Freitag, 9. Oktober 2015
Völlig ausgepowert. Weit und weich. Und hoffentlich mit einer Nacht vor mir, die ich traumlos durchschlafe.

Herz und Gedanken auf Reisen schicken. Dieses Set begleitet mich durch die Tage.

~ Rampue - Live At Robot Heart - Burning Man 2015

Der Mann ~ ... link





Donnerstag, 8. Oktober 2015
Der ist nicht zimperlich. Was er spiegelt, sitzt.

Seelenheil ~ ... link





Mittwoch, 7. Oktober 2015
Gefühlt wiege ich eine Tonne. Alles an mir ist schwer. Und ich bin müde. Dabei weiß ich gar nicht, wieso ich eigentlich so mitgenommen bin.

Über allem schwebt für mich die große Frage: wohin ist das, was da am Anfang so intensiv war? Ist das weg, einfach so? War es nie wirklich da? Oder hab ichs vergraben, zugeschüttet? Und wie konnte er uns jetzt einfach so ... abschneiden? Wieso habe ich nie gesagt: "Ok, weißt du was, scheiß drauf, ich kann auch an unserem Standort dort arbeiten, und ich kann auch von dort aus mein neues Privatprojekt bearbeiten. Lass es uns versuchen, ich pack die Katze ein und wir testen 4 Wochen Zusammenleben." Weil ichs einfach nicht wollte? Nicht konnte? Weils etwas Neues wäre, so absolut fern meiner bisherigen Verhaltensmuster?

Es macht mich geradezu fassungslos dass diesmal einer geht, weil es ihm zu wenig Nähe ist. Sonst bin ich die, die geht, weil ich mit der geforderten Nähe nicht dienen kann, weil ich mich erdrückt und überfordert fühle. Weil ich flüchten will. (Oder ich quälte mich selbst jahrelang an Vollpfosten ab, die überhaupt nicht nähefähig sind.. schauder.)
Und etwas davon hat sich wohl auch bei mir angebahnt, hab mich zurückgezogen, ... [langer Text über mein Innenleben, von dem ich jetzt echt keinen Bock hab ihn zu tippen] bla bla...

Ich hatte das alles schon mal. Langjährige Leser kennen vielleicht noch meine Einträge über Th.
Es ist sich so erschreckend ähnlich, dass ich in kaltem Grauen nur die Augen aufreisse und denke: Fuck warum hast du das nicht kommen sehen.
Aber ich packs nicht nochmal so lang um jemanden zu trauern.

Ich bleibe zurück in großer Ratlosigkeit.

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Montag, 5. Oktober 2015
Heute in der Arbeit vergesse ich alle 10 Minuten, was ich eigentlich machen wollte. Ein wunder, wenn ich hier gleich bis "Veröffentlichen" komme.

Auf der Suche nach einer runtergeladenen Datei im Download-Ordner ausversehen den Blick auf das Miniaturfoto mit uns beiden in Südfrankreich geworfen. Irgendwie begreif ich das alles gar nicht.

Traurigkeit hat einen Geschmack. Ich weiß nicht, ob Sie den auch kennen. Es ist wirklich so, dass tiefer Kummer bei mir einen ganz bestimmten Geschmack verursacht. Lang nicht mehr geschmeckt.

Als ich meine Mailbox abhöre und keine Ahnung wie lang nach Ende der Sprachnachricht immer noch den Hörer wie gebannt ans Ohr halte und aus dem Fenster starre, ist es dann zum Glück auch Zeit nach Hause zu gehen. An den Inhalt der Nachricht kann ich mich nicht erinnern.


Nicht absaufen jetzt. Du wusstest doch selbst nicht mehr wie dir geschieht in dieser Beziehung. Lass es los, aber lass dich nicht gehen. Ich weiß, du willst den Geschmack loswerden. Aber der wird jetzt einfach noch ne ganze Weile da sein.

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Sonntag, 4. Oktober 2015
Nachdem mir gestern der mehrstündige Spaziergang mehr als nur gut getan hat, bewirkt ein solcher heute kaum etwas. Umso schwerer fällt es mir mich am Abend aufzuraffen für das Science Slam. Ein Kollege hat bereits vor mehreren Wochen Karten besorgt und eigentlich wollten der Mann und ich gemeinsam dort hin.

Nun stehen da nur Kollege M., seine zwei Kids im Alter von 16 und 14 und ich. "Hey, warum kommst du nun doch alleine???" begrüßt mich M. "Naja... was soll ich sagen... solo, hmm"... mir steigen die Tränen in die Augen. "Heee...." der Kollege ist ein bisschen verlegen, die Kids erstrecht, und wir entschließen uns dazu reinzugehen.

Der erste Beitrag läuft außer Konkurrenz und wird von ausgerechnet von einem Juristen vorgetragen. Das hätte dem Mann gefallen. Sehr sogar. Es ist schade, hier ohne ihn zu sein.

Am Ende des Abends bin ich guter Laune, es war unterhaltsam und abwechslungsreich, und nicht zuletzt hier merke ich, wie neugierig ich bin auf Neues, wie wissbegierig und hungrig auf Lernen. Gut so, das brauche ich, sonst werden die nächsten Jahre schwer. Ein dickes Plus bekommt auch das letzte Glas Wein. "Ich glaub, der Junge war nicht beim Briefing dabei als es darum ging wieviel man einschenkt" lacht M. und stellt mir ein randvolles Glas hin. Hoch die Tassen.

Es ist kurios wie ich oft genau im richtigen Moment die richtigen Menschen treffe. Im Lauf des Abends verabschieden sich M.'s Kinder, für die is das einfach nix. Wärs für mich in dem Alter auch nich gewesen, aber es war schön dass sie dabei waren. Jedenfalls stehe ich so nach der Veranstaltung allein mit M. vor meinem Fahrrad in der echt lauen Herbstnacht und wir kommen ins Reden. Das was ich für mich mitnehme und was wir reden ist sehr intim, und es wundert mich als ich mich auf seine Frage, ob ich jemanden zum Reflektieren habe, sagen höre: ja, ich hocke jetzt beim 6. Therapeuten. Es schein ihn weder zu wundern noch zu schockieren. Er sitzt auch bei jemandem, allerdings einige Kilometer entfernt.

Er sagt mir ganz wundbare Dinge, von denen ich so viel mehr als Wahrheiten annehmen kann als noch vor einigen Jahren, dass ich mich allein darüber freue. Und ich freue mich über die feste und lange Umarmung, dass er mich wiegt und mir so schöne Dinge ins Ohr flüstert.

Irgendwann werde ich mir reichen. Das bin ich mir schuldig.

Der Mann ~ ... link