Mittwoch, 30. März 2011
okavanga, 01:05h
Über die Arbeit schreib ich nich soviel, ne?
Rede viel drüber. Ist nicht einfach. Ganz andere Denke. Kein gutes Umfeld für mich. Das letzte mal bin ich in so einem Umfeld in ne handfeste Depression abgerutscht. Jetzt bin ich ja n paar Jahre und Erfahrungen reicher, und hab eine feste Mission. Das machts dann aber auch nur bedingt leichter. Vor allem unter dem Aspekt, dass das offiziell weiterhin befristet ist für ein halbes Jahr. Eigentlich sind alle Faktoren äußerst unglücklich.
Und zudem.
Miss my Monnemer Mates.
Deswegen fahr ich da die nächsten zwei Wochenenden hin. Kraft tanken. Freude einsaugen. Endlich normale Menschen. Halleluja.
Rede viel drüber. Ist nicht einfach. Ganz andere Denke. Kein gutes Umfeld für mich. Das letzte mal bin ich in so einem Umfeld in ne handfeste Depression abgerutscht. Jetzt bin ich ja n paar Jahre und Erfahrungen reicher, und hab eine feste Mission. Das machts dann aber auch nur bedingt leichter. Vor allem unter dem Aspekt, dass das offiziell weiterhin befristet ist für ein halbes Jahr. Eigentlich sind alle Faktoren äußerst unglücklich.
Und zudem.
Miss my Monnemer Mates.
Deswegen fahr ich da die nächsten zwei Wochenenden hin. Kraft tanken. Freude einsaugen. Endlich normale Menschen. Halleluja.
Sonntag, 20. März 2011
Vollmond.
okavanga, 01:06h
Früher gingen meine Vollmondreisen zum kleinen Professor.
Dies ist ein nicht nachgedachter Blogeintrag, in dem sich nun einfach Gedanken ihren Weg bahnen müssen, die vielleicht keiner versteht, die aber raus müssen, denn es ist Vollmond, und seit Wochen meine erste Gelegenheit, die ein oder andere Sache zu reflektieren.
Flo fehlt mir. Ich wage es kaum in Worte zu fassen, aber er fehlt mir. Dieses abhängige, liebenswürdige, großherzige, witzige Wrack fehlt mir. Sein Lachen. Vor allem sein Lachen. Seine Hände, sein Mund auf meinen Brüsten. Die Nächte mit ihm, die exzessiven Nächte. Er hasst mich, er muss mich hassen, ich hab ihm so weh getan obwohl ich das nie wollte, er ist mir so wichtig. Ich habe ihm allein mit meiner Anwesenheit in seinem Leben weh getan, so wie Liebe eben manchmal weh tut, wenn sie unerwidert bleibt, und bis heute weiß ich nicht, ob sie wirklich unerwidert war. Oder ob nicht all meine Ratio, die so Professor-geprägt ist, geschrien hat: nein nein nein. Nie wieder. Es spielt auch keine Rolle. Wir haben viel verloren. Er war der zweite Mann in meinem Leben, der die berühmten drei Worte zu mir gesagt hat, und ich konnte nichts erwidern, außer ein: "Flo..."
Meine Mutter steht wieder total auf der Kippe. Ich habe heute mit Sebastian lange darüber gesprochen. Trotz aller Zweifel von mir und meinem Bruder sieht er alle Symptome als eine 1A Psychose. Das alles macht mich wahnsinnig. Ich könnte mir die Haare einzeln rausreissen. Ich vertraue Sebastian, er arbeitet hier in der Psy'chiat*rie Erl*angen und hat tagtäglich mit solchen Menschen zu tun, zudem stempelt er nicht einfach jemanden mit körperlichen Symptomen als bekloppt ab. Und doch ist sein Urteil eindeutig.
Wir sind heute Nachmittag spazieren gewesen am See vor meiner Tür. Es ist herrlich. Danach Kaffeetrinken bei ihm, quatschen, Abendessen kochen, Wetten dass kucken, Wein und Schnaps trinken, und sich fast wie angekommen fühlen.
In seinem Auto läuft der Paul. Der gute alte Paul. Inzwischen sind so viele Erinnerungen und Gefühle mit jedem einzelnen Track verbunden, dass ich jedes mal weinen könnte, egal ob vor Freude, Verzweiflung oder Traurigkeit.
Ich möchte mit Flo zur Ti*me Wa*rp. Und weiß genau, er wird es nicht zulassen. Und ich kann es ihm nicht verübeln. Und doch wünsche ich es mir sehr. Meine mich selbst verneinende Seite wünscht sich das so so sehr. Das rundum Paket. Mit allem. Ein Wochenende am Limit. Oder wie es für mich ist, im Himmel. Mit der Delet-Taste.
Dies ist ein nicht nachgedachter Blogeintrag, in dem sich nun einfach Gedanken ihren Weg bahnen müssen, die vielleicht keiner versteht, die aber raus müssen, denn es ist Vollmond, und seit Wochen meine erste Gelegenheit, die ein oder andere Sache zu reflektieren.
Flo fehlt mir. Ich wage es kaum in Worte zu fassen, aber er fehlt mir. Dieses abhängige, liebenswürdige, großherzige, witzige Wrack fehlt mir. Sein Lachen. Vor allem sein Lachen. Seine Hände, sein Mund auf meinen Brüsten. Die Nächte mit ihm, die exzessiven Nächte. Er hasst mich, er muss mich hassen, ich hab ihm so weh getan obwohl ich das nie wollte, er ist mir so wichtig. Ich habe ihm allein mit meiner Anwesenheit in seinem Leben weh getan, so wie Liebe eben manchmal weh tut, wenn sie unerwidert bleibt, und bis heute weiß ich nicht, ob sie wirklich unerwidert war. Oder ob nicht all meine Ratio, die so Professor-geprägt ist, geschrien hat: nein nein nein. Nie wieder. Es spielt auch keine Rolle. Wir haben viel verloren. Er war der zweite Mann in meinem Leben, der die berühmten drei Worte zu mir gesagt hat, und ich konnte nichts erwidern, außer ein: "Flo..."
Meine Mutter steht wieder total auf der Kippe. Ich habe heute mit Sebastian lange darüber gesprochen. Trotz aller Zweifel von mir und meinem Bruder sieht er alle Symptome als eine 1A Psychose. Das alles macht mich wahnsinnig. Ich könnte mir die Haare einzeln rausreissen. Ich vertraue Sebastian, er arbeitet hier in der Psy'chiat*rie Erl*angen und hat tagtäglich mit solchen Menschen zu tun, zudem stempelt er nicht einfach jemanden mit körperlichen Symptomen als bekloppt ab. Und doch ist sein Urteil eindeutig.
Wir sind heute Nachmittag spazieren gewesen am See vor meiner Tür. Es ist herrlich. Danach Kaffeetrinken bei ihm, quatschen, Abendessen kochen, Wetten dass kucken, Wein und Schnaps trinken, und sich fast wie angekommen fühlen.
In seinem Auto läuft der Paul. Der gute alte Paul. Inzwischen sind so viele Erinnerungen und Gefühle mit jedem einzelnen Track verbunden, dass ich jedes mal weinen könnte, egal ob vor Freude, Verzweiflung oder Traurigkeit.
Ich möchte mit Flo zur Ti*me Wa*rp. Und weiß genau, er wird es nicht zulassen. Und ich kann es ihm nicht verübeln. Und doch wünsche ich es mir sehr. Meine mich selbst verneinende Seite wünscht sich das so so sehr. Das rundum Paket. Mit allem. Ein Wochenende am Limit. Oder wie es für mich ist, im Himmel. Mit der Delet-Taste.
Montag, 7. März 2011
Rückblick 1. Woche
okavanga, 23:50h
Das mit der Wohnung und dem Alleinwohnen geht ziemlich in Ordnung. Ich fühle mich wohl. Privatleben ist okay, wider jeglicher Erwartungen kenne ich hier mehr als ich dachte. Lustig, überraschend. Ein schöner Geburtstag, ein witziger Fasching (das muss was heißen, liegt aber sicher daran, dass es keine Faschingsmusik gab) mit vielen Polizisten (gut gebaut und freizügig).
Das mit der Arbeit. Das ist schwierig. Eine sehr andere Welt. Und meine alte fehlt mir. Mehr als gewöhnungsbedürftige Denkweisen. Ein anderer Altersdurchschnitt. Kein Abspacken mit den Kolleginnen. Kein HaGa-Chef. Ein Betriebsrat. So viele neue Leute. Eine Aufgabe, die mir 5 Nummern zu groß erscheint. Manchmal würd ich mich gern einfach auf dem Klo einsperren. Alles nicht so einfach.
Mama hat mir nicht zum Geburtstag gratuliert. Ist seit 2007 das zweite mal seit meiner Geburt.
Fazit: durchwachsen. Momentanes Gefühl: kacke.
Das mit der Arbeit. Das ist schwierig. Eine sehr andere Welt. Und meine alte fehlt mir. Mehr als gewöhnungsbedürftige Denkweisen. Ein anderer Altersdurchschnitt. Kein Abspacken mit den Kolleginnen. Kein HaGa-Chef. Ein Betriebsrat. So viele neue Leute. Eine Aufgabe, die mir 5 Nummern zu groß erscheint. Manchmal würd ich mich gern einfach auf dem Klo einsperren. Alles nicht so einfach.
Mama hat mir nicht zum Geburtstag gratuliert. Ist seit 2007 das zweite mal seit meiner Geburt.
Fazit: durchwachsen. Momentanes Gefühl: kacke.
Samstag, 26. Februar 2011
Tag X.
okavanga, 03:14h
Hinter HaGa fallen vor dem Fenster des italienischen Restaurants dicke Schneeflocken zwischen grauen Häuserzeilen vom Himmel. Ich fokussiere wieder ihn, in seinem schwarzen Rollkragenpulli, und kann nicht anders als ihn die ganze Zeit anlächeln. Es war ein wunderschönes Gespräch, das mir zeigt, dass ich immer ein zu Hause habe, wenn ich will. Wir sagen uns Auf Wiedersehen, ich steige aufs Rad, und es ist nicht der kalte Wind, der in meinen Augen brennt.
Ich sitze auf meiner Matratze in meinem Noch-Zimmer. Um mich kahle weiße Wände. Bereit für einen neuen Menschen.
Mannheim hat mich zum Klingen gebracht, in allen Facetten. Es waren intensive 4,5 Jahre. Viel Arbeit, viel Kummer, viel Freude, tiefe Schmerzen, soviel Glück. Ein kleiner Professor, eine LeSchwe, die Lieblingskollegen, HaGa, mein Klavierlehrer, die On*kel Ott* Bar, das Rh*d*s. Hafe*nstrand, O*E*G-City-Beach. Die Rheinauen, das Naturschutzgebiet, Filmfestivals, Radtouren nach Speyer, an Badeseen, die Pfalz. So viele Begegnungen, einmalige wie wiederkehrende. Gespräche. Nächte. Tage. Menschen. Es war Leben pur. Und noch nie war ich irgendwo so zu Hause.
Mannheim. Ich wünschte, ich könnte dir einen Liebesbrief schreiben, der deiner würdig ist. Mein Herz allein weiß um all die Erinnerungen und Gefühle, die ich mit dir verbinde. Bei diesem Abschied fahren meine Gefühle Achterbahn, alle dicht gedrängt in einen kleinen Wagen. Ich würd so gern zu dir zurückkehren. Aber wer kann schon so etwas versprechen. So wie niemand mir sagen kann, ob es ein Fehler ist.
Leb wohl. Ich werde dich schmerzlich missen.
Ich sitze auf meiner Matratze in meinem Noch-Zimmer. Um mich kahle weiße Wände. Bereit für einen neuen Menschen.
Mannheim hat mich zum Klingen gebracht, in allen Facetten. Es waren intensive 4,5 Jahre. Viel Arbeit, viel Kummer, viel Freude, tiefe Schmerzen, soviel Glück. Ein kleiner Professor, eine LeSchwe, die Lieblingskollegen, HaGa, mein Klavierlehrer, die On*kel Ott* Bar, das Rh*d*s. Hafe*nstrand, O*E*G-City-Beach. Die Rheinauen, das Naturschutzgebiet, Filmfestivals, Radtouren nach Speyer, an Badeseen, die Pfalz. So viele Begegnungen, einmalige wie wiederkehrende. Gespräche. Nächte. Tage. Menschen. Es war Leben pur. Und noch nie war ich irgendwo so zu Hause.
Mannheim. Ich wünschte, ich könnte dir einen Liebesbrief schreiben, der deiner würdig ist. Mein Herz allein weiß um all die Erinnerungen und Gefühle, die ich mit dir verbinde. Bei diesem Abschied fahren meine Gefühle Achterbahn, alle dicht gedrängt in einen kleinen Wagen. Ich würd so gern zu dir zurückkehren. Aber wer kann schon so etwas versprechen. So wie niemand mir sagen kann, ob es ein Fehler ist.
Leb wohl. Ich werde dich schmerzlich missen.
Dienstag, 22. Februar 2011
okavanga, 02:17h
Ist bisher bei dem einen Karton geblieben. Ich krieg mich nicht überwunden, endlich zu packen.
Dieses Wochenende war aber auch zu verrückt. Wieso zum Teufel kehre ich dieser Stadt den Rücken.
Dieses Wochenende war aber auch zu verrückt. Wieso zum Teufel kehre ich dieser Stadt den Rücken.
Donnerstag, 17. Februar 2011
okavanga, 01:40h
1 Karton gepackt, und schon hallt das Zimmer.
Dienstag, 15. Februar 2011
okavanga, 02:28h
Sie haben mir ein Fotoalbum geschenkt, und wir waren alle sehr gerührt. Der Kirschkuchen und die Brownies waren ratzifatzi weggefuttert. Sie werden mir sehr fehlen.
Mein Chef hat sich nicht von mir verabschiedet. Der HaGa. Nach all der Zeit. Das letzte was ich von ihm las war "alles", auf meine Frage ob er die Reisekosten von Freitag auch freigegeben habe.
Ob mich das trifft? Unbeschreiblich.
Mein Chef hat sich nicht von mir verabschiedet. Der HaGa. Nach all der Zeit. Das letzte was ich von ihm las war "alles", auf meine Frage ob er die Reisekosten von Freitag auch freigegeben habe.
Ob mich das trifft? Unbeschreiblich.
Sonntag, 6. Februar 2011
Der Schwan.
okavanga, 01:16h
The future's in my hands
I hold it in my palms
Engrave it in the leylines running
Right down her arms
Speak in silent tongues
Lies reflect the times
The ghost and the shadows fill
The living scene
Don't want to talk
All I hear is noise
Don't want to talk
Empire of the sun - Standing on the shore
Tut doch die Frau im Spiegel weg. Wer ist sie überhaupt? Ich kenn sie nicht. Sie ist in den letzten zwei Monaten mehr gealtert als in den letzten zwei Jahren. Sie hat Augenringe, Falten unter den Augen. Eine unruhige Haut. Sie hasst sich.
Die Klaviernoten sind runter gefallen. Liegen auf der Tastatur. Der Schwan.
Ich bin nicht mit ins L*ft gegangen. Es war schon so schwierig, bis 23 durchzuhalten. Ihr Geburtstag. Meine beste Freundin hier.
Habe heute Abend einem Vermieter meine Anmietung ab dem 1.3. zugesagt.
Ich finde die Stadt hässlich.
Vergewaltige ich mich? Es ist alles wie ein schlechter Traum. Was tue ich.
Schwan. Du wirst mir so sehr fehlen. Mein Herz schreit. Wann ist etwas richtig. Dann doch nicht. Wann dann?
Frau W. Frau W Frau W Frau W.
ICH
KANN
NICHT
loslassen.
Will nicht. Warum.
So oft werde ich geweckt von Emp*ire of t*he sun. Soviel loslassen. Mich loslassen. Ich will das nicht. Aber verpiss dich doch endlich. Ich bin so zerrissen.
Alles fühlt sich falsch an.
Montag, 3. Januar 2011
okavanga, 22:32h
„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ (1 Kor 13,13,EU)
Das war für 2010. Und letztendlich galt es wohl, diese Lektion zu lernen. Liebe ist das, was mich auffängt, wenn ich den Glauben verliere und die Hoffnung aufgebe. Und das war in 2010 öfters der Fall. Die Liebe kommt von so vielen Seiten, und danke auch euch allen für eure Mails und Kommentare, ich werde mich auf jeden Fall noch bei euch melden.
Mein Sylvester war das unspektakulärste und langweiligste seit einigen Jahren. Aber ich war mit denen, die ich liebe, in Berlin, und deswegen war alles gut.
Als ich vorhin nach Hause kam und auf den Was*serturm zugefahren bin, dachte ich mir: ganz schön bescheuert. Das zweite Jahr in Folge, dass ich nach den Weihnachtsfeiertagen und Sylvester zurückkehre, und nichts ist mehr wie es wenige Tage zuvor war.
Nächstes Jahr fliege ich vielleicht einfach weg. Oder verlasse mein dann-zuhause (wo auch immer es sein mag) gar nicht erst.
Und Weihnachten? 'Mutti' ist unterm Weihnachtsbaum ausgetickt. Mein Bruder und ich vermuten die nächste Einweisung in naher Zukunft. Nachdem ich die Situation fluchtartig verlassen habe, saß ich eine Stunde heulend in der nächtlichen Christmette einer katholischen Kirche, weil ich auf meinen Schuhen nicht durch den Schnee in Richtung Vater kam. Das schöne ist, das kratzt keinen in der Kirche. Und die Musik war wunderschön. Danach kam mein Vater und holte mich ab.
Heute fragte mich eine Freundin, ob ich Ende März mit ihr ein verlängertes Wochenende zum Skifahren gehe. Manchmal frage ich mich, ob ich zuviel Empathie von meinem Umfeld erwarte. Das Feingefühl für meine Situation schien mir jedenfalls schlichtweg nicht vorhanden.
Oder so fragen wie: weißt du jetzt schon, was du jetzt machst? Nein man. Ich schaff es nicht mir in wenigen Tagen einen neuen Lebensweg zurecht zu legen. Manchmal glaube ich, die Leute leben im Blumenland, wo Ponies Schmetterlinge pupsen und Zuckerstangen an den Bäumen wachsen.
Und letztendlich tue ich mir sehr leid und frage mich, ob ich mal wieder zu der Therapeutin sollte. Ich fühle mich unverstanden, ratlos und heillos überfordert. Es mag sein, dass andere Menschen in solchen Situationen wissen, was zu tun ist, und nicht verzweifeln. Ich gehöre nicht dazu, habe aber das Gefühl, dass das Umfeld es erwartet. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass es mich krankt macht, den Erwartungen meines Umfelds gerecht zu werden. Und da bleibt als letzter Platz wie damals einfach nur die Couch.
Das war für 2010. Und letztendlich galt es wohl, diese Lektion zu lernen. Liebe ist das, was mich auffängt, wenn ich den Glauben verliere und die Hoffnung aufgebe. Und das war in 2010 öfters der Fall. Die Liebe kommt von so vielen Seiten, und danke auch euch allen für eure Mails und Kommentare, ich werde mich auf jeden Fall noch bei euch melden.
Mein Sylvester war das unspektakulärste und langweiligste seit einigen Jahren. Aber ich war mit denen, die ich liebe, in Berlin, und deswegen war alles gut.
Als ich vorhin nach Hause kam und auf den Was*serturm zugefahren bin, dachte ich mir: ganz schön bescheuert. Das zweite Jahr in Folge, dass ich nach den Weihnachtsfeiertagen und Sylvester zurückkehre, und nichts ist mehr wie es wenige Tage zuvor war.
Nächstes Jahr fliege ich vielleicht einfach weg. Oder verlasse mein dann-zuhause (wo auch immer es sein mag) gar nicht erst.
Und Weihnachten? 'Mutti' ist unterm Weihnachtsbaum ausgetickt. Mein Bruder und ich vermuten die nächste Einweisung in naher Zukunft. Nachdem ich die Situation fluchtartig verlassen habe, saß ich eine Stunde heulend in der nächtlichen Christmette einer katholischen Kirche, weil ich auf meinen Schuhen nicht durch den Schnee in Richtung Vater kam. Das schöne ist, das kratzt keinen in der Kirche. Und die Musik war wunderschön. Danach kam mein Vater und holte mich ab.
