Samstag, 21. September 2019
Für heute war ab 13 Uhr eine Firmenveranstaltung im Alten Hallenbad Heidelberg angesetzt. Das kam mir nicht so gelegen, da ich am Klimastreik in Mannheim teilnehmen wollte. Eine kurze Recherche zeigte, dass Heidelberg bereits um 11 Uhr mit dem Streik startet und ich beschloss, dann eben dort mitzulaufen.

Es war sehr komisch mich alleine auf den Weg zu machen. Ich war noch nie allein auf einer Demo. Gleich hinterm Heidelberger Bahnhof entdeckte ich einen weiteren Einzelmenschen und fragte ihn kurzerhand, ob ich mich ihm anschließen dürfe. Für ihn erwies sich das ebenfalls als glückliche Begegnung, da er nun sein großes Transparent nicht mehr alleine halten musste.

Erst um 14 Uhr schaffte ich es dann zur Firmenveranstaltung. Dort erklärte mir ein Kollege, dass er etwas früher gehen würde, damit er um 17 Uhr am Hbf Mannheim ist. Ach, stutzte ich, willst du zum Klimastreik? Ja klar, meinte er. Du weisste was, dann geh ich nochmal mit. Ein weiterer Kollege schloss sich uns an.

Die Stimmung war jeweils toll. Heidelberg kam mir lauter, lebendiger vor, vielleicht weil, so schien mir, dort mehr Kinder, Jugendliche und Studierende dabei waren. Mannheim wähnte ich im Schnitt älter. Bewundernswert sind die Kreativität und Hingabe, mit der Menschen ihre Plakete und Banner gestalten. Außerdem bewegte mich die Leidenschaft, die aus den Bildern wie aus den Menschen sprach.

Wenn ich jetzt in Kreuz, Hintern und Knie reinspüre, schätze ich, dass ich mich nächstes mal bei den Omas verorten sollte.

Fotos morgen.

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Montag, 16. September 2019
Spätsommer Randnotizen
Heimweg vom See, mit Rad, unsortiert, zwischen Gleisen und Feldern.

Über dem Pfälzer Wald schwebt ein Heißluftballon zwischen weißen Wolkenschlieren auf blauem Himmel. Krähen ziehen Kreise über abgeernteten Felder. Die Schwalben sind schon weg.

Geruch von Laub, und Gleisen.

Herbstliches Frühabendlicht. Wärmt die Haut.

Im Kopf "Blick zurück" von Herbert Grönemeyer. Seit wann muss man sich rechtfertigen wenn man laut gegen Rechts spricht. Was ist passiert.

Vogelzwitschern, Krähenrufe. Sonst soviel Stille wie nie in der Stadt.

Weiße Schmetterlinge tanzen über Spätblühern.



Disteln am Wegesrand.



Natur füllt das Herz. Unvorstellbar wie es ohne all das wäre.



Ab und an rattert eine S-Bahn vorbei. Auf einem Vierersitz küssen sich zwei Menschen.



Seitenwechsel. Zwischen Gleisen und Schrebergärten, die zum Glück so gar nicht der spießig-gestutzten Vorstellung entsprechen wollen. Sie wuchern noch üppig.

Beeren. Rot, blau, orange. Ein erster Knallerbsenstrauch an Maschendrahtzaun. Hasen wagen sich aus dem Gebüsch wenn ich still stehe. In der Luft summen und brummen Insekten.



Kaum passiere ich die ersten Ludwigshafener Häuser, kreuzt eine Ratte den Weg. Nicht dass noch zuviel Spätsommerromantik aufkommt.

~ Herbert Grönemeyer - Blick zurück


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Freitag, 13. September 2019
Jetzt fängt das wieder an. Dieses Gefühl des Fallens. Besonders stark ist es beim Aufwachen. Als wäre der Schlaf ein einziges Fallen, mit dem Rücken gen Boden, den Blick nach oben, in ein schwarzes Nichts, und mit dem Aufwachen feder ich zurück an einem harten Gummiband. Das zieht vor allem in Brust und Herz. Nach dem Rückfedern bleibt ein Echo dieses Gefühls, Herzrasen, und etwas wie Entsetzen.

Danach der Wunsch nicht aufstehen zu müssen. Einfach zurücksinken in etwas, das ich nicht bewusst steuer, in etwas das ich nicht bewusst wahrnehmen muss. Etwas das einfach geschieht. Ohne mein Zutun.

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Sonntag, 8. September 2019
Der Abend endet in rosa Feen-Bettwäsche.
Das war, so ganz unverhofft, ein sehr schöner Tag.

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Samstag, 7. September 2019
Angustus und der große Kummer.
Das Wasser läuft und läuft aus den Augen. Möchte mich nur unter der Bettdecke verkriechen, stattdessen in einer Stunde ein erstes Date. Wieso ich das überhaupt mache, mit dem Daten? Verzweiflung. Und zwar nicht die Verzweiflung, mit der man unbedingt jemanden sucht. Sondern die, mit der man unbedingt von jemandem oder etwas weg will. Verzweifelte Versuche das Herz zu überlisten.

Danach dann zu der Geburtstagsfeier in den Taunus.

Keine Ahnung.

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