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Dienstag, 14. Februar 2012
okavanga, 23:50h
War übers WE bei einem Freund von dem ich dachte, ich könnte ihn sehr mögen, ja gar verliebt in ihn sein. Der hat sich dann aber sehr sonderbar verhalten. Also wirklich wie ein Arschloch. Das macht man nicht, finde ich, auch wenn man mal geknutscht hat. Freunde sind Freunde. Oder auch nicht, wie ich merke. Ich mein, ich bin 450 km angereist. Da kann man schon mal ein bisschen ... so sein, wie man sonst ist, finde ich. Oder auch: aufmerksam, interessiert, offen, zugeneigt. Aber ich erwarte wohl zuviel von meinem Umfeld.
Dafür hab ich bei ihm nachts von meinem Cousin B. geträumt, der sagte: "Ich lieb dich", und es war sehr wichtig für mich in dem Traum, dass er sagte: "Ich lieb dich" und nicht "Ich liebe dich". Er sah wunderschön aus in dem Traum. Nicht so verlebt wie inzwischen. Ich liebte ihn auch, in dem Traum. Mit Cousin B. würde ich unheimlich gern einmal schlafen. Auch wenn es mir danach wohl ziemlich beschissen gehen würde.
Dafür hab ich bei ihm nachts von meinem Cousin B. geträumt, der sagte: "Ich lieb dich", und es war sehr wichtig für mich in dem Traum, dass er sagte: "Ich lieb dich" und nicht "Ich liebe dich". Er sah wunderschön aus in dem Traum. Nicht so verlebt wie inzwischen. Ich liebte ihn auch, in dem Traum. Mit Cousin B. würde ich unheimlich gern einmal schlafen. Auch wenn es mir danach wohl ziemlich beschissen gehen würde.
okavanga, 23:04h
Scheiß auf Valentinstag.
Dienstag, 7. Februar 2012
okavanga, 22:43h
In den Bergen ist Freiheit.
~Wanda Rutkiewic

Nie fühle ich mich so frei, zu Hause und glücklich wie in den Bergen.
Wenn mir bei der Abfahrt der eisige Wind in die Wangen beisst,
wenn ich ohne Rücksicht auf die eigene Kraft
den freien Hang hinunterbretter,
mich runterstürze
die Füße schmerzen, der Schnee staubt,
und die Freude bahnt sich in einem einzigen Wonneschrei
ihren Weg in die Bergluft.
Wenn die Oberschenkel brüllen,
der Jagatee winkt,
das Panorama mir den Atem nimmt.
Dann könnte die Zeit still stehen.
Zu LeSchwe sagte ich atemlos und mit tausend Sonnen in den Augen:
wenn ich mal so sterben würde.
Das wäre wirklich wundervoll.
Mittwoch, 1. Februar 2012
Fundstück.
okavanga, 23:36h
Mein neuer Therapeut, für den ich immer noch keinen Namen habe, hat mir heute ein paar Fragen zum bisher abgegebenen Teil des Anamnesebogens gestellt. Unter anderem: "Dieses Gefühl, irgendwo falsch abgebogen zu sein... wann hatten Sie das zum ersten mal?" Ich konnte ihm das nicht beantworten. Der Rest der Stunde hat mich sehr aufgewühlt.
Gerade packe ich für den Skiurlaub ab Freitag. Morgen gehts nach Monnem und am Freitag dann von dort aus zum Wi*lden Ka*iser bis Dienstag.
In meiner Wäscheschublade fällt mir eine kleine Kladde in die Hand.
Erster Eintrag.
Mannheim, 7.1.2011
Dieses Buch hat mir mein Bruder zu Weihnachten geschenkt, eigentlich für meinen neuen Job, den ich nun doch nicht habe.
Es soll mich jetzt begleiten auf meinem Weg - wo auch immer dieser hinführt.
Die ersten Gedanken für hier. Mein Leben mit 30 hab ich mir immer anders vorgestellt. Und nun werde ich bald 31. Ab 1.3. ohne Job, ohne festen Wohnsitz. Ohne festen Partner. Ohne Ziele, ohne Visionen, spüre auch keine Träume in mir. Wo sind die hin?
Zudem eine Mutter mit Wahnvorstellungen/ paranoider Schizophrenie im Gepäck. In Summe klingt das nach einer scheiss Bilanz. Ich habe keine Ahnung was ich tun soll, wohin mit mir. Bin wie gelähmt. Vor allem in den Gedanken. Wenn diese wieder fließen würden, vielleicht würden mir auch Taten wieder leichter fallen. Doch so. Angst vor nächsten Schritten. Alles dreht sich um die Frage: wie konnte ich zu diesem Punkt gelangen? Nicht: wie komme ich von hier bloß wieder weg? Ich wage nicht meine ehemalige Therapeutin anzurufen. Komme mir nichtig vor in meinen Anliegen, in meiner Orientierungslosigkeit.
Vielleicht sollte ich einfach raus. Meinen Gedanken Raum und Zeit schenken, damit sie sich wieder zu mir trauen. Ideen, Träume, Vorstellungen von dem, was ich eigentlich tun will.