Heute fragte mich eine Freundin, ob ich Ende März mit ihr ein verlängertes Wochenende zum Skifahren gehe. Manchmal frage ich mich, ob ich zuviel Empathie von meinem Umfeld erwarte. Das Feingefühl für meine Situation schien mir jedenfalls schlichtweg nicht vorhanden.
Oder so fragen wie: weißt du jetzt schon, was du jetzt machst? Nein man. Ich schaff es nicht mir in wenigen Tagen einen neuen Lebensweg zurecht zu legen. Manchmal glaube ich, die Leute leben im Blumenland, wo Ponies Schmetterlinge pupsen und Zuckerstangen an den Bäumen wachsen.
Und letztendlich tue ich mir sehr leid und frage mich, ob ich mal wieder zu der Therapeutin sollte. Ich fühle mich unverstanden, ratlos und heillos überfordert. Es mag sein, dass andere Menschen in solchen Situationen wissen, was zu tun ist, und nicht verzweifeln. Ich gehöre nicht dazu, habe aber das Gefühl, dass das Umfeld es erwartet. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass es mich krankt macht, den Erwartungen meines Umfelds gerecht zu werden. Und da bleibt als letzter Platz wie damals einfach nur die Couch.
Mittwoch, 29. Dezember 2010
okavanga, 18:24h
Der Anwalt macht mir keine großen Hoffnungen. Im Zweifel läuft es wohl auf ein halbes Monatsgehalt raus.
Arbeitslosengeld bekomme ich keines, weil ich gekündigt habe.
Insofern bleibt mir nichts, außer ganz schnell einen neuen Job zu nehmen. Ohne finanziellen Rahmen ist mir keine einzige Reise möglich, nichtmal der Flug.
Vielleicht dann doch der Job bei meinem Kunden, auch wenn ich auf den überhaupt keine Lust habe: 14-Stunden Tage, 24 Stunden Rufbereitschaft, hoher Druck, hohe Erwartungen, da klopft der Burnout schon beim Gedanken an. Ist ja nicht so, dass ich das Umfeld nicht schon seit 8 Monaten kenne. Fraglich auch, ob er jemanden einstellen würde, der sich bereits gegen ihn entschieden hat. Ich würde es nicht tun. Es schlägt sich nämlich im Engagement nieder.
Und die Wohnung? Meine Möbel? Keine Ahnung.
Wenn das Leben so ist, bin ich einfach zu weich dafür. Ich weiß nicht, warum man sich immer wieder durch die Scheiße kämpft. Nein, es erschließt sich mir nicht. Klar kann man sich jeden Tag aufs neue in die Tasche lügen, dass das alles einen großen tollen Sinn hat, und das Schicksal sich schon was dabei denkt, oder auch nicht, aber letztendlich ist das doch alles ganz prima.
Ist es nicht.
Arbeitslosengeld bekomme ich keines, weil ich gekündigt habe.
Insofern bleibt mir nichts, außer ganz schnell einen neuen Job zu nehmen. Ohne finanziellen Rahmen ist mir keine einzige Reise möglich, nichtmal der Flug.
Vielleicht dann doch der Job bei meinem Kunden, auch wenn ich auf den überhaupt keine Lust habe: 14-Stunden Tage, 24 Stunden Rufbereitschaft, hoher Druck, hohe Erwartungen, da klopft der Burnout schon beim Gedanken an. Ist ja nicht so, dass ich das Umfeld nicht schon seit 8 Monaten kenne. Fraglich auch, ob er jemanden einstellen würde, der sich bereits gegen ihn entschieden hat. Ich würde es nicht tun. Es schlägt sich nämlich im Engagement nieder.
Und die Wohnung? Meine Möbel? Keine Ahnung.
Wenn das Leben so ist, bin ich einfach zu weich dafür. Ich weiß nicht, warum man sich immer wieder durch die Scheiße kämpft. Nein, es erschließt sich mir nicht. Klar kann man sich jeden Tag aufs neue in die Tasche lügen, dass das alles einen großen tollen Sinn hat, und das Schicksal sich schon was dabei denkt, oder auch nicht, aber letztendlich ist das doch alles ganz prima.
Ist es nicht.
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