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Donnerstag, 5. Februar 2026
okavanga, 23:02h
Morgen ist die Trauerfeier. Ich freue mich. Wir haben uns so viele Gedanken gemacht und finde, wir haben etwas Würdiges, Liebevolles gestaltet, ohne Heuchelei. Ich habe Angst. Und ich bin froh wenn das geschafft ist.
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So froh bei meinem Bruder zu sein, so krass wie nahe uns das alles bringt. Auch spannend wie ähnlich wir ticken, manchmal denke ich was, und er sprichts in der nächsten Sekunde aus, und umgekehrt. Ich hätte nie gedacht dass es sich so selbstverständlich und richtig und tröstlich anfühlt mit ihm zu sein, in unser beider Trauer.
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So froh bei meinem Bruder zu sein, so krass wie nahe uns das alles bringt. Auch spannend wie ähnlich wir ticken, manchmal denke ich was, und er sprichts in der nächsten Sekunde aus, und umgekehrt. Ich hätte nie gedacht dass es sich so selbstverständlich und richtig und tröstlich anfühlt mit ihm zu sein, in unser beider Trauer.
Mittwoch, 4. Februar 2026
okavanga, 09:06h
Nebel. In Mannheim und in mir. Kaum geschlafen. Zustand desolat. Der Zug hat schon vor Abfahrt knapp 30 Mn Verspätung. So müde. Die ca 380 km von West nach Ost sind immer Tagesreisen. Heute kotzt mich das noch mehr an als sonst.
Dienstag, 3. Februar 2026
okavanga, 14:07h
Es regnet. Das ist so stimmig. Momentan ist mein Wach-Schlaf-Rhythmus etwas außer Takt, er nähert sich ohne zeitliche Verpflichtungen immer meiner Eulen-Natur an. Doch mit der Traurigkeit obendrauf machts das in Summe irgendwie schwerer.
Heute verbiete ich meinem Körper zu weinen. Wie hart das klingt, wenn ich das grad lese. Aber die Erschöpfung ist so groß. Nachdem ich gestern Abend etwas unerwartet von einer großen Trauerwelle überspült wurde, wachte ich morgens auf als hätte ich einen Kater. Mein Körper arbeitet so hart in dieser Trauer. Für meine Selbsterfahrung, die immer noch offen ist (meine reguläre Therapie zählt nicht, haha, 10 Jahre TP Therapie wird nicht als Selbsterfahrung angerechnet, aber naja), möchte ich jemanden suchen, der auch körperorientiert arbeitet. Ansonsten muss ich das extra zahlen, aber ich denke, es ist wichtig. Das Thema schwebt seit der Akutklinik vor 4 Jahren rum.
Organisatorisch heute vor allem mit dem Foto für die Trauerfeier beschäftigt. Man kuckt das so an, nach Farben und Rahmen, und
ja.
Ja dann fehlen mir da einfach die Worte. Nie wieder wird sie mich so ansehen.
Ihre Augen. Wenn ich in den Spiegel sehe, sind da ihre Augen. Das war direkt nach ihrem Versterben so merkwürdig. Vor allem, weil ich in den letzten Minuten in dieses eine geöffnete Auge blickte. Immer wenn ich in den Tagen danach in den Spiegel geschaut habe, waren da ihre Augen, ihr Gesicht. Ich sehe ihr so ähnlich, dass es weh tut. Früher fand ich das furchtbar. Heute ist es irgendwie schön und schmerzhaft zugleich.
Heute verbiete ich meinem Körper zu weinen. Wie hart das klingt, wenn ich das grad lese. Aber die Erschöpfung ist so groß. Nachdem ich gestern Abend etwas unerwartet von einer großen Trauerwelle überspült wurde, wachte ich morgens auf als hätte ich einen Kater. Mein Körper arbeitet so hart in dieser Trauer. Für meine Selbsterfahrung, die immer noch offen ist (meine reguläre Therapie zählt nicht, haha, 10 Jahre TP Therapie wird nicht als Selbsterfahrung angerechnet, aber naja), möchte ich jemanden suchen, der auch körperorientiert arbeitet. Ansonsten muss ich das extra zahlen, aber ich denke, es ist wichtig. Das Thema schwebt seit der Akutklinik vor 4 Jahren rum.
Organisatorisch heute vor allem mit dem Foto für die Trauerfeier beschäftigt. Man kuckt das so an, nach Farben und Rahmen, und
ja.
Ja dann fehlen mir da einfach die Worte. Nie wieder wird sie mich so ansehen.
Ihre Augen. Wenn ich in den Spiegel sehe, sind da ihre Augen. Das war direkt nach ihrem Versterben so merkwürdig. Vor allem, weil ich in den letzten Minuten in dieses eine geöffnete Auge blickte. Immer wenn ich in den Tagen danach in den Spiegel geschaut habe, waren da ihre Augen, ihr Gesicht. Ich sehe ihr so ähnlich, dass es weh tut. Früher fand ich das furchtbar. Heute ist es irgendwie schön und schmerzhaft zugleich.
Samstag, 31. Januar 2026
okavanga, 14:09h
Heute ist die Traueranzeige in der Zeitung. Sie haben ein 'e' ergänzt. In einem Zitat. Es mag klein sein. Aber so hat sie es eben nie gesagt.
Freitag, 30. Januar 2026
16 Jahre Elend.
okavanga, 20:03h
Im Gespräch mit meinem Vater über mögliche Gäste bei der Trauerfeier kommen wir auf eine ehemalige Arbeitskollegin meiner Mutter zu sprechen. Sie war damals diejenige, über die ich das Ausmaß der Erkrankung meiner Mutter erfuhr. Ich werde das nie vergessen, muss es nicht nachlesen um es zu erinnern.
Unglaublich, denke ich gerade. Dass ich das damals schrieb, am 4. Januar. Das ist unglaublich. Sie starb am 4. Januar.
16 Jahre blanker Horror. Anfang März 2010 mussten wir Sie das erste mal einweisen lassen. Sie sagte mal, das habe sie mir nie verziehen.
Den ganzen Tag geht mir heute dieses Lied durch den Kopf. Als ich eben nachgeschaut habe, ob ich es im Blog schon mal verlinkt hatte, fand ich es - bei einem Beitrag nach dem Tod der Katze. Irgendwas am Tod lässt dieses Lied in mir anklingen. Vielleicht die feste Überzeugung, dass wir alle dahin zurückkehren, zu Mama Erde. Sei es als Wind, Feuer, Wasser, Erde, Tier, Mensch, irgendwann.
~ Mogli - Earth
Unglaublich, denke ich gerade. Dass ich das damals schrieb, am 4. Januar. Das ist unglaublich. Sie starb am 4. Januar.
16 Jahre blanker Horror. Anfang März 2010 mussten wir Sie das erste mal einweisen lassen. Sie sagte mal, das habe sie mir nie verziehen.
Den ganzen Tag geht mir heute dieses Lied durch den Kopf. Als ich eben nachgeschaut habe, ob ich es im Blog schon mal verlinkt hatte, fand ich es - bei einem Beitrag nach dem Tod der Katze. Irgendwas am Tod lässt dieses Lied in mir anklingen. Vielleicht die feste Überzeugung, dass wir alle dahin zurückkehren, zu Mama Erde. Sei es als Wind, Feuer, Wasser, Erde, Tier, Mensch, irgendwann.
~ Mogli - Earth
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