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Mittwoch, 18. Februar 2026
okavanga, 14:20h
Manchmal verliere ich die Hoffnung, was die Ausbildung an diesem Institut angeht. Der finanzielle Druck ist so heftig, dass ich nachts wach liege, und das, obwohl gerade 90% von meinem Vater und seiner Frau auf Privatkredit finanziert werden. Im Schnitt muss ich um die 1000 - 1200 Euro pro Monat rechnen (mit Supervision ggf. auch bis zu 1500, denke ich) sobald ich auch mit der Selbsterfahrung anfange. Das beinhaltet die Monatsgebühr, Fahr-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten, Selbsterfahrung, später Supervision. Da habe ich noch keine Miete gezahlt, nichts gegessen, kein Internet, kein Strom, kein Fiti, nichts.
Eben habe ich länger mit meinem Therapeuten darüber gesprochen. Die PT1 muss ich auf jeden Fall irgendwie noch durchkriegen. Danach wird es dann finanziell voraussichtlich besser, aber die Belastung bleibt ja so hoch. Das andere Institut wäre bei 490 Euro im Monat, all in, und ich könnte es easy mit Deutschlandticket pendeln. Dafür bekomme ich hier später in der ambulanten Phase nur ca. 42% pro Behandlungsstunde vergütet. Am anderen Institut sind es ca. 70%.
Während der ambulanten Phase kann man sich allerdings auch zu regulären Tarifen bei Kliniken anstellen lassen, so dass man da ein anderes Einkommen hat.
Dem gegenüber steht das, was mir persönlich das ganze bringt. Und ja, da sind die Vorteile sehr auf der Seite des teuren Instituts, und das kann ich nach über einem Jahr in diesem Setting nun voller Überzeugung sagen, bei allem auf und ab. Ich stehe heute ganz woanders als vor einem Jahr, was mich in Beziehung zu anderen betrifft und die Mutter-Themen. Es ist sehr kostbar. Aber SO kostbar? Ich weiß es nicht. Dazu kommt, unsere Gruppe bröckelt. Beim nächsten mal werden sich zwei Frauen verabschieden: die eine pausiert für ein Jahr und setzt die Ausbildung dann - wenn überhaupt - mit einer anderne Gruppe fort, die andere hat sich nach starkem Ringen gegen die Approbationsausbildung entschieden. Gut möglich, dass noch 1-2 weitere Personen abspringen und dann wird unsere Gruppe voraussichtlich auf andere Gruppen aufgeteilt.
Die Kündigungsfrist am Institut beträgt 12 Monate, insofern muss ich die PT1 auf jeden Fall noch beim alten machen. Und danach, relativiert es sich dann nicht, mit der Behandlungsvergütung? Uff, keinen Plan, aber allein scohn die Supervisionsstunden sind sehr teuer.
Schwierig.
Momentan nun in der Bewerbungsphase für die PT1. Bei der Wunschklinik in der Heimat erkennt das Landesprüfungsamt in Bayern nur 600 Stunden PT1 an (von erforderlichen 1200) und für diese Stundenzahl stellen sie nicht ein. Das Problem besteht bei mehreren Kliniken (sofern keine Allgemeinpsychiatrie). Dazu kommt, dass die meisten eben schlecht zahlen, nämlich den Mindestlohn von 1000 Euro brutto für Vollzeit (während der Ausbildung = 26 Stunden). Davon könnte ich dann nichtmal die Ausbildungskosten decken, geschweige denn leben.
Ach kein Plan. Ich bin einfach mürbe.
Eben habe ich länger mit meinem Therapeuten darüber gesprochen. Die PT1 muss ich auf jeden Fall irgendwie noch durchkriegen. Danach wird es dann finanziell voraussichtlich besser, aber die Belastung bleibt ja so hoch. Das andere Institut wäre bei 490 Euro im Monat, all in, und ich könnte es easy mit Deutschlandticket pendeln. Dafür bekomme ich hier später in der ambulanten Phase nur ca. 42% pro Behandlungsstunde vergütet. Am anderen Institut sind es ca. 70%.
Während der ambulanten Phase kann man sich allerdings auch zu regulären Tarifen bei Kliniken anstellen lassen, so dass man da ein anderes Einkommen hat.
Dem gegenüber steht das, was mir persönlich das ganze bringt. Und ja, da sind die Vorteile sehr auf der Seite des teuren Instituts, und das kann ich nach über einem Jahr in diesem Setting nun voller Überzeugung sagen, bei allem auf und ab. Ich stehe heute ganz woanders als vor einem Jahr, was mich in Beziehung zu anderen betrifft und die Mutter-Themen. Es ist sehr kostbar. Aber SO kostbar? Ich weiß es nicht. Dazu kommt, unsere Gruppe bröckelt. Beim nächsten mal werden sich zwei Frauen verabschieden: die eine pausiert für ein Jahr und setzt die Ausbildung dann - wenn überhaupt - mit einer anderne Gruppe fort, die andere hat sich nach starkem Ringen gegen die Approbationsausbildung entschieden. Gut möglich, dass noch 1-2 weitere Personen abspringen und dann wird unsere Gruppe voraussichtlich auf andere Gruppen aufgeteilt.
Die Kündigungsfrist am Institut beträgt 12 Monate, insofern muss ich die PT1 auf jeden Fall noch beim alten machen. Und danach, relativiert es sich dann nicht, mit der Behandlungsvergütung? Uff, keinen Plan, aber allein scohn die Supervisionsstunden sind sehr teuer.
Schwierig.
