Dienstag, 9. Juni 2026
okavanga, 17:04h
Unangenehm das alles. Telefonat mit der Chefin. Sie hat nach meinem Krankenstand einen Tausch mit einer anderen Station angeboten. Habe mir Bedenkzeit bis Donnerstag erbeten. Die Station wäre innerhalb des psychiatrischen Settings eine der "dankbarsten". Aber mein Bauchgefühl bleibt komisch. Ich weiß nicht, ob ich unbefangen und motiviert auf der anderen Station starten kann. Jeder kennt jeden. Die Leute reden. Ich ... fühle mich nicht wohl an dem Ort, auch nicht in der Stadt, fühle mich befangen wenn ich mich dort bewege, weil ich weiß wie sie reden. In manchen Städten stört mich das gar nicht. Aber dort, an einem Ort der nicht meine Heimat ist und der sich so wenig sicher anfühlt, und in Kombination mit den Erfahrungen der letzten Wochen... Schwierig.
Der Vernunftteil sagt: da wirst du erstmal weiter bezahlt, du kannst doch dann von dort aus eine andere Stelle suchen.
Der Bauch sagt: Pflaster schnell abreissen. Das Gefühl der Heimatlosigkeit wird dort bleiben, und das ist etwas, was es momentan zusätzlich sehr sehr schwer macht.
Der Vernunftteil sagt: da wirst du erstmal weiter bezahlt, du kannst doch dann von dort aus eine andere Stelle suchen.
Der Bauch sagt: Pflaster schnell abreissen. Das Gefühl der Heimatlosigkeit wird dort bleiben, und das ist etwas, was es momentan zusätzlich sehr sehr schwer macht.
Montag, 8. Juni 2026
okavanga, 11:13h
Gleichermaßen unangenehm wie erleichternd, das nun so durchzuziehen. Wie ungewohnt es sich anfühlt, nur danach zu handeln was gut für mich ist, und das auch nach außen so zu vertreten.
Donnerstag, 4. Juni 2026
Damit ich es mir nicht anders überlege.
okavanga, 13:11h
Ich gehe nicht mehr auf diese Station. Punkt.
Mittwoch, 20. Mai 2026
okavanga, 06:43h
Keine Ahnung wie ich das 12 Monate schaffen soll. Müde des Todes, abgefuckt und ernsthafte Zweifel an der Berufswahl.
Mittwoch, 13. Mai 2026
okavanga, 22:16h
Gestern und heute waren besser. Nehme mir vor abends offline Tagebuch zu schreiben, so richtig mit der Hand. Leider immer viel zu müde. Morgen...
Montag, 11. Mai 2026
okavanga, 21:46h
Schwieriger Tag. Chaos in mir. Geht mir schlecht. Irgendwie einfach weiter machen.
Freitag, 8. Mai 2026
okavanga, 23:40h
Anstrengendes Ende einer intensiven Arbeitswoche. Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf und Emotionen durch Leib und Seele. Geweint. Da muss sich einiges sortieren. Auch das Ich in genau diesem Setting. Und wie nahe es mir geht, wenn ein Mensch hinter der Erkrankung hervorblitzt. Wie sehr es mich berührt, das Ringen mit sich selbst, der Erkrankung, dem immer wieder drohenden .. ich nenn das jetzt mal Selbstverlust, und im schlimmsten Fall auch Tod. Bei manchen ist es existenziell, und das nicht metaphorisch.
Diese Menschen berühren mich. Ich fühle mich ihnen nahe. Auch wenn sie gar nicht wissen können, dass das so ist und wieso das so ist, sie kennen ja mein Leben und meine Abgründe nicht. Und ich weiß noch nicht so genau wie ihnen begegnen, ohne das zu sehr zu zeigen. Also die Berührtheit. Wie kann mir eine authentische Begegnung gelingen? Daneben steht ein Kollege, der so konträr zu mir ist. Empfinde Anpassungsdruck. Ist mein sich zart andeutendes Therapiewesen in diesem Kontext vielleicht nicht so günstig? Ich hoffe ich werde meinen Weg finden. Ich stehnoch am Anfang, sag ich mir immer wieder. Ganz ganz am Anfang, da heißt es viel Wohlwollen mit mir selbst zu pflegen. Sagt auch I., sagt auch Mimi. Seufz.
~ Vraell - guitar meditations (III)
Diese Menschen berühren mich. Ich fühle mich ihnen nahe. Auch wenn sie gar nicht wissen können, dass das so ist und wieso das so ist, sie kennen ja mein Leben und meine Abgründe nicht. Und ich weiß noch nicht so genau wie ihnen begegnen, ohne das zu sehr zu zeigen. Also die Berührtheit. Wie kann mir eine authentische Begegnung gelingen? Daneben steht ein Kollege, der so konträr zu mir ist. Empfinde Anpassungsdruck. Ist mein sich zart andeutendes Therapiewesen in diesem Kontext vielleicht nicht so günstig? Ich hoffe ich werde meinen Weg finden. Ich stehnoch am Anfang, sag ich mir immer wieder. Ganz ganz am Anfang, da heißt es viel Wohlwollen mit mir selbst zu pflegen. Sagt auch I., sagt auch Mimi. Seufz.
~ Vraell - guitar meditations (III)
Donnerstag, 7. Mai 2026
okavanga, 19:21h
Der Kollege offenbart sehr Persönliches. Ich mag das, gleichzeitig halte ich mich was dieses Detail angeht bedeckt. Damit habe ich ihm vermutlich aber auch schon viel gesagt. Und vielleicht ahnt er es sowieso und war deswegen so offen.
Was für ein Privileg, dieser Beruf. Ich liebe es den Menschen so zu begegnen.
Was für ein Privileg, dieser Beruf. Ich liebe es den Menschen so zu begegnen.
Mittwoch, 6. Mai 2026
okavanga, 20:17h
Zwei Patient:innen haben sich heute unabhängig voneinander klar gegen rechts positioniert. Es ist auch hier noch nicht alles verloren!
Dienstag, 5. Mai 2026
okavanga, 19:38h
Der erste Arbeitstag auf meiner Station ist geschafft. Ich meine großes Glück zu haben, vor allem mit dem Team dort. Und das Klientel, es ist genau das was ich wollte und ich liebe es schon jetzt. Was für ein toller Beruf das ist. Das ist dann doch die Strapazen wert. Bin unglaublich gespannt auf alles was da kommt.
Nach der Arbeit ein kurzer Spaziergang. Feldhase gesichtet. Die Natur ist so nah. Liebe alles daran. Es duftet überall und der Gesang der Vögel.. hach.
Mitbewohnerin auch prima.
Jetzt sehr sehr müde.
Nach der Arbeit ein kurzer Spaziergang. Feldhase gesichtet. Die Natur ist so nah. Liebe alles daran. Es duftet überall und der Gesang der Vögel.. hach.
Mitbewohnerin auch prima.
Jetzt sehr sehr müde.
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