Dienstag, 5. Dezember 2023
Während meiner Abwesenheit wurde meine Stelle und die meiner Kollegin als "neu zu besetzen im kommenden Jahr" intern ausgeschrieben. Dort steht nicht, dass es unsere Stellen sind. Aber es sind unsere Stellen. Aussage im heutigen Call: ihr könnt euch darauf bewerben (haha, klar wird man uns die geben, deswegen schreibt man sie ja extra aus... oh Moment? ... Man man man, für wie blöd hält man uns). Wenn nicht, dann arbeitet ihr irgendwo im Unternehmen, irgendwo gibts immer Arbeit. Ich kenne die Jobs, die da auf mich warten. Und über das, WIE man uns das alles vermittelt hat, und wie man uns behandelt seit wir die neue Führungskraft, geh ich jetzt gar nicht erst ein.

Aus der Serie: How to get rid of employees in the shortest possible time?

Eigentlich bleibt mir nur die Kündigung. Und dann ALG I. Davon kann ich nicht leben, zu hohe laufende Kosten.

WTF. Was kommt denn noch?? Herrgott, es ist gut jetzt. Ich kann nicht mehr, echt jetzt, das ist jetzt über meine Grenzen. Dieses Jahr bricht mir ... ja was? Die Energie? Die Seele? Die Kraft? Meine Nerven? Alles?

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Donnerstag, 30. November 2023
Heute.
















Hat da jemand kalte Füße bekommen? Oder handelte es sich um einen Giftgasanschlag?



Safe Space <3

Außerdem: Uni-Seminar (hm joa), langes Telefonat mit N. (<3 <3 <3)

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Mittwoch, 29. November 2023
How much is the fish.
Eine meiner langjährigsten, besten Freundinnen, Diagnose Brustkrebs. Geht das jetzt immer so weiter? Wieviel auf einmal darfs denn sein? Um wie viele nahe Menschen kann man sich gleichzeitig so sehr sorgen?
2023, wtf.
***

Meine Mutter zerrt weiter an uns. Bedauert, es nicht getan zu haben. Fleht und bettelt uns um Hilfe an. Nichts, was wir in den letzten 14 Jahren getan haben, hat ihr geholfen. Nur uns geschadet. Die Hilfe, die sie braucht, will sie nicht, versteht sie nicht. Die Hilfe, die sie ersucht, macht uns kaputt und hilft ihr nicht. Unsere Anregung auf Betreuung ist inzwischen in Bearbeitung und auch bei meiner Mutter adressiert. Trotzdem wird das nicht den Effekt haben, den mein Bruder sich erhofft. Ich wünschte, mein Bruder würde endlich verstehen, was Coabhängigkeit ist, und dass man sie beenden muss. Derweil ich selbst noch verstrickt. Auch im Verhältnis zu meinem Bruder, weil ich ihm helfen will, helfen dabei, nicht mehr helfen zu wollen. Haha, Coabhängigkeit my ass.
***

Immerhin gedeiht mein Vater in der AHB. Du Krebs-Arschloch, trau dich da bloß nicht mehr hin!

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Dienstag, 28. November 2023
Die Situation mit meiner Mutter bleibt das Vorzimmer zur Hölle. Und eigentlich warten wir alle irgendwie auf den harten Suizid. Alle, die jetzt meinen, da müsse man dann doch einweisen und weiß der Geier was: Bitte einfach um die eigenen Angelegenheiten kümmern. Ich habe hier nicht einen Bruchteil dessen geschrieben, was ich den letzten Jahren stattgefunden hat, in welcher Situation und in welchem Leid meine Mutter lebt.

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Sonntag, 26. November 2023
Die Tage in Bildern, Teil 3 (vorX):




Wo schauns denn hin? Gedacht: die starren genauso wie ein Kaninchen auf die Schlange, wie mein Bruder und ich.






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Samstag, 25. November 2023
Die Tage in Bildern, Teil 2 (ntm: noch vor Tag X):








Wie kleine Feenlichter, die den Weg leuchten.

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Freitag, 24. November 2023
In Luft wurzeln.
Bisher dachte ich, dass ich vor allem mit Grauen und Trauer schreiben kann. Da habe ich mich geirrt. Es bleibt (noch?) unsagbar. Ein Teil von mir immer noch fragend: haben die letzten Wochen echt stattgefunden? Ein anderer antwortend: ich weiß auch nicht so genau? Und ein dritter: ich fürchte schon.

Dominik Eulberg, insbesondere seine Avichrom, und Chopins Nocturnes waren und sind mir treue und wertvolle Begleiter dieser Tage. Musik, die mich trägt, umhüllt, behütet. Mich an meinen heilen inneren Kern erinnert. [Die Avichrom wurde an meinem 42. Geburtstag veröffentlicht, und ich hatte sie mir selbst zum Geburstag geschenkt - nach langer Zeit mal wieder ein Albumkauf. Support your DJ!]

Derzeit lesend: "Die Zeit der Verluste" von Daniel Schreiber.

Die Tage in Bildern, Teil 1:






Dieser kleiner Freund kam mit einem Päckchen von so unerwarteter Stelle. I. <3 Keeping hopes up.





Und unter allem die Furcht: wieso weine ich so wenig? Ist das wieder mein altes Programm, mit dem ich unerträgliche Emotion wegpacke? Furcht vor der Depression, und andererseits ein fester Glauber daran, dass es nun anders ist.

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Montag, 20. November 2023
Jenseits von allem. Sie hat es in letzter Minute abgebrochen. Ich wünsche keinem Menschen, was wir durchlebt haben in den letzten Tagen und Wochen. Und das liegt, das möchte ich explizit sagen, nicht an der Organisation, über die das gelaufen ist/wäre: der Arzt und die Anwältin, die das begleitet hatten und heute auch zugegen waren, sind absolut professionell und empathisch. Nach wie vor bin ich eine große Befürworterin des Urteils für ein selbstbestimmtes Lebensende. Sondern es liegt einzig und allein an meiner Mutter, an dem Zustand, in dem sie seit Jahren ist, an ihrem Verhalten, daran, wie das eskaliert ist in den letzten Tagen, an den Gesprächen, die wir geführt haben oder auch nicht geführt haben. Es ist unsäglich, was da ablief.

Für mich ist das nun vorerst ein Ende der Beziehung zu meiner Mutter. Wir wollen versuchen einen gesetzlichen Betreuer zu organisieren. Niemand von uns kann weiter leisten, was wir die letzten Jahre geleistet haben. Wir sind jetzt raus.

Satz der Anwältin zu mir beim Abschied: "Denken Sie bitte daran, dass auch SIE nur dieses eine, wertvolle Leben haben, das gut gelebt werden will!"

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Sonntag, 19. November 2023
Jenseits von Worten.

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Samstag, 18. November 2023
Versehrt.
Ich frage mich, was von dieser Zeit bleiben wird. Welche Erinnerungen, welche Gefühle, welche Wunden. Immer wenn ich denke, es kann nicht schlimmer kommen, geschehen Dinge, von denen ich gar nicht wusste, dass man sie bewältigen kann. Aber man kann. Wir können, zumindest funktionieren wir, halten aus, halten durch. Überlebensmodus, meinte Rini heute in unserem Telefonat, und danach heilen. Das trifft es auf den Punkt. All das was geschieht ist auf allen Ebenen für alle Beteiligten einfach nur schrecklich. Ich finde keine Worte für das, was sich abspielt. Der einzige, der es genau weiß, ist mein Bruder, weil auch er mitten drin ist, nein er ist noch viel mehr mitten drin als ich. Ich kann dabei zusehen, wie er ein Schatten seiner selbst wird. Und die Kinder, sie spüren, dass etwas ist, obwohl er sich soviel Mühe gibt, sie da raus zu halten. Heute spricht er das laut aus, was ich denke: wir dürften zur Zeit keinen Alkohol trinken, nicht in einer solchen Zeit. Und: "Ich bräuchte selbst Betäubungsmittel." Mein Bruder, der nie irgendeine Substanz missbraucht hat. Er spricht mir aus der Seele.

Es ist schrecklich, für alle. Heute Nacht nehme ich zum ersten mal die Tabletten, die mir die Ärztin vor zwei Wochen aufgeschrieben hat. Ich hatte gehofft, ohne sie durchzukommen, aber nach dem heutigen Tag... ich schließe die Augen und sehe das, was ich heute sehen musste, höre das, was ich heute hören musste, und weiß nicht, wie ich die Augen geschlossen und Gehörtes stumm halten soll. Immer nur 24 Stunden, denk ich mir. 24 Stunden. Das kriegst du hin, vergiss das nicht. Immer nur diesen einen Tag.

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