Momentan nun in der Bewerbungsphase für die PT1. Bei der Wunschklinik in der Heimat erkennt das Landesprüfungsamt in Bayern nur 600 Stunden PT1 an (von erforderlichen 1200) und für diese Stundenzahl stellen sie nicht ein. Das Problem besteht bei mehreren Kliniken (sofern keine Allgemeinpsychiatrie). Dazu kommt, dass die meisten eben schlecht zahlen, nämlich den Mindestlohn von 1000 Euro brutto für Vollzeit (während der Ausbildung = 26 Stunden). Davon könnte ich dann nichtmal die Ausbildungskosten decken, geschweige denn leben.
Ach kein Plan. Ich bin einfach mürbe.
Freitag, 6. Februar 2026
okavanga, 23:29h
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Seelenheil ~
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Donnerstag, 5. Februar 2026
okavanga, 23:02h
Morgen ist die Trauerfeier. Ich freue mich. Wir haben uns so viele Gedanken gemacht und finde, wir haben etwas Würdiges, Liebevolles gestaltet, ohne Heuchelei. Ich habe Angst. Und ich bin froh wenn das geschafft ist.
--
So froh bei meinem Bruder zu sein, so krass wie nahe uns das alles bringt. Auch spannend wie ähnlich wir ticken, manchmal denke ich was, und er sprichts in der nächsten Sekunde aus, und umgekehrt. Ich hätte nie gedacht dass es sich so selbstverständlich und richtig und tröstlich anfühlt mit ihm zu sein, in unser beider Trauer.
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So froh bei meinem Bruder zu sein, so krass wie nahe uns das alles bringt. Auch spannend wie ähnlich wir ticken, manchmal denke ich was, und er sprichts in der nächsten Sekunde aus, und umgekehrt. Ich hätte nie gedacht dass es sich so selbstverständlich und richtig und tröstlich anfühlt mit ihm zu sein, in unser beider Trauer.
Mittwoch, 4. Februar 2026
okavanga, 09:06h
Nebel. In Mannheim und in mir. Kaum geschlafen. Zustand desolat. Der Zug hat schon vor Abfahrt knapp 30 Mn Verspätung. So müde. Die ca 380 km von West nach Ost sind immer Tagesreisen. Heute kotzt mich das noch mehr an als sonst.
Dienstag, 3. Februar 2026
okavanga, 14:07h
Es regnet. Das ist so stimmig. Momentan ist mein Wach-Schlaf-Rhythmus etwas außer Takt, er nähert sich ohne zeitliche Verpflichtungen immer meiner Eulen-Natur an. Doch mit der Traurigkeit obendrauf machts das in Summe irgendwie schwerer.
Heute verbiete ich meinem Körper zu weinen. Wie hart das klingt, wenn ich das grad lese. Aber die Erschöpfung ist so groß. Nachdem ich gestern Abend etwas unerwartet von einer großen Trauerwelle überspült wurde, wachte ich morgens auf als hätte ich einen Kater. Mein Körper arbeitet so hart in dieser Trauer. Für meine Selbsterfahrung, die immer noch offen ist (meine reguläre Therapie zählt nicht, haha, 10 Jahre TP Therapie wird nicht als Selbsterfahrung angerechnet, aber naja), möchte ich jemanden suchen, der auch körperorientiert arbeitet. Ansonsten muss ich das extra zahlen, aber ich denke, es ist wichtig. Das Thema schwebt seit der Akutklinik vor 4 Jahren rum.
Organisatorisch heute vor allem mit dem Foto für die Trauerfeier beschäftigt. Man kuckt das so an, nach Farben und Rahmen, und
ja.
Ja dann fehlen mir da einfach die Worte. Nie wieder wird sie mich so ansehen.
Ihre Augen. Wenn ich in den Spiegel sehe, sind da ihre Augen. Das war direkt nach ihrem Versterben so merkwürdig. Vor allem, weil ich in den letzten Minuten in dieses eine geöffnete Auge blickte. Immer wenn ich in den Tagen danach in den Spiegel geschaut habe, waren da ihre Augen, ihr Gesicht. Ich sehe ihr so ähnlich, dass es weh tut. Früher fand ich das furchtbar. Heute ist es irgendwie schön und schmerzhaft zugleich.
Heute verbiete ich meinem Körper zu weinen. Wie hart das klingt, wenn ich das grad lese. Aber die Erschöpfung ist so groß. Nachdem ich gestern Abend etwas unerwartet von einer großen Trauerwelle überspült wurde, wachte ich morgens auf als hätte ich einen Kater. Mein Körper arbeitet so hart in dieser Trauer. Für meine Selbsterfahrung, die immer noch offen ist (meine reguläre Therapie zählt nicht, haha, 10 Jahre TP Therapie wird nicht als Selbsterfahrung angerechnet, aber naja), möchte ich jemanden suchen, der auch körperorientiert arbeitet. Ansonsten muss ich das extra zahlen, aber ich denke, es ist wichtig. Das Thema schwebt seit der Akutklinik vor 4 Jahren rum.
Organisatorisch heute vor allem mit dem Foto für die Trauerfeier beschäftigt. Man kuckt das so an, nach Farben und Rahmen, und
ja.
Ja dann fehlen mir da einfach die Worte. Nie wieder wird sie mich so ansehen.
Ihre Augen. Wenn ich in den Spiegel sehe, sind da ihre Augen. Das war direkt nach ihrem Versterben so merkwürdig. Vor allem, weil ich in den letzten Minuten in dieses eine geöffnete Auge blickte. Immer wenn ich in den Tagen danach in den Spiegel geschaut habe, waren da ihre Augen, ihr Gesicht. Ich sehe ihr so ähnlich, dass es weh tut. Früher fand ich das furchtbar. Heute ist es irgendwie schön und schmerzhaft zugleich.
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