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Mittwoch, 29. Juni 2022
okavanga, 23:54h
Am Freitag stand der erste Test an. Der war mir nicht so wichtig, die Uni ist nicht meine Prio 1. Wobei ich angesichts der Gesamtsituation hinsichtlich Masterzulassungen eigentlich inzwischen jede Uni priorisiere. Also: egal wo. Hauptsache, dass.
Der Test lief so la la. Ging mit einem 50/50 Gefühl raus, stieg in den falschen Zug, gelangte dann aber, dank des Fahrrads, doch noch nach Heidelberg zur Meditationsgruppe. Dort ist es toll. Übrigens liebe ich das 9 Euro Ticket. Ich kann in der Gegen rumgurken, mit meinem Fahrrad, kann am Ankunftsort direkt weiterradeln, oder auf andere Öffentliche umsteigen, ohne mir Gedanken über Tarife zu machen. Ich LIEBE es!
Am Samstag trat ich dann zu dem Test an, der mir sehr sehr wichtig war, und auf den ich mich - unter Berücksichtigung meiner zeitlichen und energetischen Kapazitäten - bestmöglich vorbereitet habe. Vor dem Test traf ich mich mit der ehemaligen Kommilitonin, die bereits seit einem Jahr an dieser Uni studiert. Sie zeigte mir Teile des Campus, die Uni ist wunderschön gelegen. Ich war ganz Feuer und Flamme. Das Geloder erlosch allerdings ganz schön schnell, als ich im Test saß. Zum einen saßen mit mir ca. 200 - 300 Menschen im Saal, von denen, einschließlich mir, ca. 5 Menschen Mund-Nasen-Schutz trugen. Wtf. Beim Freitags-Termin wurde penibel darauf geachtet und darauf hingewiesen, dass eine Teilnahme nur mit Maske möglich ist. Hier schien das nun absolut niemanden zu interessieren. Das wurde dann noch getoppt von den 100 Fragen. Ich kam mir vor, als wäre ich in einer Rate-Show ohne jemals den Bachelor absolviert zu haben. Meine Verzweiflung wuchs von Frage zu Frage.
Eigentlich wollte ich danach an der Infoveranstaltung teilnehmen. Dort sollten Infos zu Organisation und Ablauf des Masters vorgestellt werden. Ich war dermaßen deprimiert, dass ich dachte, das kann ich alles einfach nur in der Pfeiffe rauchen. Hirn und Herz waren fix und fertig.
Und dann geschah etwas tolles. Ich wollte nur noch weinen und bemerkte, wie ich kurz davor war den Pfad der Selbstzerfleischung zu beschreiten. "Du bist nichts, du kannst nichts, hast du nicht gut genug vorbereitet..."... Doch ich merkte, dass mich das zum einen sehr langweilt, zum anderen war mir das überhaupt kein Bedürfnis. Also suchte ich mir eine Bank im angrenzenden Wäldchen, weinte, und nahm mich innerlich sehr liebevoll in den Arm. Ich war enttäuscht, ja. Und das war auch völlig ok. Ich hörte tief in mich rein, was denn nun ein Bedürfnis des Anteils war, den ich während der ganzen letzten Tage mit Vorbereitung und Aufregung immer wieder vertröstet hatte. Er rief ganz laut: "Bitte lass uns das Münster ankucken, dann eine leckere Pizzeria aufsuchen und uns richtig verwöhnen." Gesagt getan. Von Minute zu Minute wurde ich versöhnlicher, und konnte dabei doch meine Enttäuschung und Traurigkeit zulassen. Es war so befreiend, diesen Weg zu gehen, und das ganz aufrichtig, ohne künstliche oder aufgesetzte Heiterkeit. Die Situation abgeben, wissend, dass ich sie nun nicht mehr beeinflussen kann, und dass ich mein bestes getan habe, und mich dann einfach um das zu kümmern, was in mir ist.
