... newer stories
Donnerstag, 1. Oktober 2015
okavanga, 09:16h
Ich hänge vorhin mit dem Kopf über dem Waschbecken und werfe mir kaltes Wasser ins Gesicht. Als ich meinen Kopf nach rechts wende damit die Haare nicht nass werden und ich dann den Wasserhahn ausstelle, entdecke ich auf meinem Haarspray eine kostenloste Service Hotline Nummer. Ich sollte da anrufen, ist mein erster Gedanken. Und mein zweiter: ob da echt Leute anrufen? Was erzählen sie da? „Ja schönen guten Tag, ich bräuchte bitte Hilfe beim Befestigen meines Ponies. Ich habe schon alles versucht aber Ihr Produkt schafft es einfach nicht.“ „Das ist gar kein Problem, nennen Sie mir doch bitte die gewünschten Lageparameter des Ponies.“
Dann gehe ich wieder ins Bett.
Dann gehe ich wieder ins Bett.
Donnerstag, 1. Oktober 2015
okavanga, 00:17h
Und plötzlich war er weg. Einfach so, bin ich versucht zu sagen. Auch wenn das nicht stimmt. Aber dann halt doch. Weg. Eine Frage von weniger als 10 Minuten. So schnell geht das.
Es ist schwer bis unmöglich mir nicht selbst den Stempel der Versagerin draufzudrücken.
Es ist schwer bis unmöglich mir nicht selbst den Stempel der Versagerin draufzudrücken.
Mittwoch, 2. September 2015
Kaufen kaufen kaufen.
okavanga, 00:13h
Wenn ich tatsächlich mal einen Sender schaue der Werbepausen bringt, dann muss ich in diesen Werbeblöcken wegschalten. Nicht, weil es mich langweilt oder nicht interessiert - also das auch - aber es macht mich extrem aggressiv. Allein schon vom Zuhören, wenn ich nicht hinschaue weil ich Wäsche aufhänge oder eine Nachricht tippe: die Melodien, die Stimmen, die Texte. Unerträglich! Wie halten andere Menschen das aus?
Tatsächlich bin ich auch relativ konsumresistent. Ich kaufe mir selten neue Kleidung, Haushaltsgegenstände oder Elektrogeräte. Vieles erbe ich aus dem Freundeskreis: die meisten wollen immer das neueste Handymodell und vermachen mir ihr altes. Oder sie wollen neues Geschirr, dann bekomme ich das alte. Oder sie haben nun einen Induktionsherd, dann bekomme ich die alten Töpfe. Sogar zu meiner Anlage samt Boxen bin ich auf diese Art und Weise gelangt. Dabei schwatze ich das den Leuten echt nie ab. Die kommen immer aktiv auf mich zu. Wenn ich etwas kaufe versuche ich mich immer zu fragen: brauche ich das jetzt echt? Wielang oder wie oft kann ich das verwenden? Kann ich mir da auch irgendwo leihen oder alt geben lassen? Wenn eine Hose ein Loch hat, werfe ich sie nicht weg sondern bringe sie zur Schneiderin (ein Hoch auf sie, sie hat begnadete Hände). Ich habe immer noch die Badetücher, die meine Mutter mir vor 16 Jahren für die erste eigene Wohnung geschenkt hat, ebenso den Bratwender, die Auflaufform, ... Eklig? Hm. Über die Jahre kamen natürlich auch immer mal vereinzelt neue Dinge hinzu. Trendy und immer auf dem neuesten Stand bin ich sicher nicht. Allerdings vermisse ich auch absolut nichts (außer mehr Urlaubstage).
Dabei geht es mir primär gar nicht um das Finanzielle. Zum einen hasse ich shoppen. Wenig löst in mir größeres Unverständnis aus als die Aussage "wir gehen am Samstag shoppen" - wann wurde das eine Freizeitaktivität? Ganz zu schweigen von diesem nicht nachvollziehbaren angeblichen Schuh-Tick von Frauen. Wer hat das erfunden? Ist das echt so? Schuhe, echt? Also nichts gegen gute Schuhe, aber warum so viele?? Zum anderen weil eh schon genug Ressourcen verschleudert werden. Auch die Amazon-/ Online-Bestell-Besessenheit ist völlig an mir vorübergegangen.
Weniger resisten bin ich dagegen bei Büchern und Essen. [Ergänzung: und Hauschka-Produkten. Bisschen Weib is auch in mir.] Aber da find ich mein Geld auch ganz gut investiert.
Wie handhaben Sie das?
~ Die Toten Hosen - Kauf mich
Tatsächlich bin ich auch relativ konsumresistent. Ich kaufe mir selten neue Kleidung, Haushaltsgegenstände oder Elektrogeräte. Vieles erbe ich aus dem Freundeskreis: die meisten wollen immer das neueste Handymodell und vermachen mir ihr altes. Oder sie wollen neues Geschirr, dann bekomme ich das alte. Oder sie haben nun einen Induktionsherd, dann bekomme ich die alten Töpfe. Sogar zu meiner Anlage samt Boxen bin ich auf diese Art und Weise gelangt. Dabei schwatze ich das den Leuten echt nie ab. Die kommen immer aktiv auf mich zu. Wenn ich etwas kaufe versuche ich mich immer zu fragen: brauche ich das jetzt echt? Wielang oder wie oft kann ich das verwenden? Kann ich mir da auch irgendwo leihen oder alt geben lassen? Wenn eine Hose ein Loch hat, werfe ich sie nicht weg sondern bringe sie zur Schneiderin (ein Hoch auf sie, sie hat begnadete Hände). Ich habe immer noch die Badetücher, die meine Mutter mir vor 16 Jahren für die erste eigene Wohnung geschenkt hat, ebenso den Bratwender, die Auflaufform, ... Eklig? Hm. Über die Jahre kamen natürlich auch immer mal vereinzelt neue Dinge hinzu. Trendy und immer auf dem neuesten Stand bin ich sicher nicht. Allerdings vermisse ich auch absolut nichts (außer mehr Urlaubstage).
Dabei geht es mir primär gar nicht um das Finanzielle. Zum einen hasse ich shoppen. Wenig löst in mir größeres Unverständnis aus als die Aussage "wir gehen am Samstag shoppen" - wann wurde das eine Freizeitaktivität? Ganz zu schweigen von diesem nicht nachvollziehbaren angeblichen Schuh-Tick von Frauen. Wer hat das erfunden? Ist das echt so? Schuhe, echt? Also nichts gegen gute Schuhe, aber warum so viele?? Zum anderen weil eh schon genug Ressourcen verschleudert werden. Auch die Amazon-/ Online-Bestell-Besessenheit ist völlig an mir vorübergegangen.
Weniger resisten bin ich dagegen bei Büchern und Essen. [Ergänzung: und Hauschka-Produkten. Bisschen Weib is auch in mir.] Aber da find ich mein Geld auch ganz gut investiert.
Wie handhaben Sie das?
~ Die Toten Hosen - Kauf mich
Dienstag, 25. August 2015
In der Schwebe.
okavanga, 22:12h
Unser Streit begann ganz klassisch. Nachts im Auto. Ich auf dem Beifahrersitz. Mehr muss ich vermutlich gar nicht erläutern.
Ich persönlich befürworte ja Streit in Beziehungen. Ich bin ein Gegner sachlicher Diskussionen. Da bleibt oft vieles (an Emotionen) verborgen, unter dem Teppich, und gärt da weiter vor sich hin. Damit meine ich keinesfalls Ehrverletzung oder Respektlosigkeit, sondern eben ein ordentliches Gewitter. Der Mann kann und mag das nicht. Er braucht dann Signale der Versöhnlichkeit, bevor wir ins Bett oder auseinander gehen. Ich kann und brauche das nicht immer. Wenn ich wütend bin, kann ich oft nicht aus meiner Haut, und erwarte auch vom anderen keine versöhnlichen Signale. Dann WILL ich sauer sein.
Schwierig wird das wenn einer spürt, dass die Basis gerade auf sehr wackligen Füßen steht. Deswegen verstehe ich im Nachhinein, warum er dieses Signal gebraucht hätte. Er spürt die ganze Zeit was mit mir los ist, dass ich mich entziehe, dass er nicht mehr sicher sein kann, ob ich gerne mit ihm zusammen bin. Das tut mir wahnsinnig leid, denn ich will ihm nicht weh tun.
Gestern am Telefon bestätige ich ihm alles was er spürt, es bricht sehr ehrlich und mit nassen Augen aus mir heraus, auch wenn ich panische Angst habe vor den möglichen Konsequenzen.
Er sagt, er braucht eine Perspektive. Die kann ich ihm aber nicht geben. Es gibt keine Erfolgsgarantie in Beziehungen, und für Therapien auch nicht. Ich habe permanent das Gefühl Erwartungen, Wünsche nicht erfüllen zu können, auch wenn ich es so gerne würde. Aber ich bin keine Maschine, bei der ein gewisser Input dann auch einen positiven Output liefert. Ich verstehe, dass er eigentlich nur ein JA ICH WILL von mir braucht. Und irgendwo ist das auch da. Vielleicht. Manchmal spüre ich das deutlich. Und dann habe ich wieder Abwehr und Abneigung. Sehen Sie? Ich auch nicht. Und erstrecht nicht, weil die ganzen letzten Monate wirklich wahnsinnig schön waren. Alles war gut.
Gestern sagt er, dass er nicht weiß, ob er das alles mitgehen kann. Das macht mir Angst, löst zusätzlichen Druck in mir aus, und gleichzeitig irgendwie auch Erleichterung. Als würde da etwas in mir nur darauf lauern, dass es vorbei ist. Weil ich dann nicht weiter kämpfen, mich stellen muss. Über meine Grenzen gehen muss.
Heute erzählt mein Bruder mir, dass seine Freundin und er sich verlobt haben. So sehr ich mich für beide freue - ich fühle mich wie das Versagerkind. Verloren. Irreparabel. Muss aufpassen, dass nicht plötzlich alles grau wird.
Warum ich Schiss vor einer neuen Therapie habe hat noch einen anderen Hintergrund. Einen, den ich hier nicht sagen möchte. Aber es könnte etwas tangieren, was mich viel Zeit und Energie gekostet hat. Wenn das nun alles vergebens war, und die Beziehung flöten geht, stehe ich gefühlt wieder im Mai 2015. Und das würde mir den Boden unter den Füßen wegziehen.
Herbert Grönemeyer im Ohr. [elektronische Klänge gibts grad nich dafür]
Ich persönlich befürworte ja Streit in Beziehungen. Ich bin ein Gegner sachlicher Diskussionen. Da bleibt oft vieles (an Emotionen) verborgen, unter dem Teppich, und gärt da weiter vor sich hin. Damit meine ich keinesfalls Ehrverletzung oder Respektlosigkeit, sondern eben ein ordentliches Gewitter. Der Mann kann und mag das nicht. Er braucht dann Signale der Versöhnlichkeit, bevor wir ins Bett oder auseinander gehen. Ich kann und brauche das nicht immer. Wenn ich wütend bin, kann ich oft nicht aus meiner Haut, und erwarte auch vom anderen keine versöhnlichen Signale. Dann WILL ich sauer sein.
Schwierig wird das wenn einer spürt, dass die Basis gerade auf sehr wackligen Füßen steht. Deswegen verstehe ich im Nachhinein, warum er dieses Signal gebraucht hätte. Er spürt die ganze Zeit was mit mir los ist, dass ich mich entziehe, dass er nicht mehr sicher sein kann, ob ich gerne mit ihm zusammen bin. Das tut mir wahnsinnig leid, denn ich will ihm nicht weh tun.
Gestern am Telefon bestätige ich ihm alles was er spürt, es bricht sehr ehrlich und mit nassen Augen aus mir heraus, auch wenn ich panische Angst habe vor den möglichen Konsequenzen.
Er sagt, er braucht eine Perspektive. Die kann ich ihm aber nicht geben. Es gibt keine Erfolgsgarantie in Beziehungen, und für Therapien auch nicht. Ich habe permanent das Gefühl Erwartungen, Wünsche nicht erfüllen zu können, auch wenn ich es so gerne würde. Aber ich bin keine Maschine, bei der ein gewisser Input dann auch einen positiven Output liefert. Ich verstehe, dass er eigentlich nur ein JA ICH WILL von mir braucht. Und irgendwo ist das auch da. Vielleicht. Manchmal spüre ich das deutlich. Und dann habe ich wieder Abwehr und Abneigung. Sehen Sie? Ich auch nicht. Und erstrecht nicht, weil die ganzen letzten Monate wirklich wahnsinnig schön waren. Alles war gut.
Gestern sagt er, dass er nicht weiß, ob er das alles mitgehen kann. Das macht mir Angst, löst zusätzlichen Druck in mir aus, und gleichzeitig irgendwie auch Erleichterung. Als würde da etwas in mir nur darauf lauern, dass es vorbei ist. Weil ich dann nicht weiter kämpfen, mich stellen muss. Über meine Grenzen gehen muss.
Heute erzählt mein Bruder mir, dass seine Freundin und er sich verlobt haben. So sehr ich mich für beide freue - ich fühle mich wie das Versagerkind. Verloren. Irreparabel. Muss aufpassen, dass nicht plötzlich alles grau wird.
Warum ich Schiss vor einer neuen Therapie habe hat noch einen anderen Hintergrund. Einen, den ich hier nicht sagen möchte. Aber es könnte etwas tangieren, was mich viel Zeit und Energie gekostet hat. Wenn das nun alles vergebens war, und die Beziehung flöten geht, stehe ich gefühlt wieder im Mai 2015. Und das würde mir den Boden unter den Füßen wegziehen.
Herbert Grönemeyer im Ohr. [elektronische Klänge gibts grad nich dafür]
Montag, 24. August 2015
okavanga, 23:28h
Nich so gut. Mit dem Mann. Wieder auf der Suche nach nem neuen Onkel. Mein alter Theraonkel empfiehlt mir einen Wechsel im Therapieverfahren, hin zu tiefenpsychologisch fundiert.
Ich hätte bis Mitte Juni nie gedacht, dass ich wieder auf meine alten Themen stoße. Dachte, ich bin darüber hinaus. Wohl nich.
Ich hätte bis Mitte Juni nie gedacht, dass ich wieder auf meine alten Themen stoße. Dachte, ich bin darüber hinaus. Wohl nich.
... older stories

