Montag, 14. Juni 2021
Heute zum ersten mal bewusst ein Reh rufen gehört. Lang, oft. Direkt in der Nähe, als ich mit den Nachbarn auf der Terrasse saß, sie erklärten mir auch, dass es kein Hund sei, sondern eben ein Reh. Und sie erklärten auch, dass ein Fuchs ähnlich klingt, nur etwas heller, dafür heiserer.

Überhaupt, was ich in meiner Zeit hier an Tieren gehört und gesehen habe, das habe ich in den ganzen Jahren Mannheim nicht erlebt. Rehe, Füchse, Igel, eine Vogelvielfalt, Fledermäuse, Schnecken, Frösche, Kröten... Und für demnächst wurden mir vorhin Glühwürmchen angekündigt.

Die Nachbarin ist eine Vogelflüsterin. Ich glaube, sie und Herr Eulberg würden sich sehr gut verstehen.

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Freitag, 11. Juni 2021
Jeden Nachmittag, frühen Abend, singt auf dem Dachgiebel nebenan eine Amsel. Die Katze hält inzwischen von Fenster aus immer Zwiesprache mit ihr. Selten so etwas Süßes gesehen.

Den Gesundheitszustand der Katze kommentiere ich nicht. Langsam werd ich abergläubisch. ;-)

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Dienstag, 8. Juni 2021
Monster.
Ich verstehe, dass die Möwe da oben aus dem Bild rennt. Angesichts der Katzengeschichten hier, ich kann sie selbst bald nicht mehr hören.

Nach der Tierklinik am Samstag war es erstmal einigermaßen stabil. Bis heute Morgen. Das Mini-Frühstück direkt erbrochen. Wieder Tierklinik angerufen. Bevor sie sich wieder "einkotzt" (das wird bei denen dann so ein Teufelskreis: Magenschleimhaut gereizt vom Brechen -> nächstes Futter -> Brechen -> Magen noch mehr gereizt, etc), vorbeikommen. Wieder Anti-Kotz-Spritze. Plus diesmal viel Hypoallergenes Futter. Zu Hause langsam angefüttert. Ärztin meinte, ich soll nicht lang warten, Katze müsse was essen. Alles prima.

Mittags Hähnchenbrust gebraten. Für mich. Zwei. Eine gegessen. Telkotermin eingefallen. Zweite auf Herd vergessen. Während Telko Poltern gehört. Sehe nur noch wie Katze stolz wie Bolle und flink wie ein Wiesel die Hähchenbrust durch den Flur ins Schlafzimmer unters Bett schleppt. Katze entwaffnet. Aufgewischt. Hähchen sehr schweren Herzens in Mülltüte gewickelt.

Nächste Telko. Telko irgendwann vorbei. Will in Küche gehen für Kaffee. Da liegt ein kleines Hähnchenstück auf dem Boden. Ich werde stutzig. Suche die Katze. Sehe im Schlafzimmer eine Hälfte des zweiten Hähchens liegen. Kann es nicht glauben. Schaue in die Mülltüte. Kein Hähnchen mehr da. Katze leckt sich zufrieden die Pfoten unterm Wohnzimmertisch.

Tierarzt angerufen. "Jetzt ist es zu spät, kannste nix machen, nur abwarten, aber ja, sie wird wohl spucken."

Und die Moral von der Geschicht: echt endlich vegan werden. Wo ich SO SELTEN FLEISCH ESSE!!!!!!

AAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRGGGGGGGGHHHHHHHHHHH!

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Freitag, 4. Juni 2021
Schon irre dass ich fast jeden Beitrag mit dem Kotz- und Kotzustand der Katze beginne. Bitte entschuldigen Sie. Ich hoffe selbst, dass wieder andere Zeiten kommen. Leider hat sie heute Vormittag wieder gebrochen, auf ihre zweite Portion hin. Ansich ist sie putzmunter, will fressen, spielen. Aber sie ist so dünn. Beim Ultraschall hatte er schon deutlich gesagt, dass der ganze Bereich ziemlich angeschlagen zu sein scheint, auch die Pankreas. Darauf tippe ich leider ein bisschen, auf akute/chronische Pankreatitis. Da sie sich zum Teil heftig beleckt hat in den letzten Wochen, vermute ich auch, dass der Tierarzt recht hatte, dass da schon länger ein chronischer Prozess im Gang ist. Das was ich immer für ein Stress-Symptom gehalten habe (vielleicht erinnern Sie sich, das fing vor einigen Jahren an), war vielleicht schon immer Hinweis auf Probleme im Darm oder mit der Pankreas. Ist echt komisch, ich habe damals jeden Arzt, auch die Homöopathin für Tiere, immer wieder gefragt, ob es nicht doch was im Darm sein könnte, weil sie eben seit Jahren so hektisch die Flanke und den Hintern leckt. Alle haben abgewunken und "Stress" gerufen. Entsprechende Werte hat scheinbar erst der Tierarzt hier in Hof genommen. Er meinte, dass sie zumindest bei dem Blutbild des Mannheimer Tierarztes nicht dabei waren.

Wie auch immer. Zum Glück war jetzt scheinbar seit heute Vormittag nichts mehr mit Magen oder Darm. Drücken Sie uns weiter die Daumen.

Ansonsten heute ein richter Schlechte-Laune Tag. Am frühen Abend gabs Outdoor-Yoga. Unter freiem Himmel, mitten auf der Wiese. Mit Froschquaken. Und echten anderen Menschen aus Fleisch und Blut! Das hat mich ein bisschen versöhnt mit der Welt.






Mittwoch, 2. Juni 2021
Die Katze scheint sich wieder zu stabilisieren. Des Rätsels Lösung sind momentan sehr kleine Portionen über den Tag verteilt. Für die Nacht hat sie nun den Cat Mate. Leider führte das inzwischen dazu, dass sie nachts maunzt damit vor dem Cat Mate was kommt. Der Cat Mate serviert um 2 und um 5. Zwischen 2 und 5 hat sie laut kundgetan, dass es jetzt weiter gehen könnte. Naja. Mal sehen wie die nächsten Nächte werden. Immerhin scheint es so wirklich besser zu sein. Und ich muss ihr so regelmäßig etwas geben, denn sonst nimmt sie durch die kleinen Portionen in Summe zu wenig zu sich.

Und mir. Naja. Schieben wirs mal auf PMS und Schlafmangel.






Donnerstag, 27. Mai 2021
In der letzten Zeit war der Zustand der Katze stabil. Am frühen Abend hat sie erbrochen. Erstmal nicht soooo ungewöhnlich. Vorhin dann aber nochmal. Und kurz darauf ist sie in ihr Durchfall-Klo. Wirklich etwas ulkig, dass sie das neue Klo, das ich im Zuge der Erkrankung gekauft habe und das von allen Zimmern aus leicht zugänglich ist (alle Zimmer grenzen an den Flur an), nur für die aktuen Geschichten verwendet. Insofern weiß ich dann schon immer wenn sie da rein rennt: oh je.

Morgen vorsichtshalber Tierarzt anrufen, er meinte, ich soll mich melden wenn es schlechter wird.

Manchmal frag ich mich, ob ihr Zustand vielleicht viel kritischer ist als mir das bewusst ist. Aber will ich das wissen?






Sonntag, 9. Mai 2021
Ich lese im Bett als um etwa 9.30 Uhr das Telefon klingelt. ?Bist du zu Hause?? fragt LeSchwe. ?Ja ähhh warum?? ?Na dann komm mal vor die Tür!? Dezent verdattert werfe ich mir etwas über, schnappe mir eine Maske, renne die Treppe runter, und ? da steht sie. Wir setzen unsere Masken auf (beide zumindest FFP2), rennen uns entgegen und fallen uns in die Arme. Während wir uns im Arm halten weine ich vor Freude, es kommt einfach so. Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen.

Es ist völlig surreal im Hof vor der Scheune neben ihr in der Sonne auf der Bank zu sitzen, sie am einen Ende, ich am anderen. Wir schauen uns an und sind fast etwas befangen. Mir ist das neulich schon bei einem Spaziergang mit einer anderen Freundin aufgefallen: ich roste irgendwie ein im persönlichen zwischenmenschlichen Kontakt, die plötzliche Nähe ist so ungewohnt, die Situation überfordert mich fast. Vielleicht ist das für Menschen, die mit anderen zusammenleben, nicht so kurios. Ich wünsche mir sehr, dass Begegnung bald dauerhaft wieder anders möglich ist, denn ich mag das gar nicht, wie sich das anfühlt, und was das mit mir macht. Ich sehne mich so sehr nach Nähe, seit vielen Jahren, und habe doch teilweise so Probleme sie zuzulassen. Da haut diese Pandemie auf eine sehr komische Art und Weise in die Kerbe, sowohl was das Sehnen angeht, als auch die Schwierigkeiten beim Zulassen.

LeSchwe war am Wochenende bei ihrer Mutter, die hatte Geburtstag, und gerade war sie auf der Rückreise nach Österreich. Ich bin so froh, dass sie hier kurz vorbeigeschaut hat. Wir quatschen, sie schaut sich meine Butze an (wieder beide mit Maske) und sagt der Katze Hallo (Katze ohne Maske aber total entspannt, kam sogar aus ihrer Höhle, sie freut sich vielleicht auch über jedes bekannte Gesicht). Und dann ist sie auch schon wieder weg. 20 Minuten Seelen-Akku aufladen.

Am Abend bereite ich für meine Mutter Salat und Spargel mit Kartoffeln zu, während sie auf ihrer Terrasse die laue Luft genießt. Wir essen gemeinsam und trinken Hugo. Seit langem, sagt sie, hat sie nicht mehr so gut gespeist, mit geschlossenen Augen lässt sie sich den Spargel auf der Zunge zergehen. Sie selbst hat keine Energie und Kraft sich ein richtiges Essen zuzubereiten. Da gibt es oft schnelle oder kalte Küche. Dazu kommt, dass ihr (Zähne)Provisorium nicht richtig sitzt, zum Glück kann sie heute alles gut beißen oder zutzeln. Es war heute richtig schön mit ihr. Man merkt, wie gut es ihr tut in Gesellschaft und endlich wieder draußen zu sein.

Heutiger Ausblick aus dem Liegestuhl am Nachmittag:


~ The Beatles - Here comes the sun

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Samstag, 8. Mai 2021



~ Elton John & George Michael - Don?t Let The Sun Go Down On Me






Freitag, 7. Mai 2021
Flöhe im Kopf.
Fleabag, schade dass es solche Serien früher nicht gab. Umso schöner, dass es sie jetzt gibt! Fleabag erinnert mich stark an mein jüngeres Ich mit ca. 19, 20, auch optisch, die Haarfarbe, die Wellen im Nacken, und wie sie daher kommt, ihre ganze Erscheinung. Ganz zu schweigen vom Faible für Sex und unerreichbare Männer. Und auch ich habe leider, zum Glück nicht so folgenschwer wie in ihrem Fall, für Männer und Sex Freundinnen enttäuscht. Am Anfang war es etwas befremdlich zuzusehen, dabei doch großartig ab Minute 1.

Apropos jüngeres Ich und Enttäuschen von Menschen: die aktuellen Schlagzeilen zu den Streitigkeiten um die Fischerei vor der Insel Jersey im Ärmelkanal einnern mich an meine damalige Eskapade auf Jersey. Auch ich fischte einst in den Gewässern dieser Insel. Jaja, Großbritannien und ich hatten schon immer eine ganz besondere Beziehung zueinander, falls Sie sich z.B. noch an die Geschichten aus Coventry erinnern, die einige Jahre nach dem Jersey-Gate stattfanden.

Der Titel klingt fett aufgetragen, und erst heute kann ich so richtig verstehen, warum die Polizei so eindringlich nachgefragt hat, ob die Begegnung wirklich in beiderseitigem Einverständnis stattgefunden hat. Ich frage mich, ob er sich damals auch mit meinem Einverständnis strafbar gemacht hat. Ja, oder? Hier gehts zum Eintrag "Todesängste einer Mutter". Der Titel der Süddeutschen mit "Eskalation im Ärmelkanal" hätte aber auch verdammt gut gepasst.

Jersey Song 1995: ~ D:Ream - Shoot me with your love







Donnerstag, 6. Mai 2021
Es bleibt ein auf und ab. Manchmal hab ich den Eindruck, die Katze ist wie depressiv. Sie putzt sich auch nicht mehr so wie vorher. Vermutlich vermisst sie ihr Revier. Immer öfter frage ich mich, ob ich einfach zurückgehen soll, getrieben von der Angst, dass sie nicht mehr lange lebt, wenn das länger so weiter geht.

Vielleicht bin ich aber auch wirklich hysterisch, das ist derzeit absolut nicht auszuschließen, ich bin sehr durch. So durch, dass ich nun trotz oder gerade wegen Bachelorarbeitsdruck bis kommenden Montag Morgen gar nichts mehr dafür tun, lesen, ansehen werde, auch wenn kaum etwas auf dem Papier steht. In mir wachsen die Versagensängste, Druck, Panik, und ich denke, das schlimmste was ich tun kann, ist jetzt dem nachzugeben.

Später vielleicht noch ein bisschen was, in jedem Fall noch Musik.

***
Heutiger Spaziergang, außerdem gab es einen Rehsprung über den Waldweg, Vogelgesang und Spechtklopfen.










Akkustisch und visuell dazu passend:

~ Tenfold Loadstar - Sun and Rain