Dienstag, 22. Oktober 2024
Heute in einer Woche fängt die Ausbildung an. Immer noch so weit weg! Bei dem Gedanken daran rutschen mir Herz und Stuhlgang in die Hose. Was bin ich aufgeregt. Deswegen lieber einfach weiter schreiben, schreiben, schreiben, schreiben....

Seelenheil ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Samstag, 19. Oktober 2024
Ich wünsche mir, dass ich irgendwann ganz tief in mir verankere, dass ich dazugehöre. Dass ich verbunden bin. Dass ich ein tolles Netz habe. Dass ich Teil des Universums bin. Oft weiß ich das, immer öfter, aber immer wieder geht es mir verloren und das damit einhergehende Gefühl vermittelt einen existenziell bedrohlichen Eindruck.

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Mittwoch, 16. Oktober 2024
In zwei Wochen sitze ich dann also in der Ausbildung. Das ist noch dermaßen weit weg. Kann das echt klappen? Einfach immer weiter machen. Meine Tage bestehen aus Schreiben, schreiben, lesen, schreiben, lesen, schreiben schreiben. Abends ist das Pensum erschöpft, für viel Bloggen reichts da grad nicht.

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Freitag, 11. Oktober 2024
Nachdem der F. im Sommer an einer Berufsfördermaßnahe teilgenommen hat, sendet er mir neulich ein Schreiben, in dem ihm drei alternative Berufe vorgeschlagen werden. Er hatte vor mehreren Jahren einen Arbeitsunfall und ist seitdem krankgeschrieben. Er kündigt mir an, dass der demnächst nochmal 3 Monate zur Schule geht und, wenn die Noten passen, einen neuen Beruf lernt. Ich bin einigermaßen perplex und hake nach. Er nennt mir seinen Wunschberuf, und dass er dafür gute Noten braucht. Schon in den Wochen davor erzählte er mir, dass er aktuell keine Chemie mehr nehme, er möchte noch ein paar mal aufwachen und seine Zeit gut nutzen. Beim Screening hatte er nur THC im Urin (ich glaube das hatte was mit der Situation zu tun, als sie Pflanzen bei ihm gefunden hatten).

"Hast du einen Tipp für ein gutes Set?"frage ich den F., der eine zuverlässige Quelle für (m.E.) sehr guten elektronischen Musikgeschmack ist.
"Ne ich hör momentan keine Mukke."
"Oh!! Was ist los?" Das ist sehr untypisch bis bedenklich.
"Ich verbinde elektronische Musik immer mit Drogen und da ich jetzt keine Drogen konsumiere ist auch die Musik zu kurz gekommen."

Obwohl er das schon erzählt hatte, war mir glaub ich die ganze Zeit über nicht bewusst, wie ernst es ihm ist. Wäre ich ein Arsch, hätte ich darauf hingewiesen, dass THC durchaus eine Droge ist, und er reichlich davon konsumiert. Aber es ist unfassbar, dass er wirklich den chemischen Konsum eingestellt hat. Und was er bezüglich der Musik sagt, das kenne ich auch. Als ich damals aufhörte, konnte ich sehr sehr lange kein Elektro mehr hören geschweige denn auf solche Parties gehen.

Es klingt vielleicht sentimental, aber ich hatte vorhin Tränen in den Augen, als er das schrieb. Ich weiß nicht, ob das alles auch mit dem Screening zu tun hat, oder ob die Ärztin ihm etwas gesagt hat, oder ob es sonst irgendwelche Hintergründe gibt. Aber eigentlich auch egal. Für jetzt freue ich mich für ihn. Dass er irgendwann nochmal Pläne schmiedet, sich Perspektiven erlaubt, die jenseits von Konsum und Parties liegen, mit bald 50 Jahren, dass er die Chemie doch noch mal weglässt ... das hätte ich niemals erwartet und finde es einfach nur toll.

Aus dem Leben ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Sonntag, 6. Oktober 2024
Irgendwann sind wir alle weg.
Manchmal wird mir bewusst, dass schon drei der Männer, mit denen ich mal mehr oder weniger intensive intime Beziehungen unterhalten habe, nicht mehr leben. Kann natürlich sein, dass dieses Schicksal weitere ereilt hat, aber davon weiß ich zumindest bisher nichts. Von den dreien beging einer Suizid, einer erlitt den Riss der Halsschlagader, beim dritten ist mir die Ursache nicht bekannt. Alle drei sind in ihren 30ern oder 40ern verstorben. Was für ein komisches Gefühl. Es kann ständig soweit sein. Wie schön, dass ich bisher Tag für Tag aufwachen darf.

Momentan lese ich "Dein Fortsein ist Finsternis" von Jón Kalman Stefánsson, aus der Stadtbibliothek. Vielleicht kaufe ich es mir selbst. Ich würde gerne einige Stellen markieren. Lustig, dass jemandem vor mir wohl genauso erging. Auf einigen Seiten sind Eselsohren eingeknickt, ganz feine, als hätte diese Person dann versucht es auch einigermaßen wieder glatt zu streichen. Oft deckt es sich mit den Stellen, die auch mich berühren oder zum Nachdenken bringen.

Dieses Leben, das Kommen und Gehen, das Natürlichste an unserem ganzen Rhythmus, das einzige, was wir alle unabänderlich teilen, es fasziniert und beängstigt mich gleichermaßen. Oder es macht mich traurig, auf eine gewisse Art melancholisch. Manchmal ist mir die sehr explizite Darstellung von Sex im Buch unangenehm, bisher meist so eine männliche Perspektive auf Sex. Das bräuchte ich jetzt nicht. Andererseits: naja ohne Sex kein Leben.

Alles rund um den Tod beschäftigt mich seit letztem Jahr sehr. Mein Instinkt möchte das gar nicht wegdrücken, wie man vielleicht erst meinen könnte. Sondern ich will Erfahrungen hören, lesen. Merke jedoch, dass sich das Thema Suizid bzw. assistierter Suizid als doch recht emotional komplex für mich gestaltet und das Thema in Artikeln oder Podcasts skippe. Das ist zu nah, und da steckt noch zuviel Trauma drin, mein ganzer Körper reagiert darauf, wie ich auch dann merke, wenn, ich erwähnte es, entsprechende Post im Briefkasten ist.

Was bleibt von uns, und wie lange?