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Samstag, 4. September 2010
Der Terror hat viele Gesichter. Es gibt schließlich viele Menschen.
okavanga, 21:49h
Da der Nachmittag ungeplant vor mir lag und LeSchwe gerne nach FFM zu Hol*lister wollte, sagte ich einfach, ich fahre mit.
Wer jetzt schon lacht, lacht zurecht. Ich hatte ja keine Ahnung, was es bedeutet, sich an einem Samstag Nachmittag in die Innenstadt zu wagen und dann auch noch zu diesem bekloppten Laden.
Erstmal standen wir 1,5 Stunden im Stau und passierten schon einigermaßen entnervt das Frankfurter Ortsschild. Das Parkleitsystem hat uns dann den Rest gegeben. Dabei lag das schlimmste noch vor uns. An der Hauptwache war die Hölle los. Mütter über Mütter mit ihren Bälgern. Hüpfburgen, eine Minderjährigen-Kreischband, Holztürmchenbauen, kurz: eben meine persönliche Hölle. Ich hätte ja nichts besseres zu tun, als mit meinen Kindern am Samstag Nachmittag die Innenstadt zu terrorisieren..
Auf der Zeil wurds nicht besser. Ich stammelte nur noch "Ich will nach Bamberg", während LeSchwe versuchte nicht die Nerven zu verlieren und mich zu einem Pizzastand buxierte.
Nach der Pizza fühlte ich mich immerhin soweit wiederhergestellt, dass ich meinte, MyZ*eil betreten zu können. Fataler Irrtum. Woher kommen die ganzen Menschen? Und woher haben sie soviel Geld für diesen perversen Konsum?? Kein Wunder, dass die Wachstumszahlen nach oben korrigiert werden. Die waren vorher bestimmt in FFM.
Vor dem Hol*lister standen zwei Schlangen: nach rechts und nach links. Dazwischen zwei barbusige vermeintliche Sunnyboys in rotorangen Badeshorts und Sonnenbrillen. Und: weiß angemalten Nasen. "Haben die Angst sich einen Sonnenbrand zu holen?" Das Gift musste raus aus mir. Schnell. Was ist das? Das ist ja wie im Osten! Schlangestehen wegen drecks Klamotten!!! Oh. LeSchwe ist ja Ossi. Naja, aber sie trug es mit Fassung. "Ich will kucken, wann da jemand rein kommt." Ohne mich.
Dem Himmel sei dank hatte auch die LeSchwe ein Einsehen und kam nicht auf die bescheuerte Idee, sich da einreihen zu wollen. Wozu auch??? Es erschließt sich mir einfach nicht.
Kurzum: ein leckeres Eis in uns reingehauen, und zurück auf die Autobahn. Auf dem Weg dahin entdeckten wir ein Plakat: 25 Jahre Spiel*mobile in FFM, am 4.9.10 an der Hauptwache. "Und wir waren dabei!" Ich sollte einen Fond eröffnen. Für vergeudete Lebenszeit.
Wer jetzt schon lacht, lacht zurecht. Ich hatte ja keine Ahnung, was es bedeutet, sich an einem Samstag Nachmittag in die Innenstadt zu wagen und dann auch noch zu diesem bekloppten Laden.
Erstmal standen wir 1,5 Stunden im Stau und passierten schon einigermaßen entnervt das Frankfurter Ortsschild. Das Parkleitsystem hat uns dann den Rest gegeben. Dabei lag das schlimmste noch vor uns. An der Hauptwache war die Hölle los. Mütter über Mütter mit ihren Bälgern. Hüpfburgen, eine Minderjährigen-Kreischband, Holztürmchenbauen, kurz: eben meine persönliche Hölle. Ich hätte ja nichts besseres zu tun, als mit meinen Kindern am Samstag Nachmittag die Innenstadt zu terrorisieren..
Auf der Zeil wurds nicht besser. Ich stammelte nur noch "Ich will nach Bamberg", während LeSchwe versuchte nicht die Nerven zu verlieren und mich zu einem Pizzastand buxierte.
Nach der Pizza fühlte ich mich immerhin soweit wiederhergestellt, dass ich meinte, MyZ*eil betreten zu können. Fataler Irrtum. Woher kommen die ganzen Menschen? Und woher haben sie soviel Geld für diesen perversen Konsum?? Kein Wunder, dass die Wachstumszahlen nach oben korrigiert werden. Die waren vorher bestimmt in FFM.
Vor dem Hol*lister standen zwei Schlangen: nach rechts und nach links. Dazwischen zwei barbusige vermeintliche Sunnyboys in rotorangen Badeshorts und Sonnenbrillen. Und: weiß angemalten Nasen. "Haben die Angst sich einen Sonnenbrand zu holen?" Das Gift musste raus aus mir. Schnell. Was ist das? Das ist ja wie im Osten! Schlangestehen wegen drecks Klamotten!!! Oh. LeSchwe ist ja Ossi. Naja, aber sie trug es mit Fassung. "Ich will kucken, wann da jemand rein kommt." Ohne mich.
Dem Himmel sei dank hatte auch die LeSchwe ein Einsehen und kam nicht auf die bescheuerte Idee, sich da einreihen zu wollen. Wozu auch??? Es erschließt sich mir einfach nicht.
Kurzum: ein leckeres Eis in uns reingehauen, und zurück auf die Autobahn. Auf dem Weg dahin entdeckten wir ein Plakat: 25 Jahre Spiel*mobile in FFM, am 4.9.10 an der Hauptwache. "Und wir waren dabei!" Ich sollte einen Fond eröffnen. Für vergeudete Lebenszeit.
Donnerstag, 2. September 2010
Vielleicht geht da ja noch was mit Recycling...
okavanga, 23:11h
Samstag, 28. August 2010
Never give up.
okavanga, 03:02h
Meine Seele ist krank, und ich weiß, wieso. [Edit: eigentlich wollte ich hier schreiben, ich weiss nicht, wieso. Und ich frag mich, wieso dabei rauskam, dass ich es wüsste.]
Ob es an der Arbeit liegt, den Abwesenheiten von zu Hause unter der Woche. Der zumeist späten Rückkehr am Donnerstag Abend, zu oft um Mitternacht.
Oder an meiner Mama und all den Dingen, die mich im Zuge dessen seit Anfang des Jahres bewegen.
Oder daran, dass ich noch keinen Urlaub hatte dieses Jahr.
Oder daran, dass ich alleine bin.
Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass die Zeit mit J. heilt. Dass sie mich so froh macht, dass ich jedes mal traurig bin, wenn er geht, oder wir uns trennen. Ich genieße seine Gesellschaft dermaßen. Er ist wundervoll. Egal ob ernsthafte Gespräche, witzige Exkursionen, kuriose Zustände, entspannte Nachmittage.
Was mich krank macht, sind die Fahrten nach Bonn. Abende ohne Ansprache. Tagsüber Druck im Projekt, das die Aufmerksamkeit dieses Landes auf sich zieht und dementsprechend belastet. Strohhalme wie zwei Kollegen, die nun ebenfalls ab und an in Bonn sind. Vollgestopfte Wochenenden, weil unter der Woche weder Zeit noch Raum sind. Und dass es nach wie vor so aussieht, als wäre eine frühzeitige Rückkehr am Donnerstag unmöglich, so dass eine Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker, meine letzte Hoffnung, flach fällt. Das Gefühl, dass alle an mir zerren, alle etwas wollen, Erwartungen an mich stellen. Und der PC. Vor allem die PC Arbeit. Die Arbeit die ich tue. Wozu. Zu welchem Preis. Die Arbeit als Konstrukt, das sich der Mensch geschaffen hat, um "vorwärts" zu kommen, während er sich Tag um Tag mehr von sich entfremdet.
Gestern kam ich spät nach Mannheim zurück, betrank mich mit dem Klavierlehrer, und schlief mit ihm. Und es ging mir auf, dass er es genießt mit mir zu schlafen. Der Sex war die Suche nach Nähe und das gierige, verzweifelte Verlangen nach Befriedigung, Erfüllung.
Ich bin ratlos und so müde. Außer in der Zeit mit J.
Verlieb ich mich? Nicht in ihn, bitte.. bitte.
Hurts - Wonderful life
Ob es an der Arbeit liegt, den Abwesenheiten von zu Hause unter der Woche. Der zumeist späten Rückkehr am Donnerstag Abend, zu oft um Mitternacht.
Oder an meiner Mama und all den Dingen, die mich im Zuge dessen seit Anfang des Jahres bewegen.
Oder daran, dass ich noch keinen Urlaub hatte dieses Jahr.
Oder daran, dass ich alleine bin.
Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass die Zeit mit J. heilt. Dass sie mich so froh macht, dass ich jedes mal traurig bin, wenn er geht, oder wir uns trennen. Ich genieße seine Gesellschaft dermaßen. Er ist wundervoll. Egal ob ernsthafte Gespräche, witzige Exkursionen, kuriose Zustände, entspannte Nachmittage.
Was mich krank macht, sind die Fahrten nach Bonn. Abende ohne Ansprache. Tagsüber Druck im Projekt, das die Aufmerksamkeit dieses Landes auf sich zieht und dementsprechend belastet. Strohhalme wie zwei Kollegen, die nun ebenfalls ab und an in Bonn sind. Vollgestopfte Wochenenden, weil unter der Woche weder Zeit noch Raum sind. Und dass es nach wie vor so aussieht, als wäre eine frühzeitige Rückkehr am Donnerstag unmöglich, so dass eine Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker, meine letzte Hoffnung, flach fällt. Das Gefühl, dass alle an mir zerren, alle etwas wollen, Erwartungen an mich stellen. Und der PC. Vor allem die PC Arbeit. Die Arbeit die ich tue. Wozu. Zu welchem Preis. Die Arbeit als Konstrukt, das sich der Mensch geschaffen hat, um "vorwärts" zu kommen, während er sich Tag um Tag mehr von sich entfremdet.
Gestern kam ich spät nach Mannheim zurück, betrank mich mit dem Klavierlehrer, und schlief mit ihm. Und es ging mir auf, dass er es genießt mit mir zu schlafen. Der Sex war die Suche nach Nähe und das gierige, verzweifelte Verlangen nach Befriedigung, Erfüllung.
Ich bin ratlos und so müde. Außer in der Zeit mit J.
Verlieb ich mich? Nicht in ihn, bitte.. bitte.
Hurts - Wonderful life
Mittwoch, 25. August 2010
okavanga, 00:25h
Kennt sich hier jemand mit Internet-Recht aus? Hätte da eine dringende Anfrage, da unser Studienjahrgang sonst zu knapp 1.000 Euro Strafgeld verdonnert wird. Danke!
Mad world.
okavanga, 22:57h
Nachdem sie das zweite mal 6 Wochen "Aufenthalt" (ein merkwürdiges Wort in diesem Zusammenhang, finde ich) hatte, kam sie Ende Juli zurück in ihre Wohnung. Wir hatten ihr Versprechen, dass sie sich alle zwei Wochen die Depotspritzen geben lässt, was unabdingbar ist, wenn sie wieder anfangen will zu arbeiten.
Angeblich hatte sie die Spritze schon gekauft, als sie zu der Therapeutin ist, die ihr ihr alter Analytiker empfohlen hat. Bei ihr hat sie sich dann über die Nebenwirkungen beschwert (in der Klinik hatte sie ja schon zwei Spritzen bekommen), und diese hat ihr dann kurzerhand Tabletten verschrieben. Was für eine bescheuerte Tusse, echt, ich komm da gar nicht drüber hinweg. So ist für uns wieder nicht nachvollziehbar, ob sie die Medikamente einnimmt oder nicht. Ich finde es verantwortungslos. Die Therapeutin stimmte die Verschreibung nicht mit der Klinik ab, nicht mit uns... es war ihr anscheinend scheissegal ob es nicht vielleicht einen Grund für diese Spritzen gibt.
In meinen Ohren klingen immer noch die Worte der Stationsschwester, die mir vor einigen Wochen erklärte, welche verhehrenden Konsequenzen es haben kann, wenn Patienten immer wieder auf Medikamente eingestellt werden und diese dann jedes mal absetzen, wenn sie nach Hause kommen. Ich will meine Mutter nicht in einer betreuten Einrichtung zu Hause wissen. Denn ansich ist sie von so etwas meilenweit entfernt.
Glasklar in der Birne, immer noch die Alte, abgesehen von diesem einen Punkt, der Paranoia. Nur dieser eine Aspekt, und doch bestimmt er ihr ganzes Leben und meinen Blick auf sie. Langsam beginne ich den Begriff Schizophrenie zu begreifen.
Angeblich nimmt sie die Medikamente, behauptet sie jedenfalls, aber mein Vertrauen und das meines Bruders in sie ist inzwischen extrem angekratzt. Mein Bruder kontrollierte die Schachtel, die Tabletten fehlen, wo auch immer sie nun tatsächlich sind. Ihre Sicht der Dinge bleibt, und zum Teil auch die Symptome, von denen uns nach wie vor nicht klar ist, ob sie real sind, oder sie sich auch das einbildet.
Anfang September beginnt sie tatsächlich mit ihrem Wiedereingliederungsplan in der Arbeit. Sie hat keine Wahl, das Krankengeld läuft aus, dessen ist sie sich bewusst, und deswegen meint sie, es zu schaffen. Und ich habe mir fest vorgenommen so oft wie möglich an den Donnerstagen früh aus B*onn abzureisen, um endlich eine Selbsthilfegruppe besuchen zu können.
