... newer stories
Mittwoch, 20. Mai 2020
How much is the fish?
okavanga, 23:38h
Highlight des Tages: die Kassiererin im Ghetto-Supermarkt, Techno dröhnt aus ihrem Handy neben der Kasse, wie sie das Duschgel des älteren Herren vor mir mit einem euphorischen "wouhoouuuuuu - Br*no B*n*ni!!!" über den Scanner zieht.
Dienstag, 12. Mai 2020
Aus der T*nder-Hölle
okavanga, 21:50h
Alle heilige Tage traue ich mich wieder in die Dating-Hölle. Viel Zeit investiere ich nicht mehr, denn es lohnt sich einfach nicht. Die meisten Typen sind ziemlich einsilbig, man muss ihnen jeden Scheiss aus der Nase ziehen. Da vergeht mir schnell die Lust, und zwar auf alles.
Heute dann ein Match mit einem ziemlich attraktiven Mann gehabt. Kam sehr offen rüber, war wortgewandt, gesprächig. Alleinerziehend mit zwei Kindern, 4 & 6, deren Mutter verstorben. Banker (hätte es gleich wissen müssen), Mathematik studiert, mal in London gelebt, seit 11 Jahren FFM Nordend. Mag Musik, tanzen gehen, Sport. Weib schöpft leise Hoffnung, dass das ein netter Flirt werden könnte. Er fragt über mich, beantwortet das mit einem Herzchen und dann.
Fragt er, wie er sich denn meine Figur vorstellen könne, denn er sieht zwar meine Bilder (die wirklich gut Aufschluss über meine Figur geben, ohne freizügig zu sein), aber er hätte da schon schlechte Erfahrungen gemacht bei realen Dates, die dann gar nichts mit den Bildern zu tun hätten und ich wirke schlank, aber nicht wie ein Klappergestellt, und mit weiblichen Kurven und Rundungen?
Solche Fragen nerven mich ja wie sau. Mach die Augen auf, würd ich gern schreiben. Schreibe aber, dass das ja sehr relativ ist, was man als Kurven und Rundung empfindet, dass ich meinen Körper sehr mag mit 73 kg auf 180 cm und ja, tatsächlich einen BH trage. Wenn aber jemand eine K*rd*shi*n such, bin das sicher nicht ich.
Soweit, so schon ätzend, dass ich versuche mich hier anzubieten wie ein leckeres Stück Fleisch.
Fragt er doch weiter, was mir denn zu einer Kardashinan fehlt? Es juckt mich zu schreiben: zum Glück alles. Antworte indessen, dass ich die Frage komisch finde, er doch meine Bilder sieht, diese nicht gefaked sind, und dasss ich persönlich alles schlimm an dieser Frau finde.
Zack - wie geahnt - Match aufgelöst.
Phu, zum Glück ist man den schnell losgeworden, könnte sich Weib da denken. Und doch ist es so, dass ich mich danach beschmutzt fühle, und das, obwohl ich momentan wirklich gut im Selbstbewusstseinssaft stehe. Aber ich fühle mich beschmutzt. Reduziert. Abgewertet. N. empfiehlt, einen Fuckfinger zu senden. Leider geht das ja nicht mehr.
Unter anderem solche Verläufe sind es, die mich mehr und mehr am Wesen Mann zweifeln lassen. Klar - T*nder und Co. mag nicht repräsentativ für alle Männer sein, aber eben das, was ich von Männern zu sehen bekomme. Gepaart mit dem Gebaren, dass ich in der Firma beobachten kann. In einer Beratung sind es auch selten die sensiblen, leisen, wohlüberlegenden, die da am Start sind.
Meine Abscheu vorm anderen Geschlecht steigt von mal zu mal. Sorry das sagen zu müssen, und ja, es sind nicht alle so, blabla, allein: die, die nicht so sind, zeigen sich mir nicht, oder sind bereits vergeben. Ich kann nur aus dem Schlüsse ziehen, was ich erlebe. Klar, man hat sein Beuteschema, jetzt steht aber auch nicht jedem gleich auf der Profilbild-Stirn, dass er ein oberflächlicher Wichser ist. Dabei weiche ich schon bewusst von meinen optischen Präferenzen ab.
Ich wünsche mir auch, ich würde Typen wo anders kennenlernen. Aber wo? Aus dem Alter, in dem ich jedes Wochenende um die Häuser ziehen wollte, bin ich raus. Das interessiert mich nicht mehr. In Techno Clubs geht oft Konsum einher, auf so einen hab ich auch keine Lust mehr. Während des Studiums am Schreibtisch klopfen sie nicht an die Wohnungstür. Würde ich in die Uni-Bib gehen zum Lernen, wären sie im Schnitt 20 Jahre jünger als ich. Die Fitness-Kurse sind gerade nicht möglich, und selbst wenn, dann sind in meinen Kursen 90% Frauen.
Es ist seltsam. So lange ich alleine bin, und keine Aktionen in Richtung Flirten und Dating unternehme, ist alles gut. Blöd wird es erst in Interaktion mit dem anderen Geschlecht. Was soll ich da schussfolgern.
Krass, genauso klingen wohl all die zurückgewiesenen Typen, die ihren Frauenhass entwickeln.
Kanns nich ändern. Kann und wills mir nicht mehr schönsaufen und auch nicht anderen schön reden. Ich würde so gerne mal wieder jemanden kennenlernen, mich auf etwas einlassen, mich verknallen. Aber für so ne immer wiederkehrende Kacke hab ich echt keinen Nerv mehr. Es ist ein Teufelskreis. Immer wieder keimen irgendwann neuer Mut auf und neue Hoffnung, ich wage mich wieder ins potenzielle Dating, und krieg wieder bäh zu sehen.
Bäh.
Heute dann ein Match mit einem ziemlich attraktiven Mann gehabt. Kam sehr offen rüber, war wortgewandt, gesprächig. Alleinerziehend mit zwei Kindern, 4 & 6, deren Mutter verstorben. Banker (hätte es gleich wissen müssen), Mathematik studiert, mal in London gelebt, seit 11 Jahren FFM Nordend. Mag Musik, tanzen gehen, Sport. Weib schöpft leise Hoffnung, dass das ein netter Flirt werden könnte. Er fragt über mich, beantwortet das mit einem Herzchen und dann.
Fragt er, wie er sich denn meine Figur vorstellen könne, denn er sieht zwar meine Bilder (die wirklich gut Aufschluss über meine Figur geben, ohne freizügig zu sein), aber er hätte da schon schlechte Erfahrungen gemacht bei realen Dates, die dann gar nichts mit den Bildern zu tun hätten und ich wirke schlank, aber nicht wie ein Klappergestellt, und mit weiblichen Kurven und Rundungen?
Solche Fragen nerven mich ja wie sau. Mach die Augen auf, würd ich gern schreiben. Schreibe aber, dass das ja sehr relativ ist, was man als Kurven und Rundung empfindet, dass ich meinen Körper sehr mag mit 73 kg auf 180 cm und ja, tatsächlich einen BH trage. Wenn aber jemand eine K*rd*shi*n such, bin das sicher nicht ich.
Soweit, so schon ätzend, dass ich versuche mich hier anzubieten wie ein leckeres Stück Fleisch.
Fragt er doch weiter, was mir denn zu einer Kardashinan fehlt? Es juckt mich zu schreiben: zum Glück alles. Antworte indessen, dass ich die Frage komisch finde, er doch meine Bilder sieht, diese nicht gefaked sind, und dasss ich persönlich alles schlimm an dieser Frau finde.
Zack - wie geahnt - Match aufgelöst.
Phu, zum Glück ist man den schnell losgeworden, könnte sich Weib da denken. Und doch ist es so, dass ich mich danach beschmutzt fühle, und das, obwohl ich momentan wirklich gut im Selbstbewusstseinssaft stehe. Aber ich fühle mich beschmutzt. Reduziert. Abgewertet. N. empfiehlt, einen Fuckfinger zu senden. Leider geht das ja nicht mehr.
Unter anderem solche Verläufe sind es, die mich mehr und mehr am Wesen Mann zweifeln lassen. Klar - T*nder und Co. mag nicht repräsentativ für alle Männer sein, aber eben das, was ich von Männern zu sehen bekomme. Gepaart mit dem Gebaren, dass ich in der Firma beobachten kann. In einer Beratung sind es auch selten die sensiblen, leisen, wohlüberlegenden, die da am Start sind.
Meine Abscheu vorm anderen Geschlecht steigt von mal zu mal. Sorry das sagen zu müssen, und ja, es sind nicht alle so, blabla, allein: die, die nicht so sind, zeigen sich mir nicht, oder sind bereits vergeben. Ich kann nur aus dem Schlüsse ziehen, was ich erlebe. Klar, man hat sein Beuteschema, jetzt steht aber auch nicht jedem gleich auf der Profilbild-Stirn, dass er ein oberflächlicher Wichser ist. Dabei weiche ich schon bewusst von meinen optischen Präferenzen ab.
Ich wünsche mir auch, ich würde Typen wo anders kennenlernen. Aber wo? Aus dem Alter, in dem ich jedes Wochenende um die Häuser ziehen wollte, bin ich raus. Das interessiert mich nicht mehr. In Techno Clubs geht oft Konsum einher, auf so einen hab ich auch keine Lust mehr. Während des Studiums am Schreibtisch klopfen sie nicht an die Wohnungstür. Würde ich in die Uni-Bib gehen zum Lernen, wären sie im Schnitt 20 Jahre jünger als ich. Die Fitness-Kurse sind gerade nicht möglich, und selbst wenn, dann sind in meinen Kursen 90% Frauen.
Es ist seltsam. So lange ich alleine bin, und keine Aktionen in Richtung Flirten und Dating unternehme, ist alles gut. Blöd wird es erst in Interaktion mit dem anderen Geschlecht. Was soll ich da schussfolgern.
Krass, genauso klingen wohl all die zurückgewiesenen Typen, die ihren Frauenhass entwickeln.
Kanns nich ändern. Kann und wills mir nicht mehr schönsaufen und auch nicht anderen schön reden. Ich würde so gerne mal wieder jemanden kennenlernen, mich auf etwas einlassen, mich verknallen. Aber für so ne immer wiederkehrende Kacke hab ich echt keinen Nerv mehr. Es ist ein Teufelskreis. Immer wieder keimen irgendwann neuer Mut auf und neue Hoffnung, ich wage mich wieder ins potenzielle Dating, und krieg wieder bäh zu sehen.
Bäh.
Samstag, 9. Mai 2020
The drugs don't work.
okavanga, 21:44h
Seit heute Mittag 11:30 Uhr bin ich in einer Sk*pe Video Session mit meiner Mutter. Die ersten zwei Stunden war mein Bruder auch dabei, er war bei meiner Mutter vor Ort. Anlass war, meiner Mutter beim Kiffen zuzusehen. Das wirkt für den ein oder anderen vielleicht befremdlich, aber so war es. Da es einen Cor*na-Fall im Haus meiner Mutter gibt, war mein Bruder Profi-mäßig mit Maske und Handschuhen ausgestattet. Muttern nahm auf dem Sofa Platz. Mein Bruder näherte sich ihr mit der Tüte, die ich ihr - ganz Full Service Provider - bereit zum Verzehr gesendet hatte. "Sieht aus wie ein medizinischer Eingriff", meinte ich. "Ist es doch auch", antwortete der Bruder nur trocken.
Leider zeigte die Substanz nicht die von ihr erhoffte Wirkung. Stattdessen eben die übliche, und mit der kann sich meine Mutter überhaupt nicht anfreunden. "Nie wieder!" Sie hat also (zu unserer Erleichterung) keine Karriere als Kifferin vor sich.
Die ganzen letzten Stunden wollte sie nicht alleine sein, also bin ich nach wie vor bei ihr. Sie sitzt auf dem Sofa, starrt vor sich hin. Verabschiedet sich ab und zu in einen anderen Raum mit "Ich gehe kurz in die Küche", "Koche mir eben ein Ei", "Messe Blutdruck" oder "Gehe auf die Toilette". Sonst nichts. Sie sitzt zitternd und zuckend auf dem Sofa und kuckt. Ihr Alltag.
Derweil arbeite ich weiter für die Uni, telefoniere mit Kommiliton*innen und Freund*innen, koche Spargel, feile Nägel, tippe diesen Beitrag. Manchmal lasse ich mein Mikro an. Ich glaube, meine Alltagsgeräusche beruhigen sie.
Die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag deaktiviere ich, weil ich keine Lust habe auf eine Diskussion darüber, wieso wir ausgerechnet eine Frau mit paranoider Schizophrenie mit psychoaktiven Substanzen versorgen. Meine Mutter bettelt mich seit Monaten um diesen Versuch an, und wir verstehen wieso. Nun haben wir uns also zu diesem Experiment durchgerungen, aller Risiken bewusst und ihnen zum Trotz. Keiner steckt in dieser Situation, niemand kennt die Situation so umfassend wie wir. Mein Bruder ist jemand, der null Verständnis für Drogenkonsum hat. In dem Fall wollte auch er den Versuch wagen.
Nun wissen wir (und vor allem sie), dass die Droge gegen "DIE" nicht hilft. Das hat etwas Gutes für meinen Bruder und mich, vielleicht. Für sie aber auch etwas unglaublich Enttäuschendes. Mit jedem gescheiterten Versuch sterben ein Stückchen Hoffnung und Lebenswille.
Leider zeigte die Substanz nicht die von ihr erhoffte Wirkung. Stattdessen eben die übliche, und mit der kann sich meine Mutter überhaupt nicht anfreunden. "Nie wieder!" Sie hat also (zu unserer Erleichterung) keine Karriere als Kifferin vor sich.
Die ganzen letzten Stunden wollte sie nicht alleine sein, also bin ich nach wie vor bei ihr. Sie sitzt auf dem Sofa, starrt vor sich hin. Verabschiedet sich ab und zu in einen anderen Raum mit "Ich gehe kurz in die Küche", "Koche mir eben ein Ei", "Messe Blutdruck" oder "Gehe auf die Toilette". Sonst nichts. Sie sitzt zitternd und zuckend auf dem Sofa und kuckt. Ihr Alltag.
Derweil arbeite ich weiter für die Uni, telefoniere mit Kommiliton*innen und Freund*innen, koche Spargel, feile Nägel, tippe diesen Beitrag. Manchmal lasse ich mein Mikro an. Ich glaube, meine Alltagsgeräusche beruhigen sie.
Die Kommentarfunktion unter diesem Beitrag deaktiviere ich, weil ich keine Lust habe auf eine Diskussion darüber, wieso wir ausgerechnet eine Frau mit paranoider Schizophrenie mit psychoaktiven Substanzen versorgen. Meine Mutter bettelt mich seit Monaten um diesen Versuch an, und wir verstehen wieso. Nun haben wir uns also zu diesem Experiment durchgerungen, aller Risiken bewusst und ihnen zum Trotz. Keiner steckt in dieser Situation, niemand kennt die Situation so umfassend wie wir. Mein Bruder ist jemand, der null Verständnis für Drogenkonsum hat. In dem Fall wollte auch er den Versuch wagen.
Nun wissen wir (und vor allem sie), dass die Droge gegen "DIE" nicht hilft. Das hat etwas Gutes für meinen Bruder und mich, vielleicht. Für sie aber auch etwas unglaublich Enttäuschendes. Mit jedem gescheiterten Versuch sterben ein Stückchen Hoffnung und Lebenswille.
Seelenheil ~
... link
Montag, 27. April 2020
okavanga, 12:03h
Just die ersten Mauersegler gehört. <3
Sehe aber nichts vom Balkon aus.
Kann das sein? Oder war es Wunschdenken?
Sehe aber nichts vom Balkon aus.
Kann das sein? Oder war es Wunschdenken?
Dienstag, 21. April 2020
okavanga, 09:20h
Die ständigen Träume von Afrika werden allmählich zur Belastung. Sie hinterlassen mich mit einer Sehnsucht, die ich momentan nicht zu befriedigen weiß. Mit einer Sehnsucht nach Zugehörigkeit, wilder Natur und Freiheit, aber auch mit Traurigkeit und mit der Erinnerung an mein jüngeres Ich und was es in den nachfolgenden Jahren einbüßen wird.
Es ist, als würde dieses Thema die eingetretene Ruhe nutzen, um sich immer lauter bemerkbar zu machen. Es trifft mich ratlos.
Die Träume entlassen mich unruhig in den Tag, bis sie in der Helligkeit verblassen, nur um sich in der Nacht darauf erneut in Erinnerung zu rufen.
Fällt mir beim Verlinken zum ersten mal auf, dass der Soundtrack zu dieser Traumzeit meines Lebens, die mich in meinen Träumen immer wieder aufsucht, ausgerechnet "Dreams" ist.
"I want more
Impossible to ignore
Impossible to ignore
They'll come true
Impossible not to do
Impossible not to do"
~ The Cranberries - Dreams
Es ist, als würde dieses Thema die eingetretene Ruhe nutzen, um sich immer lauter bemerkbar zu machen. Es trifft mich ratlos.
Die Träume entlassen mich unruhig in den Tag, bis sie in der Helligkeit verblassen, nur um sich in der Nacht darauf erneut in Erinnerung zu rufen.
Fällt mir beim Verlinken zum ersten mal auf, dass der Soundtrack zu dieser Traumzeit meines Lebens, die mich in meinen Träumen immer wieder aufsucht, ausgerechnet "Dreams" ist.
"I want more
Impossible to ignore
Impossible to ignore
They'll come true
Impossible not to do
Impossible not to do"
~ The Cranberries - Dreams
... older stories

