ist.
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Die Freundin und ihre zwei Töchter, mit denen ich in Island war (der Einfachheit halber spreche ich jetzt immer von Iceland-Gang, wenn ich uns meine, das war der Reisegruppenname) und im Oktober nach Madeira fliegen werde, haben eben angefragt, ob ich nächstes Jahr mit nach Marrakesch fliegen will. Manchmal hab ich Angst, dass ihr die Schnauze voll habt von mir, antworte ich. Hääää? fragen sie. Es bedeutet mir soviel, dass ihr mich weiterhin mit auf Reisen nehmen möchtet, antworte ich, denn ich kann es echt nicht in Worte fassen, wie unglaublich viel mir das bedeutet. Es ist eine absolute Winwin-Situation, sagen sie, wir lieben Urlaub mit dir! <3
Kleines Tränchen im Auge.
Donnerstag, 14. August 2025
okavanga, 20:38h
Das Jahr rast dahin. Wie kann es Mitte August sein?
Die eine Woche Urlaub in meiner Heimat ist mit Periode, 15 Grad und Regen hinreichend beschrieben.
Nächster Halt: Madeira im Oktober, mit der "Island"-Freundin und ihren Töchtern. Ohne sie käme ich gar nicht an sowas wie Urlaub. Ich bin sehr dankbar.
Manchmal würde ich so gerne mehr über meine Arbeit schreiben. Weil es mir gut tun würde, und weil ich diese Phase, meinen ersten Psycho-Job, so gerne dokumentieren würde. Schade, dass ich das hier nicht tun kann. Schade, dass ich es nicht einfach in einem Notizbuch oder Worddokument mache.
Aber eins will ich sagen: ich liebe es. Ich liebe es einfach komplett, auch wenn da manchmal so schwierige Patient:innen dabei sind, von denen ich mir wünschte, es würde bei einem Gespräch bleiben. Einer meiner Kollegen, ein junger Mann, der auch demnächst mit der Psychotherapeutenausbildung beginnt und seine Praktische Tätigkeit eben schon angefangen hat, hat aktuell einen kleinen Hänger. Das tut mir sehr leid zu sehen, denn ich halte ihn für einen guten Psychologen. Er arbeitet dort in einem anderen Bereich. Ich glaube, er erwartet zuviel Veränderung in zu kurzer Zeit bei Menschen, die einfach viel körperliche Scheisse hinter sich habe. Ich habe ihm gesagt, dass es aus meiner Sicht in so kurzer Zeit vielleicht nur darum geht so etwas wie eine Saat zu setzen. Vielleicht geht sie gleich auf, vielleicht morgen, vielleicht in drei Jahren, vielleicht nie. Aber irgendwas bleibt immer hängen. Zumindest kenne ich das von mir selbst so. Und letztendlich kann man auch einfach nicht für jeden der passende Psychologe sein. Manchmal matched es nicht. Manchmal fehlt es noch an innerer Bereitschaft. Aber auch dann kann ein Gespräch ein Baustein sein in einer langen Kette an psychischer Entwicklung.
Als er heute meinte, dass er das so schön findet, wie uneingeschränkt ich den Beruf liebe, meinte ich, dass ich aber eben auch schon in einem ganz anderen Arbeitsuniversum war, und dass es dort nicht so war. Und er sagte: oh ja, du hast in den Abgrund geschaut. ich musste lachen, denn er kennt überhaupt gar keine Details und hats trotzdem so gut getroffen. Und klar ist es für mich insofern vielleicht einfach nochmal soviel krasser, nun in einem anderen Beruf arbeiten zu dürfen, der für mich soviel mehr Sinn hat, in dem ich soviel mehr Wirksamkeit und Freude erlebe. Ungelogen freue ich mich einfach jeden einzelnen Tag, egal wie müde, gelangweilt, verärgert, genervt oder traurig ich bin.
Die eine Woche Urlaub in meiner Heimat ist mit Periode, 15 Grad und Regen hinreichend beschrieben.
Nächster Halt: Madeira im Oktober, mit der "Island"-Freundin und ihren Töchtern. Ohne sie käme ich gar nicht an sowas wie Urlaub. Ich bin sehr dankbar.
Manchmal würde ich so gerne mehr über meine Arbeit schreiben. Weil es mir gut tun würde, und weil ich diese Phase, meinen ersten Psycho-Job, so gerne dokumentieren würde. Schade, dass ich das hier nicht tun kann. Schade, dass ich es nicht einfach in einem Notizbuch oder Worddokument mache.
Aber eins will ich sagen: ich liebe es. Ich liebe es einfach komplett, auch wenn da manchmal so schwierige Patient:innen dabei sind, von denen ich mir wünschte, es würde bei einem Gespräch bleiben. Einer meiner Kollegen, ein junger Mann, der auch demnächst mit der Psychotherapeutenausbildung beginnt und seine Praktische Tätigkeit eben schon angefangen hat, hat aktuell einen kleinen Hänger. Das tut mir sehr leid zu sehen, denn ich halte ihn für einen guten Psychologen. Er arbeitet dort in einem anderen Bereich. Ich glaube, er erwartet zuviel Veränderung in zu kurzer Zeit bei Menschen, die einfach viel körperliche Scheisse hinter sich habe. Ich habe ihm gesagt, dass es aus meiner Sicht in so kurzer Zeit vielleicht nur darum geht so etwas wie eine Saat zu setzen. Vielleicht geht sie gleich auf, vielleicht morgen, vielleicht in drei Jahren, vielleicht nie. Aber irgendwas bleibt immer hängen. Zumindest kenne ich das von mir selbst so. Und letztendlich kann man auch einfach nicht für jeden der passende Psychologe sein. Manchmal matched es nicht. Manchmal fehlt es noch an innerer Bereitschaft. Aber auch dann kann ein Gespräch ein Baustein sein in einer langen Kette an psychischer Entwicklung.
