Mittwoch, 15. Juli 2026
okavanga, 12:17h
Ich schreibe das hier her, weil ich momentan nicht den Eindruck habe, dass ich meine Gedanken und Gefühle meinem Umfeld zumuten kann. Es geht mir von Tag zu Tag schlechter. Ja, ich mache weiter, stehe auf, mache mir gutes Essen, gehe zum Sport, gehe raus, gehe ins Cafe, lese, spreche mit Menschen, mache Steuer, schreibe Bewerbungen. Ich funktioniere. Trotze. Doch morgens steh ich überm Schneidebrett in der Küche und heule auf die Tomaten. Merke, dass ich einfach keine Kraft mehr hab. Gedanken und Gefühle, von denen ich glaubte ich hätte sie mit dem letzten Klinikaufenthalt hinter mir gelassen, ploppen auf. Zuerst war es ganz vereinzelt und leise. Voller Trotz ging ich meinen Alltag weiter, "nicht mit mir", dachte ich. Setzte neben all meine Trauer und Verzweiflung Dinge, die mir eigentlich Spaß machen. Aber das schien denen egal. Stehen da voller Hohn. Spornen mich dazu an, mich mit den Menschen in meinem Umfeld zu vergleichen. Auf Maßstäben, auf denen ich einfach nur verlieren kann. Ich weiß nicht, warum mir das nun alles zuviel ist. Aber es ist so. Diese Arbeitslosigkeit, die anhaltende Unsicherheit und die Aussicht auf weitere mindestens 4 prekäre Jahre, auf einen schon jetzt riesigen Berg Schulden, der weiter anwachsen wird, wenn ich das alles so weiter mache, diese Gesundheitsthemen, und all das, was ihr Tod hochspült. Es ist zuviel. Ich kann grad nicht mehr lächelnd durch die Welt gehen und sagen, alles wird gut. Ich mag das Leben, aber ich tue mir schwer damit. Als hätte ich kein Talent dafür bekommen. Es fällt mir einfach schwer. Und ich fühle mich so einsam und verloren darin.
Ich bringe mich nicht um, denke ich. Aber die Tür ist wieder da. So vertraut. Viel vertrauter als die kurze Zeit ohne sie. Über ihr schimmert in grünem Licht "Notausgang". Selbstmitleidige Scheisse, brüllt es aus einer sehr dunklen Ecke. Ja, vielleicht. Schulterzucken.
~ Django Django - Cameos
Ich bringe mich nicht um, denke ich. Aber die Tür ist wieder da. So vertraut. Viel vertrauter als die kurze Zeit ohne sie. Über ihr schimmert in grünem Licht "Notausgang". Selbstmitleidige Scheisse, brüllt es aus einer sehr dunklen Ecke. Ja, vielleicht. Schulterzucken.
~ Django Django - Cameos

