Mittwoch, 28. Dezember 2011
********** Error **********
Irgend jemand oder mehrere fragten mich hier, ob ich denn nicht mal meine alten Beiträge würde lesen wollen, um mir zu überlegen, ob ich da echt glücklicher war. Ich hab das gerade gemacht. Und ja: ich will zurück. Immer noch.

Die letzten Tage möglichst wenig bei meinem Vater und seiner Frau gewesen. Ich kann ihnen gar nicht mehr wirklich in die Augen schauen. Also vier Tage lang nur unterwegs gewesen und möglichst viel getrunken, mit Leuten getroffen. Und es funktioniert nicht. Ich sitze in den Kneipen, Clubs, und brauche immer erstmal eine halbe Stunde, bis mir alles keine Angst mehr macht. Dann sitze ich da wie unter einer Taucherglocke. Ich höre sogar schlecht. Kommt aber vielleicht von dem scheiß Gebeisse. Immerhin funktioniert es irgendwie für die Außenwelt, glaube ich. Also zumindest dringen anscheinend Geräusche aus mir, die für das Umfeld irgendwie Sinn machen. Aber die Diskrepanz zwischen der Frau unter der Taucherglocke, und der, die da redet und lacht und trinkt. Das ist. Schizo. Hahahahahahaha!!!!!!

Ich schreibe und schreibe und lösche und lösche.

Heute dann. Treffe mich morgens mit einem Freund zum Frühstücken in der Stadt. Das war nett. Aber es strengt alles so an. So sehr. Danach 1,5 Stunden zur Oma. Das war nett. Aber es strengt alles so an. Dabei ist sie so süss, und so erkältet.

Danach kurz zu Papa. Ich sage: ich glaub, ich packs jetzt mal. Erstauntes Schweigen. "Wohin?" Naja, zurück nach Nür*nbe*rg. "Aha. Was machst du da?" Ich: ".... öhm..." .. Er: "Schaun?" Ich: "Ja."

Ich gehe in den 1. Stock packen. Er sagt: "Du hast noch deine Bescherung bei uns". Wissen Sie, das ging bisher einfach nicht. Alles in mir wollte diese Geschenke einfach nicht aufmachen. Ich will keine Geschenke. Ich will Verständnis. Und ich weiß schon in dem Moment, dass das, was jetzt kommt, ein Drahtseilakt wird, den ich verkacken werde.

"Schenkt es mir doch zum Geburtstag." Tja naja. Ich hab Sie ja gewarnt, ich werde es verkacken. Das rutschte einfach so aus mir raus. Es rutschte raus und sagte all das, was ich mir seit 4 Tagen verkneife.

Mein Vater und ich haben ein großes gemeinsames Talent: wie schießen wir uns gegenseitig hoch in nur 2 Sekunden. Dann ging es also ab. Also noch versuchte ich ruhig zu sein. Ging ins Erdgeschoss zurück, packte Ladekabel, Handtasche. Und er brüllte schon los: "Merkst dus überhaupt noch? Wie du hier rumläufst? Mit einer Fresse!" Also ich erwähnte ja, dass ich nicht wirklich viel dort rumgelaufen bin, und gestern Abend zum Beispiel saß ich ganz nett auf dem Sofa und hab mit Tat*ort geschaut.

Was sich nicht leugnen lässt: JA! Die Stimmung ist seit 4 Tagen angespannt. Das haben unausgesprochene Konflikte so an sich. Ich habe in den letzten Wochen aber auch gelernt, dass ich diesen Konflikt weder bei ihm noch bei ihr weiterhin adressieren kann, ohne mich danach noch beschissener zu fühlen. Also hab ich es einfach gelassen, wo ich ja anscheinend eh die einzige bin die spürt, dass diese Arbeitssituation einfach nur unterirdisch ist.

Jetzt kann ich momentan leider nicht mehr den Anspruch an mich haben, auch noch dort, wo ich die Tür nach dem Trinken und Lachen und Reden aufsperre, und "ankomme", auch noch zu lachen und zu trinken und zu reden. Sondern da bin ich ruhig, und still, und leise, und mache einfach mein Ding, um möglichst schnell ins Bett zu verschwinden, ohne Diskussionen.

Also sage ich: "Jetzt haben wir 4 Tage lang alle unsere Klappe gehalten. Können wir das jetzt nicht noch 2 Minuten einfach so beibehalten?" Naja und dann wars ganz aus. Und er brüllte. Während sie immer leise flüsterte (und das fand ich noch beschissener): "H., hör auf". Und er brüllte Dinge, die meine Restnerven dermaßen trafen, von wegen, ob ich denn glaube, dass ich die einzige mit Problemen sei (nein, das meine ich nicht, aber mir reichen meine gerade und ich komm mit ihnen nicht klar und sie fressen mich im wahrsten Sinne des Wortes auf, und ich weiß dass sie für mich einfach als Ansprechpartner für meine Lebensgestaltung weggefallen sind), dass ich ausgeflippt bin. Völlig hysterisch ausgeflippt. Ich glaube, würde ich einen Film davon sehen, würde ich mich totlachen. Aber es war, als würde sich endlich alles, was in mir ist, einen Weg nach außen bahnen. Und äußern in einem Schrei, wie ich ihn noch nie geschrieen habe, und in einem Gestampfe, wie ich noch nie gestampft habe.
Und sie flüstert immer noch leise: "H., hör auf", und ich komm mir noch mehr vor wie ein Psychofall und würde gerne beide umbringen, und schreie: "Lasst mich einfach in Ruhe! Haltet die Klappe und lasst mich in Ruhe", während mein Vater schreit: "Mit dir kann man gar nicht mehr reden".

Ich bin dann gegangen. Hatte einen Termin mit meiner Schizo-Mama in der Stadt, sie wollte mir noch einen Schlafan*zug kaufen. Und ich weiß wie sehr es sie anstrengt in die Stadt zu fahren, also gehe ich zum Treffpunkt, aber als sie da ist sage ich: "Mama, ich habe keinen Nerv jetzt, das ist alles total eskaliert". Sie weiß ja seit Weihnachten was da so Sache in mir ist mit dieser Arbeits- und Familien-/Vater-/Frau-Situation. Also sage ich: "Es tut mir so leid!" Und sie sagt: "Es muss dir nicht leid tun, komm wir gehen zu mir Kaffee trinken".

Und dort fragt sie, ob ich wirklich noch nach Nbg will, oder nicht besser bei ihr schlafe. Und ich sage ne, ich will nach Nbg, und fühle mich wieder wie eine Fotzentochter die vor ihr wegläuft.

Und dann ist sie so sehr Mama, wie sie es sehr sehr lange nicht mehr war. Und das ist alles so krank und schräg, dass ich es echt. Ich pack das alles nicht mehr.

Sie umarmt mich, und lässt mich an ihrer Brust weinen, und streichelt mich. Und kocht uns Kaffee. Und ich erzähle und erzähle, und sage: scheiße man du hast deinen eigenen Scheiß und jetzt laber ich dich auch noch zu. Und sie sagt: "Ja aber deswegen hab ich doch immer noch ein offenes Ohr für dich. Weil ich merke wie schlecht es dir geht." Und das ist wirklich absolut merkwürdig, denn wir glauben schon sehr lange, dass sie keine Antennen mehr für uns und unsere Sorgen hat. Und ein Ohr für andere? Hahahahahahaha! Das ist wirklich ein Weltwunder. Wirklich!

Sie macht einen Plan mit mir, was ich nun tun kann, und redet mir zu, dass ich mich mit Papa aussprechen muss. Und meint, ich soll Antide*pressiva nehmen, bis ich mich zumindest halbwegs stabilisiert habe und mich ein The*rapeut begleitet. Und in diesen Momenten möchte ich schreien, warum sie das nicht für sich auch in Anspruch nimmt. Sie bringt mich so gut runter, gibt mir so tolle Mama-Ratschläge, und das ist alles. Verrückt! Verstehen Sie das? Ich weiß nicht wie ich das erklären soll. Diese ganze Verrücktheit, in mir und um mich. Wenn nichts mehr zu passen scheint. Wenn alles ständig anders ist. Wenn nichts mehr Sinn macht, und ständig andere Gesetze gelten. Wer seid ihr alle? Und wer bin ich in all dem? Und wie in Gottes Namen kannst du darüber nachdenken dich umzubringen? Und wenn du es nicht tust und nur drüber redest: in Gottes Namen, scheiße verdammte. WARUM? Und WARUM lässt du dir nicht von uns helfen?

Später rufe ich sie an um ihr zu sagen, dass ich gut angekommen bin. Sie erzählt mir eine Stunde von ihren wilden Theorien. Sagt immer: "Ich will dich damit aber eigentlich gar nicht belasten, mir tut schon deine Situation mit Papa so leid", und redet dann trotzdem weiter, aber anders als sonst. Weniger, wie sehr sie leidet, sondern auf einer sachlichen Ebene, und ich hinterfrage sachlich, und sie ist gar nicht unaufgeschlossen dem Hinterfragen gegenüber. Bleibt aber natürlich auf ihrem Standpunkt. Am Ende des Gesprächs sage ich: "Danke Mama. Das Gespräch heute mit dir hat mir sehr sehr geholfen und gut getan." Und sie sagt (JAAAAA ich weiß!!!! JA. Und andererseits weiß ich nicht. Ok ich flippe aus, entschuldigung): "Bin ich ja doch noch zu was gut." Und lacht. Und ich sage: ach Mama, das bist du doch sowieso! Und sie sagt nur: "Ne wirklich jetzt. Es tut mir gut, dass dir das heute gut getan hat." Und ich frage mich: scheiße was ist wenn sie nur mehr Zuwendung von uns braucht? Und wo sind die Grenzen? Und überhaupt. Vielleicht fehlt ihr einfach nur .. mehr Liebeszeichen von uns. Ich weiß das klingt blöd, aber in dieser ganzen Scheiß Sache führen wir ja meistens nur Diskussionen und reden und reden, aber nie oder selten liebevoll. Und sie versteht ja unsere Liebe nicht, wenn wir ihr erklären, dass sie eigentlich Neu*role*pika braucht. Klar dass sie das nicht als Liebesbeweis sieht. Ich weiß nicht, auch hier scheitern wieder all meine Erklärungsversuche. Letztendlich dreht sich alles um Schuldfragen für mich, egal wie gerecht- oder ungerechtfertigt sie sein mögen.

Danach spreche ich mit meinem Bruder. Er hatte einen Anruf von ihrem Hausarzt. Sie hätte ihm erzählt, dass ihre Kinder so leiden würden unter der Situation. Und ansonsten meint er, akut sei da gerade nichts, und wir stimmen zu, denn sie freut sich uns im Januar wiederzusehen. Aber hey der Teufel ist ein Eichhörnchen, und letztendlich weiß ich gar nicht mehr was ich glauben soll und glaube letztendlich an nichts mehr.

Mein Bruder geht die nächsten zwei Tage Skifahren. "Ich kann nicht mehr, verstehst du?" "Ja, das verstehe ich". Er macht sein Handy dort aus, sagt er. "Mach das, A., mach das echt." Er setzt an..: "Ich.. ich hab das Gefühl den Verstand zu verlieren. Gestern sitze ich bei einer Freundin. Und sitze da so. Und es tut mir so leid weil ich sie ja mag, aber ich sitze da nur so. Und heute morgen war ich bei B. (AdV: ein Kumpel von ihm), und ich hab ihm innerhalb von einer Minute zweimal die Hand gegeben, weil ich nicht wusste, ob ich sie ihm schon gegeben habe."

"Ich versteh das, sehr gut", sage ich.

"Ich hab das Gefühl ich werde selbst langsam verrückt."

"Ich verstehe das", sage ich wieder. Ich muss daran denken, wie sie ihm gestern sagte, nach dem ersten Klinikaufenthalt habe sie sich für einen möglichen Sui*zid einen Starkstromfön gekauft. Keine Ahnung ob es so etwas überhaupt gibt, und wenn ja, ob sie den echt gekauft hat. Aber das ist dem Herz auch egal.

"Ich hab das Gefühl, das verstehen nur ." Dann war der Akku leer. Aber mehr gibt es an dieser Stelle auch einfach nicht zu sagen.


Doch, eins noch. Ich bin so dankbar, dass ich kein Einzelkind bin. Und dass mein Bruder und ich uns so nah kommen. Und dass wir ohne viele Worte verstehen. Ich habe diesen Song schon letztes Weihnachten gepostet, nach einer Nacht, an die wir beide auch dieses Jahr intensiv gedacht haben. Wir hatten dort Themen, die bisher keiner weiß, selbst das Blog hier nicht. Aber diese Themen und das was wir sprachen, das ist wie kleine Schätze, die mich irgendwie weiterstolpern lassen. Ich liebe meinen Bruder, und er ist das, was mir gerade halt gibt. Ich glaube, das einzige.


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Mittwoch, 21. Dezember 2011
Sie können jetzt aufhören hier zu lesen. Das wird gerade alles nicht besser, und die Beiträge immer länger und chaotischer und jammeriger, und ich schäm mich schon ob meines Gejammers mit dem ich mich und Sie besudel. Es ekelt mich vor mir selbst. Ich schreib trotzdem weiter, weil es hier hin gehört und ich keine andere Stelle hab, an die ich es packen kann. Ach naja doch, das Alternativ-Blog, aber da gehört das nicht hin.

Ich hatte ein verlängertes Wochenende mit meiner längsten und besten Freundin N. aus Berlin. Wir sind ins "win*terliche in Bran*denburg" gefahren. Wirklich witzig war, dass sie vorher ernsthaft meinte, lass uns doch noch Äpfel und Mandarinen kaufen, ich weiß nicht obs da was gibt. Und ich musste immer an die Zeile aus dem Lied von Grebe denken: "Pack dir E*ssen ein, wir fahrn nach Bran*denburg". Winterlich wars da dann zwar nicht, aber Essen gab es. Über den Kaffee lässt sich streiten, oder tatsächlich auch nicht, aber Kaffeetrinken war ja auch nicht Zweck der Reise.

Tatsächlich weiß ich nicht, wie es mir ging, dort. Es war sehr schön mit ihr zu sein. Mal wieder mehr voneinander zu erfahren, sich zu erleben. Zu zweit. Sie hat sich so sehr in einen Schmetterling verwandelt in den letzten 8 Jahren, es ist wunderbar und erstaunlich und faszinierend. Und ich fühlte mich daneben wie ein total runtergewichstes Wrack. Klein, hässlich, dumm und ungebildet. Orientierungslos. Traurig. Kaputt. Und unendlich einsam. Früher konnten wir soviel lustige Dinge machen. Und ich war einfach nur nichtmal ich selbst auf dieser Reise, glaube ich. Unsicher und schüchtern. Ich erkenn mich nicht mehr. Es war, als würde mir durch sie meine ganze Widerlichkeit überdeutlich auf die Füße fallen. Mein abgrundtiefes Unglücklichsein mit dem Jetzt und mit Mir.

Meine Mutter hat furchtbare Mails geschrieben an dem Wochenende. Ich zitiere nur mal einwas daraus. Hintergrund war, das mein Bruder ihr mal nicht den Gefallen tun wollte, um den sie ihn bat, und sie tat so, als wäre das typisch für ihn. Und das ist es nicht. Wirklich. Und sie schwadronierte und gipfelte dann in:

"Ich möchte an dieser Stelle einmal sagen: ich hätte mich in all den vergangenen Jahren als Mutter nur ein einziges Mal so was von Unhilfsbereit gezeigt. Vielleicht würde ich heute auf mehr Hilfsbereitschaftlichkeit und Verständnis stoßen, wenn ich mir für euch den Arsch nicht so aufgerissen hätte.

Es sind harte Worte: verdient hat es keiner von euch. Man möge es nicht glauben, aber es ist so. Ich wenn in den vergangenen Monaten nur auf Menschen gekommen wäre, wie ihr beide, wäre ich nicht mehr da.

Fakt ist - das ich in keiner einzigen Form - was immer kommt - im leisesten auf euch beide Rücksicht nehme."


Mein Kopf weiß dass das nichts mit uns zu tun hat. Aber weh tut es trotzdem. Sehr. So sehr, dass ich es kaum spüren kann. Hinzu kommt das Gefühl, dass sie inzwischen mit dem Sui*zid spielt. Also nein anders: sie spielt uns gegenüber mit dem Sui*zid. Das ist ihr Joker geworden. Und manchmal denk ich mir, zwischen Ohnmacht, Hass und Wut: dann spring doch endlich vor den Zug, du blöde Kuh! Schlag doch die einzigen auch noch weg, die dich aufrichtig und bedingungslos lieben.

Sie war schon immer so, bei meiner Therapeutin habe ich es immer "emotionale Erpressung" genannt: wenn ich nicht tickte wie es ihr passte, wurde ich vor die Tür gesetzt oder ähnliches. Der Kopf hat das schon lange erkannt und begonnen zu verarbeiten. Aber mein Herz hinkt sehr nach, und unter diesen ganzen beschissenen Umständen ist es eh nur noch im Ausnahmezustand.

Am Montag war ich dann beim Zahnarzt. Weil ich nachts so krass beiße. Er schaute es sich an, den Kiefer, die Zähne, drückte und drehte, und meinte: "Ihre Seele leidet unbeschreiblich." Dann erzählte er mir davon, dass er bis vor einem halben Jahr erzkatholisch war, verheiratet, zwei Kinder, jetzt hat er mit irgendeinem religiösen Zeug irgendwas für sich entdeckt. Und naja irgendwann meinte er dann: "Wissen Sie, es gibt Leute, die haben irgendwann das Gefühl, sie sind falsch abgebogen. Die haben ständig das Gefühl, sie haben an der Kreuzung den falschen Weg gewählt. Aber die bleiben dann auf diesem Weg. Die trauen nicht ihrem Gefühl, richten sich irgendwie damit ein und dümpeln auf diesem Weg dahin." Dann hat er den Abdruck gemacht, und ich bin gegangen, zurück auf meinen Weg, der sich überhaupt nicht wie der meine anfühlt.

In der Arbeit heute wegen einer Kleinigkeit ausgeflippt. Versucht dem GF zu erklären, was mein Problem mit der Sache war. Er versteht nicht. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass er nicht versteht. Für mich sind das kleine Dinge, die dennoch eine Menge sagen. Und sie sprechen mich nicht an. Ich fühle mich weiterhin wie der Alien. Es gib Tage, da kann ich das runterdrücken. Und es gibt Tage wie heute, da kann ich es nicht. Und dann werde ich sehr sehr müde und muss auf dem Klo heulen. Es ist, als würde an den kleinen Dingen mein Geist zerbrechen, weil ich mit dem Großen schon überhaupt nicht klarkomme. Ich kann es nicht anders beschreiben.

N. habe ich einen Bruchteil meines Innenlebens sehen lassen. Zwar nur einen Bruchteil, aber mehr, als ich irgend jemandem sonst seit Monaten zeige. Aber nicht soviel, wie ich ihr früher gezeigt habe. Ich habe das Gefühl, mein Innenleben ist egal wo völlig unangebracht. Es passt nirgends hin. Und in mir ist nicht genügend Platz dafür.

Zu N. habe ich gesagt, dass ich immer, wenn ich einen Therapeuten suche, was ja schon öfters vorkam, und hier jetzt vor einigen Wochen wieder, und wenn ich erklären soll, am Telefon, was mein Anliegen ist... alles so unglaublich nichtig erscheint. So banal. Man schämt sich, dass man den Hörer in der Hand hat und um psychische Betreuung bittet. Sie sagte, ihr geht es genauso. Sie hat nun nach 8 Jahren Therapie demnächst die letzte Sitzung, und sagt, es geht ihr auch heute noch oft so, wenn sie bei der Therapeutin sitzt und ein Thema anspricht.

Ich kann nicht mehr. Alles in mir schreit Hilfe und Stop und Fuck und Nein. Und gleichzeitig komme ich mir deswegen dermaßen bescheuert vor, dass es noch schlimmer wird.

Morgen wird mein Vater 60, und es steht Weihnachten vor der Tür, und wenn ich nicht bei meiner bekloppten Mutter wohnen will, sehe ich jeden Tag meine Chefin. Ich könnt mich erschiessen. Verstehen Sies nicht falsch. Aber ich könnts, wenn ich könnte.

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Mittwoch, 14. Dezember 2011
Etwas sehr schönes.
Kann ich ja auch mal schreiben. Das war hier nämlich schon lange nicht mehr.

Heute Abend lief mir auf dem Weihnachtsmarkt eine alte Kommillitonin über den Weg, die schon länger hier wohnt. Wir sollen uns unbedingt mal treffen, sagt sie, und wir tauschen Nummern. Die Welt ist ein Dorf.

Aber dann kam das ganz... Wundersame:

Dann habe ich gemerkt, dass ich hier zwei Freunde habe. Dieses Paar wartet nur schon die ganze Zeit darauf, dass ich sie endlich annehme.

Bei dieser Erkenntnis, die sie mir heute quasi mit dem Holzhammer vermitteln mussten (für alles andere war ich blind und taub), habe ich mir über dem Glühweinbecher sehr das Weinen verkniffen, während sie meinen Arm freundschaftlich streichelt. Sie freuen sich auf mich, wenn ich endlich in ihr Leben komme.

Das ist.. wie ein heller, anheimelnder Herr*nhu*ter Stern in dunkler und kalter Winternacht. Und noch viel mehr. Für mich ist es in dieser Zeit wie ein Wunder.

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Mittwoch, 7. Dezember 2011
Mar*tinshorn.
Ich habe mich nun die ganzen Wochen nicht getraut das zu g**geln, weil ich Schiss hatte zu lesen, dass das auch so ein Schizo-Ding ist. Heute hab ich mich getraut, und anscheinend ist es gar nicht so selten. Mit den Nerven hat es wohl trotzdem was zu tun, und wenn man den Suchergebnissen Glauben schenken kann (und irgendwie ist es recht schlüssig für meine Situation), dann ist das schlichtweg eben "alarmierend".

Ich höre seit wenigen Wochen ein Mar*tinshorn. Nicht laut, und auch nicht ständig. Und selten wenn es ganz still ist. Aber zum Beispiel beim Autofahren, so dass ich denke, weit hinter mir kommt ein Krankenwagen. Oder wenn ich Kopfhörer in den Ohren habe. Es kommt aber nie ein Krankenwagen. Es ist ein Ma*rtinshorn-Tin*nitus.

Bin wohl ständig in Alarmbereitschaft. Muss mal irgendwie mit den Nerven hoch kommen. Runter sind sie ja anscheinend schon.

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Sonntag, 4. Dezember 2011
Lieber Weihnachtsmann.
Mein Vater schenkt mir seit Jahren einen Adventskalender. Nicht einfach irgenwelche mit Schokolade drin, sondern ich merke jedes mal, dass er sich große Mühe in der Auswahl gibt. Sie sind meistens wunderschön, erinnern an "früher", wecken das Gefühl von Kindheit und einer Sehnsucht nach Geborgenheit, und bergen kleine Sprüche. Der diesjährige birgt alles mögliche, Anleitungen für Kinderpunsch, zum Basteln von Weihnachtsketten, Wunschzettel von Kindern, ... (so viel kenn ich ja noch nicht ;-))

Im gestrigen "Türchen" steckte der Zettel von einem Klaus, der da schrieb: "Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir ein knallrotes Fahrrad und eine Bastelanleitung für eine Zimmeraufräummaschine (wenn möglich). Dein Klaus"

Lieber Weihnachtsmann. Klaus hat mich auf eine tolle Idee gebracht. Ich hätte gerne eine Bastelanleitung für eine Lebenaufräummaschine (wenn möglich). Oder so etwas wie Veritas-Serum für meine Mutter. Oder auch für mich, ich kapier nämlich auch nichts mehr. Wenn nicht, schließe ich mich Klaus an. Das wär dann aber das mindeste. Deine Oka.

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Mittwoch, 30. November 2011
Wenn es Zeiten gibt, in denen sich im Freundeskreis die Spreu vom Weizen trennt, dann ist das nun wohl eine. Ich habe gute Freunde noch nie dringender gebraucht als derzeit. Aber ich bin wie blockiert, kann gar nicht offen zeigen, wie es in mir aussieht, weil ich das Gefühl habe, ich würde jeden damit überfordern. Oder nerven. Ich hab Angst es drauf ankommen zu lassen weil ich Angst habe, dass die Menschen, von denen ich es nicht dachte, doch Spreu sind. Angst vor einer möglichen Wahrheit, sozusagen.

In meinem spärlichen Privatleben hier in der neuen Stadt kombiniert mit den ekelhaften Situationen in der Arbeit, mit einer Mutter die einem unterstellt man würde ihr nicht helfen, nach einer Beziehung in der mir ständig eingeredet wurde ich wäre grundlegend defizitär, mit einem ständigen Gefühl der Überforderung.. da hab ich fast so etwas wie eine Soziophobie entwickelt. Eine Soziale Phobie. Was nun dem entsprechen würde, worüber ich mit meiner Therapeutin vor langer Zeit einmal gesprochen habe. Einem selbstunsicher-vermeidendem Verhalten. Das war bisher vor allem im Zuge meiner Beziehungen (mit Männern, nicht Freundschaften) Thema.

Dieses Gefühl hat völlig von mir Besitz ergriffen.
Ich habe nun wirklich Angst davor, am Samstag nach Mann*heim zur Weihnachtsfeier der Theatertruppe zu fahren. Angst nicht gut gelaunt genug zu sein. Nicht reinzupassen. Angst vor Ablehnung. Ich bin kurz davor abzusagen.

Ich habe inzwischen das Gefühl: das bin ich. Also das bin einfach ich. Dieses blöde kleine sozial inkompatible Wesen bin ich.

Ich will. Alles anders. Ich weiß gar nicht wie ich es sonst ausdrücken soll. Ich weiß auch gar nicht wie das alles kommen konnte. Wann das passiert ist. Bitte, ich will mein altes Ich zurück! Das von vor 9 Monaten. Bitte!

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Samstag, 26. November 2011
Leerlauf.
Vielleicht macht mich das mit dieser Kultur im Saftladen deswegen so krank, weil ich hier nicht wirklich ein soziales Privatleben habe.

In Ma*nnheim habe ich die meisten Freunde in der Arbeit gefunden, abgesehen von LeSchwe und J., die zufällig auch dorthin gezogen sind. Sowie der Klavierlehrer und die Theatertruppe, was sich über einen Tipp der Lieblingskollegin M. ergeben hatte.

Aber M&M, und meine Lieblingskollegin M. und ihr Mann M. (lauter M&Ms dort), sowie L. und vor allem auch D... das waren alles Kolleginnen und Kollegen.

Ich fühle mich hier einfach beschissen einsam. Ich habe ständig das Gefühl, ich warte darauf, dass das Leben losgeht. Ich weiß, dass Leute nicht einfach an meine Tür klopfen, und in den letzten Monaten war ich mit der Sesamina-Beziehung weiß Gott ausreichend beschäftigt. So dass ich hier eben absolut keinen Fuß gefasst habe. Unter der Woche brauch ich abends aber auch einfach nichts mehr, außer Sport, da bin ich fix und fertig. Und am Wochenende haben meistens die, die ich kenne, keine Zeit. So wie S., der oft Schicht hat, oder weg ist, oder der Kollege T. und seine Freundin.

Also gehe ich alleine spazieren. Koche alleine Gemüseeintopf. Esse ihn alleine. Gehe allein in Sport. Und denk zuviel nach.

Naja. Also noch ein bisschen vor mich hin jammern. Und nächstes WE nach Ma*nnheim fahren.

Fühlt sich alles überhaupt nicht richtig an.

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Montag, 21. November 2011
Heute Morgen kam der BR Typ auf mich zu, und ich dachte schon in all meiner grenzenlosen Naivität: ah, der Groschen ist gefallen! Naja. Pustekuchen. Er wollte mir erklären, warum der Inhalt seiner Mail und die Vorgehensweise überhaupt nicht scheisse waren. Hab ich ihn nach einiger Diskussion stehengelassen. Mag nicht mehr.

Am Freitag mit dem Betre*uungsgericht telefoniert, und mit Mamas Hausarzt. Vom Alkoholkonsum wusste er nichts. Aber er meint, irgendwas passt da nicht, im Blut sind keinerlei Anzeichen für eine Au*toimm*unerkrankung, und vieles ist für ihn einfach medizinisch nicht erklärbar.

Macht mich alles auch nicht schlauer.

Wieder angefangen Klavier zu spielen. Holprig, aber erstaunlich, was das Hirn, dieses eigendynamische, sich trotz allem über die letzten 8 Monaten gemerkt hat. Es macht mich traurig zu spielen. Es erinnert mich zu sehr an den Klavierengel, und die anderen, und an alles.

Nicht mehr hysterisch, nicht mehr psyched out, aber so ein bisschen auf den schwarzen Abgrund lauschend, der da in mir sitzt und darauf wartet, dass er mich wieder verschlingen kann. Blödes Vieh, denk ich mir manchmal, und dann denk ich mir, vielleicht mein einziges Mittel, um mir selbst mal Stop zu sagen.

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Donnerstag, 17. November 2011
Klääärung. Wie Kläranlage. Klärschlamm.
Allein das Wort "Gespräch" klingt wie Brei in meinen Ohren. Ich versuche mich zu erinnern wie es gestern war, aber irgendwie will meine Erinnerung nur sehr widerwilig dahin zurück.

Nicht, dass es "schlecht" gelaufen ist, im eigentlichen Sinne. Ich war zumindest in relativ ruhiger Verfassung. Und meine Chefin zeigte mir vorher die Mail. Ich würde ja versuchen sie zu rekonstruieren, aber da bin ich dann doch zu paranoid um es hier niederzuschreiben.

Meine Chefin, der GF und ich warteten. Der BR-Vorsitzende kam wesentlich zu spät. Als er endlich kam, ergriff der GF das Wort. Er schilderte die Situation, und prangerte sowohl Art der Kommunikation als auch Inhalt der Mail an. Bezog sich auf unsere vielgepredigte (AdV: und so wenig gelebte) Kultur, und meinte, dass dies alles nicht nur in diesem Kontext absolut inakzeptabel sei.

Dann übergab er das Wort an mich. Ich erklärte, wie fassungslos ich sei, erzählte wie dieser Pressetermin wirklich abgelaufen ist, dass alle mitbekommen haben MÜSSEN, dass mir das alles eher unangenehm war. Dass ich erwarte, dass der Projektverantwortliche die Initiative ergreift, wenn er sich nicht ausreichend berücksichtigt fühlt weil "keiner mit ihm redet". Dass zwei Az*ubis und ICH mit dem Journalisten geredet haben um zu klären wie wichtig uns das Gemeinschaftsprojekt ist, dass der J*A*V-Mann sich nur darüber beschwert hat, dass der Journalist seine Fotos nicht wollte. Und so weiter. Ich schrieb ja alles schon ausführlich hier.

Witzigerweise verheimlichte der BR gar nicht seinen "Informanten". Der GF wies darauf hin, dass er diesen nicht für geeignet hält, um in der Rolle als Leiter der J*A*V weiterhin aktiv zu sein. Dass sowohl BR als auch der Mann sich in Vorbildrollen befinden, und sie nicht wissen, wie sie diese zu leben hätten.

Meine Chefin schaltete sich ein. Das fand ich schon gut. Ist schon was anderes wenn solche Aussagen von der Per*sonalleitung kommen. Sie sagte: bei einem normalen Mitarbeiter wäre das eine Abma*hnung. Erklärt, dass auch schon ihre andere Mitarbeiterin wegen der ganzen Sache schief angeschaut wird von den Az*ubis. Dass sie eine offizielle Entschuldigung bei mir sowie eine Richtigstellung mindestens im Kreis der J*A*V* und der Azubis fordert.

So spielte sich dieses Gespräch ein Stück weiter. Ich erwähnte nochmals, dass ein solches Verhalten strafbar sei, ob ihnen denn nicht bewusst sei, was sie da getan hätten.

Aber alles, was vom BR kam, war Opfergejammer und Unverständnis. Dass er doch auch nur weitergebe was ihm gesagt wird (also wenn jemand sagt, spring, dann springt er anscheinend auch von der Brücke), dass man ja mit mir reden gewollt hätte, aber ich sei ja nicht da gewesen, und dass er dem GF ja auch gesagt hatte in dem Zwigespräch, dass dem unsrigen voran ging, dass die "Klärung dieser Sache für ihn nicht Prio 1 hat".

Je länger das Gespräch andauerte, desto mehr fiel mir die Kinnlade runter, desto erboster wurde ich.

Weitere Opferrechtfertigung lautete in etwa: wenn man nicht mal mehr seine freie Meinung sagen kann, dann sind wir nicht mehr in Deutschland.
Wir sollen doch mal in die Hallen gehen, da werden wir sehen wie "offen und ehrlich" die Kommunikation sei (nach dem Motto: ihr wollt so eine Kommunikation, aber die findet man nirgends. dass das daran liegt, dass die das alle selbst so leben, hat er bis zum Ende nicht eingesehen).

Ich sagte, dass ich sprachlos sei, dass ausgerechnet diejenigen, die sich am lautesten über schlechte Kommunikation beschweren, eine beschissene leben und diese auch noch für gerechtfertigt und vollkommen korrekt halten. Unverständnis weiterhin.

Der GF meinte dann irgendwann, dass er eine Richtigstellung erwarte, wie die von meiner Chefin genannte, und ich meinte: das mindeste was ich erwarte, ist eine Entschuldigung.

Und der BR sagte: ich wüsste nicht für was.

Der GF, meine Chefin und ich versuchten weiterhin mit eindringlichen Worten Verständnis zu wecken. Auch, dass der BR sich habe instrumentalisieren lassen. Dass er und J*A*V-Mann in ihren Rollen versagt hätten. Ohne Erfolg. Irgendwann meinte der GF, dass ihm die Zeit nun zu schade sei für diese Sache, die eigentlich gar nicht so groß geworden wäre, wenn J*A*V- und BR nicht so eine Scheiße (er wählte ein anderes Wort, weiß nicht mehr) gebaut hätten, und dass er eine Richtigstellung verlange von den beiden, weil er es nicht dulden könne, dass der Name einer Mitarbeiterhin durch den Dreck gezogen wird. Dann verließ er uns.

Das Gespräch war beendet. Das war jetzt der Kurzabriss. Danach war ich fast noch Fassungsloser als vorher.

Ich setzte mich zu meiner Chefin ins Büro und sagte, dass ich auf einer schriftlichen Entschuldigung des BRs bei mir beharre, so wie es die Rechtsabteilung unseres Konzerns geraten hatte (Dokumentation in bestimmten Schritten, um beim nächsten mal ggf. sogar bei einem BR wirksam werden zu können), notfalls mit Anwaltsschreiben.

Keine 10 Minuten später stand der J*A*V-Mann in der Tür. Der ist cleverer als der BR. Und wesentlich jünger. Auch wesentlich jünger als ich.

Dieses Gespräch war etwas... naja. Wir wollen glauben, dass er verstanden hat. Er hat sich entschuldigt, hat gesagt, er versteht es. Es war ein längeres Gespräch auch. Und am Ende wollten wir beide das Gefühl haben, dass das nun halbwegs aufrichtig war. Aber ich bin mir nicht sicher, wie clever der Hund wirklich ist.

Eine halbe Stunde später kam er zurück. Mit einer Flasche Sekt, und meinte, er wisse, dass er Scheiße gebaut habe, dass er dazu steht und dass es ihm leid tut. Naja. Also sagte ich halt, dass ich das stark von ihm finde und ein schönes Zeichen, und danke.

Was das nun wirklich war... Ich bin mir nicht sicher, vor allem aufgrund der aktuellen Situation im Betrieb.

In den Hallen (die fast die Hälfte der Belegschaft ausmacht) werde ich kaum mehr gegrüßt. Die Leute schauen mich an, als hätte ich jemanden umgebracht.
Ich versendete heute unseren Per*sonal-Ne*wsletter, wie alle 8 Wochen. Und darauf kam von einem weiteren BR-Mitglied (das nicht in den Hallen ist) eine Mail, die etwas bemängelte: sein ru*nder Geburtstag, sein 30., sei nicht erwähnt gewesen, und wie enttäuscht er nach 12 Jahren Firmenzugehörigkeit wäre, dass ich das vergesse hätte, und er dachte ja schon beim letzten mal, ich hätte es vergessen oder würde mehrere Geburtstage sammeln für den nächsten Rundbrief.
Falls aber nur 50. und 60. gemeint seien, solle ich doch bitte die Rubrik umbenennen.

Ich schrieb nur, dass es eine konzernweit gültige BV gibt, die festlegt, dass es nur 50. und 60. sind (das sollte er eigentlich wissen, als BR-Mitglied), die offiziell gefeiert und benannt werden, und dass ich die Rubrik gerne umnenne.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas ohne den Vorfall gekommen wäre. Vielleicht werde ich da jetzt aber auch nur paranoid.

Letztendlich wird mir einfach klar, dass ich einen Ruf habe, und dass der nicht mehr weggehen wird, auch nach einer Richtigstellung. Der Meister, mit dem ich mich vor einigen Wochen angelegt hatte, wird hier auch eine Rolle spielen.

Wüsste ich es nicht besser, und hätte ich keine Zeugen, ich würde sagen, ich klinge schon wie meine Mutter.

Fakt ist: ich muss da weg. Wenn ich durch die Halle muss, fühle ich mich wie ein blödes Arschloch. Ich fühle mich wie mit einem fetten fetten Ju*denstern an der Brust. Also verstehen Sie das nicht falsch, ich hoffe sie tun das nicht. Aber so muss diese Hetze in etwa entstanden sein, und es ist grauenhaft, ein Mal zu tragen, von dem alle meinen, dass es einen zum allerletzten herabwürdigt. Ich kann fast die Hetzreden hören.

Immerhin bin ich wieder ruhiger, und wenn ich mit meinem Job befasst bin ohne mit Arschlöchern zu tun zu haben, geht es mir "gut". Aber ich entwickel dort so etwas wie eine Soziophobie. Mein Vertrauen in meine Mitmenschen ist nachhaltig erschüttert. Ich hoffe jetzt nur, dass das nicht noch mehr das in mich erschüttert. Ich bin echt nicht reich damit gesegnet. Bei Selbstvertrauen haben echt die Falschen ganz laut "hier" geschrien.

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Mittwoch, 16. November 2011
Hirn mit Eigendynamik.
Ich hatte noch nie so wirklich Einschlafschwierigkeiten oder Schlafstörungen. Das ist eine neue und höchst unangenehme Entdeckung für mich. Jetzt weiß ich, in 5 Stunden klingelt der Wecker. Jedes Hörbuch, bei dem ich sonst nach maximal 3 Minuten einschlafe, schafft keine Abhilfe.

Dafür läuft und läuft und läuft der Kopf. Kommt von Hützen auf Stützen.

Und gerade dachte ich mir so: vielleicht bin ich einfach Berater, im Herzen, und will das wieder sein. Eine nette, unkonventionelle und doch professionelle Beraterfirma, die mir Beratungsmöglichkeiten in dem Berufsfeld gibt, das ich nun für mich entdeckt habe. Und mit einem regionalen Prinzip, sprich ohne dauerhafte Einsätze weit entfernt von meiner Basis. Das wärs.

Also eigentlich meine alte Firma, nur mit einer anderen Beratungssparte.

Das hat mich jetzt so glücklich gemacht, dieser Gedanke, dass ich erstrecht nicht schlafen kann. Dabei spüre ich schon jetzt, wie unendlich erschöpft ich müde (Nachtrag: ja genau müde! dabei sollte da "morgen" stehen. wie kann man nur müde sein und nicht schlafen können.) sein werde. Ob es so eine Firma gibt, und wenn ja wo, und will sie mich? Immerhin weiß ich für mich selbst jetzt schon mal mehr als vorher.

Sandmann, wo bist du?

Seelenheil ~ ... link (5 Kommentare)   ... comment