Freitag, 1. März 2019
okavanga, 13:30h
Also früher war da Traurigkeit, oder Leere. Und irgendwie mit der Zeit ausgegraben was darunter liegt. Wut und Hass.
Weiß jetzt echt nicht was besser war.
Sich von Hass zerfressen fühlen. Not so geil muss ich sagen.
Weiß jetzt echt nicht was besser war.
Sich von Hass zerfressen fühlen. Not so geil muss ich sagen.
Seelenheil ~
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Samstag, 23. Februar 2019
okavanga, 21:34h
Es ist derzeit, als würde mir psychisch ein Furz quersitzen. Die Prüfungszeit? Zwischenmenschliches? Familie? Job? Alles zusammen? (wow das wär eine riesen Flatulenz). Keine Ahnung. Jedenfalls drückts ganz schön.
Dienstag, 19. Februar 2019
okavanga, 23:19h
"Heute ist Dienstag" hättest du heute geschrieben.
Vielleicht hätte ich dir von dem jungen Paar erzählt, dass vorhin im Vollmondlicht am Neckar geknutscht hat. Und vielleicht hättest du unromantisch nach einem Bild aus der Umkleide gefragt.
Du fehlst.
Vielleicht hätte ich dir von dem jungen Paar erzählt, dass vorhin im Vollmondlicht am Neckar geknutscht hat. Und vielleicht hättest du unromantisch nach einem Bild aus der Umkleide gefragt.
Du fehlst.
Samstag, 9. Februar 2019
okavanga, 19:51h
Recht sprachlos seit der Rückkehr. Auch privat. Alles sehr... grau.
Freitag, 11. Januar 2019
okavanga, 01:27h
Seit ich von deinem Tod weiß, zöger ich abends lang hinaus das Licht auszuschalten. Ich liege schon einige Zeit im Bett, lese oder schaue etwas, z.B. das eine Buch das du mir mal empfohlen hast, und das ich zwar gekauft, aber bisher nicht glesen habe. Oder ich starre den Holzschrank an, oder kraule die Katze. Es ist nicht so, dass ich das alles unbedingt tun will. Ich schaffe es nur nicht das Licht auszuschalten. Als würde damit etwas verloren gehen. Keine Ahnung.
Während ich auf deiner Trauerfeier stehe, sieht mein Bruder sein Baby zum ersten mal, auf einem Ultraschall-Bildschirm.
Noch nie erschien es mir 8 Wochen vor den Prüfungen so abwegig, zu diesen tatsächlich anzutreten. Ziehs durch Muse. Ich weiß.
Während ich auf deiner Trauerfeier stehe, sieht mein Bruder sein Baby zum ersten mal, auf einem Ultraschall-Bildschirm.
Noch nie erschien es mir 8 Wochen vor den Prüfungen so abwegig, zu diesen tatsächlich anzutreten. Ziehs durch Muse. Ich weiß.
Montag, 7. Januar 2019
okavanga, 23:03h
Diese Kiste
ist einfach
noch nicht
der richtige Ort
für dich.
ist einfach
noch nicht
der richtige Ort
für dich.
Seelenheil ~
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Dienstag, 25. Dezember 2018
Eine Etage über mir
okavanga, 00:06h
sitzt Ph. auf seinem Bett und hört Musik und sagt, ich soll ihm doch einfach erzählen was los ist, oder auch nicht, aber kommen, und ich trau mich nicht mal dahin. Hocke auf dem Stuhl am Schreibtisch vorm Laptop in einer schwarzen Seidenstrumpfhose mit Blumenmuster und einer schwarzen weiten und langen Bluse und schwarzen Ringen unter den Augen von der Wimperntusche, und roten geschwollenen Lippen.
Fast hätte ichs geschafft.
okavanga, 23:37h
Ende Gelände. Ich hätte es wissen müssen. Eine heiße Herdplatte ist und bleibt eine heiße Herdplatte und eine heiße Herdplatte und eine heiße Herdplatte und eine heiße Herdplatte tut weh und macht Narben auch wenn man die Hand weggezogen hat.
Alles ist so gut gelaufen. Warum musste das heute sein.
NTM: fahr da nie wieder hin über Weihnachten. Ausrufezeichen.
Alles ist so gut gelaufen. Warum musste das heute sein.
NTM: fahr da nie wieder hin über Weihnachten. Ausrufezeichen.
Mittwoch, 12. Dezember 2018
okavanga, 23:11h
Digging in the deep shit, und mein ewiges Mantra.
Irgendwann heilt es, irgendwann heilt es.
Irgendwann heilt es, irgendwann heilt es.
Dienstag, 30. Oktober 2018
okavanga, 01:08h
Aus dem Nichts stehst du vor mir, zwischen vielen anderen. Lächelst, begrüßt mich, deinen Mund nah an meinem Ohr, weil die Musik so laut aus den Boxen dröhnt und die Menge um uns lärmt. "Du siehst noch genauso aus wie früher", sagst du. 47 bist du inzwischen. 26 warst du damals.
Ich habe in den vollgestopften Kisten zwischen all den Notizen, Kladden und Blättern nach den Aufzeichnungen gesucht, die von dir handeln. Sie sind weg. So wie die Zeichnung von dir, du, und um dich rum ein Meer aus Haaren. Wilde lockige Haaren aus Kugelschreiberstrichen. Du zertrittst eine kleine Blume. Aus den dunklen Locken schauen große traurige Augen auf dich, auf mich. Ich blicke auf mich. Zu dem Bild gab es einen Text, und unter dem Bild. Ich malte das Bild damals auf einen Text. Einen Text über Jorunn, die jetzt schläft.
Es war ein grauer kalter Tag im Februar. Wir sind zum Labyrinth gegangen, hoch auf den Turm. Ich fand dich so cool und toll. Deine blonden Haare, deine Katzenaugen. Danach sind wir zu dir. Deine Mama und ihr neuer Mann wohnten in einem Palast auf dem Millionärshügel. Ich kannte das Haus schon, aber das ist eine andere Geschichte die wir teilen. Du hast mich schwer beeindruckt. Dabei warst du so verloren wie ich, aber das konnte ich erst sehr viel später erkennen. Bis dahin schaute ich zu dir auf, egal wie weh es tat.
Wir legten uns in dein Bett, und tranken Wein. Im TV lief MTV, ich erinner mich an das Daft Punk Video, Around the World war gerade der Knaller in den Charts. Irgendwann lag ich auf dem Bauch, und ich weiß nicht was wir spielten, denn eigentlich spielten wir nichts, und doch bekamen wir eine ganz eigene Dynamik, zwischen deinen Satin-Laken. Ich tat als würde ich schlafen, und du wusstest dass ich nur so tat. Ganz langsam fingst du an mich zu streicheln, und Stück für Stück zu entkleiden. Ich genoss jeden Hauch, war wie im Traum, berauscht, aufgeregt und unglaublich verknalllt. „Jetzt schläft die Jorun“, sagtest du, aber natürlich sagtest du nicht Jorun, sondern meinen Namen. In meiner Erinnerung streichelst du mich eine Unendlichkeit lang. So zärtlich, so vorsichtig, so sanft, als wären es keine wirklichen Berührungen, sondern nur der Gedanke daran. Irgendwann fühle ich auf meinem Rücken etwas, wie eine Feder. Später werde ich dich fragen und du wirst sagen, dass es eine deiner kinnlangen Haarsträhnen war. Die Zeit blieb stehen und mein Herz auch. Stunden vergehen, eine weitere Nacht. Hab mich verloren bei dir, in dir. Du wirst mir sehr sehr weh tun, in der Zeit danach, und es vermutlich gar nicht wissen.
Wir laufen uns immer wieder über den Weg. Es tut nicht mehr so weh und irgendwann kann ich dich sehen, sehen wie verloren du bist, und warum. Wir teilten Verluste, schon immer.
„Du riechst noch wie früher“, sage ich zu dir. „Das ist 8x4“ antwortest du, und ich muss lachen, denn 8x4, das hattest du damals nicht. Wir lachen zusammen, du erzählst dass das Parfum irgendwann aus dem Sortiment genommen wurde. Dass du 10 Kilo schwerer und ruhiger geworden bist, mit einem 4-jährigen Kind. Wir schauen uns in die Augen. Deine Katzenaugen. Ich fühle wie mein Herz anfängt schneller zu schlagen. Dann geht jeder seiner Wege.
In den Kisten finde ich unendlich viel Leben. eMails, Karten, Briefe, dicke Tagebücher. Gelebte Liebesgeschichten. Sehr viel Schmerz. Unglaublich viel Freude. Himmelhochjauchzend. Zutodebetrübt. Unruhig. Auf ständiger Abenteuersuche. Naiv. Voller Selbsthass. Ständig verliebt, meistens unglücklich. Voller Sehnsucht. Intensiv. Unfassbar dicht und intensiv. Ich sitze über meinem Leben, das sich bis 26 anfühlt, als wären es 3 gewesen. Das reicht für 10, sagt K. immer.
„Manchmal glaub ich, ich hab einfach schon alles gelebt. Und jetzt ist es leer“, werde ich eben jener K. schreiben, und so klar wie selten zuvor fühlen, dass es das ist, was mich seit Jahren, seit dem Berufseinstieg umtreibt. Dieses Gefühl, dass das eben vorbei ist, Vergangenheit. Auch, weil man so in meinem Alter einfach nicht mehr leben kann. Und die Diskrepanz zum Jetzt ist so riesig, dass ich die Vergangenheit wie ein Echo höre in einer riesengroßen Turnhalle, aus der die Parade mit Feuerwerk längst ausgezogen ist. Petra Pan, der die Mittel der Jungend abhandengekommen sind, weil sie nicht mehr funktionieren, die aber keine neuen Werkzeuge findet. Es fehlt mir, ist aber unwiderruflich vorbei, und ich finde nichts, was diese Leere füllt, egal ob himmelhochjauchzend oder zutodebetrübt. Dafür eine Gewissheit die sagt: das Beste kommt nicht mehr zum Schluss. Das Beste hast du schon gelebt. Ich traue mich kaum es zu schreiben, weil es sich so dramatisch anhört, es für mich aber überhaupt nicht ist: ein Abschied wäre stimmig. Das wars. Kein Akt mehr vorgesehen.
~ Daft Punkt - Around the World

Seelenheil ~
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