Donnerstag, 26. März 2026
Kalte Füße.
okavanga, 21:01h
Sie haben mir das Angebot gesendet, noch keinen Vertrag, da gilt es deren einen (internen) Termin noch abzuwarten. Aber die Vorstellung beim Betriebsarzt haben sie auch schon terminiert. Ich muss verrückt sein, das zu machen. "Erstmal nur für ein Jahr", das ist mein Mantra. Sonst würde ich den Mut nicht zusammenkratzen können. Alles ist dann neu. Alles. Und in meine geliebte Höhle zieht dann ein fremder Mensch. Habe öfters Herzrasen, nicht nur Aufregungs-mäßig. Das ist Angst. Und der Imposter kickt so krass rein, vor allem nach der Freude der Chefperson, "Ich seh schon, wir haben uns viel zu erzählen Frau Oka, und Sie bringen von <Klinik X> bestimmt ganz viele Ideen mit!" Ähm. Ähäm ja, äham. Ähm Sie erinnern sich, dass ich Berufsanfängerin bin, ja?
Morgen habe ich noch ein Gespräch bei einer anderen Klinik in den südlichen Gefilden Baden-Württembergs. Ich wills mir einfach mal ankucken, am Montag noch ein Online-Gespräch mit einer weiteren Klinik. Wer weiß, wozu es gut ist, und am Ende ist eben immer erst alles safe, wenn der Vertrag von allen Seiten unterschrieben ist.
Morgen habe ich noch ein Gespräch bei einer anderen Klinik in den südlichen Gefilden Baden-Württembergs. Ich wills mir einfach mal ankucken, am Montag noch ein Online-Gespräch mit einer weiteren Klinik. Wer weiß, wozu es gut ist, und am Ende ist eben immer erst alles safe, wenn der Vertrag von allen Seiten unterschrieben ist.
Mittwoch, 25. März 2026
okavanga, 11:09h
Inoffiziell scheint es durch zu sein. "Betrachten Sie es als erledigt. Nächste Woche geht es voraussichtlich nur noch darum, WO Sie eingesetzt werden, nicht OB."
Der:die ärztliche:r Direktor:in scheint sehr genau zu wissen, dass er:sie mich will, und wo er:sie mich will und was soll ich sagen. Das wäre für mich die Erfüllung aller Träume, vor allem auch das WO, wenn das so klappt. Könnte heulen vor Glück, heb mir das aber auf für den Moment, wenn echt ein Vertrag da ist.
Ich habe lang darüber nachgedacht, ob ich hier darüber schreibe, was und wo das ist. Aber ich denke, besser nicht. Will mir einen kleinen Spielraum lassen, über Dinge dort zu erzählen, oder anzudeuten, sofern das überhaupt möglich ist. Daher auch gender-neutrale Formulierungen. Aber krass: wenn das nun alles so kommt, krempel ich mein ganzes Leben komplett um.
Universum - danke! Bitte diese Energie aufrecht erhalten, bis ich den Vertrag unterschrieben habe.
Der:die ärztliche:r Direktor:in scheint sehr genau zu wissen, dass er:sie mich will, und wo er:sie mich will und was soll ich sagen. Das wäre für mich die Erfüllung aller Träume, vor allem auch das WO, wenn das so klappt. Könnte heulen vor Glück, heb mir das aber auf für den Moment, wenn echt ein Vertrag da ist.
Ich habe lang darüber nachgedacht, ob ich hier darüber schreibe, was und wo das ist. Aber ich denke, besser nicht. Will mir einen kleinen Spielraum lassen, über Dinge dort zu erzählen, oder anzudeuten, sofern das überhaupt möglich ist. Daher auch gender-neutrale Formulierungen. Aber krass: wenn das nun alles so kommt, krempel ich mein ganzes Leben komplett um.
Universum - danke! Bitte diese Energie aufrecht erhalten, bis ich den Vertrag unterschrieben habe.
Dienstag, 24. März 2026
okavanga, 20:29h
Morgen gilts. Liebes Universum, ich bin bereit, lass es gut werden!
Freitag, 20. März 2026
okavanga, 10:05h
Hurra! Einladung zum Online Vorstellungsgespräch. Ich vermute, danach gäbe es dann noch eine Vorort-Hospitation, aber keine Ahnung.
Blöd nur: der Termin ist für 9:30 Uhr angesetzt. Ab 9:30 / 10 Uhr sollen allerdings die Handwerker für meine Toilettenschüssel kommen. Die kann ich auf keinen Fall verlegen, denn auf den Termin warte ich seit vielen Wochen, und es ist ein wirklich unangenehmer Zustand. Bei der Klinik möchte ich allerdings auch nicht unbedingt um Verlegung bitten, weil ich noch betonte, dass ich abgesehen von einigen anderen Gesprächen sehr flexibel bin. Etwas verzwickt. Ideas, anyone? Oder ich rufe an und sag, dass ich da bereits einen anderen Termin habe, können sie dann orakeln welche Art von Termin. Vielleicht finden wir eine Alternative. Aber es fühlt sich irgendwie nicht so optimal an, das zu machen.
Blöd nur: der Termin ist für 9:30 Uhr angesetzt. Ab 9:30 / 10 Uhr sollen allerdings die Handwerker für meine Toilettenschüssel kommen. Die kann ich auf keinen Fall verlegen, denn auf den Termin warte ich seit vielen Wochen, und es ist ein wirklich unangenehmer Zustand. Bei der Klinik möchte ich allerdings auch nicht unbedingt um Verlegung bitten, weil ich noch betonte, dass ich abgesehen von einigen anderen Gesprächen sehr flexibel bin. Etwas verzwickt. Ideas, anyone? Oder ich rufe an und sag, dass ich da bereits einen anderen Termin habe, können sie dann orakeln welche Art von Termin. Vielleicht finden wir eine Alternative. Aber es fühlt sich irgendwie nicht so optimal an, das zu machen.
Donnerstag, 19. März 2026
okavanga, 17:18h
Sehr schönes telefonisches Vorgespräch bei einer Klinik gehabt, die extrem gut zahlen würden. Drücken Sie bitte alle Zehen und Daumen, dass ich zum Gespräch vor Ort eingeladen werde. Da gibt es etliche Umstände, die das für mich zu einem 6er im Lotto machen würden.
Freitag, 13. März 2026
Bitte untersützen Sie uns!
okavanga, 21:02h
"Junge. Wie schlimm soll alles noch werden?" Das fragte mich gestern Mimi, die ich im Master kennengelernt hatte, und die ebenfalls in der Ausbildung zur Psychotherapeutin ist.
Ja, das frag ich mich auch. Wir blechen ein Scheissgeld für die Ausbildung, werden während der PT1 und PT2 meist ausgebeutet (Hurra - ein gesetzlicher Anspruch auf 1.000 Euro brutto im Monat - mit einem Master oder Diplom, toll, oder?), zahlen Selbsterfahrung, später in der Ausbildung Supervision, wir zahlen und zahlen und zahlen... und jetzt streicht man uns einfach 4.5 % von der Vergütung?
Da hauts mir echt die Votz vom Deller, wie der Frange sachd. Dadurch verschlechtert sich die finanzielle Situation der Psychotherapeuten in Ausbildung. Denn: wir erhalten während der Ausbildung in der ambulanten Phase je nach Institut eh schon nur einen gewissen Prozentsatz von der Vergütung. Der verringert sich nun nochmal. Außerdem natürlich dann unsere Vergütung nach der Approbation. Was dazu führt, dass Praxen immer mehr Privatpatienten nehmen werden, denn wie soll sich das denn alles rechnen?? Parallel dazu explodieren auch unsere Lebenshaltungskosten, ganz zu schweigen vom Bedarf an ambulanter psychotherapeutischer Versorgung. Am Ende hat hier auch wieder der Patient die Arschkarte gezogen. Und wer hat da noch Bock, Psychotherapeut:in zu werden?? Ich zweifel immer mehr an dem, was ich da tue.
Mehr Infos finden Sie z.b. hier bei ZDF heute, oder hier bei der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer
Also bitte unterschreiben Sie diese Petition, teilen Sie sie, schreiben sie Ihren Abgeordneten, trommeln Sie mit uns, gehen Sie auf Demos, es werden gerade etliche organisiert. Alles hilft.
Eine Bundestagspetition ist durch Berufsverbände in Vorbereitung. Wir müssen einfach soviel Druck wie möglich aufbauen. Was das alles mit einem hohen Frauenanteil in diesem Beruf zu tun hat, und wie viele Goldketten uns hinterhergeschmissen werden würden, wie den Radiologen, die primär maskulin sind, dazu vielleicht ein ander mal mehr. Man kann nicht soviel essen wie man kotzen möchte.
Und eben gesehen, dass der (sowieso absolut hörenswerte) Podcast "Rätsel des Unbewußten" eine kurze 15 Min Sonder-Podcastfolge zum Thema aufgenommen hat: "Warum PsychotherapeutInnen gerade wütend sind - und alle es sein sollten". Und sie thematisieren auch das Thema des hohen Frauenanteils - und bei welchen Berufsgruppen gespart und bei welchen Geld draufgelegt wird. In dieser Folge haben die beiden Podcaster sehr gut kurz und knapp das wesentliche auf den Punkt gebracht.
Kotz kotz kotz. KOTZ.
Ja, das frag ich mich auch. Wir blechen ein Scheissgeld für die Ausbildung, werden während der PT1 und PT2 meist ausgebeutet (Hurra - ein gesetzlicher Anspruch auf 1.000 Euro brutto im Monat - mit einem Master oder Diplom, toll, oder?), zahlen Selbsterfahrung, später in der Ausbildung Supervision, wir zahlen und zahlen und zahlen... und jetzt streicht man uns einfach 4.5 % von der Vergütung?
Da hauts mir echt die Votz vom Deller, wie der Frange sachd. Dadurch verschlechtert sich die finanzielle Situation der Psychotherapeuten in Ausbildung. Denn: wir erhalten während der Ausbildung in der ambulanten Phase je nach Institut eh schon nur einen gewissen Prozentsatz von der Vergütung. Der verringert sich nun nochmal. Außerdem natürlich dann unsere Vergütung nach der Approbation. Was dazu führt, dass Praxen immer mehr Privatpatienten nehmen werden, denn wie soll sich das denn alles rechnen?? Parallel dazu explodieren auch unsere Lebenshaltungskosten, ganz zu schweigen vom Bedarf an ambulanter psychotherapeutischer Versorgung. Am Ende hat hier auch wieder der Patient die Arschkarte gezogen. Und wer hat da noch Bock, Psychotherapeut:in zu werden?? Ich zweifel immer mehr an dem, was ich da tue.
Mehr Infos finden Sie z.b. hier bei ZDF heute, oder hier bei der Bundes-Psychotherapeuten-Kammer
Also bitte unterschreiben Sie diese Petition, teilen Sie sie, schreiben sie Ihren Abgeordneten, trommeln Sie mit uns, gehen Sie auf Demos, es werden gerade etliche organisiert. Alles hilft.
Eine Bundestagspetition ist durch Berufsverbände in Vorbereitung. Wir müssen einfach soviel Druck wie möglich aufbauen. Was das alles mit einem hohen Frauenanteil in diesem Beruf zu tun hat, und wie viele Goldketten uns hinterhergeschmissen werden würden, wie den Radiologen, die primär maskulin sind, dazu vielleicht ein ander mal mehr. Man kann nicht soviel essen wie man kotzen möchte.
Und eben gesehen, dass der (sowieso absolut hörenswerte) Podcast "Rätsel des Unbewußten" eine kurze 15 Min Sonder-Podcastfolge zum Thema aufgenommen hat: "Warum PsychotherapeutInnen gerade wütend sind - und alle es sein sollten". Und sie thematisieren auch das Thema des hohen Frauenanteils - und bei welchen Berufsgruppen gespart und bei welchen Geld draufgelegt wird. In dieser Folge haben die beiden Podcaster sehr gut kurz und knapp das wesentliche auf den Punkt gebracht.
Kotz kotz kotz. KOTZ.
Mittwoch, 18. Februar 2026
okavanga, 14:20h
Manchmal verliere ich die Hoffnung, was die Ausbildung an diesem Institut angeht. Der finanzielle Druck ist so heftig, dass ich nachts wach liege, und das, obwohl gerade 90% von meinem Vater und seiner Frau auf Privatkredit finanziert werden. Im Schnitt muss ich um die 1000 - 1200 Euro pro Monat rechnen (mit Supervision ggf. auch bis zu 1500, denke ich) sobald ich auch mit der Selbsterfahrung anfange. Das beinhaltet die Monatsgebühr, Fahr-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten, Selbsterfahrung, später Supervision. Da habe ich noch keine Miete gezahlt, nichts gegessen, kein Internet, kein Strom, kein Fiti, nichts.
Eben habe ich länger mit meinem Therapeuten darüber gesprochen. Die PT1 muss ich auf jeden Fall irgendwie noch durchkriegen. Danach wird es dann finanziell voraussichtlich besser, aber die Belastung bleibt ja so hoch. Das andere Institut wäre bei 490 Euro im Monat, all in, und ich könnte es easy mit Deutschlandticket pendeln. Dafür bekomme ich hier später in der ambulanten Phase nur ca. 42% pro Behandlungsstunde vergütet. Am anderen Institut sind es ca. 70%.
Während der ambulanten Phase kann man sich allerdings auch zu regulären Tarifen bei Kliniken anstellen lassen, so dass man da ein anderes Einkommen hat.
Dem gegenüber steht das, was mir persönlich das ganze bringt. Und ja, da sind die Vorteile sehr auf der Seite des teuren Instituts, und das kann ich nach über einem Jahr in diesem Setting nun voller Überzeugung sagen, bei allem auf und ab. Ich stehe heute ganz woanders als vor einem Jahr, was mich in Beziehung zu anderen betrifft und die Mutter-Themen. Es ist sehr kostbar. Aber SO kostbar? Ich weiß es nicht. Dazu kommt, unsere Gruppe bröckelt. Beim nächsten mal werden sich zwei Frauen verabschieden: die eine pausiert für ein Jahr und setzt die Ausbildung dann - wenn überhaupt - mit einer anderne Gruppe fort, die andere hat sich nach starkem Ringen gegen die Approbationsausbildung entschieden. Gut möglich, dass noch 1-2 weitere Personen abspringen und dann wird unsere Gruppe voraussichtlich auf andere Gruppen aufgeteilt.
Die Kündigungsfrist am Institut beträgt 12 Monate, insofern muss ich die PT1 auf jeden Fall noch beim alten machen. Und danach, relativiert es sich dann nicht, mit der Behandlungsvergütung? Uff, keinen Plan, aber allein scohn die Supervisionsstunden sind sehr teuer.
Schwierig.
Momentan nun in der Bewerbungsphase für die PT1. Bei der Wunschklinik in der Heimat erkennt das Landesprüfungsamt in Bayern nur 600 Stunden PT1 an (von erforderlichen 1200) und für diese Stundenzahl stellen sie nicht ein. Das Problem besteht bei mehreren Kliniken (sofern keine Allgemeinpsychiatrie). Dazu kommt, dass die meisten eben schlecht zahlen, nämlich den Mindestlohn von 1000 Euro brutto für Vollzeit (während der Ausbildung = 26 Stunden). Davon könnte ich dann nichtmal die Ausbildungskosten decken, geschweige denn leben.
Ach kein Plan. Ich bin einfach mürbe.
Eben habe ich länger mit meinem Therapeuten darüber gesprochen. Die PT1 muss ich auf jeden Fall irgendwie noch durchkriegen. Danach wird es dann finanziell voraussichtlich besser, aber die Belastung bleibt ja so hoch. Das andere Institut wäre bei 490 Euro im Monat, all in, und ich könnte es easy mit Deutschlandticket pendeln. Dafür bekomme ich hier später in der ambulanten Phase nur ca. 42% pro Behandlungsstunde vergütet. Am anderen Institut sind es ca. 70%.
Während der ambulanten Phase kann man sich allerdings auch zu regulären Tarifen bei Kliniken anstellen lassen, so dass man da ein anderes Einkommen hat.
Dem gegenüber steht das, was mir persönlich das ganze bringt. Und ja, da sind die Vorteile sehr auf der Seite des teuren Instituts, und das kann ich nach über einem Jahr in diesem Setting nun voller Überzeugung sagen, bei allem auf und ab. Ich stehe heute ganz woanders als vor einem Jahr, was mich in Beziehung zu anderen betrifft und die Mutter-Themen. Es ist sehr kostbar. Aber SO kostbar? Ich weiß es nicht. Dazu kommt, unsere Gruppe bröckelt. Beim nächsten mal werden sich zwei Frauen verabschieden: die eine pausiert für ein Jahr und setzt die Ausbildung dann - wenn überhaupt - mit einer anderne Gruppe fort, die andere hat sich nach starkem Ringen gegen die Approbationsausbildung entschieden. Gut möglich, dass noch 1-2 weitere Personen abspringen und dann wird unsere Gruppe voraussichtlich auf andere Gruppen aufgeteilt.
Die Kündigungsfrist am Institut beträgt 12 Monate, insofern muss ich die PT1 auf jeden Fall noch beim alten machen. Und danach, relativiert es sich dann nicht, mit der Behandlungsvergütung? Uff, keinen Plan, aber allein scohn die Supervisionsstunden sind sehr teuer.
Schwierig.
Momentan nun in der Bewerbungsphase für die PT1. Bei der Wunschklinik in der Heimat erkennt das Landesprüfungsamt in Bayern nur 600 Stunden PT1 an (von erforderlichen 1200) und für diese Stundenzahl stellen sie nicht ein. Das Problem besteht bei mehreren Kliniken (sofern keine Allgemeinpsychiatrie). Dazu kommt, dass die meisten eben schlecht zahlen, nämlich den Mindestlohn von 1000 Euro brutto für Vollzeit (während der Ausbildung = 26 Stunden). Davon könnte ich dann nichtmal die Ausbildungskosten decken, geschweige denn leben.
Ach kein Plan. Ich bin einfach mürbe.
Samstag, 20. Dezember 2025
okavanga, 13:17h
Gestern war mein letzter Arbeitstag in der Klinik. Die PT2 im Rahmen der Ausbildung ist geschafft. Wohin es als nächstes geht, ist noch offen. Meine letzten zwei Tage dort waren ein runder Abschied von A bis Z, wunderschön, so wie die ganze Zeit dort. Ein Sechser im Lotto.
Habe gestern viel nachgedacht und nachgespürt, über das Jahr, meine Tätigkeit in der Klinik, vor allem aber über die Begegnungen in jeglichem Kontext. Mir fehlen momentan die Worte das auszudrücken, was ich fühle. Da muss sich auch noch einiges setzen.
Ich war ja schon immer ein Mensch, der recht gefühlig schreibt, aber es verkommt wirklich zu Kitsch. Wenn ich versuche meine Emotionen hier zu verbalisieren, dann trieft das auf eine Art, die sich nicht mit dem deckt, was da in mir ist. Ich kann es nicht, das adäquat und ohne Kitsch auszudrücken. Zwischen den Jahren möchte ich mich noch ein bisschen mit all dem beschäftigen, vielleicht kann ich es dann besser formulieren. Und dann denk ich mir, ist doch auch egal was andere denken, die das hier lesen. Du weißt, wie sich das für dich anfühlst, und sei doch einfach froh, dass es sich auch genau so anfühlt. Egal wie es klingt, wenn es auf dem "Papier" steht. Das Jahr war für mich ein .. ja ich weiß gar nicht, Wendepunkt? Alle sagen, es verging so schnell. Ja, für mich auch, aber wenn ich darauf zurückschaue, fühlt es sich an wie drei Jahre und eine Ewigkeit, im positiven Sinne. Vielleicht weil Grundlegendes in mir berührt und bewegt wurde. Ach keine Ahnung. Ciao erstmal und schöne Feiertage :)
Habe gestern viel nachgedacht und nachgespürt, über das Jahr, meine Tätigkeit in der Klinik, vor allem aber über die Begegnungen in jeglichem Kontext. Mir fehlen momentan die Worte das auszudrücken, was ich fühle. Da muss sich auch noch einiges setzen.
Ich war ja schon immer ein Mensch, der recht gefühlig schreibt, aber es verkommt wirklich zu Kitsch. Wenn ich versuche meine Emotionen hier zu verbalisieren, dann trieft das auf eine Art, die sich nicht mit dem deckt, was da in mir ist. Ich kann es nicht, das adäquat und ohne Kitsch auszudrücken. Zwischen den Jahren möchte ich mich noch ein bisschen mit all dem beschäftigen, vielleicht kann ich es dann besser formulieren. Und dann denk ich mir, ist doch auch egal was andere denken, die das hier lesen. Du weißt, wie sich das für dich anfühlst, und sei doch einfach froh, dass es sich auch genau so anfühlt. Egal wie es klingt, wenn es auf dem "Papier" steht. Das Jahr war für mich ein .. ja ich weiß gar nicht, Wendepunkt? Alle sagen, es verging so schnell. Ja, für mich auch, aber wenn ich darauf zurückschaue, fühlt es sich an wie drei Jahre und eine Ewigkeit, im positiven Sinne. Vielleicht weil Grundlegendes in mir berührt und bewegt wurde. Ach keine Ahnung. Ciao erstmal und schöne Feiertage :)
Freitag, 21. November 2025
okavanga, 21:33h
Heute habe ich etwas umstrittenes gemacht. Nach dem Gespräch mit dem Jugendlichen war ich gestern Abend in einem Schreibwarenladen mit umfangreichem Kartensortiment und suchte einige Postkarten aus. Eine davon wollte ich dem Jugendlichen mitgeben. Dabei habe ich mir 1000 Gedanken gemacht. Zum einen, ob bzw. unter welchen Bedingungen das ok ist, was mein Motiv ist, ob es zu nah oder übergriffig ist, ob es Druck auslöst, etc etc. Ich machte mir einen genauen Plan, wie es gut wäre es zu übergeben, behielt mir dabei aber vor die Stimmung im Raum abzuwarten und es ggf. doch zu unterlassen.
Letzendlich endschied ich mich gut begründet für eine der Postkarten. Auf die Rückseite schrieb ich nur "Für <Vorname>". Am Ende unserer Verabschiedung gab ich ihm die Karte, mit den Worten, dass ich ihm gerne etwas dalassen mag, wenn er das will. Dass ich an ihn denken musste als ich die Karte gesehen habe weil (Begründung die etwas Persönliches vom Patienten berührt). Ganz neugierig streckte er sich mit seinem Oberkörper entgegen, während ich sagte, also du kannst sie wohin legen oder auch nicht, ist ganz deine Entscheidung, wenn du es behalten magst. Er nahm die Karte, sah sie an, grinste übers ganze Gesicht und sagte: auf jeden Fall will ich das.
Dann kuckte ich nicht weiter was er mit der Karte macht, fragte ob ich trotzdem nochmal vorbeikucken soll, falls er doch noch da sein sollte nach dem 1.12., und er sagte: gerne, du kannst ja klopfen und fragen ob ich reden mag. So verblieben wir. Ich zog die Kleidung aus, die dort auszuziehen ist (das klingt jetzt sehr cringe, aber es war alles komplett professionell und korrekt, das müssen Sie mir glauben an dieser Stelle), sagte nochmal toi toi toi für die Reha, winkte ihm zu und Tschüss.
Und es war gut. Ich hatte große Zweifel vorher, und die waren angebracht, ich denke es ist sehr wichtig so etwas genau zu überlegen. Doch mein Bauchgefühl hatte am Ende recht, glaube ich. Bin froh es gemacht zu haben. Ich hoffe und glaube, er fühlte sich einfach gesehen.
Letzendlich endschied ich mich gut begründet für eine der Postkarten. Auf die Rückseite schrieb ich nur "Für <Vorname>". Am Ende unserer Verabschiedung gab ich ihm die Karte, mit den Worten, dass ich ihm gerne etwas dalassen mag, wenn er das will. Dass ich an ihn denken musste als ich die Karte gesehen habe weil (Begründung die etwas Persönliches vom Patienten berührt). Ganz neugierig streckte er sich mit seinem Oberkörper entgegen, während ich sagte, also du kannst sie wohin legen oder auch nicht, ist ganz deine Entscheidung, wenn du es behalten magst. Er nahm die Karte, sah sie an, grinste übers ganze Gesicht und sagte: auf jeden Fall will ich das.
Dann kuckte ich nicht weiter was er mit der Karte macht, fragte ob ich trotzdem nochmal vorbeikucken soll, falls er doch noch da sein sollte nach dem 1.12., und er sagte: gerne, du kannst ja klopfen und fragen ob ich reden mag. So verblieben wir. Ich zog die Kleidung aus, die dort auszuziehen ist (das klingt jetzt sehr cringe, aber es war alles komplett professionell und korrekt, das müssen Sie mir glauben an dieser Stelle), sagte nochmal toi toi toi für die Reha, winkte ihm zu und Tschüss.
Und es war gut. Ich hatte große Zweifel vorher, und die waren angebracht, ich denke es ist sehr wichtig so etwas genau zu überlegen. Doch mein Bauchgefühl hatte am Ende recht, glaube ich. Bin froh es gemacht zu haben. Ich hoffe und glaube, er fühlte sich einfach gesehen.
Donnerstag, 13. November 2025
okavanga, 14:50h
Herber Rückschlag im Bewerbungsprozess. Hatte gerade Rückschlaf getippt. Das trifft es auch sehr gut. Diese ständige Unsicherheit und Abhängigkeit auf diesem Weg kostet mich unendlich viel Energie. Gestern spiegelte mir der Therapeut, dass ich das Problem immer bei mir suche und dabei völlig die Situation aus dem Blick verliere. Dafür habe er die Situation umso mehr im Blick. Und ja, er hat recht. Die Situation verlangt mir viel ab, und ich bin nicht mehr 25, und ja, ich habe ein Problem mit dem Älterwerden, auch weil es in unserem System nicht vorgesehen ist mit 45 eine solche Ausbildung zu machen und dementsprechend scheisse sind die Rahmenbedingungen dafür. But well. Alles was mir das bringt, ist mehr Nachsicht mit mir selbst. Die Situation bleibt die gleiche.
Ich weiß nicht, wie ich Energie für mehrere Bewerbungen zusammenkratzen soll und liebäugel mit dem Gedanken, wieder die Klinik im Landkreis meiner Heimatstadt zu kontaktieren. Im Frühjahr hatte ich die Bewerbung aus persönlichen Gründen zurückgezogen, sie hatten mich schon zur Hospitation eingeladen. Die Stelle ist immer noch offen, oder wieder.
Müde. Müde müde müde. Immerhin ist mir endlich klar, warum ich eigentlich ständig so krank und fertig bin.
Ich weiß nicht, wie ich Energie für mehrere Bewerbungen zusammenkratzen soll und liebäugel mit dem Gedanken, wieder die Klinik im Landkreis meiner Heimatstadt zu kontaktieren. Im Frühjahr hatte ich die Bewerbung aus persönlichen Gründen zurückgezogen, sie hatten mich schon zur Hospitation eingeladen. Die Stelle ist immer noch offen, oder wieder.
Müde. Müde müde müde. Immerhin ist mir endlich klar, warum ich eigentlich ständig so krank und fertig bin.
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