Mittwoch, 6. Mai 2026
okavanga, 20:17h
Zwei Patient:innen haben sich heute unabhängig voneinander klar gegen rechts positioniert. Es ist auch hier noch nicht alles verloren!
Dienstag, 5. Mai 2026
okavanga, 19:38h
Der erste Arbeitstag auf meiner Station ist geschafft. Ich meine großes Glück zu haben, vor allem mit dem Team dort. Und das Klientel, es ist genau das was ich wollte und ich liebe es schon jetzt. Was für ein toller Beruf das ist. Das ist dann doch die Strapazen wert. Bin unglaublich gespannt auf alles was da kommt.
Nach der Arbeit ein kurzer Spaziergang. Feldhase gesichtet. Die Natur ist so nah. Liebe alles daran. Es duftet überall und der Gesang der Vögel.. hach.
Mitbewohnerin auch prima.
Jetzt sehr sehr müde.
Nach der Arbeit ein kurzer Spaziergang. Feldhase gesichtet. Die Natur ist so nah. Liebe alles daran. Es duftet überall und der Gesang der Vögel.. hach.
Mitbewohnerin auch prima.
Jetzt sehr sehr müde.
Sonntag, 3. Mai 2026
Alles neu macht der Mai, mal wieder.
okavanga, 19:04h
Seit gestern bin ich also hier. In dieser Kleinstadt in einem Bundesland, in dem ich noch nie gelebt habe und das ich bei Präferenzen immer ausgeschlossen hätte. Siehe da, und doch bin ich hier. Was für ein Kraftakt das war. Meine Mitbewohnerin lerne ich erst morgen kennen. Sie arbeitet auch in der Klinik, in der ich morgen meinen ersten Arbeitstag habe.
Emotional habe ich in den letzten 7 Tagen das gesamte Spektrum mehrfach und in wild wechselnder Reihenfolge durchlebt. Jetzt kanns ruhiger werden, das wünsch ich mir. Ich denke, Stadt und Umland geben das her.
Emotional habe ich in den letzten 7 Tagen das gesamte Spektrum mehrfach und in wild wechselnder Reihenfolge durchlebt. Jetzt kanns ruhiger werden, das wünsch ich mir. Ich denke, Stadt und Umland geben das her.
Dienstag, 31. März 2026
okavanga, 13:27h
Und während wir noch dabei sind, gegen die gekürzte Vergütung vorzugehen, werden "Diskussions"papiere veröffentlicht, die ein weiteres starkes Eingreifen in die psychotherapeutische Versorgung vorstehen, wie hier vom vdek - Verband der Ersatzkassen e. V.
Dort stehen hahnebüchene Dinge, z.B. "Die Ersatzkassen fordern, für die Kontingentschritte über alle Richtlinienverfahren einen einheitlichen, am Wirtschaftlichkeitsgebot ausgerichteten, Benchmark verbindlich festzulegen, der sich an der Verhaltenstherapie orientiert."
Oder "Die Ersatzkassen fordern eine gesetzliche Regelung, dass bei Neuzulassungen und Nachbesetzungen von Kassensitzen ein festgelegter Mindestanteil der Leistungen einer Richtlinientherapie von 40 Prozent* in Gruppentherapie zu erbringen ist."
Oder "Die Ersatzkassen fordern daher, die Systemische Therapie und Verhaltenstherapie als Therapieverfahren mit einer höheren Versorgungskapazität bei der Nachbesetzung bevorzugt zu berücksichtigen."
Letzteres klingt wie der Sargnagel für tiefenpsychologischen und analytischen Verfahren. Also: meins! Das heißt, wenns richtig toll läuft, mache ich diese Ausbildung mit Kosten von etwa 60.000 Euro bis zur Approbation und habe davon am Ende - nichts. Und ich sags Ihnen ganz ehrlich: nur mit Verhaltens- und systemischer Therapie wäre ich bei meiner psychischen Gesundheit nicht weitergekommen.
Ich kann das alles nicht mehr.
Dort stehen hahnebüchene Dinge, z.B. "Die Ersatzkassen fordern, für die Kontingentschritte über alle Richtlinienverfahren einen einheitlichen, am Wirtschaftlichkeitsgebot ausgerichteten, Benchmark verbindlich festzulegen, der sich an der Verhaltenstherapie orientiert."
Oder "Die Ersatzkassen fordern eine gesetzliche Regelung, dass bei Neuzulassungen und Nachbesetzungen von Kassensitzen ein festgelegter Mindestanteil der Leistungen einer Richtlinientherapie von 40 Prozent* in Gruppentherapie zu erbringen ist."
Oder "Die Ersatzkassen fordern daher, die Systemische Therapie und Verhaltenstherapie als Therapieverfahren mit einer höheren Versorgungskapazität bei der Nachbesetzung bevorzugt zu berücksichtigen."
Letzteres klingt wie der Sargnagel für tiefenpsychologischen und analytischen Verfahren. Also: meins! Das heißt, wenns richtig toll läuft, mache ich diese Ausbildung mit Kosten von etwa 60.000 Euro bis zur Approbation und habe davon am Ende - nichts. Und ich sags Ihnen ganz ehrlich: nur mit Verhaltens- und systemischer Therapie wäre ich bei meiner psychischen Gesundheit nicht weitergekommen.
Ich kann das alles nicht mehr.
Freitag, 27. März 2026
No pressure!
okavanga, 18:07h
Bis zum Vorstellungsgespräch habe ich noch eine gute Stunde Zeit. Also setze ich mich in ein Cafe in dem Ort, der zwischen Hügeln im Schwarzwald liegt. Die Zugfahrt hier her führte mich auf den letzten Kilometern durch idyllische Landschaften.
Kaum sitze ich mit meinem Kaffee an der Fensterfront des Bäckers, klingelt mein Handy. Es ist die Personalreferentin von der Favoriten-Klinik. "Frau Oka, ich habe Ihnen gestern das Angebot zugesendet, haben Sie das schon gesehen?" "Ja, vielen Dank, ich war nur etwas verhalten, weil ich ja den Dienstag noch abwarte." "Deswegen rufe ich an. Also es ist schon so, dass wir Sie wirklich haben wollen. Am Dienstag geht es nur noch um das offizielle 1%, aber die Chefperson plant schon mit Ihnen. Sie hat mir gesagt, ich soll Ihnen sagen, dass sie Sie unbedingt möchte, und dass Sie doch auch Ihr anderes Gespräch absagen sollen. [sie lacht] Aber ich hab ihr schon gesagt, ach neiiiiin...." Ich hatte der Personalreferentin am Mittwoch erzählt, dass ich noch ein Gespräch habe, das ich auch wahrnehmen würde, sofern mir keine feste Zusage gegegeben werden kann. "Das ist jetzt auch zu spät..." [ich lache] "Es ist uns nur wichtig dass, wenn Sie wollen, wir das machen."
Was für eine kuriose Situation. Der Wille, mit dem mich diese Chefperson möchte, irritiert mich und löst Druck in mir aus. Welche Erwartungen stehen da wohl im Raum mir gegenüber? Bin ich für die auch ein 6er im Lotto? Aber wie sollte das sein, also ich bin ja fachlich sowas von am Anfang?
Nach dem Kaffee mache ich mich auf zur Klinik, die auf einem der Hügel liegt. Das Gespräch ist kurz. Ich werde gefragt, was ich mir vorstelle. Ihr lägen meine Unterlagen vor, die seien sehr gut, sie habe keine weitere Fragen an mich. Irritierend. Wir klären primär Formalitäten. Auch diese Klinik zahlt sehr gut, und doch nicht so gut wie die Favoritenklinik, aber die sind echt eh jenseits von allem, was ich jemals über PT-Zeiten gehört habe. Dann werde ich durch die Klinik geführt. Wie verbleiben wir, werde ich gefragt. Ich antworte, dass ich es gerne übers Wochenende sacken lassen möchte, und dass mein Gegenüber ja vielleicht auch nachdenken möchte? Nein, für sie ist alles klar und gut. Irritierend. Vermutlich hätte ich auch gleich einen Vertrag unterschreiben können. Vermutlich ist es nicht leicht, gute Bewerber in diesen Ort zu locken. Und was die Chemie zwischen der potenziellen Vorgesetzten und mir angeht, vibed es auch nicht so wie im Favoriten-Gespräch.
Nach 35-40 Minuten mache ich mich wieder auf den Weg zum Bahnhof. Insgesamt ist es mir zu eng dort, die Klinik, der Ort, die Hügel drumrum. Eine leichte Beklemmung auf der Brust. Ohne Auto wäre das nichts für mich. Ich bin froh, dass ich eine so gute Alternative habe. Die scheint gesetzt zu sein. So ganz kann ichs immer noch nicht glauben.

Kaum sitze ich mit meinem Kaffee an der Fensterfront des Bäckers, klingelt mein Handy. Es ist die Personalreferentin von der Favoriten-Klinik. "Frau Oka, ich habe Ihnen gestern das Angebot zugesendet, haben Sie das schon gesehen?" "Ja, vielen Dank, ich war nur etwas verhalten, weil ich ja den Dienstag noch abwarte." "Deswegen rufe ich an. Also es ist schon so, dass wir Sie wirklich haben wollen. Am Dienstag geht es nur noch um das offizielle 1%, aber die Chefperson plant schon mit Ihnen. Sie hat mir gesagt, ich soll Ihnen sagen, dass sie Sie unbedingt möchte, und dass Sie doch auch Ihr anderes Gespräch absagen sollen. [sie lacht] Aber ich hab ihr schon gesagt, ach neiiiiin...." Ich hatte der Personalreferentin am Mittwoch erzählt, dass ich noch ein Gespräch habe, das ich auch wahrnehmen würde, sofern mir keine feste Zusage gegegeben werden kann. "Das ist jetzt auch zu spät..." [ich lache] "Es ist uns nur wichtig dass, wenn Sie wollen, wir das machen."
Was für eine kuriose Situation. Der Wille, mit dem mich diese Chefperson möchte, irritiert mich und löst Druck in mir aus. Welche Erwartungen stehen da wohl im Raum mir gegenüber? Bin ich für die auch ein 6er im Lotto? Aber wie sollte das sein, also ich bin ja fachlich sowas von am Anfang?
Nach dem Kaffee mache ich mich auf zur Klinik, die auf einem der Hügel liegt. Das Gespräch ist kurz. Ich werde gefragt, was ich mir vorstelle. Ihr lägen meine Unterlagen vor, die seien sehr gut, sie habe keine weitere Fragen an mich. Irritierend. Wir klären primär Formalitäten. Auch diese Klinik zahlt sehr gut, und doch nicht so gut wie die Favoritenklinik, aber die sind echt eh jenseits von allem, was ich jemals über PT-Zeiten gehört habe. Dann werde ich durch die Klinik geführt. Wie verbleiben wir, werde ich gefragt. Ich antworte, dass ich es gerne übers Wochenende sacken lassen möchte, und dass mein Gegenüber ja vielleicht auch nachdenken möchte? Nein, für sie ist alles klar und gut. Irritierend. Vermutlich hätte ich auch gleich einen Vertrag unterschreiben können. Vermutlich ist es nicht leicht, gute Bewerber in diesen Ort zu locken. Und was die Chemie zwischen der potenziellen Vorgesetzten und mir angeht, vibed es auch nicht so wie im Favoriten-Gespräch.
Nach 35-40 Minuten mache ich mich wieder auf den Weg zum Bahnhof. Insgesamt ist es mir zu eng dort, die Klinik, der Ort, die Hügel drumrum. Eine leichte Beklemmung auf der Brust. Ohne Auto wäre das nichts für mich. Ich bin froh, dass ich eine so gute Alternative habe. Die scheint gesetzt zu sein. So ganz kann ichs immer noch nicht glauben.

Donnerstag, 26. März 2026
Kalte Füße.
okavanga, 21:01h
Sie haben mir das Angebot gesendet, noch keinen Vertrag, da gilt es deren einen (internen) Termin noch abzuwarten. Aber die Vorstellung beim Betriebsarzt haben sie auch schon terminiert. Ich muss verrückt sein, das zu machen. "Erstmal nur für ein Jahr", das ist mein Mantra. Sonst würde ich den Mut nicht zusammenkratzen können. Alles ist dann neu. Alles. Und in meine geliebte Höhle zieht dann ein fremder Mensch. Habe öfters Herzrasen, nicht nur Aufregungs-mäßig. Das ist Angst. Und der Imposter kickt so krass rein, vor allem nach der Freude der Chefperson, "Ich seh schon, wir haben uns viel zu erzählen Frau Oka, und Sie bringen von <Klinik X> bestimmt ganz viele Ideen mit!" Ähm. Ähäm ja, äham. Ähm Sie erinnern sich, dass ich Berufsanfängerin bin, ja?
Morgen habe ich noch ein Gespräch bei einer anderen Klinik in den südlichen Gefilden Baden-Württembergs. Ich wills mir einfach mal ankucken, am Montag noch ein Online-Gespräch mit einer weiteren Klinik. Wer weiß, wozu es gut ist, und am Ende ist eben immer erst alles safe, wenn der Vertrag von allen Seiten unterschrieben ist.
Morgen habe ich noch ein Gespräch bei einer anderen Klinik in den südlichen Gefilden Baden-Württembergs. Ich wills mir einfach mal ankucken, am Montag noch ein Online-Gespräch mit einer weiteren Klinik. Wer weiß, wozu es gut ist, und am Ende ist eben immer erst alles safe, wenn der Vertrag von allen Seiten unterschrieben ist.
Mittwoch, 25. März 2026
okavanga, 11:09h
Inoffiziell scheint es durch zu sein. "Betrachten Sie es als erledigt. Nächste Woche geht es voraussichtlich nur noch darum, WO Sie eingesetzt werden, nicht OB."
Der:die ärztliche:r Direktor:in scheint sehr genau zu wissen, dass er:sie mich will, und wo er:sie mich will und was soll ich sagen. Das wäre für mich die Erfüllung aller Träume, vor allem auch das WO, wenn das so klappt. Könnte heulen vor Glück, heb mir das aber auf für den Moment, wenn echt ein Vertrag da ist.
Ich habe lang darüber nachgedacht, ob ich hier darüber schreibe, was und wo das ist. Aber ich denke, besser nicht. Will mir einen kleinen Spielraum lassen, über Dinge dort zu erzählen, oder anzudeuten, sofern das überhaupt möglich ist. Daher auch gender-neutrale Formulierungen. Aber krass: wenn das nun alles so kommt, krempel ich mein ganzes Leben komplett um.
Universum - danke! Bitte diese Energie aufrecht erhalten, bis ich den Vertrag unterschrieben habe.
Der:die ärztliche:r Direktor:in scheint sehr genau zu wissen, dass er:sie mich will, und wo er:sie mich will und was soll ich sagen. Das wäre für mich die Erfüllung aller Träume, vor allem auch das WO, wenn das so klappt. Könnte heulen vor Glück, heb mir das aber auf für den Moment, wenn echt ein Vertrag da ist.
Ich habe lang darüber nachgedacht, ob ich hier darüber schreibe, was und wo das ist. Aber ich denke, besser nicht. Will mir einen kleinen Spielraum lassen, über Dinge dort zu erzählen, oder anzudeuten, sofern das überhaupt möglich ist. Daher auch gender-neutrale Formulierungen. Aber krass: wenn das nun alles so kommt, krempel ich mein ganzes Leben komplett um.
Universum - danke! Bitte diese Energie aufrecht erhalten, bis ich den Vertrag unterschrieben habe.
Dienstag, 24. März 2026
okavanga, 20:29h
Morgen gilts. Liebes Universum, ich bin bereit, lass es gut werden!
Freitag, 20. März 2026
okavanga, 10:05h
Hurra! Einladung zum Online Vorstellungsgespräch. Ich vermute, danach gäbe es dann noch eine Vorort-Hospitation, aber keine Ahnung.
Blöd nur: der Termin ist für 9:30 Uhr angesetzt. Ab 9:30 / 10 Uhr sollen allerdings die Handwerker für meine Toilettenschüssel kommen. Die kann ich auf keinen Fall verlegen, denn auf den Termin warte ich seit vielen Wochen, und es ist ein wirklich unangenehmer Zustand. Bei der Klinik möchte ich allerdings auch nicht unbedingt um Verlegung bitten, weil ich noch betonte, dass ich abgesehen von einigen anderen Gesprächen sehr flexibel bin. Etwas verzwickt. Ideas, anyone? Oder ich rufe an und sag, dass ich da bereits einen anderen Termin habe, können sie dann orakeln welche Art von Termin. Vielleicht finden wir eine Alternative. Aber es fühlt sich irgendwie nicht so optimal an, das zu machen.
Blöd nur: der Termin ist für 9:30 Uhr angesetzt. Ab 9:30 / 10 Uhr sollen allerdings die Handwerker für meine Toilettenschüssel kommen. Die kann ich auf keinen Fall verlegen, denn auf den Termin warte ich seit vielen Wochen, und es ist ein wirklich unangenehmer Zustand. Bei der Klinik möchte ich allerdings auch nicht unbedingt um Verlegung bitten, weil ich noch betonte, dass ich abgesehen von einigen anderen Gesprächen sehr flexibel bin. Etwas verzwickt. Ideas, anyone? Oder ich rufe an und sag, dass ich da bereits einen anderen Termin habe, können sie dann orakeln welche Art von Termin. Vielleicht finden wir eine Alternative. Aber es fühlt sich irgendwie nicht so optimal an, das zu machen.
Donnerstag, 19. März 2026
okavanga, 17:18h
Sehr schönes telefonisches Vorgespräch bei einer Klinik gehabt, die extrem gut zahlen würden. Drücken Sie bitte alle Zehen und Daumen, dass ich zum Gespräch vor Ort eingeladen werde. Da gibt es etliche Umstände, die das für mich zu einem 6er im Lotto machen würden.
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