Dienstag, 21. April 2026
okavanga, 14:32h
Es ist schon auch ein merkwürdiger Zeitpunkt um das eigene Leben so durchzugehen. So kurz nach Mamas Tod. Gerade schaue ich alte Schachteln durch, um zu kucken, was ich einlager, was ich mitnehme, und was in der Wohnung bleibt. Was haben wir alle uns früher an Karten und Briefen geschrieben! Wunderschön. Es ist erstaunlich was für Briefe und Karten ich habe, ich wusste das alles gar nicht, und manche Namen sagen mir auch gar nichts mehr. Liebesbriefe. Freundinnenbriefe. Soviel Kontakt steckt da drin. Was ist eigentlich daraus geworden? Fühle mich so kontaktlos.
Fotos über Fotos.
Und Tagebücher über Tagebücher. Manchmal einfach einzelne Seiten, die zwischen Briefen und Fotos rumfliegen. Einer dieser Zettel beschreibt Situationen und Ängste, bevor ich 2011 mal für ein Jahr nach Nürnberg gegangen bin. Da schreibe ich:
"Änste: den kleinen Professor ganz loslassen.
Loslassen. Mannheim. Mama.
Beruflich fühle ich mich in Entscheid. bestätigt."
Viel steht da, auch über das On/Off mit meiner Mutter. Oder über ihre ersten Gedanken an Sterbehilfe. Schon 2011 war das. "Mama trinkt und nimmt Brom*z*nil"
Oder: "MA fehlt mir wahnsinnig. Der feste Rahmen. Meine Freunde. Hat alles erträglicher gemacht. Hier und jetzt: keine Energie mehr zum Neuaufbau."
Schon irre, wie so vieles sich ändert, und dann irgendwie auch nicht.
Alte Briefe von meiner Mutter. Wieviel Nähe da war. Wieviel Konflikt. Wieviel Liebe und wieviel Ratlosigkeit und Überforderung. Wie viele Vorwürfe auf beiden Seiten.
Manchmal vergesse ich, wie unglaublich nahe wir uns waren. Eben viel zu nahe.
Meine Mutter war der Fixpunkt in meinem Leben. Im Guten wie im Schlechten. Sie war meine Sonne. Bei ihr bin ich aufgewachsen. An ihr hab ich mich verbrannt. Mein Vater war wenig präsent. Meine Mutter hat mich und mein Leben in so vielerlei Hinsicht geprägt. Wer bin ich nun, ohne meine Mutter?
--
Oder drei Monate, nachdem ich den F. kennengelernt habe: "21.12.2010. Superflu, Dr*gen -> Stille. 1 kleines Paralleluniversum, das nicht in mein Leben passt."
Ich erinnere mich an diesen Abend bei Superflu. F. und ich unterhielten den ganzen Laden. In der Nacht schneite es, nicht nur bei uns. Auf dem Nachhauseweg in dunklen Morgenstunden tanzten wir über jungfräulichen Schnee. Bei F. zu Hause wollte ich baden. Ich lag in der Wanne und teilte mein Gefühl, es sei wie im Uterus. Es ist wirklich komisch, dass Dr*gen mir oft Ruhe, Stille brachten. Wie groß meine Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit war. Ist. SehnSUCHT. Sollte ich echt in der Sucht arbeiten? Ich muss irre sein. Bald sitzen mir Menschen gegenüber, deren dysfunktionale Bewältigungsstrategie ich nur allzu gut selbst kenne - und verstehe.
Ich war schon immer eine Nostalgikerin, denke ich. Und: dass ich das endlich mal alles wegwerfen sollte. Aber es ist als bräuchte ich die Belege dafür, dass ich wirklich dieses Leben gelebt habe. Dass ich lebe.
Vieles ist in Bewegung in mir, massives, und ich spüre sehr deutlich: es wird dauern.
Fotos über Fotos.
Und Tagebücher über Tagebücher. Manchmal einfach einzelne Seiten, die zwischen Briefen und Fotos rumfliegen. Einer dieser Zettel beschreibt Situationen und Ängste, bevor ich 2011 mal für ein Jahr nach Nürnberg gegangen bin. Da schreibe ich:
"Änste: den kleinen Professor ganz loslassen.
Loslassen. Mannheim. Mama.
Beruflich fühle ich mich in Entscheid. bestätigt."
Viel steht da, auch über das On/Off mit meiner Mutter. Oder über ihre ersten Gedanken an Sterbehilfe. Schon 2011 war das. "Mama trinkt und nimmt Brom*z*nil"
Oder: "MA fehlt mir wahnsinnig. Der feste Rahmen. Meine Freunde. Hat alles erträglicher gemacht. Hier und jetzt: keine Energie mehr zum Neuaufbau."
Schon irre, wie so vieles sich ändert, und dann irgendwie auch nicht.
Alte Briefe von meiner Mutter. Wieviel Nähe da war. Wieviel Konflikt. Wieviel Liebe und wieviel Ratlosigkeit und Überforderung. Wie viele Vorwürfe auf beiden Seiten.
Manchmal vergesse ich, wie unglaublich nahe wir uns waren. Eben viel zu nahe.
Meine Mutter war der Fixpunkt in meinem Leben. Im Guten wie im Schlechten. Sie war meine Sonne. Bei ihr bin ich aufgewachsen. An ihr hab ich mich verbrannt. Mein Vater war wenig präsent. Meine Mutter hat mich und mein Leben in so vielerlei Hinsicht geprägt. Wer bin ich nun, ohne meine Mutter?
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Oder drei Monate, nachdem ich den F. kennengelernt habe: "21.12.2010. Superflu, Dr*gen -> Stille. 1 kleines Paralleluniversum, das nicht in mein Leben passt."
Ich erinnere mich an diesen Abend bei Superflu. F. und ich unterhielten den ganzen Laden. In der Nacht schneite es, nicht nur bei uns. Auf dem Nachhauseweg in dunklen Morgenstunden tanzten wir über jungfräulichen Schnee. Bei F. zu Hause wollte ich baden. Ich lag in der Wanne und teilte mein Gefühl, es sei wie im Uterus. Es ist wirklich komisch, dass Dr*gen mir oft Ruhe, Stille brachten. Wie groß meine Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit war. Ist. SehnSUCHT. Sollte ich echt in der Sucht arbeiten? Ich muss irre sein. Bald sitzen mir Menschen gegenüber, deren dysfunktionale Bewältigungsstrategie ich nur allzu gut selbst kenne - und verstehe.
Ich war schon immer eine Nostalgikerin, denke ich. Und: dass ich das endlich mal alles wegwerfen sollte. Aber es ist als bräuchte ich die Belege dafür, dass ich wirklich dieses Leben gelebt habe. Dass ich lebe.
Vieles ist in Bewegung in mir, massives, und ich spüre sehr deutlich: es wird dauern.
Sonntag, 19. April 2026
Dankbar.
okavanga, 22:58h
Es tut so gut, wenn man mal nicht viele Worte braucht um verstanden zu werden. Dass zur Zeit bei den anderen 3en aus der Klinik auch soviel Umbruch, Prozess, Trauer ist. Bei uns allen beinahe in der Intensität wie vor dem Aufenthalt. Würde mich interessieren, ob das ein typisches Phänomen ist, ziemlich genau 4 Jahre nach Entlassung. Und doch stehen wir an anderen Stellen als vor 4 Jahren. Wir sind einen Weg gegangen. Das gilt es nicht klein zu reden, sondern anzuerkennen.
Ich bin sehr froh, dass es diese Menschen gibt.
Ich bin sehr froh, dass es diese Menschen gibt.
Dienstag, 14. April 2026
okavanga, 18:13h
In mir steckt die Traurigkeit, als wäre sie bis tief in die Knochen durchgesickert. Sie fühlt sich an wie ein Teil meiner DNA. Es ist schwer zu differenzieren, ob es der Verlust meiner Mutter ist, oder der ganze Umbruch, der anstehende Umzug nach so vielen Jahren hier, der neue Job, die Weltlage, oder überhaupt all das der letzten Jahre. Vielleicht ist es aber auch alles, und über unter hinter vor allem doch einfach der Verlust meiner Mutter und der Versuch die letzten Jahre und unsere Beziehung zu verarbeiten. Ich fühle mich jeden Tag unendlich müde, kränklich. Wanke zwischen funktionieren/ organisieren und irgendwo da Raum für die Trauer zu schaffen. Das fällt mir schwer. Ich war schon immer gut im Verdrängen, oder darin eben den anderen Dingen Vorrang zu geben. Gipfelte dann damit, mir mit Anfang 40 einige Dinge stationär anzuschauen. Da (zu diesem latent suizidalen Zustand) mag ich nicht mehr hin. Und gleichzeitig wäre ich gerade nirgendwo anders lieber als in dieser Klinik. Mit Zeit und Raum für das, was in mir los ist. Das muss doch aber irgendwie auch anders gehen? Wie macht man sowas im Alltag?
Es fühlt sich völlig absurd an, dass ausgerechnet ich ab Mai Patient:innen mit psychischen Erkrankungen behandeln soll. Ich fühle mich selbst wie eine Patientin.
Neulich bin ich bei Fräulein Samojede auf dieses Lied gestoßen, "Niemand" von Kapa Tult. "Und niemand redet jemals von sich aus über dich mit mir".
Es fühlt sich völlig absurd an, dass ausgerechnet ich ab Mai Patient:innen mit psychischen Erkrankungen behandeln soll. Ich fühle mich selbst wie eine Patientin.
Neulich bin ich bei Fräulein Samojede auf dieses Lied gestoßen, "Niemand" von Kapa Tult. "Und niemand redet jemals von sich aus über dich mit mir".
Montag, 30. März 2026
Scheide-weg
okavanga, 12:47h
Termin bei der Frauenärztin. Wir sind an einem Scheideweg, sagt sie. Hahaha, denke ich, aber erst zu Hause. Denn dort bin ich erstmal etwas überrumpelt. Die erst im Januar entdekcte Zyste hat sich verändert, ist größer und nicht mehr nur flüssig. Zu 99% keine magline Zyste, aber sicher weiß man es erst nach einer Gewebeprobe. In jedem Fall ist sie in ihrer Beschaffenheit ein deutlicher Indikator für Endometriose.
In Kombination mit der Myom Geschichte, und dass ich in die Perimenopause komme, wo solche Dinge oft nochmal Wachstumsschübe kriegen, auch wenn wir das nicht sicher sagen können, sei das nun doch der Punkt, an dem ich die Entfernung der Gebärmutter erwägen solle/könne/dürfe. Vor allem, da mit der Bauchspiegelung, und die will ich schon haben, sowieso Vollnarkose, OP der Zyste etc. anstehen würden.
Was für ein beschissener Zeitpunkt. Darüber würde ich gerne nachdenken. Ich würde, so meint sie, wohl ca. 4 Wochen ausfallen mit der Gebärmutter-OP. Das geht gerade einfach nicht. Ich hätte Angst, die Stelle aufs Spiel zu setzen. Es drängt nichts, sagt sie, je nachdem, wie sich meine Beschwerden weiterentwickeln. Daher werde ich vermutlich das PT1 Jahr abwarten. Während dieser Zeit empfiehlt sie mir aber sehr deutlich eine hormonelle Therapie. Phu. Was kommt als nächstes, frag ich mich manchmal. Is jetz nich mal gut?
In Kombination mit der Myom Geschichte, und dass ich in die Perimenopause komme, wo solche Dinge oft nochmal Wachstumsschübe kriegen, auch wenn wir das nicht sicher sagen können, sei das nun doch der Punkt, an dem ich die Entfernung der Gebärmutter erwägen solle/könne/dürfe. Vor allem, da mit der Bauchspiegelung, und die will ich schon haben, sowieso Vollnarkose, OP der Zyste etc. anstehen würden.
Was für ein beschissener Zeitpunkt. Darüber würde ich gerne nachdenken. Ich würde, so meint sie, wohl ca. 4 Wochen ausfallen mit der Gebärmutter-OP. Das geht gerade einfach nicht. Ich hätte Angst, die Stelle aufs Spiel zu setzen. Es drängt nichts, sagt sie, je nachdem, wie sich meine Beschwerden weiterentwickeln. Daher werde ich vermutlich das PT1 Jahr abwarten. Während dieser Zeit empfiehlt sie mir aber sehr deutlich eine hormonelle Therapie. Phu. Was kommt als nächstes, frag ich mich manchmal. Is jetz nich mal gut?
Mittwoch, 25. März 2026
okavanga, 13:49h
Und dann für eine Millisekunde der Gedanke, der sich aus dem Unbewussten nach oben schiebt und da auf die Realität trifft: "Das muss ich Mama erzählen, sie wird sich so mit mir freuen."
Dienstag, 24. März 2026
okavanga, 12:59h
Drei Nächte hintereinander geträumt, dass Leute in meinen Raum bzw. meine Wohnung eindringen wollen, manchmal auch, weil mein Schloss irgendwie labil ist. Eine übergriffige Nachbarin, Kinder. Bei dem einen Traum weiß ich es nicht mehr genau.
Letzte Nacht war es meine Wohnung, in der ich momentan lebe. Meine Mutter lebte da irgendwie auch, oder war zu Besuch. Es war, als wäre ein Schatten neben und über ihr. Ich träume die Krankheit oft mit, aber nicht als Schizophrenie, sondern als etwas, das originär nicht zu ihr gehört, aber schon immer da war. Etwas dunkles, furchteinflösendes. Das deckt sich mit meinem ambivalenten Kindheitserleben, und damals hatte sie die Diagnose ja noch nicht, stattdessen schwere Depressionen. Letztendlich hängt das ja auch alles irgendwie zusammen. Wie auch immer. Es ist gruselig, diese Gefühle zu träumen, sie sind teilweise uralt, und wirklich die der kleinen Oka. Spannend, dass in diesem Kontext die hiesigen Nachbarn klingelten, kleine Kinder (aber nicht die wirklichen, irgendwie anders), und ich fühlte mich bedroht von ihnen. Von Kindern! Hatte Angst sie bringen Ungeziefer oder zecken sich fest. Krass eigentlich. Auch dieses Gefühl, dass Menschen in meinen Raum dringen ist heftig. Die übergriffige Nachbarin tauchte in meiner alten WG in G7 auf. Einmal stand sie mitten in der Tür, das nächste mal direkt hinter meiner Küchentür. Ich frage mich, ob es da um Grenzüberschreitungen in meinem Leben geht, oder um eigene innere Anteile/Gefühle/Konflikte?, die ich nicht wahrhaben will. Oder vielleicht all das.
Letzte Nacht war es meine Wohnung, in der ich momentan lebe. Meine Mutter lebte da irgendwie auch, oder war zu Besuch. Es war, als wäre ein Schatten neben und über ihr. Ich träume die Krankheit oft mit, aber nicht als Schizophrenie, sondern als etwas, das originär nicht zu ihr gehört, aber schon immer da war. Etwas dunkles, furchteinflösendes. Das deckt sich mit meinem ambivalenten Kindheitserleben, und damals hatte sie die Diagnose ja noch nicht, stattdessen schwere Depressionen. Letztendlich hängt das ja auch alles irgendwie zusammen. Wie auch immer. Es ist gruselig, diese Gefühle zu träumen, sie sind teilweise uralt, und wirklich die der kleinen Oka. Spannend, dass in diesem Kontext die hiesigen Nachbarn klingelten, kleine Kinder (aber nicht die wirklichen, irgendwie anders), und ich fühlte mich bedroht von ihnen. Von Kindern! Hatte Angst sie bringen Ungeziefer oder zecken sich fest. Krass eigentlich. Auch dieses Gefühl, dass Menschen in meinen Raum dringen ist heftig. Die übergriffige Nachbarin tauchte in meiner alten WG in G7 auf. Einmal stand sie mitten in der Tür, das nächste mal direkt hinter meiner Küchentür. Ich frage mich, ob es da um Grenzüberschreitungen in meinem Leben geht, oder um eigene innere Anteile/Gefühle/Konflikte?, die ich nicht wahrhaben will. Oder vielleicht all das.
Sonntag, 22. März 2026
okavanga, 12:54h
Uff, besser heute. Glaube aber ich sollte mich bewusster mit der Trauer beschäftigen und ihr aktiv mehr Raum geben. Klar brauche ich gerade auch einen anderen Fokus und Energie für Pragmatisches / Berufliches, aber es kostet auch Energie die Trauer so wegzudrücken. Vielleicht kommen daher auch die seit 2 Wochen anhaltenden Kopfschmerzen. Die Demo gestern hat mich soviel Kraft gekostet, danach war ich fix und alle, auch, weil ich glaub ich den ganzen Tag maskierte. Ich glaube, das war viel zu viel viel zu früh nach dieser "beginnenden Nierenbeckenentzündung". Hatte glaub ich gar nicht davon erzählt. Am Dienstag nahm ich die letzte Antibiose. Auch heute noch fühle ich mich so geschrottet, dass ich gar nicht weiß wie ich das hinbekommen sollte, wenn ich wirklich schon im Mai in einer Klinik starten soll. So blöd, dass ich das zur Personalreferentin sagte, als sie meinte, relevante Stellen würden erst ab Juli/August bzw. im anderen Fachbereich September frei. Und ich so, mit meinem ALG im Nacken: für mich wäre ab Mai super. Daher kam dann die Idee, erst in einem nicht anerkennungsfähigen Bereich zu starten und nach einigen Monaten in den PT1 Bereich zu wechseln. Manchmal ärger ich mich über meine eigenen Ambitionen. Ich muss bis dahin meine Wohnung erst mal vermietfit kriegen, sie ausschreiben, Besichtigungen organisieren. Und irgendwie fühle ich mich momentan gar nicht in der Lage, eine 35-Stunden-Woche im klinischen Kontext zu absolvieren. Und zurückrudern ist immer scheisse. Naja mal schauen wie sich die Gespräche und Dinge in den kommenden 5-12 Tagen entwickeln, da sind die entscheidenden Gespräche mit den jeweiligen Kliniken.
[Edit] Haha witzig, und so schnell bin ich dann wieder von der Trauer beim Stressor Ausbildung. Genau das meinte ich.
[Edit] Haha witzig, und so schnell bin ich dann wieder von der Trauer beim Stressor Ausbildung. Genau das meinte ich.
Samstag, 21. März 2026
okavanga, 21:47h
Irgendwie geht es mir gar nicht gut.
Seelenheil ~
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Dienstag, 17. März 2026
okavanga, 14:34h
Eine Stellenausschreibung gefunden, die ich gut finde. Ich formuliere das Anschreiben und suche dann die Ansprechperson. Ich stutze. Das ist eine Frau, bei der meine Mutter öfters war. Als ich vor einigen Monaten meiner Mutter davon erzählte, dass ich Stellen suche für die praktische Tätigkeit, erwähnte sie diese Frau explizit, sie zeigte sich ganz begeistert von ihr.
Manchmal höre und sehe ich meine Mutter so deutlich vor mir. Es tut sehr weh. Und es tut auch weh, warum sie so oft Kontakt mit dieser Person hatte. Diese furchtbare Krankheit.
Mimi meinte neulich, sie habe eine Patientin Anfang 30, die eine Mutter mit Schizophrenie hat. Nach einer weiteren Stunde mit der Patientin fragte Mimi mich, ob wir da nicht mal eine Intervision machen können. Die Patientin habe so heftig geweint und Mimi machte sich Vorwürfe, dass sie die Stunde nicht gut abgerundet hatte. Ich sagte ihr, das mache nichts, am Ende sind wir erwachsen und das Thema ist einfach immer da. Ich muss auch weinen wenn ich an diese junge Frau denke, auch wenn ich sie nicht kenne. Auch sie hat den Kontakt zu ihrer Mutter momentan abgebrochen. Diese Erkrankung ist einfach ein riesen Haufen Scheisse.
Mama, du fehlst mir. Das was war, und das was nicht war.
Manchmal höre und sehe ich meine Mutter so deutlich vor mir. Es tut sehr weh. Und es tut auch weh, warum sie so oft Kontakt mit dieser Person hatte. Diese furchtbare Krankheit.
Mimi meinte neulich, sie habe eine Patientin Anfang 30, die eine Mutter mit Schizophrenie hat. Nach einer weiteren Stunde mit der Patientin fragte Mimi mich, ob wir da nicht mal eine Intervision machen können. Die Patientin habe so heftig geweint und Mimi machte sich Vorwürfe, dass sie die Stunde nicht gut abgerundet hatte. Ich sagte ihr, das mache nichts, am Ende sind wir erwachsen und das Thema ist einfach immer da. Ich muss auch weinen wenn ich an diese junge Frau denke, auch wenn ich sie nicht kenne. Auch sie hat den Kontakt zu ihrer Mutter momentan abgebrochen. Diese Erkrankung ist einfach ein riesen Haufen Scheisse.
Mama, du fehlst mir. Das was war, und das was nicht war.
Montag, 9. März 2026
okavanga, 19:11h
Es ist so gut, diesen (mit)trauernden Bruder zu haben.
Wie schön es ist, diese Trauer zu teilen.
Diese Trauer um unsere Mutter.
Um das was nicht war.
Um das was war.
<3
Wie schön es ist, diese Trauer zu teilen.
Diese Trauer um unsere Mutter.
Um das was nicht war.
Um das was war.
<3
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