... newer stories
Freitag, 18. April 2014
Daheim.
okavanga, 03:16h
Aus dem Auto zu steigen und den würzigen Geruch von Gräsern und Blütenstaub einzuatmen entschädigt für all die Stunden auf der Autobahn.
Meinen Bruder und seine Freundin zu umarmen und mit ihnen zu Abend zu essen und zu reden über alles und Tiefes und Seichtes und Gott und die Welt, und ihren Kater zu kraulen.
Katinka in die Arme zu schließen, einen Wein mit ihr in unserer Stammkneipe zu trinken, in der alle immer jünger werden.. so wie wir damals... und über Männer und uns und Reisen zu sprechen, zu lachen und nachdenklich zu sein.
Bei Papa die Haustür aufzusperren, umhüllt von Blütenduft und bewacht von einer Bettdecke aus Sternen, die dem abnehmenden Mond zuwinken.
Daheim sein.
Auf der Terrasse stehen, Rotwein trinken, über Träume vergangener Nächte nachdenken. Und endlich wieder Lust spüren. Nach vielen vielen viel zu vielen Wochen der absoluten Lustlosigkeit. Übermut und Frohsinn erahnen. Verlangen und Unvernunft und Neugierde. Einfach froh da zu sein für den Moment. Heimat, auch in mir, im hier und jetzt.
Welcome home. Hier wie dort. Ein Stückchen Heimat, endlich wieder. Ich bin sehr dankbar. Und wenn der Moment nur kurz anhält, so ist er doch da und rechtfertigt alles.
~Rodriguez - I Wonder
Meinen Bruder und seine Freundin zu umarmen und mit ihnen zu Abend zu essen und zu reden über alles und Tiefes und Seichtes und Gott und die Welt, und ihren Kater zu kraulen.
Katinka in die Arme zu schließen, einen Wein mit ihr in unserer Stammkneipe zu trinken, in der alle immer jünger werden.. so wie wir damals... und über Männer und uns und Reisen zu sprechen, zu lachen und nachdenklich zu sein.
Bei Papa die Haustür aufzusperren, umhüllt von Blütenduft und bewacht von einer Bettdecke aus Sternen, die dem abnehmenden Mond zuwinken.
Daheim sein.
Auf der Terrasse stehen, Rotwein trinken, über Träume vergangener Nächte nachdenken. Und endlich wieder Lust spüren. Nach vielen vielen viel zu vielen Wochen der absoluten Lustlosigkeit. Übermut und Frohsinn erahnen. Verlangen und Unvernunft und Neugierde. Einfach froh da zu sein für den Moment. Heimat, auch in mir, im hier und jetzt.
Welcome home. Hier wie dort. Ein Stückchen Heimat, endlich wieder. Ich bin sehr dankbar. Und wenn der Moment nur kurz anhält, so ist er doch da und rechtfertigt alles.
~Rodriguez - I Wonder
Donnerstag, 10. April 2014
okavanga, 01:03h
Kann nicht mehr differenzieren was oder wen ich genau zum Kotzen finde, auch wenn die Selbstkontrolle schnell zurückkam und nach außen alles einigermaßen gut ist. Denke zwischendrin auch immer mal wieder, dass es gerade doch ganz ok ist, und dann kommt eine Winzigkeit und in mir brodelt von jetzt auf gleich ein riesen Vulkan hoch. Oft eher Wut und Ohnmacht als Traurigkeit, letztere stellt sich aber immer schnell mit ein.
Das fehlende Selbstbewusstsein steht mir natürlich bei der Reittherapie arg im Weg. Denke mir immer öfters, dass ich eigentlich Teil der Klienten und nicht Helfer sein sollte. Und die Pferde spüren diese Unsicherheit natürlich. Es ist gerade eine Art Teufelskreis, nicht nur auf dieser Baustelle. Im Chor ist es ähnlich. Alles Dinge, die mir nicht auf natürliche Art und Weise von der Hand gehen, weil alles neu für mich ist. Die Unsicherheit führt dann erstrecht zum ein oder anderen Patzer, und es verstärkt sich mein Selbstbild immer mehr. Eine sehr ungewollte self-fulfilling prophecy, wohl. Und das macht mich dann noch mehr rasend: dass ich nicht die Bremse gezogen bekomme in dieser Abwärtsspirale. Ich schau mir gerade hilflos und bei vollem Bewusstsein dabei zu wie ich immer schwächer, immer kleiner werde.
Auch in der Arbeit. Überall. Denn ich nehme mich ja auch überall mit hin. Dabei sehne ich mich nach nichts mehr als endlich mal wieder zufrieden oder erfüllt zu sein. Es ist unbeschreiblich schrecklich und ich werde immer mutloser. Am Freitag bin ich bei Herrn M. Glaube es aber erst, wenn ich wirklich dort sitze. Er hat letzte Woche seine eigene Praxis eröffnet. Glück gehabt.
Highlight des Tages: Ich berichte meinem Vater von der heutigen Reittherapie. Erzähle ihm, wie es oft in klassischen Reitschulbetrieben abläuft. Wenn einer kommt, das Pferd vom letzten übernimmt, raufgeht, nach der Stunde runtersteigt, und der nächste raufgeht. Er lacht: "Wie im Puff."
Das fehlende Selbstbewusstsein steht mir natürlich bei der Reittherapie arg im Weg. Denke mir immer öfters, dass ich eigentlich Teil der Klienten und nicht Helfer sein sollte. Und die Pferde spüren diese Unsicherheit natürlich. Es ist gerade eine Art Teufelskreis, nicht nur auf dieser Baustelle. Im Chor ist es ähnlich. Alles Dinge, die mir nicht auf natürliche Art und Weise von der Hand gehen, weil alles neu für mich ist. Die Unsicherheit führt dann erstrecht zum ein oder anderen Patzer, und es verstärkt sich mein Selbstbild immer mehr. Eine sehr ungewollte self-fulfilling prophecy, wohl. Und das macht mich dann noch mehr rasend: dass ich nicht die Bremse gezogen bekomme in dieser Abwärtsspirale. Ich schau mir gerade hilflos und bei vollem Bewusstsein dabei zu wie ich immer schwächer, immer kleiner werde.
Auch in der Arbeit. Überall. Denn ich nehme mich ja auch überall mit hin. Dabei sehne ich mich nach nichts mehr als endlich mal wieder zufrieden oder erfüllt zu sein. Es ist unbeschreiblich schrecklich und ich werde immer mutloser. Am Freitag bin ich bei Herrn M. Glaube es aber erst, wenn ich wirklich dort sitze. Er hat letzte Woche seine eigene Praxis eröffnet. Glück gehabt.
Highlight des Tages: Ich berichte meinem Vater von der heutigen Reittherapie. Erzähle ihm, wie es oft in klassischen Reitschulbetrieben abläuft. Wenn einer kommt, das Pferd vom letzten übernimmt, raufgeht, nach der Stunde runtersteigt, und der nächste raufgeht. Er lacht: "Wie im Puff."
Seelenheil ~
... link
Mittwoch, 2. April 2014
okavanga, 00:24h
Kein guter Tag gestern. In der Arbeit ein bisschen geweint. Plötzlich komplett die Grätsche gemacht und lieber schnell nach Hause gegangen, bevor Pimmelmacker merkt, dass ich weine. Dort noch bisschen mehr arg... also doll geweint. Herrn M. angeschrieben. Darüber noch mehr geweint. Irgendwann eingeschlafen. Sehr sehr müde.
Heute besser.
Irritiert: Pimmelmacker bezieht alles auf sich und denkt ich weine wegen ihm. Kurz tot gelacht.
Erschrocken: über mich selbst. Aber kein bisschen mehr geweint. Ein bisschen rumpilatestet. Ein bisschen gechort. Ratlos. Nachdenklich.
Heute besser.
Irritiert: Pimmelmacker bezieht alles auf sich und denkt ich weine wegen ihm. Kurz tot gelacht.
Erschrocken: über mich selbst. Aber kein bisschen mehr geweint. Ein bisschen rumpilatestet. Ein bisschen gechort. Ratlos. Nachdenklich.
Seelenheil ~
... link
Dienstag, 1. April 2014
okavanga, 00:19h
Ich decke mich mit einer großen Decke zu.
Blau und wollen legt sie sich
Rau und weich zugleich
Auf mein Gesicht.
Wie wilde Flügel,
wie ein Nachttier
umarmt sie mich.
Nur die Gedanken schauen raus
und der Seele entfliegen Gefühle.
Verheddern sich nicht
Bleiben unbedeckt
Strecken Arme in dunkle Luft
Seufzend und hoffend,
um Erlösung bittend
auf der Suche nach Freiheit und mehr.
Ich decke mich mit einer großen Decke zu.
Warm und sicher
liegt sie schwer auf der Brust
Geflohener Wesen Heimat
bleibe ich nur zurück
und schmiege mich in den Trost
der blauen Wolle.
~
... link
Mittwoch, 26. März 2014
Rahmen.
okavanga, 23:08h
Zur Zeit wird mir Alleinsein sehr bewusst, und es geht einher mit dem Gefühl der Einsamkeit. Es werden mir die Grenzen in zwischenmenschlichen Beziehungen bewusst, und dass wir, egal mit wie vielen Menschen und Aktivitäten wir uns umgeben, auf uns alleingestellt sind.
Das Gefühl der Einsamkeit läuft meist ganz unauffällig neben mir her. Wie ein kleiner Schatten. Gedeckelt. Angeleint. Aber an manchen Tagen, so wie heute, kriecht sie hervor, wird länger und größer und dunkler, zerrt an der Leine und fletscht die Zähne, und ich könnte nicht sagen, was mir eigentlich fehlt. Es ist manchmal auch ein Gefühl von Langeweile, obwohl mein Leben nun objektiv betrachtet nicht langweilig ist.
Wo ist mein Seelengefährte, frage ich mich laut, und der Stinkbär schaut mich mit großen unergründlichen Augen an.
Ich fühle mich unglaublich einsam ohne Therapie. Weiß nicht mit wem ich so reden soll. Mit wem ich überhaupt reden soll.
Ich habe Angst vor dem Sommer. Vor Baden alleine, in der Sonne sitzen alleine. Nicht weggehen weil ich nicht alleine weggehen kann.
Ich fühle mich eingesperrt. Allein. Einsam. Und es macht mich wütend, denn ich würde mich so gerne an dieses Alleinsein gewöhnen, und kann es einfach nicht.
Eigentlich ödet und kotzt mich alles an. So ein Tag an dem ich mir denke: nicht da sein wär auch ok. Und das kotzt mich dann noch mehr an. Ich will ja so sehr. Strenge mich so sehr an. Aber es ist als dürfe ich einfach nicht. Es hört einfach nicht auf. Und dann trabe ich gedeckelt durchs Leben und stell mir vor wie es sein könnte. Zeig mir selbst anscheinend ne ganz tolle Vorführung. Aber es ist halt einfach nicht so. Nicht echt. Es scheint alles so aussichtslos. Ich habe das Gefühl, ich bewege mich letztendlich keinen Milimeter von der Stelle. Vielleicht tue ich mir unglaublich unrecht, und doch... fühlt es sich nunmal so an.
Noch nie habe ich mich so gesund ernährt. Seit über 16 Monaten bin ich rauchfrei, seit fast einem Jahr ohne Chemie. Esse und trinke Rohkost, Vollkorn, ernähre mich viel bewusster. Ich habe noch nie so ruhig gelebt und so viel geschlafen, so wenig mit Arschlöchern gevögelt. Mag eh sein dass ich mich nicht mehr in Arschlöcher verknalle - aber ich verknalle mich überhaupt nicht mehr. Date nicht mehr. Gehe nicht mehr aus - mit wem auch, es hocken alle nur noch zu Hause, und alleine schaffe ich es nicht, ich bin einfach zu schüchtern. Dafür habe ich noch nie so regelmäßig Sport gemacht. So viele sinnvolle Freizeitaktivitäten gehabt. Neues ausprobiert. Aber ich sag mir jetzt was: das macht mich alles nicht glücklicher. Es ist eher als würde ich krampfhaft einen Rahmen schaffen wollen, der mich zusammenhält. Aber das Bild ist eben immer noch das gleiche.

~Philipp Poisel - Halt mich
Das Gefühl der Einsamkeit läuft meist ganz unauffällig neben mir her. Wie ein kleiner Schatten. Gedeckelt. Angeleint. Aber an manchen Tagen, so wie heute, kriecht sie hervor, wird länger und größer und dunkler, zerrt an der Leine und fletscht die Zähne, und ich könnte nicht sagen, was mir eigentlich fehlt. Es ist manchmal auch ein Gefühl von Langeweile, obwohl mein Leben nun objektiv betrachtet nicht langweilig ist.
Wo ist mein Seelengefährte, frage ich mich laut, und der Stinkbär schaut mich mit großen unergründlichen Augen an.
Ich fühle mich unglaublich einsam ohne Therapie. Weiß nicht mit wem ich so reden soll. Mit wem ich überhaupt reden soll.
Ich habe Angst vor dem Sommer. Vor Baden alleine, in der Sonne sitzen alleine. Nicht weggehen weil ich nicht alleine weggehen kann.
Ich fühle mich eingesperrt. Allein. Einsam. Und es macht mich wütend, denn ich würde mich so gerne an dieses Alleinsein gewöhnen, und kann es einfach nicht.
Eigentlich ödet und kotzt mich alles an. So ein Tag an dem ich mir denke: nicht da sein wär auch ok. Und das kotzt mich dann noch mehr an. Ich will ja so sehr. Strenge mich so sehr an. Aber es ist als dürfe ich einfach nicht. Es hört einfach nicht auf. Und dann trabe ich gedeckelt durchs Leben und stell mir vor wie es sein könnte. Zeig mir selbst anscheinend ne ganz tolle Vorführung. Aber es ist halt einfach nicht so. Nicht echt. Es scheint alles so aussichtslos. Ich habe das Gefühl, ich bewege mich letztendlich keinen Milimeter von der Stelle. Vielleicht tue ich mir unglaublich unrecht, und doch... fühlt es sich nunmal so an.
Noch nie habe ich mich so gesund ernährt. Seit über 16 Monaten bin ich rauchfrei, seit fast einem Jahr ohne Chemie. Esse und trinke Rohkost, Vollkorn, ernähre mich viel bewusster. Ich habe noch nie so ruhig gelebt und so viel geschlafen, so wenig mit Arschlöchern gevögelt. Mag eh sein dass ich mich nicht mehr in Arschlöcher verknalle - aber ich verknalle mich überhaupt nicht mehr. Date nicht mehr. Gehe nicht mehr aus - mit wem auch, es hocken alle nur noch zu Hause, und alleine schaffe ich es nicht, ich bin einfach zu schüchtern. Dafür habe ich noch nie so regelmäßig Sport gemacht. So viele sinnvolle Freizeitaktivitäten gehabt. Neues ausprobiert. Aber ich sag mir jetzt was: das macht mich alles nicht glücklicher. Es ist eher als würde ich krampfhaft einen Rahmen schaffen wollen, der mich zusammenhält. Aber das Bild ist eben immer noch das gleiche.

~Philipp Poisel - Halt mich
Seelenheil ~
... link
... older stories

