Dienstag, 21. Juli 2026
Absagen.
okavanga, 14:52h
Absagen, Absagen, Absagen. Warteschleifen. Absagen. Vielleicht soll es einfach nicht sein und es ist Zeit diese beschissene Ausbildung aufzugeben.
Montag, 20. Juli 2026
Türkis.
okavanga, 21:40h
Manchmal sind es ganz alltägliche Tätigkeiten. Fusspflege zum Beispiel. Wenn ich ein Fußbad mache um die Füße anschließend zu bearbeiten, dann sehe ich sie in unserem alten Wohnzimmer auf dem Sofa. Ihre Füße in einer Plastikschüssel. Voller Freude und irgendwie auch mit einem gewissen Stolz widmet sie sich ihren Füßen. Bearbeitet sie mit dem Bimsstein. Cremt. Lackiert die Nägel. Rot, immer klassiches Rot. Sehe ihr konzentriertes und fröhliches Gesicht dabei und wie sie mir als ich klein war erklärt, was sie da macht. Dieses Jahr gibt es für mich nur Türkis.
Donnerstag, 16. Juli 2026
okavanga, 22:23h
Große Überwindung, aber mit zwei Menschen gesprochen, geweint und gehalten worden.
Das dunkle auszusprechen nimmt ihm die Macht. Dankbar für die Erinnerung an die Klinik und dass ichs irgendwie geschafft hab das umzusetzen, allen inneren Widerständen zum Trotz.
Was bleibt, ist eine so unbändige Wut. Auf mich, Gott und die Welt und alles und jeden. Vielleicht gehört sie zum Trauerprozess. Vielleicht zu den anderen Widrigkeiten des Jahres, vielleicht beides. Die Wut will raus. Da muss ich was machen.
Das dunkle auszusprechen nimmt ihm die Macht. Dankbar für die Erinnerung an die Klinik und dass ichs irgendwie geschafft hab das umzusetzen, allen inneren Widerständen zum Trotz.
Was bleibt, ist eine so unbändige Wut. Auf mich, Gott und die Welt und alles und jeden. Vielleicht gehört sie zum Trauerprozess. Vielleicht zu den anderen Widrigkeiten des Jahres, vielleicht beides. Die Wut will raus. Da muss ich was machen.
Mittwoch, 15. Juli 2026
okavanga, 15:12h
An Lektionen aus der Klinik gedacht und wenigstens mit einem Menschen geteilt, wie es mir gerade geht. Immerhin. Vielleicht versteht er, oder nein, vielleicht hört er. Wir haben uns in der Klinik kennengelernt.
Seelenheil ~
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okavanga, 12:17h
Ich schreibe das hier her, weil ich momentan nicht den Eindruck habe, dass ich meine Gedanken und Gefühle meinem Umfeld zumuten kann. Es geht mir von Tag zu Tag schlechter. Ja, ich mache weiter, stehe auf, mache mir gutes Essen, gehe zum Sport, gehe raus, gehe ins Cafe, lese, spreche mit Menschen, mache Steuer, schreibe Bewerbungen. Ich funktioniere. Trotze. Doch morgens steh ich überm Schneidebrett in der Küche und heule auf die Tomaten. Merke, dass ich einfach keine Kraft mehr hab. Gedanken und Gefühle, von denen ich glaubte ich hätte sie mit dem letzten Klinikaufenthalt hinter mir gelassen, ploppen auf. Zuerst war es ganz vereinzelt und leise. Voller Trotz ging ich meinen Alltag weiter, "nicht mit mir", dachte ich. Setzte neben all meine Trauer und Verzweiflung Dinge, die mir eigentlich Spaß machen. Aber das schien denen egal. Stehen da voller Hohn. Spornen mich dazu an, mich mit den Menschen in meinem Umfeld zu vergleichen. Auf Maßstäben, auf denen ich einfach nur verlieren kann. Ich weiß nicht, warum mir das nun alles zuviel ist. Aber es ist so. Diese Arbeitslosigkeit, die anhaltende Unsicherheit und die Aussicht auf weitere mindestens 4 prekäre Jahre, auf einen schon jetzt riesigen Berg Schulden, der weiter anwachsen wird, wenn ich das alles so weiter mache, diese Gesundheitsthemen, und all das, was ihr Tod hochspült. Es ist zuviel. Ich kann grad nicht mehr lächelnd durch die Welt gehen und sagen, alles wird gut. Ich mag das Leben, aber ich tue mir schwer damit. Als hätte ich kein Talent dafür bekommen. Es fällt mir einfach schwer. Und ich fühle mich so einsam und verloren darin.
Ich bringe mich nicht um, denke ich. Aber die Tür ist wieder da. So vertraut. Viel vertrauter als die kurze Zeit ohne sie. Über ihr schimmert in grünem Licht "Notausgang". Selbstmitleidige Scheisse, brüllt es aus einer sehr dunklen Ecke. Ja, vielleicht. Schulterzucken.
~ Django Django - Cameos
Ich bringe mich nicht um, denke ich. Aber die Tür ist wieder da. So vertraut. Viel vertrauter als die kurze Zeit ohne sie. Über ihr schimmert in grünem Licht "Notausgang". Selbstmitleidige Scheisse, brüllt es aus einer sehr dunklen Ecke. Ja, vielleicht. Schulterzucken.
~ Django Django - Cameos
Seelenheil ~
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Sonntag, 12. Juli 2026
okavanga, 19:46h
"Happiness is amazing.
It's so amazing,
it doesn't matter if it's yours or not.
There's that lovely thing,
'A society grows great
when old men plant trees,
the shade of which they know
they will never sit it.'
Good people do things for other people.
That's it. The end."
~ Serie After Life (Netflix), season 1, episode 5
Ich liebe diese britische Serie über Trauer, Depression und Leben.
Den Tag irgendwo zwischen lesen, glotzen, starren, fühlen versandelt. Heute begleitet mich eine latente Angst durch den Tag. Ich kenn die schon, doch sie ist mir immer wieder unangenehm, wenn sie zu Besuch ist. Eine Stunde am Kanal verbracht. 35 Grad erscheinen mir nach der letzten Hitzewelle noch als angenehm. Erstaunlich wie mein Körper sich scheinbar doch gewöhnt hat. Das Meerschein zuende gelesen. Als nächstes werde ich mich wieder demDrachenporno Fantasy Genre widmen. Rini hatte mir zum Geburtstag ein Buch geschenkt, das lag einige Zeit rum, von mir mehr als skeptisch beäugt: "Fourth Wing - Flammengeküsst" von Rebecca Yarros. Doch es bietet mir genau das, was ich zwischen all der Trauer, Angst und Unsicherheit brauche: tiefes Eintauchen in eine komplett andere Welt, kurzweilig, spannend, mitunter witzig, manchmal etwas stereotyp was die männliche Hauptfigur angeht. Beim Lesen mancher Seite stieg mir die Röte ins Gesicht. Sexy. Mich hatte es schon nach wenigen Seiten am Haken. In der Bibliothek habe ich mir nun den fetten Teil 2 geliehen. Möge die Zerstreuung mit sein!
~ Röyksopp, Alison Goldfrapp - Impossible



Fasst die Situation und Szenenpluralität/ Defragmentierung im Jungbusch ganz gut zusammen.

It's so amazing,
it doesn't matter if it's yours or not.
There's that lovely thing,
'A society grows great
when old men plant trees,
the shade of which they know
they will never sit it.'
Good people do things for other people.
That's it. The end."
~ Serie After Life (Netflix), season 1, episode 5
Ich liebe diese britische Serie über Trauer, Depression und Leben.
Den Tag irgendwo zwischen lesen, glotzen, starren, fühlen versandelt. Heute begleitet mich eine latente Angst durch den Tag. Ich kenn die schon, doch sie ist mir immer wieder unangenehm, wenn sie zu Besuch ist. Eine Stunde am Kanal verbracht. 35 Grad erscheinen mir nach der letzten Hitzewelle noch als angenehm. Erstaunlich wie mein Körper sich scheinbar doch gewöhnt hat. Das Meerschein zuende gelesen. Als nächstes werde ich mich wieder dem
~ Röyksopp, Alison Goldfrapp - Impossible



Fasst die Situation und Szenenpluralität/ Defragmentierung im Jungbusch ganz gut zusammen.

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