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Montag, 31. Oktober 2011
okavanga, 20:01h
Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Die ganze Zeit überlege ich, was ich schreibe, und wie. Ich hätte nie gedacht, dass das mal das Blog einer "Ange*hörigen Psyc*hisch Kr*anker" werden wird. Aber ich bin froh, dass ich es habe. Und dass ich euch habe, die das alles sogar manchmal lesen, und sogar kommentieren, was mich immer wieder überrascht, und sehr freut.
Das war ein sehr komisches Wochenende. Vermutlich allein schon deswegen, weil ich selbst das Gefühl habe mal wieder ein bisschen psy*chisch krank zu werden, aber nicht schlimmer als ichs schon kenne, und zumindest weiß ich ja auch, wie ich damit umgehe. Oder umgehen sollte. Jedenfalls.. es ging mir eh schon nicht gut, als ich in die Heimat gefahren bin.
Und dann war da das Gespräch mit meinem Bruder, unserem Bekannten S. (Stationsarzt einer Ps*ychia*rie) und meiner Mama. Mein Bruder und ich waren dermaßen angespannt, bevor sie kamen, dass wir gar nicht wussten wohin mit uns, und wir nur wie zwei nervöse Rehe in seiner Küche rumgestolpert sind.
Das Gespräch verlief dann sehr ruhig. Ich habe eine unheimliche Hochachtung vor S. und seiner ganzen Art, einem Menschen zu begegnen. Wie er ihr das Gefühl vermitteln konnte, dass er sie ernst nimmt, sie aber auch auf Dinge gestoßen hat ohne sie das Gesicht verlieren zu lassen. Ein Profi halt, und ich frage mich, ob sich schon mal ein anderer Arzt mit soviel Zeit und Ernst meiner Mama gewidmet hat.
Er stellte viele Fragen, machte quasi eine ganze Anam*nese. Schaute sich die Unterlagen an, die sie ihm gab. Hakte nach. Und als meine Mutter dann nach 1,5 Stunden meinte: jetzt will ich von dir wissen, was du denkst. Da sagte er (so in etwa, leider bekomme ich den Originalsatz nicht mehr hin): das, was du mir nun erzählt hast, das können durchaus die körperlichen Folgen einer Borrel*iose oder Neur*oborreliose sein, auch deine damaligen rheum*atischen Beschwerden können in solche Symptome münden. Aber mir ist völlig klar, dass dir das alles nicht erklärt, warum es dir so schlecht geht. Ich würde dir dringend anraten, Medikamente einzunehmen.
Am Gesicht meiner Mutter war natürlich glasklar abzulesen, was sie davon hielt. Sie schmunzelte und sagte: ja, so etwas hab ich schon vermutet. Dass du so etwas sagen würdest. Ich bin nicht verrückt. Kannst du dir vorstellen, dass du einmal über den anderen Weg nachdenkst, von dem ich dir erzählt habe (AdR: mi*nd co*ntrol).
Und S. sagte: ich kann mich gerne damit beschäftigen und mal recherchieren. Aber tu du mir den Gefallen, und denk du mal über den Weg nach, den ich dir gezeigt habe (AdR: ihre Beschwerden als Konsequenz früherer Erkrankungen mit einer guten Behandlungsmöglichkeit durch Neu*role*ptika).
Ich war ihm sehr dankbar. Dieses Gespräch war nicht so sehr für meine Mutter als viel mehr für mich und meinen Bruder, die wir uns die meiste Zeit über im Hintergrund gehalten hatten während des Gesprächs.
Als S. weg war, konfrontierten wir meine Mama mit ihrer Aussage, dass sie bereits seit einer Woche jeden Abend 6 Bier tränke. Während sie täglich die Benzo-Teile einnimmt. Sie meinte, sie wollte das eigentlich gar nicht sagen. Aber es sei nunmal die traurige Wahrheit. Sie wolle einfach irgendwie schlafen. Aber das hilft auch nichts. Und trotzdem tut sie es.
Am nächsten Tag trafen wir uns mit S. zur Nachbesprechung. Er sagt, was wir schon wissen: Medikamente, unbedingt und unbedingt und unbedingt. Und vor allem: konsequent. Er meint auch, dass sie aktuell kein Richter unterbringen wird, da sie nicht ausreichend fremd- oder selbstgefährdend ist. Daraufhin erzählen wir ihm von ihrem Kontakt mit Dign*ita*s. Und er meint: solche Aussagen, vor allem schriftlich, müsst ihr sammeln und nutzen. Umgehend. Das Beste sei allerdings, wenn wir sie in eine freiwillige Behandlung bekommen. Mein Bruder und ich sehen uns an. Viel Hoffnung kann ich in seinen Augen nicht sehen. Und er in meinen sicher auch nicht mehr als Verzweiflung. Meine Mutter kommuniziert das nicht schriftlich. Und freiwillig... da wählt sie lieber den Fre*it*od. Weiß ihre arme Seele allein, wieso.
Und er sagt, wie sehr wie mit dem Akohol aufpassen müssen. Dass sie sich einen Spiegel aneignen wird, wenn das so weitergeht, den sie dann schon beim Aufstehen vermissen wird. Und wie oft solche Erkrankungen mit Abhängigkeiten einhergehen, weil die Betroffenen meinen, sie müssten ihre Symptome betäuben. Was nicht die Spur funktioniert.
Am So*nntag war ich nochmal bei ihr. Ihr sitzen bei ihr in der Küche. Sie raucht wie ein Schlot. Anfangs zeigt sie mir noch vermeintliches Zu*cken von Nerven am Ha*ndgelenk. "Wie da von außen draufg*edo*ckt wird". Aber ich sehe nichts von außen, und in den folgenden zwei Stunden hat sie erstaunlich wenig Beschwerden.
Abgesehen von den 3 Bier, die sie in diesem Zeitraum trinkt. "Nur abends", sagt sie, und ich weiß, dass ihr "abends" 4 Stunden nachdem sie aufsteht ist. Und dass es nicht die letzten 3 waren.
Ich kann das nicht beschreiben. Wie wir eh schon mit der Situation kämpfen. Und dann sitzt man ihr gegenüber am Tisch und sieht ihr beim Trinken zu.
Kennt ihr das Gefühl, wenn einem alle Felle davon schwimmen. Wenn man alle Dinge glasklar vor sich hat. Und nichts tun kann, um sie zu ändern. Wenn man alles im Kopf begreift. Und sich fragt, wie weh das wohl tun wird wenn man wirklich versteht.
Und wenn man anfängt, es mit dem Herz zu begreifen und anfängt zu weinen. Dann muss man sofort aufhören. Denn der Schmerz, der da irgendwo in seiner Gesamtheit in mir wartet, ist so unerträglich, dass er sich von selbst verpisst, sobald mir das Ausmaß im Ansatz klar wird. Sobald mir meine eigenen Hilflosigkeit klar wird.
Denn sonst müsste ich in einen sehr einsamen Wald rennen, mir die Haare einzeln rausreissen und die Seele aus dem Leib schreien.
Das war ein sehr komisches Wochenende. Vermutlich allein schon deswegen, weil ich selbst das Gefühl habe mal wieder ein bisschen psy*chisch krank zu werden, aber nicht schlimmer als ichs schon kenne, und zumindest weiß ich ja auch, wie ich damit umgehe. Oder umgehen sollte. Jedenfalls.. es ging mir eh schon nicht gut, als ich in die Heimat gefahren bin.
Und dann war da das Gespräch mit meinem Bruder, unserem Bekannten S. (Stationsarzt einer Ps*ychia*rie) und meiner Mama. Mein Bruder und ich waren dermaßen angespannt, bevor sie kamen, dass wir gar nicht wussten wohin mit uns, und wir nur wie zwei nervöse Rehe in seiner Küche rumgestolpert sind.
Das Gespräch verlief dann sehr ruhig. Ich habe eine unheimliche Hochachtung vor S. und seiner ganzen Art, einem Menschen zu begegnen. Wie er ihr das Gefühl vermitteln konnte, dass er sie ernst nimmt, sie aber auch auf Dinge gestoßen hat ohne sie das Gesicht verlieren zu lassen. Ein Profi halt, und ich frage mich, ob sich schon mal ein anderer Arzt mit soviel Zeit und Ernst meiner Mama gewidmet hat.
Er stellte viele Fragen, machte quasi eine ganze Anam*nese. Schaute sich die Unterlagen an, die sie ihm gab. Hakte nach. Und als meine Mutter dann nach 1,5 Stunden meinte: jetzt will ich von dir wissen, was du denkst. Da sagte er (so in etwa, leider bekomme ich den Originalsatz nicht mehr hin): das, was du mir nun erzählt hast, das können durchaus die körperlichen Folgen einer Borrel*iose oder Neur*oborreliose sein, auch deine damaligen rheum*atischen Beschwerden können in solche Symptome münden. Aber mir ist völlig klar, dass dir das alles nicht erklärt, warum es dir so schlecht geht. Ich würde dir dringend anraten, Medikamente einzunehmen.
Am Gesicht meiner Mutter war natürlich glasklar abzulesen, was sie davon hielt. Sie schmunzelte und sagte: ja, so etwas hab ich schon vermutet. Dass du so etwas sagen würdest. Ich bin nicht verrückt. Kannst du dir vorstellen, dass du einmal über den anderen Weg nachdenkst, von dem ich dir erzählt habe (AdR: mi*nd co*ntrol).
Und S. sagte: ich kann mich gerne damit beschäftigen und mal recherchieren. Aber tu du mir den Gefallen, und denk du mal über den Weg nach, den ich dir gezeigt habe (AdR: ihre Beschwerden als Konsequenz früherer Erkrankungen mit einer guten Behandlungsmöglichkeit durch Neu*role*ptika).
Ich war ihm sehr dankbar. Dieses Gespräch war nicht so sehr für meine Mutter als viel mehr für mich und meinen Bruder, die wir uns die meiste Zeit über im Hintergrund gehalten hatten während des Gesprächs.
Als S. weg war, konfrontierten wir meine Mama mit ihrer Aussage, dass sie bereits seit einer Woche jeden Abend 6 Bier tränke. Während sie täglich die Benzo-Teile einnimmt. Sie meinte, sie wollte das eigentlich gar nicht sagen. Aber es sei nunmal die traurige Wahrheit. Sie wolle einfach irgendwie schlafen. Aber das hilft auch nichts. Und trotzdem tut sie es.
Am nächsten Tag trafen wir uns mit S. zur Nachbesprechung. Er sagt, was wir schon wissen: Medikamente, unbedingt und unbedingt und unbedingt. Und vor allem: konsequent. Er meint auch, dass sie aktuell kein Richter unterbringen wird, da sie nicht ausreichend fremd- oder selbstgefährdend ist. Daraufhin erzählen wir ihm von ihrem Kontakt mit Dign*ita*s. Und er meint: solche Aussagen, vor allem schriftlich, müsst ihr sammeln und nutzen. Umgehend. Das Beste sei allerdings, wenn wir sie in eine freiwillige Behandlung bekommen. Mein Bruder und ich sehen uns an. Viel Hoffnung kann ich in seinen Augen nicht sehen. Und er in meinen sicher auch nicht mehr als Verzweiflung. Meine Mutter kommuniziert das nicht schriftlich. Und freiwillig... da wählt sie lieber den Fre*it*od. Weiß ihre arme Seele allein, wieso.
Und er sagt, wie sehr wie mit dem Akohol aufpassen müssen. Dass sie sich einen Spiegel aneignen wird, wenn das so weitergeht, den sie dann schon beim Aufstehen vermissen wird. Und wie oft solche Erkrankungen mit Abhängigkeiten einhergehen, weil die Betroffenen meinen, sie müssten ihre Symptome betäuben. Was nicht die Spur funktioniert.
Am So*nntag war ich nochmal bei ihr. Ihr sitzen bei ihr in der Küche. Sie raucht wie ein Schlot. Anfangs zeigt sie mir noch vermeintliches Zu*cken von Nerven am Ha*ndgelenk. "Wie da von außen draufg*edo*ckt wird". Aber ich sehe nichts von außen, und in den folgenden zwei Stunden hat sie erstaunlich wenig Beschwerden.
Abgesehen von den 3 Bier, die sie in diesem Zeitraum trinkt. "Nur abends", sagt sie, und ich weiß, dass ihr "abends" 4 Stunden nachdem sie aufsteht ist. Und dass es nicht die letzten 3 waren.
Ich kann das nicht beschreiben. Wie wir eh schon mit der Situation kämpfen. Und dann sitzt man ihr gegenüber am Tisch und sieht ihr beim Trinken zu.
Kennt ihr das Gefühl, wenn einem alle Felle davon schwimmen. Wenn man alle Dinge glasklar vor sich hat. Und nichts tun kann, um sie zu ändern. Wenn man alles im Kopf begreift. Und sich fragt, wie weh das wohl tun wird wenn man wirklich versteht.
Und wenn man anfängt, es mit dem Herz zu begreifen und anfängt zu weinen. Dann muss man sofort aufhören. Denn der Schmerz, der da irgendwo in seiner Gesamtheit in mir wartet, ist so unerträglich, dass er sich von selbst verpisst, sobald mir das Ausmaß im Ansatz klar wird. Sobald mir meine eigenen Hilflosigkeit klar wird.
Denn sonst müsste ich in einen sehr einsamen Wald rennen, mir die Haare einzeln rausreissen und die Seele aus dem Leib schreien.
Samstag, 29. Oktober 2011
papa.
okavanga, 04:47h
Bis gerade die schönsten und intimsten stunden mit Papa seit langer, sehr sehr langer Zeit verbracht. Wunderschönes Gespräch bei wunderschöner Musik. Mit tränen und lachen. Sehr froh. Sehr sehr froh.
Samstag, 29. Oktober 2011
leer
okavanga, 00:19h
Wie - bei sich selbst anrufen und dann heissts: kein Anschluss unter dieser Nummer.
Freitag, 28. Oktober 2011
DkP.
okavanga, 00:19h
Ach ja. Das wollte ich unbedingt festhalten. Es ist kurios. Dass ich ausgerechnet von gestern auf heute einen sehr langen und sehr intensiven Traum vom kleinen Professor hatte, und seiner anderen Oka, in einem Haus, ich weiß nicht, bei seinen Eltern? Was wir da wollten/ sollten, keine Ahnung, aber er war so deutlich. Er, der kleine Prof. Seine Mandelaugen. Und wie er aussieht, wenn er morgens verschlafen aus dem Bett schaut. Naja, im Traum mit der anderen Oka im Arm. Sehr glücklich. Heute morgen wusste ich noch alles so genau. Jetzt fast gar nichts mehr, nur, dass es sehr lang und sehr intensiv war. Und dass ich mich scheiße fühlte.
Solo.
okavanga, 00:15h
Seit gestern wieder Single. Und ja. Erleichtert.
Am Wochenende Filmtage in der alten Heimat.
Lange mit LeSchwe telefoniert.
Wein getrunken.
Morgen Nachmittag treffen mein Bruder und ich uns mit unserem Bekannten S. und meiner Mutter.
Ich habe Lust, jemanden zu küssen.
Am Wochenende Filmtage in der alten Heimat.
Lange mit LeSchwe telefoniert.
Wein getrunken.
Morgen Nachmittag treffen mein Bruder und ich uns mit unserem Bekannten S. und meiner Mutter.
Ich habe Lust, jemanden zu küssen.
Montag, 24. Oktober 2011
3 Tage MA
okavanga, 00:34h
Es war eine sehr merkwürdige Erfahrung, mal wieder 3 Tage in MA zu verbringen.
Was mir dabei klar wurde: MA ist nicht mehr mein Zuhause, und NBG noch nicht. Ironischerweise war ich mit M und ihrem Freund M am Freitag Abend auf einem Eisho*ckeyspiel MA gegen NBG, das wussten wir vorher aber nicht. MA gewann.
LeSchwe, bei der ich am nächsten Tag war, meinte dazu nur: "is ja mal ein ganz klarer Fall. Weißt, was du zu tun hast, ne?" Ich lächelte. Und frage mich, ob ich überhaupt irgendwas weiß. Wir waren wandern mit Freunden und Wein, schön Essen, schauten Folge um Folge "Ho*w I m*et yo*ur mo*ther"" und stromerten abends auf dem Na*chtwandel im Ju*ngbusch. Was heute ein Ausschlafen bis 13 Uhr erforderte, und weitere Folgen von gegannter Serie, im Schlafanzug auf dem Sofa, neben einer meiner besten Freundinnen. So vertraut und doch so merkwürdig inzwischen, bis ich um 17 Uhr die Hühner sattelte.
Klar wurden mir vor allem folgende Dinge:
- es SIND zu viele Päckchen auf einmal. Die Zerrissenheit zwischen MA und NBG. Das "Heimweh". Die Einsamkeit. Das "in meiner Firma bin ich ein Alien" - die Leute sind einfach nicht meine Welt. Das Unternehmen nicht mein Fall. Meine Mama. Und Sesamina. Zuviel Veränderung und neuer Einfluss auf einmal. Nicht zu handeln für mich.
- es GIBT etwas Gutes, zumindest stellte meine Frau W. es fest, und das war mir so gar nicht klar: mein Job macht mir Spaß. Ja. Der JOB. Sie meinte, das sollen wir doch jetzt mal ganz arg festhalten, da sie mich noch nie so klar ein einer Aussage zur beruflichen Zukunft gehört hat. Ja. Das stimmt. Immerhin etwas weiß ich. In diesem Berufsfeld will ich bleiben.
- MA ist nicht mehr mein Zuhause. Obwohl ich bei jenen war, die mir so lieb sind, fühlte ich mich in mir immer sehr einsam. Ich fühlte mich klein, zum Teil auch hässlich. Dachte mir: wow, so viele Leute nachts auf der Straße! Es gibt noch ein Leben! Ich war seit Monaten nicht mehr weg (in Bars, Kneipen, ...). Ich wünschte mir, es wäre noch mein Zuhause, aber Fakt ist, ich habe gerade keines: in MA nicht mehr Zuhause, in NBG noch nicht. Ein ziemlich bescheuertes Gefühl. Vielleich weil mir klar wurde, wie mein Leben wieder aussehen könnte. Vielleicht weil mir klar wurde, wie wenig Kontakt letztendlich noch vorhanden war durch diese ganze Beziehungssache mit Sesamina.
- Mir fehlen meine Freunde und MA noch mehr als ich dachte. Und es fehlt mir das Gefühl, dort wieder völlig integriert zu sein. Ich WILL wieder öfters nach MA. Unbedingt. Und wieder mehr Kontakt zu meinen Leuten dort.
- Die Sache Sesamina ist total verkorkst. So verkorkst, dass ich nicht weiß wie wir da rauskommen sollen. Und gerade mit dem Hinweis der Therapeutin, dass ich überlegen soll, was mir gut tut und was nicht, was ich leisten kann und will und was nicht, wurde mir klar, dass ich das weder leisten kann noch weiterhin will. Das hat nichts mit meiner Zuneigung zu tun, auch wenn die auch stark strapaziert ist, sondern schlichtweg mit der Tatsache, dass wir uns einfach überhaupt nicht verstehen, und das Ganze seit mehreren Wochen keinem von uns beiden gut tut. Jeder hat das Gefühl, er richtet sich nur noch nach dem anderen aus, aber das kommt jeweils beim anderen einfach nur schräg an bzw. gar nicht.
- Meine Mutter kann ich nicht wegschieben. Ich muss mich damit befassen und lernen damit klar zu kommen. Ich muss aktiv bleiben und mich auseinandersetzen. Mit meinem Bruder.
- Es wäre gut, wieder in eine Therapie zu gehen. Zumindest solang, wie ich das Bedürfnis habe. Bruder meinte, er würde auch gerne zu einem Therapeuten wegen der Mamasache, will aber lieber mit mir gemeinsam dahin. Er meinte vorhin: "das fiele mir leichter. Denn du gehörst da einfach dazu."
Ich merke gerade, dass es überhaupt gar nicht einfach ist all die Gedanken irgendwie strukturiert zu "Papier" zu bringen, die ich mir dieses Wochenende nach meinem Gespräch mit Frau W. gemacht habe. Ich fühle mich immer noch zerrissen. Hab das Gefühl, ich muss mein Leben wieder in den Griff kriegen.
- Quintessenz: ich lebe nicht so wie es mir gut tut und gefällt. Es ist irgendwas einfach brutal schief gelaufen. Es fühlt sich falsch an. Und ich MUSS handeln.
Ich musste oft an eine Postkarte denken, die ich aus irgendeiner Kneipe habe. "Ich will alles!" Das geht aber irgendwie nicht. So sehr ich auch wollte. Und letztendlich zählt jetzt ein sehr egoistisches Prinzip: "tu nur das, was dir gut tut und was du leisten kannst und willst."
Was mir dabei klar wurde: MA ist nicht mehr mein Zuhause, und NBG noch nicht. Ironischerweise war ich mit M und ihrem Freund M am Freitag Abend auf einem Eisho*ckeyspiel MA gegen NBG, das wussten wir vorher aber nicht. MA gewann.
LeSchwe, bei der ich am nächsten Tag war, meinte dazu nur: "is ja mal ein ganz klarer Fall. Weißt, was du zu tun hast, ne?" Ich lächelte. Und frage mich, ob ich überhaupt irgendwas weiß. Wir waren wandern mit Freunden und Wein, schön Essen, schauten Folge um Folge "Ho*w I m*et yo*ur mo*ther"" und stromerten abends auf dem Na*chtwandel im Ju*ngbusch. Was heute ein Ausschlafen bis 13 Uhr erforderte, und weitere Folgen von gegannter Serie, im Schlafanzug auf dem Sofa, neben einer meiner besten Freundinnen. So vertraut und doch so merkwürdig inzwischen, bis ich um 17 Uhr die Hühner sattelte.
Klar wurden mir vor allem folgende Dinge:
- es SIND zu viele Päckchen auf einmal. Die Zerrissenheit zwischen MA und NBG. Das "Heimweh". Die Einsamkeit. Das "in meiner Firma bin ich ein Alien" - die Leute sind einfach nicht meine Welt. Das Unternehmen nicht mein Fall. Meine Mama. Und Sesamina. Zuviel Veränderung und neuer Einfluss auf einmal. Nicht zu handeln für mich.
- es GIBT etwas Gutes, zumindest stellte meine Frau W. es fest, und das war mir so gar nicht klar: mein Job macht mir Spaß. Ja. Der JOB. Sie meinte, das sollen wir doch jetzt mal ganz arg festhalten, da sie mich noch nie so klar ein einer Aussage zur beruflichen Zukunft gehört hat. Ja. Das stimmt. Immerhin etwas weiß ich. In diesem Berufsfeld will ich bleiben.
- MA ist nicht mehr mein Zuhause. Obwohl ich bei jenen war, die mir so lieb sind, fühlte ich mich in mir immer sehr einsam. Ich fühlte mich klein, zum Teil auch hässlich. Dachte mir: wow, so viele Leute nachts auf der Straße! Es gibt noch ein Leben! Ich war seit Monaten nicht mehr weg (in Bars, Kneipen, ...). Ich wünschte mir, es wäre noch mein Zuhause, aber Fakt ist, ich habe gerade keines: in MA nicht mehr Zuhause, in NBG noch nicht. Ein ziemlich bescheuertes Gefühl. Vielleich weil mir klar wurde, wie mein Leben wieder aussehen könnte. Vielleicht weil mir klar wurde, wie wenig Kontakt letztendlich noch vorhanden war durch diese ganze Beziehungssache mit Sesamina.
- Mir fehlen meine Freunde und MA noch mehr als ich dachte. Und es fehlt mir das Gefühl, dort wieder völlig integriert zu sein. Ich WILL wieder öfters nach MA. Unbedingt. Und wieder mehr Kontakt zu meinen Leuten dort.
- Die Sache Sesamina ist total verkorkst. So verkorkst, dass ich nicht weiß wie wir da rauskommen sollen. Und gerade mit dem Hinweis der Therapeutin, dass ich überlegen soll, was mir gut tut und was nicht, was ich leisten kann und will und was nicht, wurde mir klar, dass ich das weder leisten kann noch weiterhin will. Das hat nichts mit meiner Zuneigung zu tun, auch wenn die auch stark strapaziert ist, sondern schlichtweg mit der Tatsache, dass wir uns einfach überhaupt nicht verstehen, und das Ganze seit mehreren Wochen keinem von uns beiden gut tut. Jeder hat das Gefühl, er richtet sich nur noch nach dem anderen aus, aber das kommt jeweils beim anderen einfach nur schräg an bzw. gar nicht.
- Meine Mutter kann ich nicht wegschieben. Ich muss mich damit befassen und lernen damit klar zu kommen. Ich muss aktiv bleiben und mich auseinandersetzen. Mit meinem Bruder.
- Es wäre gut, wieder in eine Therapie zu gehen. Zumindest solang, wie ich das Bedürfnis habe. Bruder meinte, er würde auch gerne zu einem Therapeuten wegen der Mamasache, will aber lieber mit mir gemeinsam dahin. Er meinte vorhin: "das fiele mir leichter. Denn du gehörst da einfach dazu."
Ich merke gerade, dass es überhaupt gar nicht einfach ist all die Gedanken irgendwie strukturiert zu "Papier" zu bringen, die ich mir dieses Wochenende nach meinem Gespräch mit Frau W. gemacht habe. Ich fühle mich immer noch zerrissen. Hab das Gefühl, ich muss mein Leben wieder in den Griff kriegen.
- Quintessenz: ich lebe nicht so wie es mir gut tut und gefällt. Es ist irgendwas einfach brutal schief gelaufen. Es fühlt sich falsch an. Und ich MUSS handeln.
Ich musste oft an eine Postkarte denken, die ich aus irgendeiner Kneipe habe. "Ich will alles!" Das geht aber irgendwie nicht. So sehr ich auch wollte. Und letztendlich zählt jetzt ein sehr egoistisches Prinzip: "tu nur das, was dir gut tut und was du leisten kannst und willst."
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