Freitag, 8. Mai 2026
Anstrengendes Ende einer intensiven Arbeitswoche. Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf und Emotionen durch Leib und Seele. Geweint. Da muss sich einiges sortieren. Auch das Ich in genau diesem Setting. Und wie nahe es mir geht, wenn ein Mensch hinter der Erkrankung hervorblitzt. Wie sehr es mich berührt, das Ringen mit sich selbst, der Erkrankung, dem immer wieder drohenden .. ich nenn das jetzt mal Selbstverlust, und im schlimmsten Fall auch Tod. Bei manchen ist es existenziell, und das nicht metaphorisch.

Diese Menschen berühren mich. Ich fühle mich ihnen nahe. Auch wenn sie gar nicht wissen können, dass das so ist und wieso das so ist, sie kennen ja mein Leben und meine Abgründe nicht. Und ich weiß noch nicht so genau wie ihnen begegnen, ohne das zu sehr zu zeigen. Also die Berührtheit. Wie kann mir eine authentische Begegnung gelingen? Daneben steht ein Kollege, der so konträr zu mir ist. Empfinde Anpassungsdruck. Ist mein sich zart andeutendes Therapiewesen in diesem Kontext vielleicht nicht so günstig? Ich hoffe ich werde meinen Weg finden. Ich stehnoch am Anfang, sag ich mir immer wieder. Ganz ganz am Anfang, da heißt es viel Wohlwollen mit mir selbst zu pflegen. Sagt auch I., sagt auch Mimi. Seufz.

~ Vraell - guitar meditations (III)


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Donnerstag, 7. Mai 2026
Der Kollege offenbart sehr Persönliches. Ich mag das, gleichzeitig halte ich mich was dieses Detail angeht bedeckt. Damit habe ich ihm vermutlich aber auch schon viel gesagt. Und vielleicht ahnt er es sowieso und war deswegen so offen.

Was für ein Privileg, dieser Beruf. Ich liebe es den Menschen so zu begegnen.

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Mittwoch, 6. Mai 2026
Zwei Patient:innen haben sich heute unabhängig voneinander klar gegen rechts positioniert. Es ist auch hier noch nicht alles verloren!

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Dienstag, 5. Mai 2026
Der erste Arbeitstag auf meiner Station ist geschafft. Ich meine großes Glück zu haben, vor allem mit dem Team dort. Und das Klientel, es ist genau das was ich wollte und ich liebe es schon jetzt. Was für ein toller Beruf das ist. Das ist dann doch die Strapazen wert. Bin unglaublich gespannt auf alles was da kommt.

Nach der Arbeit ein kurzer Spaziergang. Feldhase gesichtet. Die Natur ist so nah. Liebe alles daran. Es duftet überall und der Gesang der Vögel.. hach.

Mitbewohnerin auch prima.

Jetzt sehr sehr müde.

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Montag, 4. Mai 2026
4 Monate.
Es hat mich durch den ganzen Tag begleitet.
Um 22.22 Uhr schaute ich vor 4 Monaten auf die Uhr, im Gang der Intensivstation. Da mussten wir wenige Minuten nach Mamas letztem Atemzug erst mal den Raum verlassen damit Dinge getan werden konnten. Vielleicht tut es irgendwann weniger weh, vielleicht.

Ich bin immer noch so dankbar für diese letzten 2 intensiven Tage mit ihr, und dass wir sie beim Sterben begleiten konnten. Ich glaub einer der intimsten und heiligsten Momente meines bisherigen Lebens.

Hallo, Mama!

Seelenheil ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment