Sonntag, 19. April 2026
Dankbar.
Es tut so gut, wenn man mal nicht viele Worte braucht um verstanden zu werden. Dass zur Zeit bei den anderen 3en aus der Klinik auch soviel Umbruch, Prozess, Trauer ist. Bei uns allen beinahe in der Intensität wie vor dem Aufenthalt. Würde mich interessieren, ob das ein typisches Phänomen ist, ziemlich genau 4 Jahre nach Entlassung. Und doch stehen wir an anderen Stellen als vor 4 Jahren. Wir sind einen Weg gegangen. Das gilt es nicht klein zu reden, sondern anzuerkennen.

Ich bin sehr froh, dass es diese Menschen gibt.

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Dienstag, 14. April 2026
In mir steckt die Traurigkeit, als wäre sie bis tief in die Knochen durchgesickert. Sie fühlt sich an wie ein Teil meiner DNA. Es ist schwer zu differenzieren, ob es der Verlust meiner Mutter ist, oder der ganze Umbruch, der anstehende Umzug nach so vielen Jahren hier, der neue Job, die Weltlage, oder überhaupt all das der letzten Jahre. Vielleicht ist es aber auch alles, und über unter hinter vor allem doch einfach der Verlust meiner Mutter und der Versuch die letzten Jahre und unsere Beziehung zu verarbeiten. Ich fühle mich jeden Tag unendlich müde, kränklich. Wanke zwischen funktionieren/ organisieren und irgendwo da Raum für die Trauer zu schaffen. Das fällt mir schwer. Ich war schon immer gut im Verdrängen, oder darin eben den anderen Dingen Vorrang zu geben. Gipfelte dann damit, mir mit Anfang 40 einige Dinge stationär anzuschauen. Da (zu diesem latent suizidalen Zustand) mag ich nicht mehr hin. Und gleichzeitig wäre ich gerade nirgendwo anders lieber als in dieser Klinik. Mit Zeit und Raum für das, was in mir los ist. Das muss doch aber irgendwie auch anders gehen? Wie macht man sowas im Alltag?

Es fühlt sich völlig absurd an, dass ausgerechnet ich ab Mai Patient:innen mit psychischen Erkrankungen behandeln soll. Ich fühle mich selbst wie eine Patientin.

Neulich bin ich bei Fräulein Samojede auf dieses Lied gestoßen, "Niemand" von Kapa Tult. "Und niemand redet jemals von sich aus über dich mit mir".




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Montag, 13. April 2026
Bald egal, was ich an Diskussionen oder Plänen von der Regierung lese, ich denk immer, ich träum. Starke Einschneidungen bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. LOL. An der Psycho-Ecke schrauben sie ja auch immer weiter, jetzt sind Einschnitte auch in er stationären Behandlung geplant.

Und alle so: aber der Sprit!

Ich kann das alles nicht mehr.

Alle irre, aber leider nicht in Therapie.

Aus dem Leben ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Dienstag, 31. März 2026
Und während wir noch dabei sind, gegen die gekürzte Vergütung vorzugehen, werden "Diskussions"papiere veröffentlicht, die ein weiteres starkes Eingreifen in die psychotherapeutische Versorgung vorstehen, wie hier vom vdek - Verband der Ersatzkassen e. V.

Dort stehen hahnebüchene Dinge, z.B. "Die Ersatzkassen fordern, für die Kontingentschritte über alle Richtlinienverfahren einen einheitlichen, am Wirtschaftlichkeitsgebot ausgerichteten, Benchmark verbindlich festzulegen, der sich an der Verhaltenstherapie orientiert."

Oder "Die Ersatzkassen fordern eine gesetzliche Regelung, dass bei Neuzulassungen und Nachbesetzungen von Kassensitzen ein festgelegter Mindestanteil der Leistungen einer Richtlinientherapie von 40 Prozent* in Gruppentherapie zu erbringen ist."

Oder "Die Ersatzkassen fordern daher, die Systemische Therapie und Verhaltenstherapie als Therapieverfahren mit einer höheren Versorgungskapazität bei der Nachbesetzung bevorzugt zu berücksichtigen."

Letzteres klingt wie der Sargnagel für tiefenpsychologischen und analytischen Verfahren. Also: meins! Das heißt, wenns richtig toll läuft, mache ich diese Ausbildung mit Kosten von etwa 60.000 Euro bis zur Approbation und habe davon am Ende - nichts. Und ich sags Ihnen ganz ehrlich: nur mit Verhaltens- und systemischer Therapie wäre ich bei meiner psychischen Gesundheit nicht weitergekommen.

Ich kann das alles nicht mehr.

Ψ ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment





Montag, 30. März 2026
Scheide-weg
Termin bei der Frauenärztin. Wir sind an einem Scheideweg, sagt sie. Hahaha, denke ich, aber erst zu Hause. Denn dort bin ich erstmal etwas überrumpelt. Die erst im Januar entdekcte Zyste hat sich verändert, ist größer und nicht mehr nur flüssig. Zu 99% keine magline Zyste, aber sicher weiß man es erst nach einer Gewebeprobe. In jedem Fall ist sie in ihrer Beschaffenheit ein deutlicher Indikator für Endometriose.

In Kombination mit der Myom Geschichte, und dass ich in die Perimenopause komme, wo solche Dinge oft nochmal Wachstumsschübe kriegen, auch wenn wir das nicht sicher sagen können, sei das nun doch der Punkt, an dem ich die Entfernung der Gebärmutter erwägen solle/könne/dürfe. Vor allem, da mit der Bauchspiegelung, und die will ich schon haben, sowieso Vollnarkose, OP der Zyste etc. anstehen würden.

Was für ein beschissener Zeitpunkt. Darüber würde ich gerne nachdenken. Ich würde, so meint sie, wohl ca. 4 Wochen ausfallen mit der Gebärmutter-OP. Das geht gerade einfach nicht. Ich hätte Angst, die Stelle aufs Spiel zu setzen. Es drängt nichts, sagt sie, je nachdem, wie sich meine Beschwerden weiterentwickeln. Daher werde ich vermutlich das PT1 Jahr abwarten. Während dieser Zeit empfiehlt sie mir aber sehr deutlich eine hormonelle Therapie. Phu. Was kommt als nächstes, frag ich mich manchmal. Is jetz nich mal gut?

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