Sonntag, 23. November 2008
Viele Grüße vom Flughafen, sky*ped mein Bruder mich gerade an. Er war nun vier Wochen geschäftlich in Du*bai und steht kurz vor dem Rückflug. Wo bist du, frage ich ihn, wo sitzt du gerade, beschreib es mir. Er erzählt mir vom Duty Free, von seinem Co*sta Kaffee, den er gerade trinkt, um wieder nüchtern zu werden, von Indern, Cowboys, noch mehr Indern, und seinem Übergepäck, und davon, dass er unserem Vater arabische Musik mitbringt.

Ich weiß, es ist Alltag, für jeden von uns, diese Nähe über Wellen. Oder über was auch immer. Wenn ich versuche, das rational wirklich zu begreifen, dass er da gerade tatsächlich tausende von Kilometern weit weg sitzt und mit mir spricht. Für mich ist das jedes mal ein kleines Wunder.

~ ... link (2 Kommentare)   ... comment



Mir ist grad eingefallen, dass wir ja vor Wochen ausgemacht hatten, Sylvester zu dritt zu feiern. Das ist.. ungünstig. Aber. Wen soll die LeSchwe allein feiern lassen? Vor die Entscheidung möcht ich sie gar nicht erst stellen. Und wie sagt das Volk hier: bis dahin fließt ja auch noch viel Wasser den Rhein runter.

Ich pfleg jetzt wieder meine Seuche. Versuche übrigens seit geschlagenen 24 Stunden, die letzten 30 Minuten von "König der Löwen" zu sehen. Dieser blöde Live-Stream hört nach Minute 58 einfach immer auf. Auch wärmstens zu empfehlen: "Happy Feet".

Allerlei Brei ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Sonntag, 23. November 2008
Ich habe jemanden kennengelernt. Und das kam so:

Bei einer unserer feucht-fröhlichen Youtube-Karaoke-Nächte in meiner Küche überredete ich die LeSchwe, mit mir zu einem Konzert der To*ten Ho*sen zu gehen. Das erzählte sie einem Freund, und sie fragte mich, ob es ok wäre, wenn der auch mitkommt. Klar, sagte ich. Sie hatte mir schon viel von ihm erzählt, und er klang sympathisch verrückt.

So begannen wir uns zu dritt zu mailen. Dieser Mann also war in diesen Mails schlagfertig, intelligent und humorvoll. Ich mochte ihn.

Neulich saßen LeSchwe und ich mal wieder in meiner Küche. Diesmal um zu essen. "Er hat ein Date. Das find ich doof. Das ist doch dein Freund. Also in spé." Ach daher weht der Wind! Doch doch, meinte sie, bisher hätten all ihre Verkupplungsversuche immer funktioniert, kein halbes Jahr später seien diese Leute immer zusammengezogen. So sei das. Und so könne das also auch mit ihm und mir sein. Sie hätte ein Händchen dafür. Ich dachte mir, lass ihr den Spaß.


Gestern hab ich ihn kennengelernt. Und ich bin so erschrocken, dass ich mich gnadenlos betrunken und mir beim Konzert die Seele aus dem Leib gebrüllt habe. Er übrigens auch.

Also... ja, ich bin erschrocken. Das ist ein Mann, in den ich mich verlieben könnte. Er ist größer als ich (das ist nicht leicht), und das sogar, obwohl ich Minimum 8 cm Absatzstiefel trug. Er mag die Hosen, ist so witzig, locker, zwanglos, verrückt und doch bodenständig. Und drogenfrei.

Wir tanzten auf unseren Plätzen, und ich sah ihn von der Seite an, und dachte mir: ich würde dich jetzt so gerne küssen. Und dann musste ich weinen, weil. Ich kann das noch nicht. Und ich habe panische Angst bekommen, und von da an war ich distanziert.
Auf der Heimfahrt dann still, patzig, und verheult. Die zwei waren so irritiert. Und ich erst.

Heute habe ich den Weihnachtsmarktbummel mit LeSchwe und dem Mann abgesagt.

Ich will ihn nicht wiedersehen.

~ ... link (8 Kommentare)   ... comment





Donnerstag, 13. November 2008
Der Kneipe schräg gegenüber liegt im 2. Stock des Wohnhauses seine alte WG. Und das einzige was mir dazu einfällt ist die Szene, wie wir beide vor der Tür sitzen, rauchen und zu der Kneipe rübersehen, während er versucht mich davon zu überzeugen, dass der BH nichts zu bedeuten hat.

Kollege A. fragte mich heute, ob denn die Traurigkeit echt noch so tief sitze. Ja, sage ich. Aber nicht nur, weil er mir fehlt. [Edit: er fehlt mir nicht. Es fehlt mir der Schmerz, den ich mir mit ihm zugefügt habe.] Sondern vor allem wegen dem, was mir diese ganze Geschichte über mich selber erzählt.

Eine Woche lang hatte ich nach dem Co*coon damit zu kämpfen (wenn auch nicht sehr, aber dennoch), nicht der Versuchung nachzugeben, ein solches Leben wie er zu führen. Es ist eindimensional. Ein Scheuklappenblick. Eintönig. Minimal, nicht nur die Musik.

Und wenn ich dann ein paar Tage mehr vergehen lasse, und mir nochmal den Track anhöre, auf den ich vor zwei Wochen noch so abgefahren bin, dann denk ich mir: hm. Langweilig, irgendwie. Das hast du drauf ganz anders erfahren. Aber wenn du ganz bei dir bist, bleibt nur noch: das Leben bietet soviel mehr.

~ ... link (1 Kommentar)   ... comment





Dienstag, 11. November 2008
Hach. Ist das nicht schön? Vollmond und keine Vollmondreise! Das erste mal ohne Wehmut. I gfrei mi!

~ ... link (5 Kommentare)   ... comment





Samstag, 8. November 2008
Ich könnte endlos schreiben. Wirr, zusammenhanglos. Aber raus muss es. Kennst du meine Zugangsdaten für das Blog? Liest du das hier? Hattest du überhaupt wirklich mein Blog gefunden?

Du bist ein Arschloch. Deine letzten zwei eMails waren der Spiegel deiner ganzen Kommunikation. Du kommst nie auf den Punkt. Sagst nie was dich wirklich beschäftigt. Nie, was du wirklich denkst. Nie, was du wirklich fühlst. Nie, was du wirklich meinst. Immer ein Spiel an Doppeldeutigkeiten.

Direkt, offen und ehrlich. Das war unsere Kommunikation nie.

Du bist ein Arschloch. Weil du mir den Schwarzen Peter zuschieben willst. Ich habe dir nie vorenthalten, dass ich ein Blog habe, im Gegenteil. Ich habe es dir aus freien Stücken heraus erzählt. Der Inhalt ist irrelevant. Das ist mein Tagebuch. Hätte ich es nur auf Papier geschrieben, es wäre das gleiche gewesen. Wer kennt uns hier schon. Das gleichzusetzen mit dem aktiven Belügen bezüglich deiner Drogensucht beleidigt nicht nur mich, sondern auch dich.

Ich bin ein Arschloch. Weil ich lange nicht auf dich zukam. Weil sehr lange DU den aktiven Part in dieser Beziehung übernehmen musstest. Weil ich damals von Hof aus angerufen und dich gefragt hatte, ob ich mit einem anderen ins Bett darf. Weil auch ich absolut überfordert war mit vertrauensbildenden Maßnahmen. Weil ich mir nicht sicher war. Nicht meiner, und nicht meiner Gefühle.

Wir sind Arschlöcher. Weil wir gegenseitig Misstrauen gesät haben. Jeder hat auf seine Weise mit vertrauenszerstörendem Verhalten auf die Aktionen des anderen reagiert.

Wir sind inkompatibel, vielleicht, warscheinlich. Zu spät. Hätten wir uns etwas zu sagen, säßen wir am gleichen Tisch? Erinnerst du dich noch an mich? Kannst du reflektieren? Was empfindest du für die neue Frau? Was hast du für mich empfunden?

Es gab Zeiten da hatte ich das Gefühl, ich sei das wichtigste in deinem Leben, nur dass du mir mit deinem nächsten Schritt immer eine vor den Latz geknallt hast. Was kann ich ernst nehmen von dem wir, das es mal gab. Was war wirklich.

Du bist ein Arschloch. Du hast dich letztes Jahr an Weihnachten von Steffi abholen lassen. Du hast bei ihr Sylvester verbracht. Du hast ihr nichts von uns erzählt. Sie hat deinen Flieger kaputt gemacht. Ihr BH lag in deinem Bett. Wie kannst du mir vorwerfen, dass ich misstrauisch war. Bin.

Du bist ein Arschloch, weil du mir Unreife vorwirfst, weil ich dir nicht begegnen will. Kuck in den Spiegel. Reflektier nur einmal dein Verhalten. Reflektier nur einmal, wie weh so eine Trennung tun kann.

Ich wünsche dir, dass du irgendwann mit der Fresse im Dreck liegst. Dass du dich irgendwann an mich erinnerst und bereust. Das sind kindische Wünsche, ja. Aber menschliche. Und immerhin sind es Gefühlsregungen. Heftige. Viele. Lang andauernd.

Gestern sagte ich zu meiner LeSchwe: der Sommer blieb irgendwie ungenutzt. Er war kurz, antwortete sie, und es gab den Axel. Ja. So war das. Der Sommer. Ich habe nicht vor, bis zum nächsten Sommer darauf zu warten unsere Beziehung zu verarbeiten. Aber Angst habe ich, dass es so lange dauert. Große Angst.

Du bist ein Arschloch. Mann signalisiert Interesse. Viele Manns. Mann fragt mich: jagst du denn gar nicht? Und ich muss antworten: bitte entschuldige, diesen Trümmerhaufen möchte ich keinem anbieten.

Tut dir das denn nichtmal ansatzweise so weh wie mir? Fragst du dich gar nichts? Ich weiß nicht, ob ich das beneidens- oder bemitleidenswert finden soll.

Fehlt dir nicht unser Umgang? Und sei es der Umgang vor der Beziehung? Erinnerst du dich an die Weihnachtsfeier. An die Christbaumkugel. An die Fabelhafte Welt der Amelie. Wenn ichs mir recht überlege, war es schon immer mehr und zugleich weniger als Freundschaft. Vom ersten Tag an. Das "mehr" ist nun tot. Wir haben es ausprobiert und totgelebt. Und weniger als Freundschaft reicht nunmal nicht für eine solche.

Wir könnten in einer Kneipe sitzen, saufen und lachen. Wäre das "mehr" nie gewesen.
Axel. Wieso haben wir uns uns angetan.

~ ... link (10 Kommentare)   ... comment