Donnerstag, 28. Juli 2016
okavanga, 17:58h
Das Gefühl, durch das Thematisieren meiner Gedanken zu der Therapie so unglaublich viel von mir preisgegeben zu haben, dass ich mich schäme im Nachgang. Aber so ist das eben. Und es musste gesagt werden.
--
Ich habe ein Gespräch, in zwei Wochen, ein mir persönlich sehr wichtiges, und ich bin sehr sehr aufgeregt. Das wäre wahnsinn wenn das klappt. Ein weiterer Schritt in die neue Richtung.
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Ich habe ein Gespräch, in zwei Wochen, ein mir persönlich sehr wichtiges, und ich bin sehr sehr aufgeregt. Das wäre wahnsinn wenn das klappt. Ein weiterer Schritt in die neue Richtung.
Samstag, 23. Juli 2016
Fieber.
okavanga, 13:14h
Jetzt ist es so, dass es mir nicht gut geht seit Donnerstag. Nach der letzten Stunde war ich nachmittags dermaßen erschöpft, körperlich wie emotional, dass ich mich erstmal hinlegen musste. Hier ist es mit den zwei Flüssen und der Wetterlage derzeit wie in den Tropen. Bzw. war Thailand sehr viel angenehmer, woran das liegt, weiß ich auch nicht, die Luftfeuchtigkeit ist ähnlich hoch, und die Temperaturen auch, aber ja. Dementsprechend merwürdig ist mein Schlaf, er ähnelt Fieberträumen, Nacht für Nacht, wache klitschnass und völlig desorientiert auf, immer wieder. Träume wirr und schlecht, beiße viel mit den Zähnen. Wache irgendwann endgültig auf mit Angst und beschleunigtem Herzschlag. So auch an dem Donnerstag Nachmittag.
Eigentlich will ich dann lernen, nach dem Aufstehen, ich hab ein straffes Pensum bis zur Prüfung im September. Aber ich bin wie zerschlagen. Irgendwann raffe ich mich auf, unter die Dusche. Ich habe mir vor einigen Wochen eine Karte für eine Veranstaltung im Rahmen des Mozartsommers gekauft, sie findet im Dom zu Speyer statt. Nach der Dusche geht es einigermaßen. Ich radel zum Bahnhof, steige ich die S-Bahn. In Speyer setze ich mich vor ein Restaurant am Domplatz, genieße einen Wein. Ein Viertel ist es. Diese Pfälzer. Ich habe nichts gegessen. Der Kopf dreht sich ein bisschen, aber ich bin beschwingt. Merke aber, dass das zuviel für mich ist, trinke ihn trotzdem aus.
Im Dom ist es angenehm kühl und gedämftes Licht. Mein Kopf beruhigt sich ein bisschen. Mozart Requiem - Sieben Klangräume. Wie um F. direkt zu beerdigen. Wohlwissend, dass die Trauerfeier schon seit 2 Jahren läuft. Die Musik trägt mich weg, inspiriert, irritiert. Während ich bei Mozarts Fragmenten immer das Gefühl habe, der Himmel öffnet seine Pforten und offenbart das Leben in all seiner schrecklichen Schönheit, oder seinem schönen Schrecen, habe ich bei den Klangräumen immer den Eindruck, etwas Furchbares würde aus der Dunkelheit nach mir seine Finger ausstrecken, sich gierig die Lippen lecken. Triefend vor Leere vielleicht.
Ich radel durch Speyer, in Richtung Bahnhof. Die Nacht ist immer noch lau. Mücken laben sich an meinem Blut. Ich bin wie entrückt. Muss am Wein liegen, denke ich. Hinter dem S-Bahn-Fenster hängt der abnehmende Mond.
Die Nacht ist wie alle anderen Nächte auch. Viel zu kurz und feucht und fiebrig. Am Freitag fühle ich mich wie ein Vogel, der in einen Ölteppich gelangt ist und nicht weiß wie rauskommen. Die Flügel verklebt, aber mich erinnernd, dass ich mich doch die letzten Tage gut in der Luft halten konnte. Es war schön. Wo kommt dieser Teppich her? Wann bin ich reingefallen? Ist das immer noch der Wein? Der Schädel brummt.
Nachmittags treffe ich mich mit M. im Park. Eigentlich ist es mir zuviel. Der Kleine sollte sicher mehr bespaßt werden von mir. Aber ich bring kaum die Kraft auf mich durch diese feuchte Hitze zu schleppen. Mir ist speiübel. Zwei Stunden später gehe ich nach Hause und direkt ins Bett.
Eine halbe Stunde später wache ich auf, wieder mit Herzrasen, als würde mir plötzlich einfallen, dass ja etwas Schreckliches geschehen ist. Es erinnert mich an die Zeit mit dem kleinen Professor. Dort waren die Nächte und das Aufwachen ähnlich. Was ist denn bloss los? Ist das die Hitze? Immer noch der Wein? Diese komische, sehr anstrengende Arbeitswoche? F.? Alles? Oder
Oder. Ich hab ne scheiss Angst dass jetzt diese Therapie zu Ende ist. Es löst eine riesen Übeleit in mir aus. Ich habe Kopfkino. Denke, dass er denkt, ich brauche diese Therapie gar nicht. Dass ich mich beim nächsten mal einfach ein bisschen mehr anstrengen muss, wenn "Langeweile" kommt, es einfach aushalten muss. Fühle mich völlig falsch verstanden. Ungewollt. Abgelehnt. Ein Abwehrmechanismus? Vielleicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich, was mein Beziehungsthema angeht, keinen Schritt weitergekommen bin. Dafür an verschiedenen Stellen aufgebohrt wurde, geöffnet. Und das ist da jetzt. Und ich bin immer noch selbstunsicher, und habe inzwischen fast Angst vor Beziehungen, also eine Angst, die ich verbalisieren kann, und davor, wieder von mir und dem Mann ent-täuscht (ja, vor der Ent-Täuschung) zu werden. Bleibt das jetzt einfach so? Ist das jetzt immer so? Ich weiß gar nicht. Ja, eigentlich sind es noch 7 Stunden. Aber. Vielleicht muss ich mich einfach damit abfinden, dass das so ist.
Aber mehr anstrengen. Ich habs so sehr versucht beim letzten mal. Wirklich. So sehr. Und letztendlich war die Trennung nicht meine Entscheidung. Aber sie war nachvollziehbar. Wer möchte denn über Wochen, Monate hinweg mit jemandem zusammen sein, der einem das Gefühl vermittelt (und der das auch so in sich träg), man wäre ihm total egal. Man kommt nicht mehr an ihn ran. Fühlt sich nur noch hinten angestellt. Überflüssig. Ungewollt. Abgelehnt....
Ich kenne diese Seite auch, deswegen kann ich verstehen, wieso er das nicht aushalten wollte. Aber ich habe keine Ahnung, wo ich mich mehr hätte anstrengen sollen. "Ich hätte ihm Theater vorspielen müssen", sagte ich mal in einer Sitzung. "Machen Sie das aber nicht öfters? Machen wir alle das nicht öfters? In der Arbeit, zum Beispiel?"
Dann frage ich mich wieder: ist das eine Strategie? Verfolgt er mit all dem eine bestimmte Absicht? Er kann es doch nicht ernsthaft als sinnvoll erachten, das ich dem anderen dann etwas vorspiele, bis ich vielleicht mein Interesse und meine Zuneigung wieder finde? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Bisher eben nie.
Vielleicht macht es wirklich keinen Sinn an dem Thema weiter rumzudoktern, wenn da kein Mann ist. Aber so, wie es in mir ist, und wie ich mit mir selbst bin, kommt da so schnell auch keiner.
Jetzt ist Samstag. Ich liege immer noch im Bett. Es ist schwül, obwohl ich die ganze Nacht die Balkontür zum Schlafzimmer aufhatte. Das Unwetter gestern Abend. Was für eine Wucht. Ich bin unglaublich kaputt von dieser Woche. Schlafentzug oder schlechter Schlaf ist etwas, das ich nicht gut aushalte.
Was. Soll das jetzt. Also. Hat das überhaupt was gebracht? Würde es jemals überhaupt was bringen? Ich bin so fiebrig. So dermaßen müde und wund.
Eigentlich will ich dann lernen, nach dem Aufstehen, ich hab ein straffes Pensum bis zur Prüfung im September. Aber ich bin wie zerschlagen. Irgendwann raffe ich mich auf, unter die Dusche. Ich habe mir vor einigen Wochen eine Karte für eine Veranstaltung im Rahmen des Mozartsommers gekauft, sie findet im Dom zu Speyer statt. Nach der Dusche geht es einigermaßen. Ich radel zum Bahnhof, steige ich die S-Bahn. In Speyer setze ich mich vor ein Restaurant am Domplatz, genieße einen Wein. Ein Viertel ist es. Diese Pfälzer. Ich habe nichts gegessen. Der Kopf dreht sich ein bisschen, aber ich bin beschwingt. Merke aber, dass das zuviel für mich ist, trinke ihn trotzdem aus.
Im Dom ist es angenehm kühl und gedämftes Licht. Mein Kopf beruhigt sich ein bisschen. Mozart Requiem - Sieben Klangräume. Wie um F. direkt zu beerdigen. Wohlwissend, dass die Trauerfeier schon seit 2 Jahren läuft. Die Musik trägt mich weg, inspiriert, irritiert. Während ich bei Mozarts Fragmenten immer das Gefühl habe, der Himmel öffnet seine Pforten und offenbart das Leben in all seiner schrecklichen Schönheit, oder seinem schönen Schrecen, habe ich bei den Klangräumen immer den Eindruck, etwas Furchbares würde aus der Dunkelheit nach mir seine Finger ausstrecken, sich gierig die Lippen lecken. Triefend vor Leere vielleicht.
Ich radel durch Speyer, in Richtung Bahnhof. Die Nacht ist immer noch lau. Mücken laben sich an meinem Blut. Ich bin wie entrückt. Muss am Wein liegen, denke ich. Hinter dem S-Bahn-Fenster hängt der abnehmende Mond.
Die Nacht ist wie alle anderen Nächte auch. Viel zu kurz und feucht und fiebrig. Am Freitag fühle ich mich wie ein Vogel, der in einen Ölteppich gelangt ist und nicht weiß wie rauskommen. Die Flügel verklebt, aber mich erinnernd, dass ich mich doch die letzten Tage gut in der Luft halten konnte. Es war schön. Wo kommt dieser Teppich her? Wann bin ich reingefallen? Ist das immer noch der Wein? Der Schädel brummt.
Nachmittags treffe ich mich mit M. im Park. Eigentlich ist es mir zuviel. Der Kleine sollte sicher mehr bespaßt werden von mir. Aber ich bring kaum die Kraft auf mich durch diese feuchte Hitze zu schleppen. Mir ist speiübel. Zwei Stunden später gehe ich nach Hause und direkt ins Bett.
Eine halbe Stunde später wache ich auf, wieder mit Herzrasen, als würde mir plötzlich einfallen, dass ja etwas Schreckliches geschehen ist. Es erinnert mich an die Zeit mit dem kleinen Professor. Dort waren die Nächte und das Aufwachen ähnlich. Was ist denn bloss los? Ist das die Hitze? Immer noch der Wein? Diese komische, sehr anstrengende Arbeitswoche? F.? Alles? Oder
Oder. Ich hab ne scheiss Angst dass jetzt diese Therapie zu Ende ist. Es löst eine riesen Übeleit in mir aus. Ich habe Kopfkino. Denke, dass er denkt, ich brauche diese Therapie gar nicht. Dass ich mich beim nächsten mal einfach ein bisschen mehr anstrengen muss, wenn "Langeweile" kommt, es einfach aushalten muss. Fühle mich völlig falsch verstanden. Ungewollt. Abgelehnt. Ein Abwehrmechanismus? Vielleicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich, was mein Beziehungsthema angeht, keinen Schritt weitergekommen bin. Dafür an verschiedenen Stellen aufgebohrt wurde, geöffnet. Und das ist da jetzt. Und ich bin immer noch selbstunsicher, und habe inzwischen fast Angst vor Beziehungen, also eine Angst, die ich verbalisieren kann, und davor, wieder von mir und dem Mann ent-täuscht (ja, vor der Ent-Täuschung) zu werden. Bleibt das jetzt einfach so? Ist das jetzt immer so? Ich weiß gar nicht. Ja, eigentlich sind es noch 7 Stunden. Aber. Vielleicht muss ich mich einfach damit abfinden, dass das so ist.
Aber mehr anstrengen. Ich habs so sehr versucht beim letzten mal. Wirklich. So sehr. Und letztendlich war die Trennung nicht meine Entscheidung. Aber sie war nachvollziehbar. Wer möchte denn über Wochen, Monate hinweg mit jemandem zusammen sein, der einem das Gefühl vermittelt (und der das auch so in sich träg), man wäre ihm total egal. Man kommt nicht mehr an ihn ran. Fühlt sich nur noch hinten angestellt. Überflüssig. Ungewollt. Abgelehnt....
Ich kenne diese Seite auch, deswegen kann ich verstehen, wieso er das nicht aushalten wollte. Aber ich habe keine Ahnung, wo ich mich mehr hätte anstrengen sollen. "Ich hätte ihm Theater vorspielen müssen", sagte ich mal in einer Sitzung. "Machen Sie das aber nicht öfters? Machen wir alle das nicht öfters? In der Arbeit, zum Beispiel?"
Dann frage ich mich wieder: ist das eine Strategie? Verfolgt er mit all dem eine bestimmte Absicht? Er kann es doch nicht ernsthaft als sinnvoll erachten, das ich dem anderen dann etwas vorspiele, bis ich vielleicht mein Interesse und meine Zuneigung wieder finde? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Bisher eben nie.
Vielleicht macht es wirklich keinen Sinn an dem Thema weiter rumzudoktern, wenn da kein Mann ist. Aber so, wie es in mir ist, und wie ich mit mir selbst bin, kommt da so schnell auch keiner.
Jetzt ist Samstag. Ich liege immer noch im Bett. Es ist schwül, obwohl ich die ganze Nacht die Balkontür zum Schlafzimmer aufhatte. Das Unwetter gestern Abend. Was für eine Wucht. Ich bin unglaublich kaputt von dieser Woche. Schlafentzug oder schlechter Schlaf ist etwas, das ich nicht gut aushalte.
Was. Soll das jetzt. Also. Hat das überhaupt was gebracht? Würde es jemals überhaupt was bringen? Ich bin so fiebrig. So dermaßen müde und wund.
Donnerstag, 21. Juli 2016
okavanga, 19:25h
Es steht die Entscheidung an: beenden oder verlängern. Ich bin sehr ratlos. Problem an der Sache ist, dass es für mein Hauptthema, weswegen ich ursprünglich Hilfe aufgesucht habe, gerade keine aktuelle Praxis in meinem Leben gibt. So ist es ein bisschen wie an Land Schwimmen lernen. Ich habe dein Eindruck, er hält es so für sinnlos, weiterzumachen. Vielleicht irre ich mich aber auch.
Andererseits habe ich Angst davor, überhaupt wieder Praxis in dem Kontext zu leben, weil ich so selbstunsicher bin und.. ich es nicht mehr aushalte dass sich immer alles wiederholt. Ganz abgesehen davon, dass es so selten vorkommt, dass ich jemandem begegne, den ich in mein Leben lassen möchte. Und ich bin niemand, der aktiv auf jemanden zugehen würde, der mir gefällt. Und dann. Dann. Ich bin so müde was das angeht.
--
Und dann: "Lassen Sie ihn los. Sie haben alles probiert was unter den Umständen möglich war. Gehen Sie nicht mehr auf seine Seite. Hören Sie nicht mehr seine Musik. Sonst kann Sie das daran hindern zu leben."
Andererseits habe ich Angst davor, überhaupt wieder Praxis in dem Kontext zu leben, weil ich so selbstunsicher bin und.. ich es nicht mehr aushalte dass sich immer alles wiederholt. Ganz abgesehen davon, dass es so selten vorkommt, dass ich jemandem begegne, den ich in mein Leben lassen möchte. Und ich bin niemand, der aktiv auf jemanden zugehen würde, der mir gefällt. Und dann. Dann. Ich bin so müde was das angeht.
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Und dann: "Lassen Sie ihn los. Sie haben alles probiert was unter den Umständen möglich war. Gehen Sie nicht mehr auf seine Seite. Hören Sie nicht mehr seine Musik. Sonst kann Sie das daran hindern zu leben."
Mittwoch, 13. Juli 2016
okavanga, 23:27h
F. hat mich grüßen lassen, übrigens. Vor einigen Tagen. Seitdem ist etwas in mir sehr friedlich.
Montag, 11. Juli 2016
Nachdenklich.
okavanga, 23:12h
Hm. Hm hm hm.
Montag, 4. Juli 2016
okavanga, 23:46h
Willkommen zurück, Müdigkeit. Seit Tagen gefragt, was eigentlich los ist, müde, Gefühl wie Krankwerden, Kopfweh. Bis mir dann klar wurde, dass es durchaus mit dieser Situation zu tun hat, über die ich mir seit Mittwoch täglich Notizen mache. Denn dieses Gespräch (und die sich darin widerspiegelnde Arbeitssituation, surprise surprise) regt mich immer wieder so auf, dass ich es aus dem Kopf schreiben muss. Ja. Tja. Konnt ja keiner ahnen dass der Grund dann doch so nahe liegt.
Müde müde müde. Unterschwellige Aggression. Und Kopfweh. Und schon wieder mal die Aussage: es kann so nicht weitergehen. Wieso zum Geier komm ich was diese spezielle Situation angeht einfach nicht aus dem Quark. Oder: was muss ich tun, damit ichs einfach mal komme? Ja tun. Ja. Haha. Ja. Wie gelähmt.
Müde müde müde. Unterschwellige Aggression. Und Kopfweh. Und schon wieder mal die Aussage: es kann so nicht weitergehen. Wieso zum Geier komm ich was diese spezielle Situation angeht einfach nicht aus dem Quark. Oder: was muss ich tun, damit ichs einfach mal komme? Ja tun. Ja. Haha. Ja. Wie gelähmt.
Samstag, 25. Juni 2016
Ein Moment mit F.
okavanga, 00:13h
Auf dem Balkon die Tomaten gegossen, Lavendel, Duftnelken, Basilikum, Minze, Schnittlauch, Kapkörbchen. Blüten gezupft. Der Sonnenuntergang auf der anderen Hausseite malt die Wolken rosa an. Mauersegler ziehen Bahnen über den Dächern und Innenhöfen und tschilpen ihre Sommerlieder. Unten spielen Kinder Fußball. Streit. Eine Mutter brüllt. Die italienische Mama schräg gegenüber auch. Musik aus einem geöffneten Fenster. Geschirrklappern. 'Eigentlich mag ich doch schon auch ziemlich viel in meinem Leben.' Ein Gedanke, der einfach so da ist. Und ein leises Gefühl der Dankbarkeit. Der Wind weht den Geruch aus einem anderen geöffnetem Fenster herüber, einen ganz leichten Rauchgeruch, warmer Zigarettenrauch, aber nicht von einer direkt gerauchten Zigarette, sondern sanfter, runder. Und ein Hauch Knoblauch. Ein vertrauer Geruch, ein F.-Geruch und sehr intensiver Moment der Zuneigung, des Vermissens, und ja, auch der Dankbarkeit, dass es ihn überhaupt gibt.
Sonntag, 12. Juni 2016
okavanga, 21:59h
Und jetzt 500 Jahre schlafen.
Freitag, 10. Juni 2016
okavanga, 00:30h
Ganz schlechte Woche. Hoffe aber, das schlimmste liegt hinter und nicht am Wochenende vor mir..
Seelenheil ~
... link
Dienstag, 7. Juni 2016
We - are - familiy?
okavanga, 02:13h
Nach einem Überblick über die psychosozialen Stadien nach Erikson geneigt zu sagen: Danke ihr Arschlöcher. Aber. Der Zug ist abgefahren. Selbst ist die Frau, jetzt wohl. Wenn ich das so lese fällt es mir aber verdammt schwer nicht doch noch die Hoffnung auf Veränderung zu verlieren.
Sehr blöd kollidiert meine aktuelle Psychophase in der Tat auch mit der standesamtlichen Hochzeit meines Bruders am kommenden Samstag in meiner Heimat. In den letzten Monaten habe ich den Familienkontakt extrem reduziert. Der viereckige Deckel, den ich irgendwann mal mit sehr viel Anstrengung auf das runde Fass mit der ganzen stinkenden Siffe gehämmert habe, ist ein bisschen angelupft. Gesehen, da brodelts noch viel mehr als ich dachte, und meine Güte, quelle odeur.. Kurzum: gar kein Bedürfnis die gerade alle zu sehen.
Also überlegte ich, einfach mit einer Begleitung zu kommen, die auf meiner Seite steht, sprich: nicht auf der meiner Familie. Das müssen sie jetzt nicht verstehen. Reicht, wenn ich es tue. Ich dankte also meinem Bruder per Nachricht für die hübsche Einladung und sagte, dass ich mit Katinka komme. Keine Reaktion. Es folgte eine noch hübschere Einladung für die kirchliche Trauung im September. "Schöne Einladung, danke euch. Ich komme gerne und bringe V. mit".
Prompt klingelte das Telefon. Es folgte eine kuriose Diskussion. Glücklicherweise war ich psychisch gut vorbereitet Dank meines Psychoonkels, der mir gerade wie einem Kleinkind lernt mir einfach das zu nehmen was ich möchte und brauche. Hier der Versuch einer Auszugsrekonstruktion:
"Hallo Oka. Also das ist jetzt ja schon ein bisschen überraschend, wir müssen ja auch planen und so, und .. also du hättest ja mal fragen können. Die standesamtliche soll nur im ganz kleinen Kreis stattfinden."
"Das mit dem Planen ist gar kein Problem. Also zumindest für September hattet ihr ja gesagt, dass eine Rückmeldung bis Ende Juni benötigt wird, da ist doch noch ein bisschen Luft."
"Ja, aber wenn jemand allein eingeladen ist, dann soll er auch alleine kommen."
[Also wenn sie jetzt schlucken - ich hab geschluckt]
"Ja und wieso? Wieso wurde ich überhaupt allein eingeladen?"
"Weil du halt einfach keinen hast zur Zeit."
"Also ich sehe nicht, dass ich keinen habe. Ich habe halt andere, als ihr das erwartet. A., ganz ehrlich, wenn ich alleine kommen soll, dann komme ich nicht."
"Also wie kannst du sowas sagen! Du bist meine Schwester!"
(ach - da fällt euch das ein? Wann wart ihr eigentlich das letzte mal hier? Vor... 6 Jahren?)
"Hm ja, und weißt du, deswegen dachte ich, dass es egal ist wie und mit wem ich komme, weil du dich einfach freust dass ich komme. Weißt du, das ist keine Trotzreaktion, sondert etwas, worüber ich mir sehr viele Gedanken gemacht habe."
"Hmm naja achso... Du hättest ja wenigstens fragen können."
"Dachtest du ich mach das um dich zu ärgern?? Das irritiert mich. Außerdem Das ist nicht deine Entscheidung. Es ist meine, ob ich komme und mit wem. Dich zu fragen hätte mich überhaupt nicht weitergebracht, außer dahin, nicht zu kommen bei einem Nein."
"Da muss ich echt drüber nachdenken. Also dass du da so denkst. Die standesamtliche soll nur im kleinen Kreis sein. Ein Partner wäre gar kein Problem, der wäre ja Familie."
"Für mich sind meine Freunde meine Familie. Und bedeutet dass, dass ich das größte dumme Arschloch mitbringen dürfte, einfach weils mein Freund ist, aber jemanden, den ihr alle auch seit Jahrzehnten kennt und eigentlich auch mögt, stellt ein Problem dar?"
"Partner sind für mich einfach was anderes. Partner sind Familie. Die gehören halt dazu. Naja. Ich muss das mal sacken lassen.
Die Stereotype, um nicht zu sagen Vorurteile und ja.. doch durchaus auch Diskriminierung haben mich etwas schockiert. Vielleicht erging es (und ergeht es sicher auch noch heute) Homosexuellen, die offenbaren, dass sie nicht das Gegengeschlecht als Begleitung mitbringen. Es keimte der leise Gedanke auf, wie oft mir doch eine negative Andersartigkeit in der Familie gespiegelt wurde auf subtile und vielleicht auch weniger subtile Art und Weise. Würde zumindest mein Gefühl erklären, nicht zugehörig zu sein. War aber vielleicht auch im Stinkefass. Für Außenstehende die mich und meine Familie kennen nur seltenst nachvollziehbar - außer für N., die halt echt alle Kindheitsscheisse auch mitbekommen hat.
Sie hat mich neulich an ein oft auftretendes Verhalten meiner Mutter erinnert, dass im Stinkefass ganz tief unten war, und dass ich ohne die Aussage von N. sicher nicht mehr erinnert hätte. Das Verhalten ist mir so peinlich und berührt mich so tief, dass ich es hier nicht sagen kann. "Oka, deine Mama war echt eine Furie. Ich fühlte mich da immer ... zuviel. Nicht willkommen." Etwas, was ich wohl fürs Leben mitgenommen habe. N. konnte ja nach dem Besuch wieder gehen, und wir waren zum Glück auch meistens draußen in unserem riesigen wilden Garten oder im Wald unterwegs.
Aber gut. Zurück zum Thema. Es kam kein Veto, mein Bruder hat nochmal in einem Telefonat gesagt, dass Katinka natürlich dabei sein kann (Euphorie klingt aber anders) und Katinka und ich gehen da am Samstag hin, ebenso wie V. mit mir im September ins Tiefbayerische (Heimat der dann Frau meines Bruders) fährt, und dafür gehört ihm echt mein Herz.
So ist das. Mit der Familie. Es ist schwierig meine emotionale Ambivalenz zu sortieren. Die Krankheit meiner Mutter hat uns ja doch auf eine Art auch sehr zusammengeschweißt. Ich wanke derzeit zwischen:
- komm wir hämmern den Deckel einfach wieder drauf! War doch irgendwie besser. Es gab sowas wie Harmonie und gemeinsame Aktivitäten. "Ich mag doch meine Familie, und eigentlich gefällt es mir dort doch auch wenn ich zu Hause bin." Psychoonkel schaut mich mit großen Augen an wie: isse jetzt irre? und lacht, sicher auch an Weihnachten denkend: "Ne.. ne tuts nicht."
- also dann eben: Augen auf und durch.
Sehr blöd kollidiert meine aktuelle Psychophase in der Tat auch mit der standesamtlichen Hochzeit meines Bruders am kommenden Samstag in meiner Heimat. In den letzten Monaten habe ich den Familienkontakt extrem reduziert. Der viereckige Deckel, den ich irgendwann mal mit sehr viel Anstrengung auf das runde Fass mit der ganzen stinkenden Siffe gehämmert habe, ist ein bisschen angelupft. Gesehen, da brodelts noch viel mehr als ich dachte, und meine Güte, quelle odeur.. Kurzum: gar kein Bedürfnis die gerade alle zu sehen.
Also überlegte ich, einfach mit einer Begleitung zu kommen, die auf meiner Seite steht, sprich: nicht auf der meiner Familie. Das müssen sie jetzt nicht verstehen. Reicht, wenn ich es tue. Ich dankte also meinem Bruder per Nachricht für die hübsche Einladung und sagte, dass ich mit Katinka komme. Keine Reaktion. Es folgte eine noch hübschere Einladung für die kirchliche Trauung im September. "Schöne Einladung, danke euch. Ich komme gerne und bringe V. mit".
Prompt klingelte das Telefon. Es folgte eine kuriose Diskussion. Glücklicherweise war ich psychisch gut vorbereitet Dank meines Psychoonkels, der mir gerade wie einem Kleinkind lernt mir einfach das zu nehmen was ich möchte und brauche. Hier der Versuch einer Auszugsrekonstruktion:
"Hallo Oka. Also das ist jetzt ja schon ein bisschen überraschend, wir müssen ja auch planen und so, und .. also du hättest ja mal fragen können. Die standesamtliche soll nur im ganz kleinen Kreis stattfinden."
"Das mit dem Planen ist gar kein Problem. Also zumindest für September hattet ihr ja gesagt, dass eine Rückmeldung bis Ende Juni benötigt wird, da ist doch noch ein bisschen Luft."
"Ja, aber wenn jemand allein eingeladen ist, dann soll er auch alleine kommen."
[Also wenn sie jetzt schlucken - ich hab geschluckt]
"Ja und wieso? Wieso wurde ich überhaupt allein eingeladen?"
"Weil du halt einfach keinen hast zur Zeit."
"Also ich sehe nicht, dass ich keinen habe. Ich habe halt andere, als ihr das erwartet. A., ganz ehrlich, wenn ich alleine kommen soll, dann komme ich nicht."
"Also wie kannst du sowas sagen! Du bist meine Schwester!"
(ach - da fällt euch das ein? Wann wart ihr eigentlich das letzte mal hier? Vor... 6 Jahren?)
"Hm ja, und weißt du, deswegen dachte ich, dass es egal ist wie und mit wem ich komme, weil du dich einfach freust dass ich komme. Weißt du, das ist keine Trotzreaktion, sondert etwas, worüber ich mir sehr viele Gedanken gemacht habe."
"Hmm naja achso... Du hättest ja wenigstens fragen können."
"Dachtest du ich mach das um dich zu ärgern?? Das irritiert mich. Außerdem Das ist nicht deine Entscheidung. Es ist meine, ob ich komme und mit wem. Dich zu fragen hätte mich überhaupt nicht weitergebracht, außer dahin, nicht zu kommen bei einem Nein."
"Da muss ich echt drüber nachdenken. Also dass du da so denkst. Die standesamtliche soll nur im kleinen Kreis sein. Ein Partner wäre gar kein Problem, der wäre ja Familie."
"Für mich sind meine Freunde meine Familie. Und bedeutet dass, dass ich das größte dumme Arschloch mitbringen dürfte, einfach weils mein Freund ist, aber jemanden, den ihr alle auch seit Jahrzehnten kennt und eigentlich auch mögt, stellt ein Problem dar?"
"Partner sind für mich einfach was anderes. Partner sind Familie. Die gehören halt dazu. Naja. Ich muss das mal sacken lassen.
Die Stereotype, um nicht zu sagen Vorurteile und ja.. doch durchaus auch Diskriminierung haben mich etwas schockiert. Vielleicht erging es (und ergeht es sicher auch noch heute) Homosexuellen, die offenbaren, dass sie nicht das Gegengeschlecht als Begleitung mitbringen. Es keimte der leise Gedanke auf, wie oft mir doch eine negative Andersartigkeit in der Familie gespiegelt wurde auf subtile und vielleicht auch weniger subtile Art und Weise. Würde zumindest mein Gefühl erklären, nicht zugehörig zu sein. War aber vielleicht auch im Stinkefass. Für Außenstehende die mich und meine Familie kennen nur seltenst nachvollziehbar - außer für N., die halt echt alle Kindheitsscheisse auch mitbekommen hat.
Sie hat mich neulich an ein oft auftretendes Verhalten meiner Mutter erinnert, dass im Stinkefass ganz tief unten war, und dass ich ohne die Aussage von N. sicher nicht mehr erinnert hätte. Das Verhalten ist mir so peinlich und berührt mich so tief, dass ich es hier nicht sagen kann. "Oka, deine Mama war echt eine Furie. Ich fühlte mich da immer ... zuviel. Nicht willkommen." Etwas, was ich wohl fürs Leben mitgenommen habe. N. konnte ja nach dem Besuch wieder gehen, und wir waren zum Glück auch meistens draußen in unserem riesigen wilden Garten oder im Wald unterwegs.
Aber gut. Zurück zum Thema. Es kam kein Veto, mein Bruder hat nochmal in einem Telefonat gesagt, dass Katinka natürlich dabei sein kann (Euphorie klingt aber anders) und Katinka und ich gehen da am Samstag hin, ebenso wie V. mit mir im September ins Tiefbayerische (Heimat der dann Frau meines Bruders) fährt, und dafür gehört ihm echt mein Herz.
So ist das. Mit der Familie. Es ist schwierig meine emotionale Ambivalenz zu sortieren. Die Krankheit meiner Mutter hat uns ja doch auf eine Art auch sehr zusammengeschweißt. Ich wanke derzeit zwischen:
- komm wir hämmern den Deckel einfach wieder drauf! War doch irgendwie besser. Es gab sowas wie Harmonie und gemeinsame Aktivitäten. "Ich mag doch meine Familie, und eigentlich gefällt es mir dort doch auch wenn ich zu Hause bin." Psychoonkel schaut mich mit großen Augen an wie: isse jetzt irre? und lacht, sicher auch an Weihnachten denkend: "Ne.. ne tuts nicht."
- also dann eben: Augen auf und durch.
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