Donnerstag, 5. November 2009
Ad absurdum.
Mit der Bewegung löst sich die Anspannung. Was den Klavierlehrer und mich die Geräte und Crosstrainer überleben lässt, ist immer der Ausblick auf Whirlpool und Sauna im Anschluss an die körperliche Ertüchtigung.

Nach dem ersten Saunagang liege ich im schummrig beleuchteten Whirlpool. Wenn ich mich nur auf das Jetzt und Hier konzentriere, fühlen sich die abermillionen Blubberbläschen an wie trilliarden, die meiner Haut und den geschundenen Knochen schmeicheln. Langsam kann ich wieder lächeln. Ich denke über die Tage auf Rügen nach, und die letzten Wochen. Und über das erhellende Gespräch, das ich kurz vor dem Fiti mit meiner "Tante" hatte. Es gibt keine Wahl, es ist nur eine Frage der Zeit. Aber die Bläschen sind so schön, und eigentlich bin ich verliebt in das Detail, und nicht mehr so sehr in den kleinen Professor. Und ich will jetzt lieber nicht so sehr darüber nachdenken.

Der Klavierlehrer steigt in den Pool, nackt wie Gott ihn schuf. Mit geschlossenen Augen liegen wir eine Weile da und lassen mit unseren Körpern auch unsere Gedanken treiben, jeder für sich. Dann rückt er näher. "War es denn nun so schön oder so schlimm auf Rügen?" Um nicht zu weinen, schließe ich schnell die Augen, lege den Kopf in den Nacken und ignoriere ihn, wie schon auf dem Crosstrainer, als er danach fragte.

Bei unserem obligatorischen Weizen nach all den Gesundheitsaktivitäten spricht er von Lofts und Kindern, und dass sich beides ausschließt. Und wir reden von Trennungen, und sind plötzlich genau beim Thema. "Sag mir, wenn du weißt wie so eine Trennung geht", sagt er. Und ich beichte, dass ich an einer arbeite.

Da sitzen zwei, die ihre Partner miteinander betrogen haben. Sie reden von Trennungen, die sie brauchen, aber (noch) nicht umsetzen können. "Genau das ist es", meint er, "es gibt keine Wahl, es ist nur eine Frage der Zeit." Ich wusste nicht, dass er schon seit März über eine Trennung von seiner Freundin nachdenkt, und ich wusste nicht, dass wir beide unser wiederholtes Fremdgehen als Indikator dafür sehen, dass in unseren Beziehungen einfach nichts mehr passt. Ich dachte, nur ich grübel.

So werden die Dinge ad absurdum geführt. Beziehungen, Gefühle, Situationen. Ich möchte nicht, dass das so bleibt. Ich werde es durchziehen. Fragt nicht wann und wie. Die Antwort auf die Frage der Zeit sagt mir mein Bauch noch. Ich weiß es. Und vielleicht kann ich irgendwann erzählen, was eigentlich war.

Seelenheil ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Mittwoch, 28. Oktober 2009
Ich könnte soviel schreiben, aber wer weiss, vielleicht hat er es doch gefunden, das Blog hier.






Montag, 26. Oktober 2009
Ich habe plötzlich Verlustängste, was meine Eltern angeht. Es schleicht sich das Gefühl ein, dass, egal wann, wir zu wenig Zeit miteinander gehabt haben werden.






Samstag, 24. Oktober 2009
Ich glaube, er hat A*D*S*.

Nicht nur so dahin gesagt. Sondern wirklich.






Donnerstag, 15. Oktober 2009
Für Traumdeuter.
Links von mir ist eine lange Gebirgskette. Zwischen uns liegen Schneefelder. Ich sitze auf einem Schlitten, gezogen von Schlittenhunden. Der Weg ist beschwerlich, immer wieder hängen wir in Mulden fest. Jemand erklärt, dass das alte Massengräber sind. Die Berge links sehen merkwürdig aus, wie von unten angefressen. Eigentlich hängen sie fast in der Luft, jeweils nur noch durch ein schmales Stück Berg mit dem Boden verbunden.

Die Schlittenhunde bleiben stecken, kommen nicht mehr vorwärts.

---------------------------

Ich bin bei meiner Familie, irgendwo in Deutschland. Ohne meine engste Familie (Eltern, Bruder). Also sind anwesend meine Oma, meine Patin, andere Menschen die ich nicht kenne und im Traum doch zur Familie gehören. Und mein Opa, der schon viele Jahre tot ist, ist auch da, und er ist komisch wie damals.
Wir wollen alle zu einem Fest mit der Straßenbahn fahren, das ist gar nicht so einfach wie gedacht.
Irgendwann meinen sie, es wäre toll, wenn ich zu einem ganz bestimmten Fest wieder komme, da es immer ganz fantastisch sei.
---------------------------

Weihnachten. Irgendwo. Ich glaube am Nordpol. Die Stadt ist festlich geschmückt.
Das Schlittenhunderennen findet statt. An einer Kreuzung stehen viele Rentiere und andere Hunde, sehen den Schlittenhunden beim rennen zu und nicken.