Samstag, 7. März 2009
Halleluja Berlin.
[...]nimm dir Essen mit, wir fahrn nach Brandenburg[...]

~ ein Schmankerl für zwischendurch.







Freitag, 6. März 2009
Es war ein wunderschöner Geburtstag, mit extra sonnigem Geburtstagswetter. Ich habe ja immer ein mulmiges Gefühl, jedes Jahr aufs neue. Vielleicht denkt keiner an mich. Vielleicht wird es peinlich. Vielleicht sitze ich dann abends alleine da und weine.

Nein. Einfach nein. Es war sowas von überwältigend, und keiner hat ihn vergessen. Letztes Jahr habe ich vergeblich auf ein Zeichen von meiner Mutter gewartet. Wir hatten über längere Zeit keinen Kontakt, aber ich dachte, wenigstens eine sms. Eine Mail. Irgend etwas. Und nichts kam. Das tat weh, und umso schöner war es, sie dieses Jahr zu hören, und all die anderen Menschen, die einen in den Arm nehmen, Briefe und Geschenke gesendet und angerufen haben.

Wie kannst du dich eigentlich einsam nennen, du merkwürdige Kuh du, dachte ich mir. Du bist es nicht, auch wenn du es vielleicht einmal warst, vor langer, langer Zeit. Du bist es längst nicht mehr.






Dienstag, 3. März 2009
Man mag ja von den Bärchen halten was man will. Aber sie treffen den Nagel immer wieder auf den Kopf, und rühren mich sogar. Und der Dalai Lama mag sie wohl auch ganz gern. Nun, so kurz vor zwölf, sozusagen, wünsche ich mir, dass sie recht haben fürs kommende Jahr.


Sie sind Rotkäppchen!

Völlig klar. Sie sind es. Hier: Einmal Rot für Ihr Käppchen. Übrigens ein Symbol Ihrer kecken Neugier. Ein zweites Mal Rot für die Flasche Rotwein, die Sie eigentlich Ihrer Grossmutter mitbringen sollten, die Sie aber lieber selbst austrinken. Typisch. Einmal Gelb für den Kuchen, von dem Sie ihr nur ein paar Krümel mitbringen, weil Sie was haben mussten, um Ihre Fahne etwas zu dämpfen. Einmal weiss für Ihr unschuldiges weisses Kleidchen, das natürlich auch ein Symbol ist, nämlich für die Unschuldsmiene, die Sie immer aufsetzen. Dann ein grünes Bärchen für den Wald, durch den Sie irren, der undurchdringliche Wald Ihres Liebeslebens. Na, und schliesslich einmal Braun für den grossen bösen Wolf, der Sie verfolgt.

Ach, Moment - Sie haben gar kein braunes Bärchen gezogen!? Na, das ist auch wieder typisch! Das bedeutet nämlich: Sie sehen den Wolf nicht einmal. Sie erkennen ihn nicht. Sie hören sein lüsternes Knurren. Aber Sie denken, das ist nur Ihre Grossmutter, die ein bisschen Hunger hat. Und wenn er sein Maul aufreisst, denken Sie: Mensch, Oma hat sich endlich ein neues Gebiss geleistet! So funktioniert Ihr Liebesleben. Sie schnallen nichts.

Sie sind neugierig. Probieren gerne hier und dort, naschen von anderer Leute Kuchen, berauschen sich an fremdem Wein - stets mit Unschuldsmiene, immer freiheitsbewusst. Und doch sind Sie längst verstrickt in einem Wald unklarer Beziehungen. Was wirklich abläuft, merken Sie nicht.

Und wenn da so ein hungriges animalisches Wesen Ihren Weg kreuzt, dann denken Sie: Das ist es. Das bringt mich raus aus meinen Verstrickungen. Oh je, oh je. Was sollen wir nur mit Ihnen machen? Mit Ihrem schönen Talent zum Lieben, auf das die zwei roten Bärchen immerhin hinweisen?

Der Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung hat bemerkt, der Wolf sei die erste wirkliche Beziehung im Leben des Rotkäppchens. Na ja. Also, ehrlich gesagt, Sie haben was Besseres verdient als jemanden, der sich die Pfoten nicht richtig wäscht und immer so ein bisschen aus dem Mund riecht. Und, Sie glauben es kaum, es kommt auch was Besseres.

Ihr Liebesleben bekommt jetzt einen erfrischenden Schub. Das zeigt die Farbsymbolik dieser Bärchen. Zweimal Rot bedeutet natürlich: Sie haben eine schöne Liebesenergie, die nur eine Zeit lang ein wenig gestaut oder gehemmt war und brach lag. Einmal Weiss aber heisst: Sie bekommen jetzt eine liebevolle Eingebung, eine erotische Inspiration, eine Überraschung. Gelb zeigt: Sie sind bereit, bei der Sache zu bleiben, zu polieren und Ihrer Liebe Glanz zu verleihen.

Prosaisch heisst das übrigens: Beziehungsarbeit. Vergessen wir das Gruselwort gleich wieder. Denn Grün bedeutet: Sie gewinnen das tiefe Vertrauen in die Liebe, das Ihnen so lange gefehlt hat. Sie brauchen nicht weiter herumzuirren. Sie werden nicht mehr auf Überredungskünstler und Betrüger reinfallen. Lassen Sie den Wolf in Ruhe Ihre Grossmutter fressen. Ziehen Sie dann anschliessend mit Ihrem Lover in das Haus, und haben Sie Spass!

Orakel vom Dienstag, 3. März 2009, 21:48 Uhr



Über Frau O ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Samstag, 28. Februar 2009
Manchmal kommt es mir so unwirklich vor, als wäre das alles nie gewesen, ich bekomme den Mann, den ich sehe, nicht mehr in Einklang mit der Vorstellung, dass wir mal zusammen waren. Ich habe mal alles zurückgelesen, bis zum Juni.

Surety und Pandora, ich weiß nicht, ob euch klar ist, wieviel Halt und Zuversicht mir eure Kommentare gegeben haben. Danke dafür. Euch muss der Himmel geschickt haben.

[Edit] Ok ich habe ein bisschen geflunkert. Ich habe auch den Anfang gelesen, ab dem Fucked up. Es tut mir weh zu lesen, dass ich keine drei Wochen nach "Beziehungsstart" das Ganze als aussichtslos empfand. Man vergisst ja mit der Zeit. Mir war nicht mehr so wirklich klar, wie verzweifelt das Ganze schon von Anfang an war. Es tut mir weh, dass ich es trotzdem weiter gemacht habe. Ich frag mich, wie lange diese Wunden noch zum Heilen brauchen. Es ist gefühlt ein halbes Leben her, und trotzdem fühlen sich Schmerz, Wut, Enttäuschung und Scham manchmal an, als sei es erst gestern gewesen.






Freitag, 27. Februar 2009
Vom Altern.
"Und überhaupt finde ich, dass es mehr auf die innere Schönheit ankommt. Das Äußere, das ist nicht so wichtig, verstehste? Auf das Innere kommt es an. Werte und Charakter und so..."

Die Stimme sitzt geschätzt 3 Sitzreihen hinter mir. Das Rattern der Straßenbahn lässt mich nicht alle Worte hören, aber diese Stimme, die eindeutig weiblich ist, passt irgendwie nicht zu den Worten. Sie spricht laut, klingt leicht nasal und herablassend, vielleicht ist der Ansprechpartner schwer von Begriff. Vom dem/der jedenfalls hört man gar nichts, entweder weil er/sie nicht zu Wort kommt, oder nicht so von sich überzeugt ist wie "Die Stimme", die ihre Überzeugung in die Bahn posaunt.

"AAAACH, ich hatte ja SO Probleme mit dem Altern! Als ich 30 wurde, das war für mich eine Katastrophe. Mein Gooooott hatte ich eine Angst davor. Für mich war das das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte."

Scheint ja eine ziemlich begrenzte Phantasie zu haben.

"Ich dachte, von da an kann es nur noch bergab gehen, mit dem Aussehen und Allem. Aber dann konnte ich mich damit irgendwie arrangieren, und ich hab gemerkt, dass es eben nich so aufs Äußere ankommt."

Gääähhhn...

"Und dann wurde alles viel viel besser. Es wurde ab da dann eigentlich erst richtig toll, so ab 30. Mit dem Alter. Aaach, ich seh das jetzt alles ganz entspannt. Du, ich muss jetzt aussteigen, war schön dich zu sehen..."

Ich MUSS meinen Kopf drehen, ich kann nicht anders, ich MUSS die Stimme sehen.

Bei dem Versuch nicht laut zu lachen beiß ich mir fast die Zunge ab. Die Stimme sieht dank viel zu regelmäßiger Solariumsbesuche aus wie 40, hat ihre grauenhaft schlecht blondierten Haare zu einem Tussipferdeschwanz mit Fiffi vorne hochgezwirbelt, trägt eine schwarze enge Jeans, die ab dem Knie in schwarzen Stiefeln verschwindet, und: ein Nasenpiercing.

Dem Gegenüber hats bei den Ausführungen wohl einfach nur die Sprache verschlagen.

Aufgeschnappt ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment