Mittwoch, 28. Januar 2026
Schwerer Tag und soviel Licht.
Heute gings emotional so richtig ab, schon nach dem Aufwachen, nach einer sehr unruhigen Nacht. Mittags ein sehr gutes Gespräch mit meinem Bruder gehabt wegen weiterer Planung und Entscheidungen. Meine Güte ich bin so froh, dass wir soviel Zeit für sowas haben, andere müssen das viel schneller hinbekommen, keine Ahnung wie sie das dann schaffen. Es schlaucht mich schon so.

Doch ich merke wie dünn der Boden ist auf dem ich mich bewege. Er ist fragil. Seit Jahren abgeschleift. Und heute ist er dann durchgebrochen, nachdem ich 1 Stunden lang versucht habe einen neuen Toilettendeckel zu montieren. Dank meines Wutanfalls brauche ich nun eine neue Kloschüssel. Früher hatte ich solche Anfälle öfters, richtete sie primär gegen mich selbst. Da war es dann vorbei mit Impulskontrolle und Selbstregulation. Momentan habe ich keinerlei Haltekapazitäten für alles was so oben drauf kommt. Dabei mich umso mehr über mich selbst geärgert, geheult wie ein Schlosshund. Na endlich weiß ich wohin mit meinem Geld, sage ich zu meinem Vater, wusste ich doch schon lange nicht mehr wohin mit all den Geldhaufen. In dem Moment kracht alles über mir ein. Das, was mich die Situation mit meiner Mutter die letzten Jahre gekostet hat. Ihr Tod und die komplexen Emotionen mit all der Vielschichtigkeit in der Beziehung. Das, was mich seit Jahren die Doppelbelastung mit Arbeit und Studium gekostet hat. Das, was mich diese Ausbildung kostet. Nicht nur finanziell, sondern an immmer wiederkehrendem Druck, fortwährender Unsicherheit. Momentan wieder arbeitslos, was Glück im Unglück ist, ich wüsste gerade nicht wie ich sinnvoll als Berufsanfängerin-Psychologin arbeiten könnte. Und gleichzeitig der Druck, Bewerbungen zu schreiben, was ich grad überhaupt nicht schaffe, um möglichst bald eine gut bezahlte PT1 Stelle (nicht so leicht) zu finden. Es ist einfach gerade alles sehr sehr viel, und heute eins zuviel. Ich habe heute ganze Wolken leer geweint.

ABER. Ich habe heute ein so liebevolles Päckchen bekommen von einer Freundin, mit einem "kleinen selfmade Trost-Schal, dieser soll dich begleiten wenn der Kloß im Hals mal wieder zu sehr schmerzt", Süßigkeiten und so schönen Worten. Mein Bruder und ich haben uns über etwas unterhalten, was mir Angst macht, und er hat so schön darauf reagiert, wir nähern uns an, das finde ich schön, das findet er schön. Und wir machen das gut, finde ich, das alles. Heute zum Beispiel die wunderschöne Traueranzeige für sie. Ich hatte ein haltendes Telefonat mit Rini. Und danach so einen wärmenden Besuch von S., die Hirsesalat, Brot und viele lange Umarmungen mitbrachte. Ich merke, ich will üben meine Tür zu öffnen, egal wie es in mir oder der Wohnung aussieht. Es fällt mir so so schwer, strengt mich vorher so an mich aufzuraffen, mich nicht zurückzuziehen, und dann tut mir der Kontakt so gut. Soviel Licht in all der Trauer.

Seelenheil ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment