Freitag, 3. Juli 2026
Heute Nacht davon aufgewacht, dass ich gefroren habe. Das war ein einmaliges Gefühl! Also Laken durch Bettdecke ersetzt. Tagsüber hats hier nun immer zwischen 28 und 31 Grad und nachts kühlt es runter auf 13-15 Grad (wo auch immer gemessen, scheinbar nicht in der Stadt), aber so lässt es sich gut aushalten. Fühle mich langsam wieder wie ein Mensch.

Allerdings beschleicht mich langsam ein Verdacht. Während ich jahrelang dachte ich hab sehr oft Stirnhöhlenentzündung und mich wunder, warum der festsitzende Scheiss nicht rauskommt, frag ich mich heute: was, wenn das Migräne ist? Ich hab das oft in den letzten Monaten, und manchmal blitzt es richtig krass. Einmal hatte ich Aura, aber das Kopfweh kam erst 3 Tage später. Naja. Egal was es ist, es ist unangenehm.

Take That Doku auf N*tfl*x angefangen. Da hab ich das gleiche Phänomen wie bei der RW Doku. Es berührt einen so krassen Punkt in mir, dass ich es abbrechen muss.

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Montag, 29. Juni 2026
Oha. Deutschland schießt den Ausgleich und hier gehts ab als hätte es das Finale gewonnen.

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Sonntag, 28. Juni 2026
This too shall pass.
Ich hasse diesen Sommer. In Mannheim hatten wir in der vergangenen Woche nicht unter 38 Grad, wenn ich mich richtig erinner. In diesen Temperaturen irgendwie den Umzug in meine Wohnung zurück bewältigt. Wie das ging, ich weiß es nicht so genau. Donnerstag dann 41 Grad, Freitag und Samstag 42 Grad laut App. Nachts gehen die Temperaturen nicht mehr unter 26 Grad. Diese Temperaturen werden wohl am Stadtrand gemessen. Dort wohne ich nicht. Ich wohne im so gut wie komplett versiegelten Bereich Innenstadt/Jungbusch, ohne Ventilator oder Klimaanlage. Und eigentlich würde ich eine Klimaanlage wirklich gerne vermeiden, weil Klimaanlagen einfach Öl ins Feuer sind. Aber wie sollen hier die Sommer künftig überlebt werden? Die Temperaturen sind lebensfeindlich. Ich hasse diesen Sommer, und ich bin Hitzeelend in dieser Stadt eigentlich gewohnt.

In den letzten Tagen bewegte ich mich auf der Suche nach Kühlpunkten durch die Stadt. Die kurzen Strecken dazwischen - phu. Ein Gefühl als würde die Haut Blasen werfen. Der Asphalt ballert ich weiß nicht wieviel Grad zurück. Gestern Abend um 20.30 Uhr rief mein Vater an. Ich konnte ihm nur schreiben, dass ich nicht reden kann, weil es immer noch 41 Grad hatte und ich irgendwie versuchte mit Kühlakkus im dunklen Schlafzimmer zu überleben. Wenn mir irgend ein Jürgen mal ins Gesicht sagt, das sei doch alles normaler Sommer - ich kann für nichts garantieren.

Mimi sendete mir heute den Link zu einer Doku, "Zugepflastert! Wie schützen wir unsere Städte vor dem Hitzekollaps?" Mannheim gilt scheinbar als heißeste Stadt Deutschlands. Fällt mir nicht schwer das zu glauben. Interessanter Bericht. Bei dem Typen, der von den Komplimenten zu seinen Steinen im Vorgarten spricht, nicht gewusst ob ich lachen oder weinen soll, ebenso bei den Diskussionen um historische Kopfsteinpflaster, auf denen Autos aber keine Bäume stehen dürfen. Manchmal denk ich, wir sind echt verloren.




Gerade eben, als die Temperatur auf 34 Grad fällt, kann ich endlich die Fenster öffnen, weil es draußen einfach soviel angenehmer als in der Wohnung ist, trotz ausschließlich nächtlichem Lüften zwischen 3 (mit Weckerstellen) und 7 Uhr und kompletter Verdunkelung und Verbunkerung tagsüber. Alles ist komplett aufgeheizt.

Ab morgen wirds dann wohl erstmal besser. Und dabei kratzt unbequem das Wissen im Hinterkopf, dass das wahrscheinlich noch einer der kühlsten aller kommenden Sommer sein wird.


Ein Vormittag im Cafe, mit Affogato und Ocean Vuongs "Auf Erden sind wir kurz grandios"




Im örtlichen Kaufhaus darüber nachgedacht, dass man den Mannheim Merch um Printings mit brennendem Asphalt erweitern sollte




In der Stadtbibliothek ist es um etliche Grad kühler, ein Ventilator streichelt den ermatteten Körper. Netter Plausch mit jungem Mann, der an einem Laptop arbeitet und mich besorgt fragt, ob es am Sonntag noch heißer wird als am Samstag




"42 Grad" und "Heiter", zwei Dinge, die ich nicht miteinander vereinbaren kann.






Sonntag, 21. Juni 2026
Verletzlich.
So sonderbare Wochen. Monate. Wie zwischen Welten, zwischen Zeiten. Alter und Jahre verwischen. Ist es 2006? In der Luft hängen, nicht wissen was kommt. Versuch ins Leben zu vertrauen.

Ich bin so durchlässig, dünnhäutig. Kann nicht genau sagen woher das kommt. Sperrangelweit offen. Irgendwie gut. Irgendwie aber auch muss ich mich schützen.

Der vergangene Workshop am Ausbildungsinstitut hat soviel bewegt, in Zeiten, wo eh schon soviel bewegt ist in mir. Ein bisschen Boden unter den Füßen gewonnen. Und doch kann ich in bestimmten Settings kaum einen Satz sagen ohne anzufangen zu weinen.

Zuhause. Vermissen. Mutter.
In der Luft.
Zuhause, was ist das? Wo ist das?
Ambivalenzen. Auch soviel Dunkel.
Schritt für Schritt.
Atmen.
Zuhause.

Die Zyste in der Brust musste punktiert werden, ungeplant, während ich am Institut war. Dafür musste ich den Workshop knapp einen Tag unterbrechen. "Gynäkologisch haben Sie echt einiges zu bieten", meinte die Frauenärztin vor kurzem, als wir noch dachten, die Zyste kann ich ignorieren.

Mit der Lehrtherapeutin während des Workshops auch über Themen wie Weiblichkeit gesprochen. Mein Alter, die Myome, die Endometriose, die Gebärmutter, die Brüste, die Zyste. Herz, Becken, Herz, Becken, Herz.

Soviel Herz.

Seelenheil ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Dienstag, 9. Juni 2026
Unangenehm das alles. Telefonat mit der Chefin. Sie hat nach meinem Krankenstand einen Tausch mit einer anderen Station angeboten. Habe mir Bedenkzeit bis Donnerstag erbeten. Die Station wäre innerhalb des psychiatrischen Settings eine der "dankbarsten". Aber mein Bauchgefühl bleibt komisch. Ich weiß nicht, ob ich unbefangen und motiviert auf der anderen Station starten kann. Jeder kennt jeden. Die Leute reden. Ich ... fühle mich nicht wohl an dem Ort, auch nicht in der Stadt, fühle mich befangen wenn ich mich dort bewege, weil ich weiß wie sie reden. In manchen Städten stört mich das gar nicht. Aber dort, an einem Ort der nicht meine Heimat ist und der sich so wenig sicher anfühlt, und in Kombination mit den Erfahrungen der letzten Wochen... Schwierig.

Der Vernunftteil sagt: da wirst du erstmal weiter bezahlt, du kannst doch dann von dort aus eine andere Stelle suchen.

Der Bauch sagt: Pflaster schnell abreissen. Das Gefühl der Heimatlosigkeit wird dort bleiben, und das ist etwas, was es momentan zusätzlich sehr sehr schwer macht.

Ψ ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment