Dienstag, 9. Dezember 2008
"Wie war es gestern?", frag ich meinen Bruder. Meine Mutter wurde gestern 56. Wir reden immer noch nicht miteinander. Ich komm nicht aus meiner Haut, obwohl meine Frau W. mit mir in den letzten Wochen allerhand Energie darein gesteckt hat, einen Annäherungsplan zu entwerfen.

Es sollte einfach nur eine Karte werden. Mit Glückwünschen und der Frage, ob wir uns nicht auf dem Weihnachtsmarkt treffen wollen, wenn ich in der Heimat bin. Dort dann einfach eine nette Zeit haben. Ohne Diskussionen. Oberflächlich, mag der eine sagen. Annähernd, zwanglos, sage ich.

Ich habs nicht geschafft. Nicht einmal, weil ich nicht will. Ich habe Angst vor Zurückweisung. Dass sie nicht reagiert. Und falls sie doch reagiert, dass sie mich in nullkommanichts wieder absolut vereinnahmen will. In beiden Fällen weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll, woher noch Energie für ein Umgehen kommen soll. Unser letztes Zusammentreffen Mitte August ist so kläglich gescheitert. Obwohl wir beide in friedlichen Absichten kamen, vergingen keine 20 Minuten, bis wir wieder getrennte Wege gingen.
Ich habe Angst, dass mit jeder Eskalation der Weg zu einem Miteinander immer unmöglicher wird, und deswegen Angst davor, sie überhaupt zu treffen.


"Gut", antwortet mein Bruder, "aber.... ich bin kaum in ihre Straße eingebogen, da habe ich schon gesehen, wie sie eine ihrer Katzen von der Straße bergen." Ich kann es nicht fassen. Und so sind die ersten Worte meines Bruders, als meine Mutter ihm die Tür öffnet: "Mama, es tut mir so leid, dass ich dir ausgerechnet an deinem Geburtstag eine so schreckliche Sache sagen muss." Meine Mutter kippt fast um, sagt mein Bruder. Sie denkt, es ist etwas mit mir, ihrer Tochter passiert. Und ist fast erleichtert, als sie hört, dass es "nur" die Katze ist. Meiner Mama sind Katzen heilig.

Sie redet gestern lang mit ihm über unsere Familiensituation. Sagt, wie verletzt sie von meinen Worten im Sommer war bzw. ist. Dass sie den Zusammenhalt vermisst, den wir drei mal hatten. Und sie sagt ihm: "Als du da vorhin standest, in der Tür, da wurde mir mal wieder bewusst, dass das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann, der Verlust ihres Kindes ist."

Vielleicht haben wir beide dieses letzte Stückchen Unglück gebraucht. Morgen schick ich die Karte ab, und ich bin mir fast sicher, dass sie antworten wird.




Von Singles und anderem Scheiß.
Ich kotze, mal wieder. Deswegen gibts jetzt eine eigene Kategorie dafür.

Am Freitag Abend fahre ich mit 11 anderen Leuten in den Skiurlaub. 2 x 2 Pärchen macht 4. Bleiben noch 7 Menschen zum Bett-Teilen. Mit einem weiteren kann ich nicht in ein Zimmer, weil er der Exfreund von Kollegin M. ist, und sie das sehr befremden würde. Bleiben noch 5 Menschen zum Bett-Teilen.

Eigentlich wollten der Jü und ich im Skiurlaub in ein Zimmer gehen. Möööp, Veto von der Freundin. In diesem Fall absolut nachvollziehbar, da der gute Mann keinen Hehl daraus macht, dass er auf mich steht. Also geht Jü mit jemand anderem --> minus zwei, macht noch 3 Leute zum Bett-Teilen.

Also meinte der Jü, frag doch mal den A. So, da fragte ich den A., und der A. sagte, klar, kein Problem. Zwei Tage später: Möööp, Veto von der Freundin. Geht der A. also auch mit nem anderen.

Tja, da bleibt nur noch einer, ne. Die arme Sau. Muss mit mir Monster in ein Zimmer.

Ich bin SO sauer! Also ne Mail an den gesamten Menschen-Verteiler geschrieben, dass ich nen Zimmergenossen suche (wohl in dem Wissen, dass nur einer bleibt). Wer denn noch solo sei, bzw. noch daran glaube, dass ich keine Männermordende Bestie sei. Bzw. ob es auch Einzelzimmer gäbe.

Da kommt nix zurück.

Die Single-Frau als Aussätzige! Da wird man von der einen Fraktion bemitleidet, weil einen anscheinend keiner will, und die andere Fraktion hat panische Angst, weil einen anscheinend jeder will.

Ich kotze. Punkt. Ausrufezeichen!


P.S. Frauen, lernt euren Männern zu vertrauen.
P.P.S. Der Jü, der A. und der Ex von Kollegin M. sind übrigens die einzigen, die ich von den ganzen Leuten kenne.

P.P.P.S. Hahaha. Ja witzig. Und dann geh ich ins Bad, mach das Radio an und höre [...]where you gonna sleep tonight [...]. Das Leben hat den Schalk im Nacken. Tz.

ich kotze ~ ... link (8 Kommentare)   ... comment





Samstag, 6. Dezember 2008
All I ever needed.
Das war eine der schönsten Nächte, die ich seit langem hatte. Ich wünschte ich hätte ein Gerät, das sämtliche Szenen dokumentiert hätte, in Bild und Ton. Weder in meinem jetzigen Zustand noch morgen wäre ich in der Lage, alles wiederzugeben. Zum einen, weil es zu viel wäre, zum anderen, weil ich mich an all diese Absurditäten und Schönheiten nicht erinnern kann.

Deswegen für mich ein paar Erinnerungsfetzen. Die mir wichtig sind. Sehr.
Schlittschuhlaufen, Glühwein, DocMü, offenes Buch, zielstrebig. Kleiner Italiener, tanzen. Spr*ung-Weiz*en. Kotzt unter den Tisch. Zitat: "Man muss bei einer Weihnachtsfeier auch mal so richtig abkotzen können". Lieblingskollegin. MiMü. Schnapseln. Andere Franken. Fußballspiel. Hardcore-Kern, Gan*g-Ban*g Exkursion, Shishas, GinTonics, Jägermeister, neue und alte Kollegen, Gemälde-Gesicht. Jan aus Wi*en der Ri*talin-Junkie. Flirten. Lachen. Entspann dich Oka, wir mögen dich so wie du bist. Auch mit Emotionen. Auch mit negativen, mit traurigen, mit nachdenklichen. Fragen. Was hat der kleine Professor bei dir so kaputt gemacht?

So viel Lachen. So viel Nähe und Liebe, die mir entgegen gebracht wird, soviel Liebe und Nähe, die ich gegenüber anderen empfinde. Paartanz, mit dem Italiener, und mit dem Gemälde-Gesicht. Komplimente. Fühle mich sexy, so sexy.

Kleiner Italiener begründet, warum er denkt ich sei vom Stern*zeichen Fisch: du bist wahnsinnig interessant, vielseitig, kreativ. Nicht viele bekommen auch nur ansatzweise all deine Seiten zu sehen. Nicht viele verstehn dich. Es ist schwer für dich, jemanden zu finden, der wirklich zu dir passt. Aus deiner Sicht ist es nicht leicht dir das zu geben, was du brauchst. Aus der Sicht anderer ist es schwer. Du zeigst nicht sofort viele Emotionen, und wenn du sie zeigst, dann richtig, wusch, mit Karacho. Und das auch nur gegenüber wenigen Menschen. Er brachte noch viele weitere Begründungen. Und ich glaube da kam dann irgendwann der Punkt, an dem ich mir dachte: du machst dir Gedanken über mich, obwohl wir uns nicht wirklich oft gesehen haben. Dir würde ich eine Chance geben.

Ehrlich. Was will ich mehr. Ich liebe meine Kollegen. Ich liebe meinen Job. Ich liebe meine Freunde und Freundinnen, und eine meiner besten Freundinnen ist vor wenigen Stunden Mama geworden. Ich habe tolle Eltern, einen fantastischen Bruder.

Es ist mir scheissegal ob das pathetisch klingt. Es ist so. Ich empfinde es so, genau jetzt, in diesem Moment. Und ich glaube, dass der kleine Italiener und ich uns nicht zum letzten mal unterhalten haben.

Danke, Doc, danke Cheffe, danke kleiner Italiener. Und danke all den anderen. Wirklich. Danke, dass ihr mir diese Weihnachtsfeier, die für mich so bedeutungsschwanger war, und so voller Schmerzpotential, zu einem unvergesslichen, positiv besetztem Ereignis gemacht habt. Und danke Oka, dass du das zugelassen hsat. Das war einer der schönsten Abende, die ich jemals hatte. Vergesst alle Vollmondreisen.


Words like violence
Break the silence
Come crashing in
Into my little world
Painful to me
Pierce right through me
Can´t you understand
Oh my little girl


Kunterbunte Wundertütchen ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Freitag, 5. Dezember 2008
Der heutige Tag sitzt mir ganz schön auf der Brust.

Kampfgeschwader ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Freitag, 5. Dezember 2008
Senti-Content
Möchte hier auch mal meinen Herrn Vater und seine Frau lobend erwähnen. Sie haben mir eine Adventskalenderkarte gesendet. Sie denken jedes Jahr an mich, ich bekomme immer einen Adventskalender von ihnen, egal in welcher Form.

In die Innenseite der Karte haben sie einen schönen Satz geschrieben. Er ist für die Tage, an denen ich immer mal wieder den Glauben an das ein oder andere verliere.

"Die Schutzengel unseres Lebens fliegen manchmal so hoch, dass wir sie nicht mehr sehen können, doch verlieren sie uns nie aus den Augen."
Jean Paul

Es ist so schön zu wissen, dass sie für mich da sind. Und dass sie mir zuhören. Also meine Eltern. Ok, und die Schutzengel auch ;-)

Kunterbunte Wundertütchen ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment



Erwähnte ich bereits, dass mir Schlaf fehlt?!
Grrrr.... roar roar!!! Und jener Kollegin M., die mich neulich nachts aus dem Bett geklingelt hat, erzählte ich gestern, dass ich ja auch schön blöd bin, mein Arbeitshandy anzulassen, und dass ich das in Zukunft wohl einfach ausmache.

Ok. Sie holt mich heute um 7 Uhr ab. Sagte sie gestern.

Ich quäl mich aus dem Bett. Brezel mich fix fürs Kündchen auf. Es wird 7.

Ich denk mir: mensch, machste mal das Arbeitshandy an, die klingelt bestimmt kurz durch, wenn sie unten steht.

Handy piept. 2 SMS. Eine von gestern Nacht. "Morgen erst Abfahrt um 8 Uhr." Die zweite von heute ganz früh: "Abfahrt doch erst 8.30."

AAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!!!






Mittwoch, 3. Dezember 2008
- Unseen: Knick in der Optik (damit ich dich besser sehen kann).

- Hot hot hot. Ein warmes Herz wenn ich mit dir arbeite.

- Chicken Korma.

- Talking pregnant.

- Cheers.

- Talking to my old friend Katie.




Schlaflos im Bettl.
Kaum kann ich wieder richtig atmen, kann ich nachts nicht mehr schlafen. Also bin ich gestern mit dem festen Vorsatz ins Bett, nach drei verkorksten Nächten mal wieder so richtig prima zu schlummern. Vorher noch schön n Fußbad, Buch gelesen, entspannt... Tja. Ich schlummerte eine gute Stunde, da rief Kollegin M. an. Um 23.30 Uhr. Ob sie mich morgen mit nach Karls*ruhe nehmen solle. Äh hääää? Ne. Was soll ich denn da. Merke: nicht mehr vergessen Arbeitshandy auszuschalten.

Ok. Zweiter Anlauf. Ca. eine Stunde später wieder aufgewacht. Mitbewohner kommt nach Hause und uriniert mit einem derartigen Druck in die Kloschüssel... also.. ich dachte mit knapp 50 geht sowas gar nicht mehr (neben meinem Zimmer ist das Bad..). Kurz geärgert, dann froh gewesen, dass ich sein "Rauschen" nicht nur unterbewusst wahrgenommen habe und folglich nicht dazu verleitet gewesen zu sein ins Bett zu pinkeln. Daraufhin denke ich mir, dass drei verkorkste Nächte bereits eindeutige Spuren hinterlassen haben. Dachten sich die Kollegen gestern im Büro auch schon, als ich... äh nicht so wichtig.

Nach all dem Denken ein dritter Anlauf. Und nun kann ich die Unterbrechungen nicht mehr zählen - das Vieh in meiner Wand ist zurück! Bitte. Gebt mir. Schlaf.

Allerlei Brei ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment