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Mittwoch, 3. Februar 2010
okavanga, 00:16h
Ich liege mit drei oder vier anderen in einem Zelt. Wir sind eine Gruppe von eigentlich gegenseitig Unbekannten, in einer Art Spiel, so ähnlich wie Big B*rother, wir werden immer weniger.
Es ist mitten in der Nacht, ein einsamer, gruseliger Ort. Grabesstille um uns rum. Wir legen uns zurecht zum Schlafen. Plötzlich klingelt mein Handy. M. ist dran, und sagt nur: Oka, ich hab Angst.
In einem Tonfall, der mir die Gänsehaut über den Rücken jagt. Urplötzlich kriecht mir die gleiche Todesangst den Nacken hoch, wie M. es gerade empfinden muss. Unbeschreibliche Angst. Und sie wieder, am anderen Ende der Leitung, deren Verbindung immer schlechter wird: Oka, ich hab Angst!
Um unser Zelt herum plötzlich merkwürdige Geräusche. Rascheln, und Wind. Die Kamerateams machen nicht den Eindruck, als würde das zur Show gehören. Mein Herz ist kurz vor dem Zerspringen, die anderen blicken mit Panik in den Augen um sich. Was geht vor sich. Plötzlich dellt sich das Zeltdach ein, als würden fremde, bösartige Hände nach uns greifen. Todesangst in uns allen.
Ich wache auf, mein Puls kurz vor der Explosion. Mit schreckstarr geweiteten Augen starre ich in die stille Nacht, das Gefühl böser Hände durch Leinenstoff noch auf der Haut. Bis ich merke, meine Hand krallt sich fest in das Fleisch um mein Herz.
Es ist mitten in der Nacht, ein einsamer, gruseliger Ort. Grabesstille um uns rum. Wir legen uns zurecht zum Schlafen. Plötzlich klingelt mein Handy. M. ist dran, und sagt nur: Oka, ich hab Angst.
In einem Tonfall, der mir die Gänsehaut über den Rücken jagt. Urplötzlich kriecht mir die gleiche Todesangst den Nacken hoch, wie M. es gerade empfinden muss. Unbeschreibliche Angst. Und sie wieder, am anderen Ende der Leitung, deren Verbindung immer schlechter wird: Oka, ich hab Angst!
Um unser Zelt herum plötzlich merkwürdige Geräusche. Rascheln, und Wind. Die Kamerateams machen nicht den Eindruck, als würde das zur Show gehören. Mein Herz ist kurz vor dem Zerspringen, die anderen blicken mit Panik in den Augen um sich. Was geht vor sich. Plötzlich dellt sich das Zeltdach ein, als würden fremde, bösartige Hände nach uns greifen. Todesangst in uns allen.
Ich wache auf, mein Puls kurz vor der Explosion. Mit schreckstarr geweiteten Augen starre ich in die stille Nacht, das Gefühl böser Hände durch Leinenstoff noch auf der Haut. Bis ich merke, meine Hand krallt sich fest in das Fleisch um mein Herz.
Nachts.
okavanga, 02:10h
Tagsüber ist es okay, irgendwie. Tief vergraben. Bei Licht betrachtet.
Aber nachts, wenn ich da liege, und mir vorstelle, wie sie allein in ihrem Bett liegt. In ihrer Wohnung, sich bedroht fühlend, verfolgt, vielleicht verängstigt, verrückt werdend /und das schlimmste ist, ich weiß gar nicht was wirklich noch alles in ihrem Kopf und Herz abläuft, wie viele Stimmen, Ängste, Nöte/ ... - und, das allerschlimmste, von uns allen im Stich gelassen. In ihrer Realität. Da zerreisst es mich fast.
Aber nachts, wenn ich da liege, und mir vorstelle, wie sie allein in ihrem Bett liegt. In ihrer Wohnung, sich bedroht fühlend, verfolgt, vielleicht verängstigt, verrückt werdend /und das schlimmste ist, ich weiß gar nicht was wirklich noch alles in ihrem Kopf und Herz abläuft, wie viele Stimmen, Ängste, Nöte/ ... - und, das allerschlimmste, von uns allen im Stich gelassen. In ihrer Realität. Da zerreisst es mich fast.
Die Spieluhr in ihr ~
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Samstag, 30. Januar 2010
Weißes Rauschen.
okavanga, 13:00h
Sie steht gestern im Treppenhaus, als mein Bruder nach Hause kommt. Hält ihm, zwischen Aggression und Auflösung, einen leeren Briefumschlag vors Gesicht, den sie mit Hand beschrieben hat:
Wer steckt dahinter?
a) <Klinik A>
b> <Klinik B>
c) <Klinik C>
Und ruft die ganze Zeit, Wer steckt dahinter?
Er nimmt sie mit hoch zu seiner Wohnung, aber rein geht sie nicht. Welcher Teil ihres Gesprächs vor einigen Tagen, in dem sie sich ihm anvertraute, mitgeschnitten wurde? Oder ob die komplette Unterhaltung aufgezeichnet wurde?
----------------------------------------------------
Nur wenige Stunden davor hatten wir einen Termin beim SPDI vor Ort. Wir schildern unserer Ansprechparterin die Situation, wie sie sich zuspitzt, informieren uns über unsere (so gut wie nicht vorhandenen) Handlungsmöglichkeiten, über den Verein für Angehörige Psychisch Kranker, über Betreuungsverfahren, über Zwangseinweisung. Immerhin haben wir, v.a. mein Bruder, nun eine informierte Stelle vor Ort, die für uns da ist.
Sie empfiehlt uns, mit dem Hausarzt zu sprechen, sofern sie dort noch ab und zu in Behandlung ist. Wir bekommen sofort einen Termin.
Dieses Gespräch dürfte ich nun nicht ausführlich schildern. Ich vermute, er verletzt seine Schweigepflicht und mit den Vorschlägen, die er hat, wagt er sich an den Rand eines Zulassungsentzugs. Ihm ist die Situation bekannt, sie kommt ab und zu zu ihm. Aus ihm spricht die gleiche Verzweiflung wie aus uns, ebenso die Ohnmacht, gebundene Hände, solange Fremd- oder Selbstgefährdung fehlen, und zugleich dieser große Wunsch, endlich handeln zu können. Wir tauschen Telefonnummern aus.
Ein weiterer Verbündeter, Mitwisser. Ansprechpartner im Notfall. Was ist ein Notfall?
Alle sind sich einig: ohne Medikamente wird das nichts.
----------------------------------------------------
Vorhin. Es klingelt Sturm bei meinem Vater. Er ist nicht da, ich schlafe. Mein Handy klingelt. Meine Mutter. Ich habe Angst. Ja! Ich habe Angst, wenn meine Mutter oder das, was sie gerade ist, klingelt. Beschämend, nicht wahr. Ich torkel schlaftrunken zur Tür, während der Puls bereits jenseits von gut und böse ist.
Kein Hallo, kein nichts. Wir hatten seit 3 Wochen keinen Kontakt, seit sie einfach aufgelegt hat. Hast du deinen Laptop dabei, fragt sie. Ihr Tonfall ist fordernd, aggressiv. Ich bejahe. Mach ihn sofort an, ich brauch ein paar Telefonnummern. Nein, sage ich, so geht das nicht, was ist denn los? Das Gespräch dreht sich im Kreis und endet damit, dass sie meint:
wie zu erwarten, auf euch ist nicht Verlass.
Du machst mir Angst, sage ich. Angst, schnaubt sie, ja, das kann sie sich vorstellen. Was ist los? Frage ich zum hundertsten mal. Und: soll ich einen Arzt rufen? Da wird sie wirklich aggressiv: Ich kann dir gleich eine scheuern! Das einzige, was mich das letzte halbe Jahr hat durchstehen lassen, war der Glaube an euch beide [mich und mein Bruder]. Lasst euch beide nie, nie mehr bei mir blicken!
Sprichts, und knallt die Tür hinter sich zu.
----------------------------------------------------
Vor dem Fenster versinkt die Welt immer tiefer in Schnee. In mir auch. Alles ist taub und stumm und weißes Rauschen. Was, wenn sie sich nun doch etwas tut, und wir haben nicht gehandelt.
Ich kann den Schmerz, die Ohnmacht und auch die Wut, nicht beschreiben, die Gefühle, die man in solchen Situationen empfindet. Doch vor allem dieses weiße Rauschen: wo läuft das hin? Angst. Es ist die Angst. In mir steckt inzwischen eine permanente Grundangst vor meiner Mutter. Und dem, was sie tut. Und dem, was sie tun könnte.
Wer steckt dahinter?
a) <Klinik A>
b> <Klinik B>
c) <Klinik C>
Und ruft die ganze Zeit, Wer steckt dahinter?
Er nimmt sie mit hoch zu seiner Wohnung, aber rein geht sie nicht. Welcher Teil ihres Gesprächs vor einigen Tagen, in dem sie sich ihm anvertraute, mitgeschnitten wurde? Oder ob die komplette Unterhaltung aufgezeichnet wurde?
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Nur wenige Stunden davor hatten wir einen Termin beim SPDI vor Ort. Wir schildern unserer Ansprechparterin die Situation, wie sie sich zuspitzt, informieren uns über unsere (so gut wie nicht vorhandenen) Handlungsmöglichkeiten, über den Verein für Angehörige Psychisch Kranker, über Betreuungsverfahren, über Zwangseinweisung. Immerhin haben wir, v.a. mein Bruder, nun eine informierte Stelle vor Ort, die für uns da ist.
Sie empfiehlt uns, mit dem Hausarzt zu sprechen, sofern sie dort noch ab und zu in Behandlung ist. Wir bekommen sofort einen Termin.
Dieses Gespräch dürfte ich nun nicht ausführlich schildern. Ich vermute, er verletzt seine Schweigepflicht und mit den Vorschlägen, die er hat, wagt er sich an den Rand eines Zulassungsentzugs. Ihm ist die Situation bekannt, sie kommt ab und zu zu ihm. Aus ihm spricht die gleiche Verzweiflung wie aus uns, ebenso die Ohnmacht, gebundene Hände, solange Fremd- oder Selbstgefährdung fehlen, und zugleich dieser große Wunsch, endlich handeln zu können. Wir tauschen Telefonnummern aus.
Ein weiterer Verbündeter, Mitwisser. Ansprechpartner im Notfall. Was ist ein Notfall?
Alle sind sich einig: ohne Medikamente wird das nichts.
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Vorhin. Es klingelt Sturm bei meinem Vater. Er ist nicht da, ich schlafe. Mein Handy klingelt. Meine Mutter. Ich habe Angst. Ja! Ich habe Angst, wenn meine Mutter oder das, was sie gerade ist, klingelt. Beschämend, nicht wahr. Ich torkel schlaftrunken zur Tür, während der Puls bereits jenseits von gut und böse ist.
Kein Hallo, kein nichts. Wir hatten seit 3 Wochen keinen Kontakt, seit sie einfach aufgelegt hat. Hast du deinen Laptop dabei, fragt sie. Ihr Tonfall ist fordernd, aggressiv. Ich bejahe. Mach ihn sofort an, ich brauch ein paar Telefonnummern. Nein, sage ich, so geht das nicht, was ist denn los? Das Gespräch dreht sich im Kreis und endet damit, dass sie meint:
wie zu erwarten, auf euch ist nicht Verlass.
Du machst mir Angst, sage ich. Angst, schnaubt sie, ja, das kann sie sich vorstellen. Was ist los? Frage ich zum hundertsten mal. Und: soll ich einen Arzt rufen? Da wird sie wirklich aggressiv: Ich kann dir gleich eine scheuern! Das einzige, was mich das letzte halbe Jahr hat durchstehen lassen, war der Glaube an euch beide [mich und mein Bruder]. Lasst euch beide nie, nie mehr bei mir blicken!
Sprichts, und knallt die Tür hinter sich zu.
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Vor dem Fenster versinkt die Welt immer tiefer in Schnee. In mir auch. Alles ist taub und stumm und weißes Rauschen. Was, wenn sie sich nun doch etwas tut, und wir haben nicht gehandelt.
Ich kann den Schmerz, die Ohnmacht und auch die Wut, nicht beschreiben, die Gefühle, die man in solchen Situationen empfindet. Doch vor allem dieses weiße Rauschen: wo läuft das hin? Angst. Es ist die Angst. In mir steckt inzwischen eine permanente Grundangst vor meiner Mutter. Und dem, was sie tut. Und dem, was sie tun könnte.
Mittwoch, 20. Januar 2010
Müdigkeit.
okavanga, 20:37h
Das ist alles ... anstrengend. Immerhin ist sie tatsächlich bei dem Bekannten von uns in psychologischer Betreuung. Mein Bruder und ich haben Kontaktadressen bekommen, an die wir uns für persönliche Gespräche wenden können. Derweil erzählt sie meinem Bruder eine Horrorgeschichte nach der nächsten, und ich werde von einem schlechten Gewissen geplagt, weil er den direkten Kontakt ganz allein abfangen muss. Und ich muss zusehen, dass ich wieder in Kontakt mit ihr komme.
Mir fehlt langsam die Puste. Wie hält er das nur aus.
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Letzten Termin bei Frau W. gehabt.
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Mir fehlt langsam die Puste. Wie hält er das nur aus.
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Letzten Termin bei Frau W. gehabt.
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Sonntag, 17. Januar 2010
okavanga, 03:51h
Ich: "Wie gehts dir denn so in der Liebe?"
DkP: "Also... Sharepoint 2010 kommt... "
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Andere Situation, anderer Mensch, anderer Kontext:
mehr kann man kaum mehr falsch machen, um mich mit Sicherheit in die Ferne zu treiben. Schade. Wirklich. Sehr sehr schade. Nervlich treibt er mich an den Rande des Wahnsinns.
DkP: "Also... Sharepoint 2010 kommt... "
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Andere Situation, anderer Mensch, anderer Kontext:
mehr kann man kaum mehr falsch machen, um mich mit Sicherheit in die Ferne zu treiben. Schade. Wirklich. Sehr sehr schade. Nervlich treibt er mich an den Rande des Wahnsinns.
Mittwoch, 13. Januar 2010
okavanga, 21:19h
Ja, Herr Pappnase. Wie ist das eigentlich?

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