Freitag, 9. Dezember 2011
Your flight was canceled.
Mein Bruder und ich bei ihrem Hausarzt. Plan war, ein ärz*tliches Attest für eine Betre*uung zu erstellen. Hatte gestern mit dem Arzt telefoniert. Während dem Gespräch heute beschließen wir, damit bis Sonntag zu warten. Der Arzt zögert, aus dem gleichen Grund wie mit der Einweisung. Das ist nun außenstehenden sehr schwer zu vermitteln, aber wir zögern inzwischen mit ihm. Er ist der einzige Arzt, dem sie so weit vertraut, dass sie immer noch sehr regelmäßig bei ihm aufschlägt, dass er über alles was abläuft im Bilde ist, und auf der anderen Seite kommuniziert er mit uns sehr offen.

Würde ihr klar werden, dass er eine Ei*nweisung oder Betre*uung veranlasst hat, befürchten wir, dass sie ihn nicht mehr aufsuchen würde wegen eines krassen Vertrauensbruchs. Und das können wir uns nicht leisten. In keiner Hinsicht. Nicht mit einer derart stümperhaften The*rapeutin im Hintergrund.

Der Arzt verbringt unmengen an Zeit und Energie mit meiner Mutter und den Themen, mit denen sie ihn konfrontiert. Sucht mögliche Anlaufstellen, die Strahlung abschirmen könnten, versucht ihr zu helfen ohne ihr direkt einen Wahn zu unterstellen, aber auch ohne sie in ihren Gedanken zu bestätigen. Er sucht Lösungen für ihre Problematik.

Wir beschließen, mit seiner Empfehlung, sie beim heutigen Besuch, der nach dem Arztbesuch ansteht, nicht mit dem Thema zu konfrontieren, sondern einen möglichst schönen Abend zu verbringen. Er weist uns aber darauf hin, dass falls wir uns bis Sonntag, wo er uns in seiner Telefonsprechstunde erwartet, dazu entschließen die Betreuung doch durchzuziehen, wir vorher mit ihr darüber sprechen sollten. Andernfalls müssten wir doch auf eine entsprechende Situation warten, bei der eine Zwan*gseinweisung durchgeführt werden kann.

Mama, your flight was canceled. Or i guess it's just delayed.

Wie uns der Abend zeigen wird, hätte sie kein Polizist oder Notarzt dieser Welt heute mitgenommen. Niemals. Und wir überlegen uns, ob wir uns nicht einfach mal alle zusammensetzen um über das Thema zu sprechen, Arzt, Mama, Bruder, Papa, ich. Irgendwie müssen wir schauen, dass wir die Kurve kriegen für sie, ohne dabei das Vertrauensverhältnis zum Arzt zu zerstören.