Dienstag, 17. März 2026
okavanga, 14:34h
Eine Stellenausschreibung gefunden, die ich gut finde. Ich formuliere das Anschreiben und suche dann die Ansprechperson. Ich stutze. Das ist eine Frau, bei der meine Mutter öfters war. Als ich vor einigen Monaten meiner Mutter davon erzählte, dass ich Stellen suche für die praktische Tätigkeit, erwähnte sie diese Frau explizit, sie zeigte sich ganz begeistert von ihr.
Manchmal höre und sehe ich meine Mutter so deutlich vor mir. Es tut sehr weh. Und es tut auch weh, warum sie so oft Kontakt mit dieser Person hatte. Diese furchtbare Krankheit.
Mimi meinte neulich, sie habe eine Patientin Anfang 30, die eine Mutter mit Schizophrenie hat. Nach einer weiteren Stunde mit der Patientin fragte Mimi mich, ob wir da nicht mal eine Intervision machen können. Die Patientin habe so heftig geweint und Mimi machte sich Vorwürfe, dass sie die Stunde nicht gut abgerundet hatte. Ich sagte ihr, das mache nichts, am Ende sind wir erwachsen und das Thema ist einfach immer da. Ich muss auch weinen wenn ich an diese junge Frau denke, auch wenn ich sie nicht kenne. Auch sie hat den Kontakt zu ihrer Mutter momentan abgebrochen. Diese Erkrankung ist einfach ein riesen Haufen Scheisse.
Mama, du fehlst mir. Das was war, und das was nicht war.
Manchmal höre und sehe ich meine Mutter so deutlich vor mir. Es tut sehr weh. Und es tut auch weh, warum sie so oft Kontakt mit dieser Person hatte. Diese furchtbare Krankheit.
Mimi meinte neulich, sie habe eine Patientin Anfang 30, die eine Mutter mit Schizophrenie hat. Nach einer weiteren Stunde mit der Patientin fragte Mimi mich, ob wir da nicht mal eine Intervision machen können. Die Patientin habe so heftig geweint und Mimi machte sich Vorwürfe, dass sie die Stunde nicht gut abgerundet hatte. Ich sagte ihr, das mache nichts, am Ende sind wir erwachsen und das Thema ist einfach immer da. Ich muss auch weinen wenn ich an diese junge Frau denke, auch wenn ich sie nicht kenne. Auch sie hat den Kontakt zu ihrer Mutter momentan abgebrochen. Diese Erkrankung ist einfach ein riesen Haufen Scheisse.
Mama, du fehlst mir. Das was war, und das was nicht war.
Freitag, 13. März 2026
Bitte untersützen Sie uns!
okavanga, 21:02h
"Junge. Wie schlimm soll alles noch werden?" Das fragte mich gestern Mimi, die ich im Master kennengelernt hatte, und die ebenfalls in der Ausbildung zur Psychotherapeutin ist.
Ja, das frag ich mich auch. Wir blechen ein Scheissgeld für die Ausbildung, werden während der PT1 und PT2 meist ausgebeutet (Hurra - ein gesetzlicher Anspruch auf 1.000 Euro brutto im Monat - mit einem Master oder Diplom, toll, oder?), zahlen Selbsterfahrung, später in der Ausbildung Supervision, wir zahlen und zahlen und zahlen... und jetzt streicht man uns einfach 4.5 % von der Vergütung?
Da hauts mir echt die Votz vom Deller, wie der Frange sachd. Dadurch verschlechtert sich die finanzielle Situation der Psychotherapeuten in Ausbildung. Denn: wir erhalten während der Ausbildung in der ambulanten Phase je nach Institut eh schon nur einen gewissen Prozentsatz von der Vergütung. Der verringert sich nun nochmal. Außerdem natürlich dann unsere Vergütung nach der Approbation. Was dazu führt, dass Praxen immer mehr Privatpatienten nehmen werden, denn wie soll sich das denn alles rechnen?? Parallel dazu explodieren auch unsere Lebenshaltungskosten, ganz zu schweigen vom Bedarf an ambulanter psychotherapeutischer Versorgung. Am Ende hat hier auch wieder der Patient die Arschkarte gezogen. Und wer hat da noch Bock, Psychotherapeut:in zu werden?? Ich zweifel immer mehr an dem, was ich da tue.
Mehr Infos finden Sie z.b. hier bei ZDF heute, oder hier bei der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer
Also bitte unterschreiben Sie diese Petition, teilen Sie sie, schreiben sie Ihren Abgeordneten, trommeln Sie mit uns, gehen Sie auf Demos, es werden gerade etliche organisiert. Alles hilft.
Eine Bundestagspetition ist durch Berufsverbände in Vorbereitung. Wir müssen einfach soviel Druck wie möglich aufbauen. Was das alles mit einem hohen Frauenanteil in diesem Beruf zu tun hat, und wie viele Goldketten uns hinterhergeschmissen werden würden, wie den Radiologen, die primär maskulin sind, dazu vielleicht ein ander mal mehr. Man kann nicht soviel essen wie man kotzen möchte.
Und eben gesehen, dass der (sowieso absolut hörenswerte) Podcast "Rätsel des Unbewußten" eine kurze 15 Min Sonder-Podcastfolge zum Thema aufgenommen hat: "Warum PsychotherapeutInnen gerade wütend sind - und alle es sein sollten". Und sie thematisieren auch das Thema des hohen Frauenanteils - und bei welchen Berufsgruppen gespart und bei welchen Geld draufgelegt wird. In dieser Folge haben die beiden Podcaster sehr gut kurz und knapp das wesentliche auf den Punkt gebracht.