In all dem, was mir da durch den Kopf ging, und was ich in mir und mit mir tun konnte, merkte ich, wie viel ich aus der Klinik mitgenommen habe, und dass diese Saat ihre Zeit braucht, und dass diese Zeit aber auch kommt. Statt mich zu zerfleischen, genoss ich den warmen Spätnachmittag in dieser fremden Stadt. Erfreute mich daran, unterwegs zu sein, neues zu sehen, neues zu erleben, und weiterhin auf meinem Weg zu sein, mein Ziel zu verfolgen, auch wenn es vielleicht nicht immer gleich klappt. Und es schlich sich eine leise Hoffnung ein, dass bei anderen der Test vielleicht auch so kacke lief, und dass meine Bachelornote vielleicht ein bisschen was puffert, und dass ich vielleicht mit unglaublich viel Glück - Glück habe.
Egal wie es ausgeht. Diese Erfahrung war so wertvoll für mich. Vermutlicher wertvoller als jede Zulassung.
Der Test lief so la la. Ging mit einem 50/50 Gefühl raus, stieg in den falschen Zug, gelangte dann aber, dank des Fahrrads, doch noch nach Heidelberg zur Meditationsgruppe. Dort ist es toll. Übrigens liebe ich das 9 Euro Ticket. Ich kann in der Gegen rumgurken, mit meinem Fahrrad, kann am Ankunftsort direkt weiterradeln, oder auf andere Öffentliche umsteigen, ohne mir Gedanken über Tarife zu machen. Ich LIEBE es!
Am Samstag trat ich dann zu dem Test an, der mir sehr sehr wichtig war, und auf den ich mich - unter Berücksichtigung meiner zeitlichen und energetischen Kapazitäten - bestmöglich vorbereitet habe. Vor dem Test traf ich mich mit der ehemaligen Kommilitonin, die bereits seit einem Jahr an dieser Uni studiert. Sie zeigte mir Teile des Campus, die Uni ist wunderschön gelegen. Ich war ganz Feuer und Flamme. Das Geloder erlosch allerdings ganz schön schnell, als ich im Test saß. Zum einen saßen mit mir ca. 200 - 300 Menschen im Saal, von denen, einschließlich mir, ca. 5 Menschen Mund-Nasen-Schutz trugen. Wtf. Beim Freitags-Termin wurde penibel darauf geachtet und darauf hingewiesen, dass eine Teilnahme nur mit Maske möglich ist. Hier schien das nun absolut niemanden zu interessieren. Das wurde dann noch getoppt von den 100 Fragen. Ich kam mir vor, als wäre ich in einer Rate-Show ohne jemals den Bachelor absolviert zu haben. Meine Verzweiflung wuchs von Frage zu Frage.
Eigentlich wollte ich danach an der Infoveranstaltung teilnehmen. Dort sollten Infos zu Organisation und Ablauf des Masters vorgestellt werden. Ich war dermaßen deprimiert, dass ich dachte, das kann ich alles einfach nur in der Pfeiffe rauchen. Hirn und Herz waren fix und fertig.
Und dann geschah etwas tolles. Ich wollte nur noch weinen und bemerkte, wie ich kurz davor war den Pfad der Selbstzerfleischung zu beschreiten. "Du bist nichts, du kannst nichts, hast du nicht gut genug vorbereitet..."... Doch ich merkte, dass mich das zum einen sehr langweilt, zum anderen war mir das überhaupt kein Bedürfnis. Also suchte ich mir eine Bank im angrenzenden Wäldchen, weinte, und nahm mich innerlich sehr liebevoll in den Arm. Ich war enttäuscht, ja. Und das war auch völlig ok. Ich hörte tief in mich rein, was denn nun ein Bedürfnis des Anteils war, den ich während der ganzen letzten Tage mit Vorbereitung und Aufregung immer wieder vertröstet hatte. Er rief ganz laut: "Bitte lass uns das Münster ankucken, dann eine leckere Pizzeria aufsuchen und uns richtig verwöhnen." Gesagt getan. Von Minute zu Minute wurde ich versöhnlicher, und konnte dabei doch meine Enttäuschung und Traurigkeit zulassen. Es war so befreiend, diesen Weg zu gehen, und das ganz aufrichtig, ohne künstliche oder aufgesetzte Heiterkeit. Die Situation abgeben, wissend, dass ich sie nun nicht mehr beeinflussen kann, und dass ich mein bestes getan habe, und mich dann einfach um das zu kümmern, was in mir ist.
In all dem, was mir da durch den Kopf ging, und was ich in mir und mit mir tun konnte, merkte ich, wie viel ich aus der Klinik mitgenommen habe, und dass diese Saat ihre Zeit braucht, und dass diese Zeit aber auch kommt. Statt mich zu zerfleischen, genoss ich den warmen Spätnachmittag in dieser fremden Stadt. Erfreute mich daran, unterwegs zu sein, neues zu sehen, neues zu erleben, und weiterhin auf meinem Weg zu sein, mein Ziel zu verfolgen, auch wenn es vielleicht nicht immer gleich klappt. Und es schlich sich eine leise Hoffnung ein, dass bei anderen der Test vielleicht auch so kacke lief, und dass meine Bachelornote vielleicht ein bisschen was puffert, und dass ich vielleicht mit unglaublich viel Glück - Glück habe.
Egal wie es ausgeht. Diese Erfahrung war so wertvoll für mich. Vermutlicher wertvoller als jede Zulassung.
Donnerstag, 23. Juni 2022
okavanga, 00:39h
Weitere Einladung zu einem Studierfähigkeitstest. Somit wären erstmal alle, bei denen das zur Option stand, eingetrudelt. Eine weitere Bewerbung versendet, da stünde auch ein Test an, mit dem rechne ich aber nicht, bzw. würde man mir die Zulassung wieder entziehen, selbst wenn ich genommen werde, weil mir eben wieder jene spezifischen ECTS fehlen. Egal, mal sehen. Muss noch ein paar Bewerbungen versenden nach diesem Wochenende, jetzt erstmal die ersten beiden Tests.
Bei der Vorbereitung lese ich alte Unterlagen anderer Unis und meiner Uni quer und merke, wie sehr ich Lust drauf hab, dass es im Herbst weiter geht. Mir fehlt das Studium. Es interessiert mich einfach. Ich hoffe das Beste und freue mich.
Bei der Vorbereitung lese ich alte Unterlagen anderer Unis und meiner Uni quer und merke, wie sehr ich Lust drauf hab, dass es im Herbst weiter geht. Mir fehlt das Studium. Es interessiert mich einfach. Ich hoffe das Beste und freue mich.
Back to crap.
okavanga, 14:45h
Seit ich wieder mehr Nachrichten konsumiere, weiß ich, warum ich weniger konsumiert habe, und werde dahin vielleicht auch einfach zurückkehren. Zurückkehren scheint ja total IN zu sein: zurück zu Kohle, Atomstrom, 42 Stunden Woche.
Deutschland wird für mich immer unattraktiver. Wir sind so krass innovationslos und rückwärtsgewandt, wo so viele Probleme mit neuen Strategien gelöst werden wollen. Und da behauptet die FPD, Verbote würden Innovation verhindern. Bisher haben wir kaum Verbote - sinnvolle Innovationen für die bestehenden Probleme sehe ich aber echt überhaupt keine - oder sie werden ignoriert/ nicht weiterentwickelt/ nicht weiterverfolgt. Vielleicht weiß ich aber auch zu wenig. Dieses Wissen scheint dann aber auch denen zu fehlen, die alte Lösungen für diese gegenwärtigen Probleme fordern.
Kannste dir nicht ausdenken.
Deutschland wird für mich immer unattraktiver. Wir sind so krass innovationslos und rückwärtsgewandt, wo so viele Probleme mit neuen Strategien gelöst werden wollen. Und da behauptet die FPD, Verbote würden Innovation verhindern. Bisher haben wir kaum Verbote - sinnvolle Innovationen für die bestehenden Probleme sehe ich aber echt überhaupt keine - oder sie werden ignoriert/ nicht weiterentwickelt/ nicht weiterverfolgt. Vielleicht weiß ich aber auch zu wenig. Dieses Wissen scheint dann aber auch denen zu fehlen, die alte Lösungen für diese gegenwärtigen Probleme fordern.
Kannste dir nicht ausdenken.
Montag, 20. Juni 2022
okavanga, 21:34h
Die Zimmergenossin aus der Klinik hat mir heute etwas wunderschönes geschrieben. Das war SO wohltuend. <3
Am Samstag lange mit dem Klinik-Crush telefoniert, dabei im schattigen Waldpark auf einer Bank gesessen. Das war auch sehr schön. Es ging, geht uns beiden momentan nicht so bombe. Und während wir uns ganz offen darüber austauschten und über ganz viele andere Dinge, spürte ich, wie mein Akku sich auflud und der Nebel im Kopf sich etwas lichtete, und das Herz weiter und weicher wurde. Ihm ging es genauso. Es war unser zweites Telefonat seit der Klinik, also da gibt es keinen Anbahnungsmodus, das läuft nicht unter Verknallt-/Dating-Dings. Einfach nur unter: "Wir müssen uns nicht viel erklären, weil wir etwas ganz Wesentliches gemeinsam erlebt haben. Ich bin da für dich, und du bist da für mich, danke."
Am Samstag lange mit dem Klinik-Crush telefoniert, dabei im schattigen Waldpark auf einer Bank gesessen. Das war auch sehr schön. Es ging, geht uns beiden momentan nicht so bombe. Und während wir uns ganz offen darüber austauschten und über ganz viele andere Dinge, spürte ich, wie mein Akku sich auflud und der Nebel im Kopf sich etwas lichtete, und das Herz weiter und weicher wurde. Ihm ging es genauso. Es war unser zweites Telefonat seit der Klinik, also da gibt es keinen Anbahnungsmodus, das läuft nicht unter Verknallt-/Dating-Dings. Einfach nur unter: "Wir müssen uns nicht viel erklären, weil wir etwas ganz Wesentliches gemeinsam erlebt haben. Ich bin da für dich, und du bist da für mich, danke."
okavanga, 21:19h
Eine weitere Einladung für einen Studierfähigkeitstest erhalten. Die kam unerwartet, weil mir eigentlich für die Zulassung erforderliche ECTS in einem bestimmten Kurs komplett fehlen, wenn ich den gewünschten Master-Schwerpunkt anstrebe. Vermute, dass ich die Einladung erhalten habe, weil ich perfekte Voraussetzungen für einen anderen Schwerpunkt habe. Den möchte ich zwar nicht, aber der Test ist Online und vergleichsweise kurz, und wer weiß, vielleicht ergibt sich dann ja doch das Gewünschte.
Freitag, 17. Juni 2022
okavanga, 14:50h
Heute meldet sich die junge ehemalige Kommilitonin und fragt, wie ich mit der Vorbereitung auf den Master-Zulassungstest vorankomme. Dabei erwähnt sie einen (ziemlich umfangreichen) Foliensatz, den ich völlig verdrängt hatte. Wenn sie das heute nicht nochmal angesprochen hätte, wäre mir ein wesentlicher Teil an Vorbereitungsmöglichkeit flöten gegangen. Wie konnte ich denn diese Folien vergessen... ist mir auch noch nicht passiert, in so einem wichtigen Kontext. Naja. Glück g'habt, sag ich mal. :-)
Bisher habe ich noch eine weitere Einladung zu einem Zulassungstest. Für den werde ich mich aber nicht separat vorbereiten. Entweder es klappt, oder nicht. Voraussichtlich steht auch noch ein dritter Test an einer anderen Uni an. Das werde ich genauso handhaben. Sonst mach ich mich ja völlig kirre. Es ist so, dass die Unis meistens ein großes Interesse daran haben, ihre Bachelor-Studierenden in den Master zu bringen. So hat jede Uni ein paar Vorbereitungsunterlagen für ihre Studis. Von den zwei letzteren Unis liegt mir nichts vor, klar, die meisten haben ein Interesse von Null, ihre Unterlagen mit externen Studis zu teilen. Die Plätze sind so hart umkämpft. Da erleichtert mich ein bisschen mein Notenschnitt. Am Ende wird das alles verrechnet.
Schon komisch, nach einem Jahr wieder Leistungs-/ Prüfungsdruck zu verspüren. Gar nicht mal so schön.
Bisher habe ich noch eine weitere Einladung zu einem Zulassungstest. Für den werde ich mich aber nicht separat vorbereiten. Entweder es klappt, oder nicht. Voraussichtlich steht auch noch ein dritter Test an einer anderen Uni an. Das werde ich genauso handhaben. Sonst mach ich mich ja völlig kirre. Es ist so, dass die Unis meistens ein großes Interesse daran haben, ihre Bachelor-Studierenden in den Master zu bringen. So hat jede Uni ein paar Vorbereitungsunterlagen für ihre Studis. Von den zwei letzteren Unis liegt mir nichts vor, klar, die meisten haben ein Interesse von Null, ihre Unterlagen mit externen Studis zu teilen. Die Plätze sind so hart umkämpft. Da erleichtert mich ein bisschen mein Notenschnitt. Am Ende wird das alles verrechnet.
Schon komisch, nach einem Jahr wieder Leistungs-/ Prüfungsdruck zu verspüren. Gar nicht mal so schön.
Freitag, 17. Juni 2022
okavanga, 01:02h
Ab Herbst steht hoffentlich die Vermietung meiner Wohnung an, denn ich will dann woanders sein, egal wo. Aus Spaß habe ich eben mal auf einem bekannten Immobilienportal gecheckt, für welche Kaufpreise aktuell 2-Zimmer-Wohnungen in der Stadt über die Ladentheke gehen. Ich könnte mindestens das doppelte für meine Wohnung bekommen, eventuell sogar das dreifache. Da komme ich schon ins Grübeln. Es könnte mir die nächsten Jahre Studium und Ausbildung finanzieren und ich müsste mich nicht mehr mit dem Job rumquälen, der mir schon so lange so zuwider ist - mir jedoch ein riesen Maß an Flexibilität für mein Studium gewährt.
Aber. So billig wie damals komme ich wahrscheinlich nicht mehr, zumindest nicht in absehbarer Zeit, an eine Immobilie. Zudem würde ich in keiner größeren deutschen Stadt eine so geringe Kaltmiete zahlen, wie meine aktuelle monatliche Kreditrate ist. Und ich wüsste: wenn ich irgendwann diese völlig irren Mietpreise andernorts nicht mehr zahlen kann, habe ich hier immer ein Dach über dem Kopf. Ich arbeite seit Jahren in Teilzeit und werde keine gute Rente haben. Die Wohnung gibt mir zumindest ein kleines Gefühl von Sicherheit für die Zukunft.
Hmhmhm. Hach.
Aber. So billig wie damals komme ich wahrscheinlich nicht mehr, zumindest nicht in absehbarer Zeit, an eine Immobilie. Zudem würde ich in keiner größeren deutschen Stadt eine so geringe Kaltmiete zahlen, wie meine aktuelle monatliche Kreditrate ist. Und ich wüsste: wenn ich irgendwann diese völlig irren Mietpreise andernorts nicht mehr zahlen kann, habe ich hier immer ein Dach über dem Kopf. Ich arbeite seit Jahren in Teilzeit und werde keine gute Rente haben. Die Wohnung gibt mir zumindest ein kleines Gefühl von Sicherheit für die Zukunft.
Hmhmhm. Hach.
Tanz der Glühwürmchen.
okavanga, 13:23h
Den gestrigen Abend verbringe ich mit der M. im Biergarten. Auf dem Heimweg schiebe ich mein Fahrrad durch den naturstillen Waldpark. Es ist späte Dämmerung, etwa 22 Uhr, der Himmel noch nicht ganz dunkel. Zwischen den Baumkronen segeln Fledermäuse, ihre kleinen schnellen Körper zeichnen sich schwarz am Himmel ab, der von der untergegangenen Sonne noch leichtblau schimmert. Alles was ich höre, ist Knacken im Geäst, Gräser- und Blätterrascheln, und ein formidables Grillenkonzert. Dass ich in dieser Stadt einen so stillen Moment erleben darf! Ganz langsam gehe ich, fast gehmeditierend. Da sehe ich links und rechts in den Büschen, vor allem in denen auf Flussseite, unzählige Glühwürmchen tanzen. Ganz stumm bleibe ich stehen. Spüre die warme Sommernacht auf der Haut, höre und sehe der Natur zu und bin beseelt. Der Moment ist magisch. Während ich so dastehe und mich um meine eigene Achse drehe, fällt mir auf, dass die Glühwürmchen überall sind. Vor mir, neben mir, hinter mir. Ich weiß nicht, wie lange ich da stehe und staune. Irgendwann bahnen sich Lichtkegel ihren Weg durch die einbrechende Dunkelheit. Drei junge Frauen fahren an mir vorbei, sich fröhlich unterhaltend.
Ich schreite weiter durch den Wald und lasse mich von ihm und der Nacht umarmen.
~ Dominik Eulberg - Tanz der Glühwürmchen
Ich schreite weiter durch den Wald und lasse mich von ihm und der Nacht umarmen.
~ Dominik Eulberg - Tanz der Glühwürmchen
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