Donnerstag, 14. Juni 2012
Mein We*rkstudent.
Weil ich so abkacke beim EM tippen, hab ich heute meinen Wer*kstudenten, den ich seit Januar für mich eingestellt habe, die nächsten 6 Spiele tippen lassen. Ich hab den Kerl echt in mein Herz geschlossen. Als Deutschland das zweite Tor schießt, schreibt er eine SMS: Mariooooooo!

Die Tage mit We*rkstudent waren immer sehr sehr schöne Tage. Die ohne waren langweilig und ohne Inspiration. Morgen sehe ich ihn zum letzten mal.

Heute, als wir mal wieder ordentlich lachen, lehnt er sich seufzend nach hinten und sagt aus tiefstem Herzen: ich will nicht dass du gehst!

Vielleicht ist ja auch das das Loch. Aber das will ich nicht.

P.S. Jetzt das Tor für die Niederlande. 2:1 war genau der Tip, den der Gute abgegeben hat. Ich würd ihm, mir, uns wünschen, dass es so bleibt.
Witzig - und just in dieser Sekunde schreibt er: "Wenns so bleibt!!! Dann nenn mich Tippgott :-)" <3

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Heute ein großes leeres Loch nach der Sitzung. Loch zieht sich von den unteren Rippen bis zum Schambein, ne kleine Kralle Richtung Hals. Leer. Weiß nicht, was das bewirkt hat. Vielleicht die Aufforderung, mein kleines Ich zu umarmen. Habs echt versucht. Konnte dann aber nur sagen: das funktioniert irgendwie nich, ich glaub, das ist zu spät. Zum ersten mal ein sehr beschissenes aber nicht weiter definierbares Gefühl nach der Sitzung gehabt.

Sonst mag ich derzeit irgendwie nicht reden.

Hoffe bei euch alles fit.

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Donnerstag, 31. Mai 2012
Versuche zu schlafen und muss ständig an den "Problembär" denken. Scheisse, es war doch toll, dass da ein Bär war. Das Problem war das Umfeld. Der hat da einfach nicht reingepasst.

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Das klingt blöd, aber ich frage mich manchmal, und das auch schon seit Jahren, wenn ich denn ein Testament machen würde, wem ich den Link zu diesem Blog vermachen würde, bisher kennt den kein einziger aus dem privaten Umfeld. Es gibt nur eine Person, die mir dazu einfällt. Und gleichzeitig doch mehrere. Und dann wieder keiner.

Wie ist das bei euch?

Nur so. ~ ... link (8 Kommentare)   ... comment



Der letzte Beitrag musste (weil es sich so anfühlt) weg. Danke für eure Kommentare!

Ach ja. Und falls ich jemals diesen einen Brief suche, über Mütter und Töchter, erinnert mich bitte daran, dass er offline ist.

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Samstag, 26. Mai 2012
Derzeit streifen mich immer wieder Gedanken, die ich komischerweise gar nicht in Worte fassen kann, obwohl ich doch in Worten denke. Es hat was mit diesem "im Fluss" zu tun.

Die Situation mit meinem Cousin und die aktuellen Therapiesitzungen spülen etwas hoch, das irgendwie traurig, heilsam und schön ist, und zugleich nicht richtig zu greifen.

Ich selbst war und bin ja auch kein Kind von Traurigkeit. Ich kenne (primär chemische) Drogen, und ab und an greif ich auch heute noch gern zu, wobei das letzte mal fast genau ein Jahr her ist. In den letzten Jahren war das immer ein großes Thema. Allein schon durch den kleinen Professor. Dann durch F., da aber eher als Beobachter und auch Nutznießer. Und somit letztendlich auch wegen mir, einfach weil ich damit konfrontiert bin und auch selbst konsumiere.

Hier habe ich glaub ich nicht geschrieben, über diese extremen sexuellen Spannungen zwischen meinem Cousin und mir, und das, was da passiert ist. Aber es bringt mich ins Grübeln, warum eben ausgerechnet er. Klar einte uns über die Jahre der kleine "Schwarze Schafe der Familie" Stempel, auch wenn er jetzt ein fettes Tattoo auf der Stirn hat. Ich finde ihn unheimlich sinnlich und sexy in seinem Auftreten. Und wir sind fast gleich alt. Trotzdem. Weiß ich... dass es das alles alleine nicht ist. Es ist noch etwas, nämlich das etwas, das dazu führt, dass ich eben keinen Partner habe. Bei F. ist es das gleiche. Und beim kP letztendlich auch.

Was erzählen mir diese Männer über mich. Und wo kommt die tiefe Erschütterung meiner selbst her. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir meine Eltern dieses Gefühl vermittelt hätten, aber seit der letzten Frage des Therapieonkels spült es Erinnerungen an die Grundschule und das Gymnasium hoch, und die tun echt weh, und ich möchte dieses kleine Mädchen einfach nur gerne umarmen.

Und die Drogen... je mehr mein Umfeld mir davon zeigt, desto unattraktiver werden sie, und auch der Zustand meiner Mutter und die Angst davor, dass mal was schief läuft wenn ich was ziehe oder werfe, tragen gut dazu bei. Auch die Vollidioten, die man in Psychiatrie gesehen hat, wenn ihre obercoolen Partykollegen sie besuchen, und sie über die "krass-geilen Aktionen" sprechen, die den Kollegen auf die Station gebracht haben. Wenn man da neben seiner durchgeknallten Mutter sitzt und sowas hört, würde man diese Spasten einfach nur gerne erschießen. Vielleicht haben sie auch noch nie gesehen, wie ein Hängengebliebener in sein Wasserglas sabbert und dann vorschlägt: "Du lass uns doch deine Wand bemalen". Aber das ist eine andere Geschichte, die hier bereits einmal erzählt wurde. Die Wahrheit ist.. sie fehlen mir auch einfach nicht. Es keimt manchmal ein "Boah mal wieder richtig fett feiern gehen" auf, aber das ist irgendwie auch sehr schnell wieder weg, spätestens beim Gedanken an den Tag danach oder an all die Energie, die man damit verschleudert.

Ich habe hier ein Jahr Eremiten-Dasein hinter mir. Das Alleinsein schätze ich jetzt vermutlich mehr als zuvor. Aber ich bin unglaublich erleichtert zu wissen, dass ich zum 1.7. umziehe. Es fühlt sich an, als würde ich nach einem Jahr Isolation zurück in die Zivilisation gehen. Ob ich die dann mag - ich weiß es nicht. Aber ich freue mich unglaublich auf sie, und die "Eremit"-Karte kann ich immer noch ziehen, wenn mir danach ist.

Das sagt Ihnen jetzt vielleicht alles nichts, oder klingt sehr zusammenhanglos. Aber das ist es nicht, das weiß ich. Nur fehlen mir halt auch noch ein paar Puzzleteilchen. Aber sie sind da. Ich spürs. Und es macht auf sehr merkwürdige Art und Weise echt Sinn.

Klangkarussell - "Hitparade"-Set

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Mittwoch, 23. Mai 2012
Desperation and disappointment.
Wir alle kennen Situationen, in denen wir verzweifelt sind. In denen wir nicht mehr wissen, wovon wir unsere Miete oder unser Essen zahlen sollen. In denen uns das Wasser bis zum Hals steht. Aber ich glaube, keiner von uns würde wirklich während der Trauerfeier seiner eben verstorbenen Großmutter ihre Bankkarte klauen und ihr Konto um einen fetten Batzen erleichtern.

Ok, angenommen uns würde bei dieser Gelegenheit-macht-Diebe-Situation die Sicherung durchbrennen. Selbst dann stünden wir am nächsten Tag wohl bei irgendwem auf der Matte um unser Gewissen zu erleichtern. Aber doch nicht erst dann, wenn unser Vater uns berichtet, dass nun die Anzeige bei der Polizei läuft und es Videoaufnahmen gibt.

Keiner von uns, auch nicht ich, wusste, wie hoch ihm das Wasser wirklich steht. Wie verzweifelt und skrupellos er anscheinend ist, wird uns allen erst jetzt klar. Wir können ja auch nicht hellsehen.

Durch diese Aktion kam nun aber das ganze Ausmaß ans Licht. Und es ist ganz und gar unglaublich. Abgesehen von finanziellen Schwierigkeiten, Mietschulden, sonstigen Schulden, ist da noch eine Drogenabhängigkeit, die ich in diesem Ausmaß auch nicht erwartet hätte, ein aufgrund Drogenkonsum verlorener Führerschein, Fahren ohne Führerschein sowie eine kriminelle Energie und Skrupellosigkeit, die ich ihm niemals zugetraut hätte, ganz zu schweigen von eben jener Scheissaktion. Gekrönt von grenzenloser Dummheit.

Kein Mensch von uns hätte ihm nicht zugehört. Keiner von uns wäre nicht für ihn dagewesen. Es hätte gereicht mit uns zu reden. Ich weiß selbst, wie schnell so eine Abwärtsspirale funktionieren kann, und wie es ist, wenn man einfach nicht reden kann.

Und trotzdem. Ich wanke zwischen Wut, Entsetzen und maßloser Enttäuschung. Der Rest meiner Familie ist anscheinend noch enttäuschter und absolut sprachlos, was man ihnen ja nicht verübeln kann. Seinen Vater und seine (geschiedene) Mutter zerreisst es vermutlich gerade, dummerweise unterstützt sie anscheinend seine Misere regelmäßig finanziell und schützt ihn. Ja, Mutterinstinkte. Aber ich weiß, dass letztendlich nur eine richtig harte Fressenlandung irgendetwas helfen kann, wenn überhaupt.

Dennoch würde ich mir wünschen, dass wir nun nicht anfangen ihn auszugrenzen (das klang irgendwie so durch bei dem Telefonat meiner Tante, im Sinne von "ich weiß nicht ob ihn nun noch jemand einläd bei Feiern"), sondern ihn integrieren. Das heißt nicht, dass wir ihm die Suppe auslöffeln oder seinen Arsch retten sollen, aber dass wir für ihn da sind, und dass er immer noch ein emotionales Sicherheitsnetz hat, an das er selbst aber ganz offensichtlich nicht glaubt.

Scheisse einfach. Richtig richtig scheiße.

Peterson & Tolgus - Leave alone ( Promo )

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Sonntag, 20. Mai 2012
Wenn man sich das so anschaut, dann kann mans eigentlich kaum mehr erwarten... Und es beruhigt mich, wie unabhängig letztendlich die Natur von uns ist, und wie abhängig wir von ihr. Wir Dummen.

Aus dem Leben ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment