Donnerstag, 11. April 2013
Leise Töne ganz laut.
okavanga, 01:56h
Ich trage die Haare so lang und unbändig wie noch nie, es fühlt sich wild und frei an, ich trage sie gern, und lasse ihnen Wildfanglauf, vorhin, bei Bosse. Und seiner überraschend beeindruckenden Vorband.
Bosse entführt uns, die LeSchwe und mich, in eine bezaubernde Welt mit Gänsehaut. Ich wünsche ihm noch viele bayerische Juchizer auf seiner Tour. Ich mag es wie du mit uns sprichst. Wie du auf uns eingehst. Man kann nicht laut genug für dich gröhlen. Deine Musik ist ganz wunderbar. Sie berührt mich, und das tun nicht viele. Bei dir ist man nicht im Wartesaal, sondern mitten drin, du kommst bei uns an, und wir tanzen mit dir durch den Abend. Du hast mich sehr voll gemacht heute, mit ganz vielem, das nur ich wissen muss. Danke dafür.
Dass ich ausgerechnet heute hier wieder schreiben kann, ist ohne Grund. Wirklich? Aber es fühlt sich richtig an.
Es ist eine unglaublich intensive Zeit, die ganzen letzten Monate, seit ich umgezogen bin. Die Zeit mit Mama, obwohl es sich in den letzten Wochen wieder etwas verschlechtert, ist so unglaublich, dass mir die letzten Jahre vorkommen wie ein perverser Alptraum. Bin sehr froh und dankbar. Auch wieder über vieles, das nur ich wissen muss.
Ich fühle viel, so viel, dass ich überlaufe, und zwar von allen Gefühlen, den überwältigend wunderschönen wie den abgrundtief traurigen. Sie alle haben einen Platz und fallen nicht ins Leere, deswegen treffen sie mich. Mitten drin. Mal mehr, mal weniger vorbereitet. Mal mehr mal weniger akzeptiert. Mal mehr mal weniger gemocht. Aber sie bekommen einen Platz. Manchmal auch widerwillig, voller Scham. Verzweiflung. Hoffnungslosigkeit.
Aber ich liebe meine Haare. Die so sind wie sie sind. Wild. Unzähmbar. Manchmal unausstehlich. Wie ich. Und das ist doch ein Anfang.
Bosse entführt uns, die LeSchwe und mich, in eine bezaubernde Welt mit Gänsehaut. Ich wünsche ihm noch viele bayerische Juchizer auf seiner Tour. Ich mag es wie du mit uns sprichst. Wie du auf uns eingehst. Man kann nicht laut genug für dich gröhlen. Deine Musik ist ganz wunderbar. Sie berührt mich, und das tun nicht viele. Bei dir ist man nicht im Wartesaal, sondern mitten drin, du kommst bei uns an, und wir tanzen mit dir durch den Abend. Du hast mich sehr voll gemacht heute, mit ganz vielem, das nur ich wissen muss. Danke dafür.
Dass ich ausgerechnet heute hier wieder schreiben kann, ist ohne Grund. Wirklich? Aber es fühlt sich richtig an.
Es ist eine unglaublich intensive Zeit, die ganzen letzten Monate, seit ich umgezogen bin. Die Zeit mit Mama, obwohl es sich in den letzten Wochen wieder etwas verschlechtert, ist so unglaublich, dass mir die letzten Jahre vorkommen wie ein perverser Alptraum. Bin sehr froh und dankbar. Auch wieder über vieles, das nur ich wissen muss.
Ich fühle viel, so viel, dass ich überlaufe, und zwar von allen Gefühlen, den überwältigend wunderschönen wie den abgrundtief traurigen. Sie alle haben einen Platz und fallen nicht ins Leere, deswegen treffen sie mich. Mitten drin. Mal mehr, mal weniger vorbereitet. Mal mehr mal weniger akzeptiert. Mal mehr mal weniger gemocht. Aber sie bekommen einen Platz. Manchmal auch widerwillig, voller Scham. Verzweiflung. Hoffnungslosigkeit.
Aber ich liebe meine Haare. Die so sind wie sie sind. Wild. Unzähmbar. Manchmal unausstehlich. Wie ich. Und das ist doch ein Anfang.
Mittwoch, 18. Juli 2012
okavanga, 01:27h
Annähernd das Gefühl von "meine Mitte" erahnen.
Freitag, 29. Juni 2012
Alles bombe.
okavanga, 02:25h
Ja, das war ein tragischer Abend. Aber es gibt viele Italiener in Mannheim, die machen ein Trara, da kann man sich fast einbilden, die deutsche Mannschaft hätte gewonnen.
Ja, ich bin seit einer Woche nur am rotieren. Keine ruhige Minute, außer man sieht das Spiel heute Abend als ruhige Minute. Alte Wohnung putzen, Boden schamponieren, neue Wohnung putzen, Lebensmittelmotten bekämpfen, auspacken, tragen, abstauben, umstellen, sägen, bohren, umbauen, Baumärkte besuchen, nochmal Autowerkstatt.
Ja, ich hab schon jetzt die erste Einladung für ein Meeting von 18 bis 20 Uhr an meinem ersten Arbeitstag. Und es ist nicht das, was ich mir wünsche.
Ja. Es ist alles bewegt. Und doch: bombe! Allein schon, mit den Leuten das Spiel zu sehen in der Al*ten Fe*uerwache. Bombe. Bombe bombe bombe.
Alles bombe!
Ja, ich bin seit einer Woche nur am rotieren. Keine ruhige Minute, außer man sieht das Spiel heute Abend als ruhige Minute. Alte Wohnung putzen, Boden schamponieren, neue Wohnung putzen, Lebensmittelmotten bekämpfen, auspacken, tragen, abstauben, umstellen, sägen, bohren, umbauen, Baumärkte besuchen, nochmal Autowerkstatt.
Ja, ich hab schon jetzt die erste Einladung für ein Meeting von 18 bis 20 Uhr an meinem ersten Arbeitstag. Und es ist nicht das, was ich mir wünsche.
Ja. Es ist alles bewegt. Und doch: bombe! Allein schon, mit den Leuten das Spiel zu sehen in der Al*ten Fe*uerwache. Bombe. Bombe bombe bombe.
Alles bombe!
Samstag, 23. Juni 2012
Zu Hause. Endlich wieder.
okavanga, 23:50h
Glücklich. Einfach nur unbeschreiblich glücklich.
Samstag, 23. Juni 2012
Tschüss Nü*rnberg...
okavanga, 00:05h
Ich sitze auf gepackten Koffern, habe den Fernseher so gestellt, dass ich auf dem Balkon Fussball schauen kann und trinke Bier. Vom Public Viewing wehen die Stimmen des Kommentators und der Fans herüber. Die Vögel zwitschern, die Bäume wiegen sich im leichten Wind, ihre Blätter rauschen. Es klingt immer wie ein tröstendes Schlaflied, das Blätterrauschen. Ich liebe es, genauso wie Regen. Rechts von mir der Business Tower vor einem blass rosa-lila-blauen Himmel. In meinem Rücken das Altenheim.
Es ist Wehmut, immer wieder, bei Abschieden, aber diesmal eine, die sich in Grenzen hält. Wie ein Ziehaufmännchen habe ich die letzten Tage gepackt, Auto reparieren lassen,
Tor :-) 1:0, Die Public-Viewing-Leute ticken aus :-))
geschraubt, geschrubbt, gekauft, organisiert, telefoniert, hysterische Anfälle und Aggressionsausbrüche durchlebt, und mich immer wieder panisch daran erinnert, wie gerade das Geld zum Schornstein rausfliegt. Pro*vision, die ungeplante beschissene Autoreparatur, der Transporter für ein absolut ungeheurliches Geld, die Tankfüllungen, die zwei Mietstudenten und die Vermittlungsgebühr, der anstehende Kühlschrank, Unterbauschrank für Herd, Arbeitsplatte, Sofa, Getränke und Essen für die Helfer. Ich möcht mich bei dem Gedanken an mein Ko*nto gern einfach nur erschießen.
Da gehe ich also. Mal wieder. Mit Erleichterung, frohem Sinn und Aufregung, aber auch mit einem kleinen Karton Angst und Zweifel. Nichts, was man besprechen müsste, ich glaube, es ist normal.
Ich kann noch nicht glauben, dass ich in 24 Stunden in meiner neuen Wohnung in Monnem sitze. Irgendwie ging das jetzt doch alles sehr schnell.
Was mir fehlen wird, ja, das möchte ich gern festhalten, nicht, um melancholisch zu werden, sondern weil ich froh bin, dass ich der Zeit hier auch einiges Positives abgewinnen konnte. Und letztendlich könnte ich ohne meine Zeit hier in Monnem nicht da anfangen, wo ich dann demnächst anfange.
- Mein Balkon. Mein Balkon war mein Wohnzimmer, solang es eben ging. Er war riesig und mit Glas überdacht, der Blick davon war schön, auf einen begrünten Platz, hinter dem dann das Altenheim liegt, dazwischen und außen rum viele Laubbäume. Ich hatte nach dem ehemaligen Ausblick in Mannheim in einen engen Innenhof mal das Gefühl von einer gewissen Weite. Es war ein Südbalkon, ich hatte den GANZEN TAG Sonne. Es war das erste mal, dass ich Extrem-Bepflanzing betrieben habe, und die Pflanzen haben tatsächlich überlebt, bis ich 3 Woche auf No*rd-Zy*pern war. Mein Balkon, also ja. Den werd ich schmerzlich vermissen.
- Die Lage meiner Wohnung am Wö*hrder See. Das war fantastisch. Du gehst vor die Tür, läufst 500 Meter, und bist an einer grünen Lunge. Wenn man am See stadtauswärts gelaufen ist, war es, als wäre man meilenweit vom Städtischen entfernt. Manchmal konnte ich sogar abends auf dem Balkon das Wasser riechen, und das Grün der vielen Bäume. Ich mochte die vielen Schwäne und Enten, die Spaziergänger, Fahrradfahrer und Jogger. Das Gefühl von Entspannung und Erholung, sobald man sich auf den Weg dort begeben hat. Und ich mochte dieses Restaurant am Wö*hreder See, das mit den unschlagbar leckeren Marillenknödeln. Und mit der Wassermühle. Dieses Restaurant hat mir im Januar in so dunkler Stunde die Seele gestreichelt. Ich konnte dort sitzen, Marillenknödel essen und lesen, stundenlang, ohne mich einsam zu fühlen, ohne dass mich dort jemand blöd angeschaut hätte. Es war, als wäre es selbst ein Teil meiner Seele, in dem ich sein und mich ausruhen konnte.
- Das Altenheim. Jeden Tag hat man das Alter vor Augen. Ich habe gesehen, wie alte Leute in Krankenwägen geschoben wurde, habe gesehe, wie Familien ihre alten Angehörigen besuchen, habe alte Leute schreien gehört, einsam spazieren gehen gesehen. Einen Leichenwagen habe ich komischerweise nie gesehen. Die Pfleger/innen rauchen alle sehr stark, deren Balkon ist gegenüber von meinem ;-) Ich habe oft überlegt, mich dort ehrenamtlich zu betätigen, dachte mir dann aber - vielleicht eine faule Ausrede - was ist, wenn die Leute sich an eine Regelmäßigkeit und an mich gewöhnen, und dann gehe ich plötzlich, oder kann nicht mehr so oft. Ich habe mir sehr viele Gedanken über das Alter und den Tod gemacht, auch durch das Altenheim, aber natürlich auch bedingt durch meine Mutter. Es waren wichtige Gedanken, die mich letztendlich immer wieder zu dem Ergebnis führen, dass unsere Gesellschaft ziemlich beschissen umgeht mit denen, die "keinen aktiven Beitrag" mehr leisten in unserem tollen System.
- Der Weg zur Arbeit. Ja, anfangs war es ätzend. Eigentlich war es bis zum Ende ätzend, jeden Tag eine Stunde gen Norden zu fahren zur Arbeit, und eine Stunde zurück. Aber ich habe noch nie so viel Aufmerksamkeit für den Wechsel der Jahreszeiten gehabt. Die Strecke wird vor allem dann schön, wenn ich von der Autobahn abgebogen bin auf die Landstraße, die gar zur Firma geführt hat. Franken ist wunderschön, ich liebe Franken und es wird immer meine Heimat bleiben. Aber "heimisch" habe ich mich hier einfach nicht mehr gefühlt. Und ich habe den wilden Mohn am Straßenrand geliebt.
- Mein Verantwortungs- und Gestaltungsfreiraum im Job - wenn ich alle Begleitumstände ausblende. Das war wirklich gigantisch, und ich rechne nicht damit, weiterhin so weitrechend und autonom Entscheidungen treffen zu können. Damn, aber irgendwo muss man einen Kompromiss eingehen. Im Job selbst wird mir meine Kollegin fehlen, wir hatten wirklich vor allem in den letzten paar Monaten eine sehr witzige Zeit. Wir haben uns blind verstanden, konnten mit den Augen reden. Das war unerwartet, und sehr bereichernd. Ein paar Kollegen werden fehlen, und ich wünsche ihnen viel Glück, es sind mehr oder weniger "junge" Wilde, mit den mehr oder weniger gleichen Schmerzen wie ich in dieser Firma. Ganz zu schweigen von meinem Wer*kstudu*enten. DEN werb ich in einem Jahr doch noch ab.
- Es war gut, dass ich gelernt habe die Einsamkeit (ja, auch Einsamkeit, nicht nur Alleinsein) schätzen zu lernen. Dass ich nicht ständig feiern und unter Leuten war, sondern bei mir, ob ich wollte oder nicht, so ekelhaft es große Strecken war, so sehr hat es geholfen, hoffe ich, denke ich, glaube ich. Und ich hoffe, dass ich das beibehalte, mit einem bewussten Ausklinken ab und an. Es ist notwendig. Anders werden mir Misstände und Wunden nicht bewusst.
- Eigentlich könnte hier jetzt noch mein Therapeut stehen. Aber den werde ich weiterhin einmal pro Woche besuchen. Firmenwagen sei Dank.
- Es könnte hier noch mein Friseur stehen, der wirklich beste, den ich bisher gefunden habe. Aber auch den werde ich weiterhin aufsuchen. Firmenwagen sei Dank.
FUCK. Ausgleich. So war das nicht geplant.
Mehr gibts auch nicht zu sagen. TBC, das Spiel wie das Leben ;-)
Ha. 3:1... die Hoffnung stirbt zuletzt.
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Es ist Wehmut, immer wieder, bei Abschieden, aber diesmal eine, die sich in Grenzen hält. Wie ein Ziehaufmännchen habe ich die letzten Tage gepackt, Auto reparieren lassen,
Tor :-) 1:0, Die Public-Viewing-Leute ticken aus :-))
geschraubt, geschrubbt, gekauft, organisiert, telefoniert, hysterische Anfälle und Aggressionsausbrüche durchlebt, und mich immer wieder panisch daran erinnert, wie gerade das Geld zum Schornstein rausfliegt. Pro*vision, die ungeplante beschissene Autoreparatur, der Transporter für ein absolut ungeheurliches Geld, die Tankfüllungen, die zwei Mietstudenten und die Vermittlungsgebühr, der anstehende Kühlschrank, Unterbauschrank für Herd, Arbeitsplatte, Sofa, Getränke und Essen für die Helfer. Ich möcht mich bei dem Gedanken an mein Ko*nto gern einfach nur erschießen.
Da gehe ich also. Mal wieder. Mit Erleichterung, frohem Sinn und Aufregung, aber auch mit einem kleinen Karton Angst und Zweifel. Nichts, was man besprechen müsste, ich glaube, es ist normal.
Ich kann noch nicht glauben, dass ich in 24 Stunden in meiner neuen Wohnung in Monnem sitze. Irgendwie ging das jetzt doch alles sehr schnell.
Was mir fehlen wird, ja, das möchte ich gern festhalten, nicht, um melancholisch zu werden, sondern weil ich froh bin, dass ich der Zeit hier auch einiges Positives abgewinnen konnte. Und letztendlich könnte ich ohne meine Zeit hier in Monnem nicht da anfangen, wo ich dann demnächst anfange.
- Mein Balkon. Mein Balkon war mein Wohnzimmer, solang es eben ging. Er war riesig und mit Glas überdacht, der Blick davon war schön, auf einen begrünten Platz, hinter dem dann das Altenheim liegt, dazwischen und außen rum viele Laubbäume. Ich hatte nach dem ehemaligen Ausblick in Mannheim in einen engen Innenhof mal das Gefühl von einer gewissen Weite. Es war ein Südbalkon, ich hatte den GANZEN TAG Sonne. Es war das erste mal, dass ich Extrem-Bepflanzing betrieben habe, und die Pflanzen haben tatsächlich überlebt, bis ich 3 Woche auf No*rd-Zy*pern war. Mein Balkon, also ja. Den werd ich schmerzlich vermissen.
- Die Lage meiner Wohnung am Wö*hrder See. Das war fantastisch. Du gehst vor die Tür, läufst 500 Meter, und bist an einer grünen Lunge. Wenn man am See stadtauswärts gelaufen ist, war es, als wäre man meilenweit vom Städtischen entfernt. Manchmal konnte ich sogar abends auf dem Balkon das Wasser riechen, und das Grün der vielen Bäume. Ich mochte die vielen Schwäne und Enten, die Spaziergänger, Fahrradfahrer und Jogger. Das Gefühl von Entspannung und Erholung, sobald man sich auf den Weg dort begeben hat. Und ich mochte dieses Restaurant am Wö*hreder See, das mit den unschlagbar leckeren Marillenknödeln. Und mit der Wassermühle. Dieses Restaurant hat mir im Januar in so dunkler Stunde die Seele gestreichelt. Ich konnte dort sitzen, Marillenknödel essen und lesen, stundenlang, ohne mich einsam zu fühlen, ohne dass mich dort jemand blöd angeschaut hätte. Es war, als wäre es selbst ein Teil meiner Seele, in dem ich sein und mich ausruhen konnte.
- Das Altenheim. Jeden Tag hat man das Alter vor Augen. Ich habe gesehen, wie alte Leute in Krankenwägen geschoben wurde, habe gesehe, wie Familien ihre alten Angehörigen besuchen, habe alte Leute schreien gehört, einsam spazieren gehen gesehen. Einen Leichenwagen habe ich komischerweise nie gesehen. Die Pfleger/innen rauchen alle sehr stark, deren Balkon ist gegenüber von meinem ;-) Ich habe oft überlegt, mich dort ehrenamtlich zu betätigen, dachte mir dann aber - vielleicht eine faule Ausrede - was ist, wenn die Leute sich an eine Regelmäßigkeit und an mich gewöhnen, und dann gehe ich plötzlich, oder kann nicht mehr so oft. Ich habe mir sehr viele Gedanken über das Alter und den Tod gemacht, auch durch das Altenheim, aber natürlich auch bedingt durch meine Mutter. Es waren wichtige Gedanken, die mich letztendlich immer wieder zu dem Ergebnis führen, dass unsere Gesellschaft ziemlich beschissen umgeht mit denen, die "keinen aktiven Beitrag" mehr leisten in unserem tollen System.
- Der Weg zur Arbeit. Ja, anfangs war es ätzend. Eigentlich war es bis zum Ende ätzend, jeden Tag eine Stunde gen Norden zu fahren zur Arbeit, und eine Stunde zurück. Aber ich habe noch nie so viel Aufmerksamkeit für den Wechsel der Jahreszeiten gehabt. Die Strecke wird vor allem dann schön, wenn ich von der Autobahn abgebogen bin auf die Landstraße, die gar zur Firma geführt hat. Franken ist wunderschön, ich liebe Franken und es wird immer meine Heimat bleiben. Aber "heimisch" habe ich mich hier einfach nicht mehr gefühlt. Und ich habe den wilden Mohn am Straßenrand geliebt.
- Mein Verantwortungs- und Gestaltungsfreiraum im Job - wenn ich alle Begleitumstände ausblende. Das war wirklich gigantisch, und ich rechne nicht damit, weiterhin so weitrechend und autonom Entscheidungen treffen zu können. Damn, aber irgendwo muss man einen Kompromiss eingehen. Im Job selbst wird mir meine Kollegin fehlen, wir hatten wirklich vor allem in den letzten paar Monaten eine sehr witzige Zeit. Wir haben uns blind verstanden, konnten mit den Augen reden. Das war unerwartet, und sehr bereichernd. Ein paar Kollegen werden fehlen, und ich wünsche ihnen viel Glück, es sind mehr oder weniger "junge" Wilde, mit den mehr oder weniger gleichen Schmerzen wie ich in dieser Firma. Ganz zu schweigen von meinem Wer*kstudu*enten. DEN werb ich in einem Jahr doch noch ab.
- Es war gut, dass ich gelernt habe die Einsamkeit (ja, auch Einsamkeit, nicht nur Alleinsein) schätzen zu lernen. Dass ich nicht ständig feiern und unter Leuten war, sondern bei mir, ob ich wollte oder nicht, so ekelhaft es große Strecken war, so sehr hat es geholfen, hoffe ich, denke ich, glaube ich. Und ich hoffe, dass ich das beibehalte, mit einem bewussten Ausklinken ab und an. Es ist notwendig. Anders werden mir Misstände und Wunden nicht bewusst.
- Eigentlich könnte hier jetzt noch mein Therapeut stehen. Aber den werde ich weiterhin einmal pro Woche besuchen. Firmenwagen sei Dank.
- Es könnte hier noch mein Friseur stehen, der wirklich beste, den ich bisher gefunden habe. Aber auch den werde ich weiterhin aufsuchen. Firmenwagen sei Dank.
FUCK. Ausgleich. So war das nicht geplant.
Mehr gibts auch nicht zu sagen. TBC, das Spiel wie das Leben ;-)
Ha. 3:1... die Hoffnung stirbt zuletzt.
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Freitag, 15. Juni 2012
Auskotz.
okavanga, 01:06h
Wie aus dem Superrichie plötzlich ein Fußballexperte geworden sein soll, das ist irgendwie an mir vorüber gegangen. Sagt man das jüngeren Menschen, fragen die erstmal blöd, wer der Superrichie ist.
Das Getippe regt mich auf. Ich glaub, ich mach das nach dieser EM nicht mehr. Nicht gut fürs Gemüt.
Überhaupt leide ich seit nicht definierbarer Zeit an latenter Unzufriedenheit. Dass es Unzufriedenheit ist, wurde mir auch erst gerade eben klar. Und ich verstehs nicht, es geht doch jetzt dahin, wo ich hin will. Aber ich bin unzufrieden mit mir selbst und diesem ganzen Umzugsscheiss, es nervt und strengt an. Ich habe Unlust. Ich bin müde. Ich will Urlaub, oder einfach mal für ein halbes Jahr ins Ausland, ganz woanders hin. Ne, ich versteh mich auch nicht.
Ich bin von mir selbst genervt, von dem was ich tue, und von dem, was mein Umfeld so tut. Davon, dass plötzlich aus allen Ecken kommt, sie wünschen mir persönlich alles Gute, und ich möge doch bald ein Bild von einer kleinen Oka senden. Davon, dass Menschen sagen: "Oh kuck, der Mann da, der ist auch groß. Das würde doch passen?" Äh ja klar.. äh nein. Leck mich am Arsch. Davon, dass sie fragen: "Warum hast du eigentlich keine Beziehung?" "Äh, entschuldigung, wann lasst ihr euch denn scheiden? Ihr seid hier zwei Paare, die Scheidungsquote ist bei 50%. Wie ist das so?" das frag ich doch auch nicht.
Davon, dass ich Dinge mit Männern tue, die ich zwar nicht bereue, die mich dann aber nerven, oder vielmehr nervt mich deren Verhalten, das nicht dem entspricht, was ich erwarte, und dann bin ich wieder genervt von meinen Erwartungen und grübel über diesen Mutterbrief nach und die aktuellen Sitzungen, und dann möchte ich 10 Bier trinken und kotzen, und davon wär ich dann sicher auch genervt.
Und mich nervt, dass ich meine Gedanken hier nicht mehr her klar hinpacken kann. Dass ich rumeier. Dass ich nicht mehr schreibe, was gerade passiert und was das macht. Das ist alles vage.
Es macht mich alles aggressiv. In mir aggressiv. Nach außen ist ja alles toll. Mich nervt das Bild, das andere von mir haben, und mich nervt, dass ich dieses Bild allerdings anscheinend auch recht konsequent vermittel. Höre ich mit diesem Bild auf, werde ich unwirsch und launisch, und das ist dann auch nicht ok.
Manchmal möchte ich dann weinen, aber es kommt nix, außer ich trink 3 Bier. Und das nervt mich, weil ich mir denk, sauf nicht soviel. Und: "Kannst du denn nicht auch einfach mal so flennen?"
Unzulänglich. Unzureichend. Ungewollt. Frustriert. Lustlos. Müde. Traurig. Aggressiv. Unzufrieden. askjdökjsdahgöjshgdöoihr aödjihg jka asdjgh aöksdjgha sdkjgadggasäoih gägjdyöoidhfgö jkdfahgaödig. !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Das Getippe regt mich auf. Ich glaub, ich mach das nach dieser EM nicht mehr. Nicht gut fürs Gemüt.
Überhaupt leide ich seit nicht definierbarer Zeit an latenter Unzufriedenheit. Dass es Unzufriedenheit ist, wurde mir auch erst gerade eben klar. Und ich verstehs nicht, es geht doch jetzt dahin, wo ich hin will. Aber ich bin unzufrieden mit mir selbst und diesem ganzen Umzugsscheiss, es nervt und strengt an. Ich habe Unlust. Ich bin müde. Ich will Urlaub, oder einfach mal für ein halbes Jahr ins Ausland, ganz woanders hin. Ne, ich versteh mich auch nicht.
Ich bin von mir selbst genervt, von dem was ich tue, und von dem, was mein Umfeld so tut. Davon, dass plötzlich aus allen Ecken kommt, sie wünschen mir persönlich alles Gute, und ich möge doch bald ein Bild von einer kleinen Oka senden. Davon, dass Menschen sagen: "Oh kuck, der Mann da, der ist auch groß. Das würde doch passen?" Äh ja klar.. äh nein. Leck mich am Arsch. Davon, dass sie fragen: "Warum hast du eigentlich keine Beziehung?" "Äh, entschuldigung, wann lasst ihr euch denn scheiden? Ihr seid hier zwei Paare, die Scheidungsquote ist bei 50%. Wie ist das so?" das frag ich doch auch nicht.
Davon, dass ich Dinge mit Männern tue, die ich zwar nicht bereue, die mich dann aber nerven, oder vielmehr nervt mich deren Verhalten, das nicht dem entspricht, was ich erwarte, und dann bin ich wieder genervt von meinen Erwartungen und grübel über diesen Mutterbrief nach und die aktuellen Sitzungen, und dann möchte ich 10 Bier trinken und kotzen, und davon wär ich dann sicher auch genervt.
Und mich nervt, dass ich meine Gedanken hier nicht mehr her klar hinpacken kann. Dass ich rumeier. Dass ich nicht mehr schreibe, was gerade passiert und was das macht. Das ist alles vage.
Es macht mich alles aggressiv. In mir aggressiv. Nach außen ist ja alles toll. Mich nervt das Bild, das andere von mir haben, und mich nervt, dass ich dieses Bild allerdings anscheinend auch recht konsequent vermittel. Höre ich mit diesem Bild auf, werde ich unwirsch und launisch, und das ist dann auch nicht ok.
Manchmal möchte ich dann weinen, aber es kommt nix, außer ich trink 3 Bier. Und das nervt mich, weil ich mir denk, sauf nicht soviel. Und: "Kannst du denn nicht auch einfach mal so flennen?"
Unzulänglich. Unzureichend. Ungewollt. Frustriert. Lustlos. Müde. Traurig. Aggressiv. Unzufrieden. askjdökjsdahgöjshgdöoihr aödjihg jka asdjgh aöksdjgha sdkjgadggasäoih gägjdyöoidhfgö jkdfahgaödig. !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Donnerstag, 14. Juni 2012
Mein We*rkstudent.
okavanga, 00:17h
Weil ich so abkacke beim EM tippen, hab ich heute meinen Wer*kstudenten, den ich seit Januar für mich eingestellt habe, die nächsten 6 Spiele tippen lassen. Ich hab den Kerl echt in mein Herz geschlossen. Als Deutschland das zweite Tor schießt, schreibt er eine SMS: Mariooooooo!
Die Tage mit We*rkstudent waren immer sehr sehr schöne Tage. Die ohne waren langweilig und ohne Inspiration. Morgen sehe ich ihn zum letzten mal.
Heute, als wir mal wieder ordentlich lachen, lehnt er sich seufzend nach hinten und sagt aus tiefstem Herzen: ich will nicht dass du gehst!
Vielleicht ist ja auch das das Loch. Aber das will ich nicht.
P.S. Jetzt das Tor für die Niederlande. 2:1 war genau der Tip, den der Gute abgegeben hat. Ich würd ihm, mir, uns wünschen, dass es so bleibt.
Witzig - und just in dieser Sekunde schreibt er: "Wenns so bleibt!!! Dann nenn mich Tippgott :-)" <3
Die Tage mit We*rkstudent waren immer sehr sehr schöne Tage. Die ohne waren langweilig und ohne Inspiration. Morgen sehe ich ihn zum letzten mal.
Heute, als wir mal wieder ordentlich lachen, lehnt er sich seufzend nach hinten und sagt aus tiefstem Herzen: ich will nicht dass du gehst!
Vielleicht ist ja auch das das Loch. Aber das will ich nicht.
P.S. Jetzt das Tor für die Niederlande. 2:1 war genau der Tip, den der Gute abgegeben hat. Ich würd ihm, mir, uns wünschen, dass es so bleibt.
Witzig - und just in dieser Sekunde schreibt er: "Wenns so bleibt!!! Dann nenn mich Tippgott :-)" <3
okavanga, 22:49h
Heute ein großes leeres Loch nach der Sitzung. Loch zieht sich von den unteren Rippen bis zum Schambein, ne kleine Kralle Richtung Hals. Leer. Weiß nicht, was das bewirkt hat. Vielleicht die Aufforderung, mein kleines Ich zu umarmen. Habs echt versucht. Konnte dann aber nur sagen: das funktioniert irgendwie nich, ich glaub, das ist zu spät. Zum ersten mal ein sehr beschissenes aber nicht weiter definierbares Gefühl nach der Sitzung gehabt.
Sonst mag ich derzeit irgendwie nicht reden.
Hoffe bei euch alles fit.
Sonst mag ich derzeit irgendwie nicht reden.
Hoffe bei euch alles fit.
Donnerstag, 31. Mai 2012
okavanga, 01:33h
Versuche zu schlafen und muss ständig an den "Problembär" denken. Scheisse, es war doch toll, dass da ein Bär war. Das Problem war das Umfeld. Der hat da einfach nicht reingepasst.
okavanga, 23:49h
Der letzte Beitrag musste (weil es sich so anfühlt) weg. Danke für eure Kommentare!
Ach ja. Und falls ich jemals diesen einen Brief suche, über Mütter und Töchter, erinnert mich bitte daran, dass er offline ist.
Ach ja. Und falls ich jemals diesen einen Brief suche, über Mütter und Töchter, erinnert mich bitte daran, dass er offline ist.
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