Kotz kotz kotz. KOTZ.
Ja, das frag ich mich auch. Wir blechen ein Scheissgeld für die Ausbildung, werden während der PT1 und PT2 meist ausgebeutet (Hurra - ein gesetzlicher Anspruch auf 1.000 Euro brutto im Monat - mit einem Master oder Diplom, toll, oder?), zahlen Selbsterfahrung, später in der Ausbildung Supervision, wir zahlen und zahlen und zahlen... und jetzt streicht man uns einfach 4.5 % von der Vergütung?
Da hauts mir echt die Votz vom Deller, wie der Frange sachd. Dadurch verschlechtert sich die finanzielle Situation der Psychotherapeuten in Ausbildung. Denn: wir erhalten während der Ausbildung in der ambulanten Phase je nach Institut eh schon nur einen gewissen Prozentsatz von der Vergütung. Der verringert sich nun nochmal. Außerdem natürlich dann unsere Vergütung nach der Approbation. Was dazu führt, dass Praxen immer mehr Privatpatienten nehmen werden, denn wie soll sich das denn alles rechnen?? Parallel dazu explodieren auch unsere Lebenshaltungskosten, ganz zu schweigen vom Bedarf an ambulanter psychotherapeutischer Versorgung. Am Ende hat hier auch wieder der Patient die Arschkarte gezogen. Und wer hat da noch Bock, Psychotherapeut:in zu werden?? Ich zweifel immer mehr an dem, was ich da tue.
Mehr Infos finden Sie z.b. hier bei ZDF heute, oder hier bei der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer
Also bitte unterschreiben Sie diese Petition, teilen Sie sie, schreiben sie Ihren Abgeordneten, trommeln Sie mit uns, gehen Sie auf Demos, es werden gerade etliche organisiert. Alles hilft.
Eine Bundestagspetition ist durch Berufsverbände in Vorbereitung. Wir müssen einfach soviel Druck wie möglich aufbauen. Was das alles mit einem hohen Frauenanteil in diesem Beruf zu tun hat, und wie viele Goldketten uns hinterhergeschmissen werden würden, wie den Radiologen, die primär maskulin sind, dazu vielleicht ein ander mal mehr. Man kann nicht soviel essen wie man kotzen möchte.
Und eben gesehen, dass der (sowieso absolut hörenswerte) Podcast "Rätsel des Unbewußten" eine kurze 15 Min Sonder-Podcastfolge zum Thema aufgenommen hat: "Warum PsychotherapeutInnen gerade wütend sind - und alle es sein sollten". Und sie thematisieren auch das Thema des hohen Frauenanteils - und bei welchen Berufsgruppen gespart und bei welchen Geld draufgelegt wird. In dieser Folge haben die beiden Podcaster sehr gut kurz und knapp das wesentliche auf den Punkt gebracht.
Kotz kotz kotz. KOTZ.
Mittwoch, 11. März 2026
Gekuckt.
okavanga, 13:02h
Noch bis zum 28. April in der arte Mediathek: "The Danish Woman"
Die Frau ist wie eine Naturgewalt. Meine Gefühle ihr gegenüber bleiben während der ganzen 6 Folgen ambivalent, sowas mag ich. In ihrer Konsequenz und Radikalität erinnert sie mich an meine Mutter. Eine Serie für Menschen die Gefallen daran finden, wenn sie nicht so genau wissen ob oder wie sehr sie mit der Hauptprotagonistin sympathisieren. Und das obwohl, oder vielleicht auch weil, wir doch das ein oder andere von uns selbst in ihr wiedererkennen können. Aus dem Interview mit dem Creator, Autor und Regisseur Benedikt Erlingsson: "Wir alle haben diese Dänin in uns. Wir alle wollen zu unserem lauten Nachbarn gehen und seine Stereoanlage zerstören." Ja!
Die Frau ist wie eine Naturgewalt. Meine Gefühle ihr gegenüber bleiben während der ganzen 6 Folgen ambivalent, sowas mag ich. In ihrer Konsequenz und Radikalität erinnert sie mich an meine Mutter. Eine Serie für Menschen die Gefallen daran finden, wenn sie nicht so genau wissen ob oder wie sehr sie mit der Hauptprotagonistin sympathisieren. Und das obwohl, oder vielleicht auch weil, wir doch das ein oder andere von uns selbst in ihr wiedererkennen können. Aus dem Interview mit dem Creator, Autor und Regisseur Benedikt Erlingsson: "Wir alle haben diese Dänin in uns. Wir alle wollen zu unserem lauten Nachbarn gehen und seine Stereoanlage zerstören." Ja!
Montag, 9. März 2026
okavanga, 19:11h
Es ist so gut, diesen (mit)trauernden Bruder zu haben.
Wie schön es ist, diese Trauer zu teilen.
Diese Trauer um unsere Mutter.
Um das was nicht war.
Um das was war.
<3
Wie schön es ist, diese Trauer zu teilen.
Diese Trauer um unsere Mutter.
Um das was nicht war.
Um das was war.
<3
Mittwoch, 4. März 2026
Happy Birthday, Muse
okavanga, 21:55h
Das erste mal ohne Mutter. Tat dann doch mehr weh als gedacht.
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