Donnerstag, 23. Juli 2015
Eine Möhre für dieses Pferd bitte.

Ach es hätte schon was wenn jeder so direkt zurückbekäme was er an Leid verursacht.






Samstag, 18. Juli 2015
Samtblaue Abendstunde.
Auf der Mitte der Brücke kniet ein junger Vater neben seinem Sohn. Beide blicken auf den Fluß, in Richtung Nord-Westen. Am Horizont betrachten sie die Lichter und Schlote der Industriegebiete. Der Vater gestikuliert und erklärt leise. Himmel und Wolken sind in dunkle Blau- und Violettöne getaucht, durchzogen von einigen helleren Schlieren. Auf dem Wasser spiegeln sich die Farben der späten Dämmerung, sie zerlaufen in sanften Wellen. Sogar die Wiese und Gebäude am Ufer nehmen die Färbung an. Ein Moment, so dunkelblau und still wie ein Gemälde. Ein Augenblick der Ruhe, nur begleitet von dem Zirpen der Grillen, dem lauen Sommerwind und dem Flüstern zwischen Vater und Sohn.

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Als ich mit dem Fahrrad ganz samtsommernächtlich eingelullt um die Kurve in unsere Einfahrt biege, erschrecken mich hinter der Ecke zwei Jungs, um die 6 oder 7 Jahre alt. "Buhuuuuuuu" kreischen sie fröhlich. Fast falle ich vom Fahrrad vor Schreck, muss dann aber lachen.
"Du meine Güte, ihr habt Nerven, ihr zwei!"
"Wir spionieren hier!" entgegnet der Wortführer der beiden keck.
"Was spioniert ihr denn?"
"Die Party gegenüber". Gegenüber findet eine Eröffnungsparty statt für eine kulturelle Einrichtung, draußen stehen viele Grüppchen mit überwiegend jungen Leuten, die sich an ihrem Bier laben.
"Und was habt ihr rausgefunden?"
"So einiges. Mit den bösen Männern." Ob die zwei die Pseudo-Kulturheinis genauso kacke finden wie ich?
"Welche bösen Männer???"
"Ach das spielen wir doch nur. Wir spielen hier öfters."
"Ich bin nicht von hier", meldet sich erstmals der andere Junge.
"Ja, und wir spielen das dann auch da zwischen den Autos (er deutet auf die Doppelparker im Innenhof), da sind auch böse Männer. Er ist mein Cousin (zeigt auf den Stilleren), was soll ich machen? Beaauummmm pftzöööö neeeooooowwwwwww!!!" rennt er wild mit den Beinen kickend in Richtung Mülltonnen, wo sicher die nächsten bösen Männer warten.

~ Justin Jay - You give me butterflies

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Sonntag, 12. Juli 2015
Age of Aquarius - eine Sommernacht.
"Magst du nicht mal von meinem Radler trinken?"
Der Klavierengel schüttelt den Kopf: "Ne, hab mir grad nen Gin Tonic bestellt." Ernst kuckt er in sein Glas.
"Dir gehts aber gut, oder?"
"Joa, kann nicht klagen."
"Super klingt anders..."
"Ja, super wäre anders, aber ne, kann echt nicht klagen."

Ich denke an die Szene, die ich einige Minuten zuvor hinter mir beobachtet habe. Wie seine Freundin auf seinem Schoß liegt, quer, und er sie eng umschlungen hält, und frage mich, wo es denn genau hakt, für ein super. Jetzt stehen wir nah nebeneinander, den Blick Richtung Bühne. Auf einer Jubiläumsfeier des Vereins, für den wir beide mehr oder weniger aktiv sind. Eine wahnsinns Stimme steht auf der Bühne, begleitet von einer sanften Gitarre.

Wir necken uns ein bisschen, in Erinnerung an alte Zeiten. "Was glaubst du denn, wer ich bin??", fragt er empört, als ich provokativ in den Raum stelle, dass er ja dafür bezahlt werden möchte wenn wir uns sehen, in Anspielung auf unsere Klavierstunden. „Ich habe es in sehr guter Erinnerung“ nickt er bestimmt vor sich hin. Ich muss lachen. „Und in sehr lustiger“, fügt er hinzu. Ich lächel ihn von der Seite an. Ja, denke ich mir, ich auch. Und es fehlt mir. Diese unerträgliche Leichtigkeit und Naivität des Seins. Gepaart mit unverbindlicher Leidenschaft.

„Sag mal, fehlt dir das denn eigentlich manchmal? Also jetzt ganz losgelöst von mir.. so allgemein.. fehlt dir das nicht, dieses Umtriebige?“
Verunsichert weicht er meinem Blick aus „was genau meinst du denn damit?“
„Oh, ich glaube, du verstehst ganz gut, was ich damit meine.“
„Nein, ich bin mir gerade echt nicht sicher.“
„Doch, glaub mir, du weißt was ich meine. So jetzt… das Leben in einer Beziehung.. das ist ja völlig anders als vorher.“
„Du meinst, wenn man jemanden sieht und nett findet, und sich denkt: joa, den nehm ich heut gerne mit nach Hause?“
„Ja, zum Beispiel. Also wirklich losgelöst von meiner Person. Ich würde das vermutlich nie übers Herz bringen gegenüber dem Mann. Aber letztendlich… einfach diese Umtriebigkeit…“
Er schaut mir fest in die Augen, und ich sehe wie es in ihm arbeitet. Hinter ihm löst sich seine Freundin aus den Loungesesseln und nähert sich uns. Mein Blick verrät mich, und er dreht sich leicht zu ihr um. Sie greift nach seiner Hand, er nimmt sie und lässt sich von ihr in Richtung Ausgang und frischer Luft führen. Dabei dreht er sich zu mir um. „Also wenn dir das als Antwort reicht… ja.“ „Ja, das reicht mir als Antwort“, grinse ich, und spüre alte Vertrautheit. „Ja“, sagt er.. „dann ja.“

Als ich mich später von ihm verabschiede, hält er mich eine Sekunde länger im Arm als nötig. „Komm doch gerne mal vorbei, und dann sprechen wir mal darüber" flüstert er in mein Ohr. Diesmal ist es an mir keine Ahnung zu haben, ob ich das richtig verstehe. Doch meine Nerven kitzeln und ich spüre noch auf dem Nachhause-Spaziergang durch die warme Sommernacht seinen Atem an meinem Hals.

~ The Fifth Dimension - Aquarius (Let the sunshine in)

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Mittwoch, 22. April 2015
S(m)ich selbst zu mögen ist immer noch die größte Aufgabe (daran scheiter ich gerade mit Bravour. Wie lange kann ich es kaschieren vor ihm? Schon zu spät, schätze ich. Auch keine Lust auf Sex. Ich. Keine Lust. Auf Sex. Ich. Nicht mal mit mir selbst. Seit ..vielen Wochen).

Dann kommt das mit Mama und allem.

Würde gern viel erzählen, aber weiß schon gar nicht mehr wo anfangen. Und dann.. lass ichs einfach. Vorerst.

Der Mann ~ ... link (6 Kommentare)   ... comment





Montag, 2. März 2015
45 Minuten geheult und beschlossen, den Firmenwagen abzugeben.