Donnerstag, 22. Juli 2010
Ziemlich durch.
Ich hab mich schon lang nicht mehr so alleine und zerrissen gefühlt. Letztes Wochenend, bevor ich "geflogen bin", habe ich endlich einen Finanzcheck gemacht, und das Resultat war so erschreckend, dass ich mit J. ein bisschen fliegen musste. 30 und so hoch verschuldet, ohne Haus, ohne Auto.

Ich seh schon bald gar keinen Ausweg mehr. Hab zwar nun einen Plan, aber Angst es nicht zu schaffen.

Hab so sehr die Schnauze voll von all dem was einem ständig abverlangt wird. Leben nennt mein Vater das. Und steck nicht den Kopf in den Sand, das hilft ja nichts. Ich kann aber nicht mehr anders. Seit Anfang des Jahres recke ich meinen Kopf in lauter schwindelerregenden Scheiss. Ohne wegzusehen. Tue was man mir sagt. Bin stark, für meine Mutter, meinen Bruder, meinen Job, und jetzt dann wohl auch für mein Geld.

Ich bin so dermaßen fertig. Eigentlich wollte ich mit Rini und ihrer kleinen Tochter von Freitag bis Montag nach Holland. Ihr Mann zahlt die Unterkunft. Aber ich bin dieses andere zahlen lassen leid. Und mit dem mir nun gestatten Tagespensum an Geld kommt man in Holland nicht weit. Aber kann ich das jetzt noch absagen, wenn ich keine Freundin verlieren will?

Ich will nicht mehr nach Holland. Ich will nach Hause. In mein zu Hause, und mich vergraben, am besten mit ganz viel "Fliegen". Einfach nicht mehr hier sein. Sondern dort, dort, wo eben nicht hier ist. So für ein halbes Jahr. Das wär ok.

Kleiner Professor. Du warst so sehr mein Spiegel. Du hast einfach gelebt, was ich mir so sehr wünsche.

 
Kopf nach ner Zeit aus dem Sand ziehen und Plan aufstellen. Dann weitersehen. Schritt für Schritt.


Mit dem kurzUrlaub - das kann ich verstehen, aber vllt tut das auch gut. Man kann ja vereinbaren, daß in Raten Geborgtes bezahlt wird.
Hatte gestern 40 Minuten die Freundin am Telefon. War so viel Balsam auf die aktuellen Wunden.

Aber Du findest eine Lösung, ich bin mir sicher. Und Du darfst auch nein sagen. Das vergißt man nur leider zu oft. Oder wird gern überhört. Aber das ist ein anderes Problem.

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ich bin spezialistin für leben am existenzminimum. ich kenne die verzweiflung. ich kenne aber auch die tricks. ;)

1. einkaufen beim discounter. vorher nur 10 euro einstecken und die karte zuhause lassen. mit der zeit lernt man, wie viel mit so wenig drin ist.
2. andersrum kalorien zählen und "hungerstopfnahrung", wie mein geschichtslehrer die arme-arbeiter-nahrung mal verachtungsvoll nannte, konsumieren, d.h. billige kohlenhydrate.
3. pullivoräte checken. ein guter pulli kann im winter stark zur heizkostensenkung beitragen.
4. fahrradfahren. spart kosten für öffentliche und auto. härtekriterien für die erlaubte nutzung anderer verkehrmittel einführen (krankheit, starkregen, schnee und eis).
5. sich mit freunden zuhause treffen statt im cafe. zuhause ist zwar langweilig, aber reden kann man überall.
6. an djs ranschleimen und sich vor der party dann immer auf die gästeliste setzen lassen.
7. flirten. jeder gut erzogene mann will den gentleman spielen und bezahlt meist ganz freiwillig restaurantbesuche, kurztrips und kulturvergnügen. besonders spendierfreudige gehen sogar mit einem shoppen und überreden einen dann, das ein oder andere teil zu kaufen, indem sie es einem schenken.
8. sich von laufenden kosten trennen, z.b. handyvertrag, zeitschriftenabo etc. die miete und versicherungen sollten die einzigen regelmäßig anfallenden aufwendungen sein.
9. die kreditkarte kündigen oder wenigstens nicht benutzen. kreditkartenabrechnungen bringen immer schreckliche überraschungen, die man über die wochen hin völlig verdrängt hat.
10. nicht fernsehen, nicht windowshoppen, keine prospekte mit sonderangeboten angucken. immer dran denken: auf solch billige konsumentenmanipulation falle ich als kluge frau nicht rein!

viel erfolg!

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you've got mail.
(falls du dich über die mailadresse wunderst, es ist tatsächlich von mir. ;-)

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