Letztendlich können wir nur warten was passiert. Aber zugegeben, meine Zweifel sind groß. Sie sendet uns Mails mit Zusammenfassungen der "Geschehnisse", und mit Links zu Seiten, auf denen sich die Schizos gegenseitig Nährstoff geben, seien es Blogs oder sonstige Websites, deren Bezeichnungen wie Bi*ld-Zeitung-Überschriften anmuten. Es gibt ganze Verbände, die "Opfern" "Hilfe" anbieten. Die Anzahl an verzweifelten vermeintlichen Opfern ist unfassbar groß.
Angeblich hatte sie die Spritze schon gekauft, als sie zu der Therapeutin ist, die ihr ihr alter Analytiker empfohlen hat. Bei ihr hat sie sich dann über die Nebenwirkungen beschwert (in der Klinik hatte sie ja schon zwei Spritzen bekommen), und diese hat ihr dann kurzerhand Tabletten verschrieben. Was für eine bescheuerte Tusse, echt, ich komm da gar nicht drüber hinweg. So ist für uns wieder nicht nachvollziehbar, ob sie die Medikamente einnimmt oder nicht. Ich finde es verantwortungslos. Die Therapeutin stimmte die Verschreibung nicht mit der Klinik ab, nicht mit uns... es war ihr anscheinend scheissegal ob es nicht vielleicht einen Grund für diese Spritzen gibt.
In meinen Ohren klingen immer noch die Worte der Stationsschwester, die mir vor einigen Wochen erklärte, welche verhehrenden Konsequenzen es haben kann, wenn Patienten immer wieder auf Medikamente eingestellt werden und diese dann jedes mal absetzen, wenn sie nach Hause kommen. Ich will meine Mutter nicht in einer betreuten Einrichtung zu Hause wissen. Denn ansich ist sie von so etwas meilenweit entfernt.
Glasklar in der Birne, immer noch die Alte, abgesehen von diesem einen Punkt, der Paranoia. Nur dieser eine Aspekt, und doch bestimmt er ihr ganzes Leben und meinen Blick auf sie. Langsam beginne ich den Begriff Schizophrenie zu begreifen.
Angeblich nimmt sie die Medikamente, behauptet sie jedenfalls, aber mein Vertrauen und das meines Bruders in sie ist inzwischen extrem angekratzt. Mein Bruder kontrollierte die Schachtel, die Tabletten fehlen, wo auch immer sie nun tatsächlich sind. Ihre Sicht der Dinge bleibt, und zum Teil auch die Symptome, von denen uns nach wie vor nicht klar ist, ob sie real sind, oder sie sich auch das einbildet.
Anfang September beginnt sie tatsächlich mit ihrem Wiedereingliederungsplan in der Arbeit. Sie hat keine Wahl, das Krankengeld läuft aus, dessen ist sie sich bewusst, und deswegen meint sie, es zu schaffen. Und ich habe mir fest vorgenommen so oft wie möglich an den Donnerstagen früh aus B*onn abzureisen, um endlich eine Selbsthilfegruppe besuchen zu können.
Letztendlich können wir nur warten was passiert. Aber zugegeben, meine Zweifel sind groß. Sie sendet uns Mails mit Zusammenfassungen der "Geschehnisse", und mit Links zu Seiten, auf denen sich die Schizos gegenseitig Nährstoff geben, seien es Blogs oder sonstige Websites, deren Bezeichnungen wie Bi*ld-Zeitung-Überschriften anmuten. Es gibt ganze Verbände, die "Opfern" "Hilfe" anbieten. Die Anzahl an verzweifelten vermeintlichen Opfern ist unfassbar groß.
Freitag, 20. August 2010
okavanga, 02:53h
Filme berühren mich selten, immer seltener.
Aber jener hier, "Frühling, Sommer, Herbst, Winter und... Frühling", der berührte mich ganz tief. Als hätten die stillen Bilder einen Kokon aus unsichtbaren Seidenfäden um mich gesponnen, und mich dabei im Kern leise und doch nachhaltig erschüttert. Nein nicht erschüttert. Zum Klingen gebracht.
Aber jener hier, "Frühling, Sommer, Herbst, Winter und... Frühling", der berührte mich ganz tief. Als hätten die stillen Bilder einen Kokon aus unsichtbaren Seidenfäden um mich gesponnen, und mich dabei im Kern leise und doch nachhaltig erschüttert. Nein nicht erschüttert. Zum Klingen gebracht.
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