Sonntag, 13. März 2011
Es wird wieder richtig schlimm. Und verrückt. Es MUSS auch einfach irgendetwas nicht stimmen, körperlich. Es passieren so kuriose Sachen, die "gesunde" Zeugen bestätigen. Und sie ist wieder nah vor einem Suizid. Was mich nicht wundert, wenn ich mir ihre Tagesprotokolle durchlese. Sie geht jeden Tag aufs neue durch die Hölle. Sie erleidet Qualen auf einem Niveau, das ich niemals kennenlernen möchte und meinem ärgsten Fein nicht wünsche. Allein die Vorstellung kommt vermutlich nicht annähernd an ihre tatsächliche Empfindung, und schon diese ist unbeschreiblich. Es quält mich in der Seele, wie weh ihr jeder einzelne Tag tut. Wie weh muss etwas tun, bis man sich den Freitod als Erlösung vorstellen kann. Und von diesem angeblich nur noch abgehalten wird, weil "die" sie davon abhalten.

Das ist alles so schrecklich, und wir so überfordert.






Montag, 7. März 2011
Rückblick 1. Woche
Das mit der Wohnung und dem Alleinwohnen geht ziemlich in Ordnung. Ich fühle mich wohl. Privatleben ist okay, wider jeglicher Erwartungen kenne ich hier mehr als ich dachte. Lustig, überraschend. Ein schöner Geburtstag, ein witziger Fasching (das muss was heißen, liegt aber sicher daran, dass es keine Faschingsmusik gab) mit vielen Polizisten (gut gebaut und freizügig).

Das mit der Arbeit. Das ist schwierig. Eine sehr andere Welt. Und meine alte fehlt mir. Mehr als gewöhnungsbedürftige Denkweisen. Ein anderer Altersdurchschnitt. Kein Abspacken mit den Kolleginnen. Kein HaGa-Chef. Ein Betriebsrat. So viele neue Leute. Eine Aufgabe, die mir 5 Nummern zu groß erscheint. Manchmal würd ich mich gern einfach auf dem Klo einsperren. Alles nicht so einfach.

Mama hat mir nicht zum Geburtstag gratuliert. Ist seit 2007 das zweite mal seit meiner Geburt.

Fazit: durchwachsen. Momentanes Gefühl: kacke.

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Samstag, 26. Februar 2011
Tag X.
Hinter HaGa fallen vor dem Fenster des italienischen Restaurants dicke Schneeflocken zwischen grauen Häuserzeilen vom Himmel. Ich fokussiere wieder ihn, in seinem schwarzen Rollkragenpulli, und kann nicht anders als ihn die ganze Zeit anlächeln. Es war ein wunderschönes Gespräch, das mir zeigt, dass ich immer ein zu Hause habe, wenn ich will. Wir sagen uns Auf Wiedersehen, ich steige aufs Rad, und es ist nicht der kalte Wind, der in meinen Augen brennt.

Ich sitze auf meiner Matratze in meinem Noch-Zimmer. Um mich kahle weiße Wände. Bereit für einen neuen Menschen.

Mannheim hat mich zum Klingen gebracht, in allen Facetten. Es waren intensive 4,5 Jahre. Viel Arbeit, viel Kummer, viel Freude, tiefe Schmerzen, soviel Glück. Ein kleiner Professor, eine LeSchwe, die Lieblingskollegen, HaGa, mein Klavierlehrer, die On*kel Ott* Bar, das Rh*d*s. Hafe*nstrand, O*E*G-City-Beach. Die Rheinauen, das Naturschutzgebiet, Filmfestivals, Radtouren nach Speyer, an Badeseen, die Pfalz. So viele Begegnungen, einmalige wie wiederkehrende. Gespräche. Nächte. Tage. Menschen. Es war Leben pur. Und noch nie war ich irgendwo so zu Hause.

Mannheim. Ich wünschte, ich könnte dir einen Liebesbrief schreiben, der deiner würdig ist. Mein Herz allein weiß um all die Erinnerungen und Gefühle, die ich mit dir verbinde. Bei diesem Abschied fahren meine Gefühle Achterbahn, alle dicht gedrängt in einen kleinen Wagen. Ich würd so gern zu dir zurückkehren. Aber wer kann schon so etwas versprechen. So wie niemand mir sagen kann, ob es ein Fehler ist.

Leb wohl. Ich werde dich schmerzlich missen.

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Dienstag, 22. Februar 2011
Ist bisher bei dem einen Karton geblieben. Ich krieg mich nicht überwunden, endlich zu packen.

Dieses Wochenende war aber auch zu verrückt. Wieso zum Teufel kehre ich dieser Stadt den Rücken.

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Donnerstag, 17. Februar 2011
1 Karton gepackt, und schon hallt das Zimmer.


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