Montag, 8. April 2024
Heute wurde das Urteil zur Sterbehilfe durch einen Berliner Arzt im Falle einer an Depressionen erkrankten 37-jährigen Frau gefällt. Vorhin habe ich mir das durchgelesen, und die Leserkommentare dazu. Seitdem sitzt mir ein Alp auf der Brust. Angstgefühle, Herz- und Gedankenrasen, und ein Gefühl wie Schockstarre. Das Thema triggert mich so viel mehr, als ich das gedacht hätte. Das ist auch der Grund, denke ich, warum ich bisher dazu nichts geschrieben hatte, wobei ich das ja tun wollte. Es ist vermutlich gut, dass ich dazu meine Masterarbeit nicht schreibe. Oder würde es mir bei der Bewältigung helfen? Keine Ahnung.

 
Als ich die Meldung las, musste ich sofort an Dich denken.

Ich glaube auch, dass es besser ist, die Masterarbeit nicht über dieses Thema zu schreiben, der zeitliche und emotionale Abstand erscheint mir nicht groß genug. Es geht um eine wissenschaftliche Arbeit, um das Geschehen zu bewältigen, gibt es passendere Möglichkeiten. Es gibt so viele andere interessante Themen.

Vielleicht weißt Du ja schon, in welche konkrete Richtung Du anschließend beruflich gehen willst als künftige Therapeutin und findest ein Thema, dass Dich auf diesem Weg ein Stück voranbringt.

... link  

 
@arboretum: genau was du sagst: ich habe an dem Tag auch noch weiter darüber nachgedacht, weil meine Reaktion weiter anhielt. Ich bin viel zu sehr mittendrin und habe weder Bedürfnis noch Kraft mich tagtäglich damit auseinanderzusetzen.

Zudem bin ich bereits mitten in einer (extern betreuten) Masterarbeit, seit Dezember arbeite ich mehr oder weniger daran. Also mehr eigentlich erst seit März... Es ist nicht so wirklich mein Ding, aber ich habe beschlossen, es ganz pragmatisch runterzurobben. Zum einen würde es mir um den bereits getätigten Aufwand leid tun, zum anderen ist es für mich persönlich eine große Hürde, der externen Betreuerin (ich schreibe bei einer Institution) mitzuteilen, dass ich hinschmeisse. Das hätte ich jetzt nur für ein absolutes Herzensprojekt gemacht. Sie struggelt seit über 4 Jahren mit Personalien in dem Projekt und war so froh, dass sich endlich jemand gefunden hat, der durchziehen und nen Haken dran machen will. Bis Ende Mai laufen noch Erhebungen, dann mache ich einen Cut. Es hätte Themen gegeben, die mich viel mehr interessieren, auch bei dieser Betreuerin. Sie arbeitet in dem Gebiet, das mich am meisten interessiert. Zufällig lag auch das Thema bei ihr, das ich nun habe, obwohl es nichts mit ihrem Bereich zu tun hat. Die Gründe kann ich hier nicht erläutern. Aber das war eben ihre Prio 1 für die Bearbeitung, und zu Beginn war ich auch ganz angetan. Naja, jetzt isses, wie es ist. Wie gesagt: pragmatisch irgendwie runterwurschteln. Die Note ist mir tatsächlich egal, auch wenn sie zu 60% in den Masterabschluss eingeht. Aber muss einfach arg haushalten mit der verfügbaren Energie.

... link  

 
Da sie in dem Gebiet, das Dich am meisten interessiert, arbeitet, ist es vielleicht nicht verkehrt, bei ihr einen Stein im Brett zu haben, weil Du das Thema bearbeitest, das ihr so wichtig ist.

Womöglich steigt Dein Interesse am Thema auch wieder durchs Schreiben. In der Einleitung musst Du ja erläutern, warum das Thema relevant ist.

... link  


... comment


To prevent spam abuse referrers and backlinks are displayed using client-side JavaScript code. Thus, you should enable the option to execute JavaScript code in your browser. Otherwise you will only see this information.