Als er heute meinte, dass er das so schön findet, wie uneingeschränkt ich den Beruf liebe, meinte ich, dass ich aber eben auch schon in einem ganz anderen Arbeitsuniversum war, und dass es dort nicht so war. Und er sagte: oh ja, du hast in den Abgrund geschaut. ich musste lachen, denn er kennt überhaupt gar keine Details und hats trotzdem so gut getroffen. Und klar ist es für mich insofern vielleicht einfach nochmal soviel krasser, nun in einem anderen Beruf arbeiten zu dürfen, der für mich soviel mehr Sinn hat, in dem ich soviel mehr Wirksamkeit und Freude erlebe. Ungelogen freue ich mich einfach jeden einzelnen Tag, egal wie müde, gelangweilt, verärgert, genervt oder traurig ich bin.
Freitag, 25. Juli 2025
okavanga, 19:27h
Das Leben schreibt Geschichten, die niemand verfilmen würde, weil "ach komm, übertreib doch!"
So eine wilde Woche. Bräuchte ne Kur.
So eine wilde Woche. Bräuchte ne Kur.
Freitag, 18. Juli 2025
okavanga, 19:48h
Oh, habe ich über einen Monat nichts mehr geschrieben? Es ist schade, dass ich selten über innere Prozesse oder Freudiges schreibe. Ich glaube manchmal wäre es gut später nochmal etwas nachzuvollziehen.
Jetzt wollte ich sagen: normalerweise habe ich erwachsene Patient:innen. Aktuell aber zwei Minderjährige, im Teenageralter. Es macht das, was ich bisher immer kognitiv entschieden habe, spürbar: ich kann keine Kinder- und Jugendpsychologin sein. Sie berühren mich zu sehr, gehen mir zu nah. Ich nehme sie mit nach Hause. Den einen aufgrund seines physischen Schicksals. Die andere aufgrund ihres psychischens. Gleichzeitig merke ich, dass ich es vielleicht könnte, also fachlich. Das Mädchen öffnet sich inzwischen sehr, hat vertrauen gefasst. Der Junge hat mich zumindest nicht gleich wieder weggeschickt, damit hatte ich eigentlich gerechnet, und ich darf am Montag wiederkommen.
Bis dahin muss ich sie irgendwie aus meinem System kriegen. Es ist das erste mal, dass ich Patient:innen in dieser Form mit nach Hause nehme. Und ich denke, das ist eben aufgrund ihres Alters. Ich hab ein riesen Herz für sie. Ein zu großes. Das ist schön, aber auch schade.
Jetzt wollte ich sagen: normalerweise habe ich erwachsene Patient:innen. Aktuell aber zwei Minderjährige, im Teenageralter. Es macht das, was ich bisher immer kognitiv entschieden habe, spürbar: ich kann keine Kinder- und Jugendpsychologin sein. Sie berühren mich zu sehr, gehen mir zu nah. Ich nehme sie mit nach Hause. Den einen aufgrund seines physischen Schicksals. Die andere aufgrund ihres psychischens. Gleichzeitig merke ich, dass ich es vielleicht könnte, also fachlich. Das Mädchen öffnet sich inzwischen sehr, hat vertrauen gefasst. Der Junge hat mich zumindest nicht gleich wieder weggeschickt, damit hatte ich eigentlich gerechnet, und ich darf am Montag wiederkommen.
Bis dahin muss ich sie irgendwie aus meinem System kriegen. Es ist das erste mal, dass ich Patient:innen in dieser Form mit nach Hause nehme. Und ich denke, das ist eben aufgrund ihres Alters. Ich hab ein riesen Herz für sie. Ein zu großes. Das ist schön, aber auch schade.
Freitag, 2. Mai 2025
1. Arbeitstag
okavanga, 06:50h
Heute ist mein erster Arbeitstag im neuen Beruf. Das ist so ein krasser Meilenstein. In den letzten Tagen war ich am Neckar radeln und nur wenig motiviert wieder arbeitstätig zu werden. Doch dann erinnerte mich Mimi gestern daran: das ist alles freiwillig, was ich da mache, und ich werde immer an diese Zeit zurückdenken als meine PT 2 Zeit und erste Anstellung als klinische Psychologin. Und wenns Kacke ist: der Vertrag läuft bis Ende Dezember, also alles absehbar.
Ohhhhhhhh. Ich bin sehr freudig aufgeregt!
Ohhhhhhhh. Ich bin sehr freudig aufgeregt!
Donnerstag, 10. April 2025
Erster Job.
okavanga, 15:57h
Es ist vollbracht, eine tariflich bezahlte klinische Stelle von Mai bis Dezember, die mir auch für die Ausbildung anerkannt wird. Und das in der Metropolregion Rhein-Neckar. Bin schon jetzt aufgeregt!
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