Ich fühle mich zurückgeworfen auf Null mit der Chance auf Alles/Neues, und bin damit heillos überfordert. Schreib eine Liste mit allen Möglichkeiten, empfiehlt mir eine Freundin. Eine gute Idee, dachte ich, und setzte mich vor ein leeres Blatt. Es ist nun zur Hälfte voll, jeweils nur 1 Wort unter dem anderen. Der Inhalt ist oberflächlich und zeigt mir nur, dass ich keine Ahnung habe von dem was ich will. Wie kann ich das nicht wissen?
Ich wollte immer zurück nach Südafrika. Jetzt nicht mehr. Es wäre anders als damals, und was will ich dort tun? Es kann nicht sein, denke ich, dass ich mich so wenig kenne. Wer ist das in mir, und warum sagt er nichts?
Ich habe Angst vorwärts zu gehen, sehe glühende Kohlen vor mir, und weiß, dass meine Haut dünn ist.
Einfach auf irgendwelche Jobs bewerben, die so irgendwie zu meinem Studium passen? Der Job wäre gut für mich gewesen. Personalentwicklung. Menschen. Werte. Strategien. Mir fehlt die Ausbildung und Erfahrung um mich andernorts dafür zu bewerben. Wo sind diese Stellen? Wer will mich? Ich will mich selbst grad nicht, wie soll ich mich da verkaufen? Schicksal zeig mir den Weg, ich bin so blind.
Soll ich nach Hinweisen suchen, dem Zufall vertrauen, aufs Schicksal bauen? Oder irgendwie finden, was ich will? (rausfinden) Wie geht das?
Habe Angst einen falschen Weg einzuschlagen. Mich zu verbrennen, ewig auf der Suche nach dem, was mich befriedigt, erfüllt, was ich gern tue?
Hätte heiraten wollen und Kinder kriegen und Häuschen bauen, und weiß doch, dafür bin ich nich bereit/gebaut, hätte es nie annehmen können. Wollte ich das wirklich? Bleib ich ewig allein? Ich vermisse in dieser Situation jemanden an meiner Seite. Jemanden, der mich kennt, aber wie soll das gehen, frag ich mich, wo ich selbst mich doch so offensichtlich so schlecht kenne.
Wohin gehen, damits richtig wird. Damit ich mich mir näher. Wo finde ich mich. Denk ich zuviel? In zu steifen Bahnen, sagt mein Bauch, aber mehr weiß der Klugscheisser dann auch nicht.
Schreiben würd ich gerne. Soviel schreiben und erzählen. Über mich, meine Familie, Menschen in meinem Umfeld. Aber wen interessiert das, außer mich. Wäre es nicht nur Aufarbeitung? Der Versuch zu verstehen. Vielleicht. Ich glaub, ich kann nicht so gut für andere schreiben. Ein Buch über meine Mutter. Oder diese 3 Frauen. Oma. Mama. Ich. Und die 4., ungeplante, namens Schizophrenie. Aber wie das tun, wo ich doch das Ende nicht kenne, außer das von meiner Oma. Und die wirkt so nach.
Null Uhr. 8.1.
Bin unruhig, unschlüssig. Etwas krabbelt in mir. Was es sein mag. Ich weiß es nicht.
Das Wasser, das in der Geschirrspülmaschine den großen Suppentopf auswäscht. Es klingt wie Glockengeläut.
Vielleicht doch Berlin, ich habe in den letzten Jahren oft über Berlin nachgedacht und nie etwas gespürt. Undjetzt ist da so ein Ziehen. Was tun, in Berlin? Denk nach, Oka. Denke frei und wild und ungestüm. Phantasiere!
Zweiter und letzter Eintrag.
Nürnberg, 27.2.11
Vertrag für 6 Monate. Jetzt sitze ich wirklich hier. Hier. Es fühlt sich nicht wirklich falsch an, aber etwas in mir ist geschockt. Ich sitze auf dem Bett, schaue aus der Balkontür, davor: nicht Mannheim.
Mannheim. Ich fühle mich als würde ich auf etwas warten. Vielleicht, dass mich jemand abholt, nach Hause holt. Muss weinen, weiß nicht warum. Heimweh? Entwurzelt? Hier neue Wurzeln schlagen? Fühle mich als würde ich 6 Monate Praktikum machen.
Ich kann immer wieder zurück, denk ich mir. Doch werde ich es tun? Wie absolut merkwürdig, dass ich jetzt wirklich hier sitze.
Außer, dass ich den Job immer noch habe, aber ohne Geschirrspülmaschine bin und mir die Bestätigung gegeben wurde, dass mir die Tätigkeit ansich Spaß macht, hat sich keine Zeile davon geändert. Vielleicht bin ich da einfach falsch abgebogen, trotz aller Erfahrung die ich inzwischen gemacht habe. Als ich die Sicherheit gewählt habe, damals. Und nicht das Risiko.
Fällt mir jetzt erst auf, was auf dem Cover der Kladde steht. "Gedanken sind der Anfang von Taten". Mal schauen wann ich endlich ausgedacht habe.
Gerade packe ich für den Skiurlaub ab Freitag. Morgen gehts nach Monnem und am Freitag dann von dort aus zum Wi*lden Ka*iser bis Dienstag.
In meiner Wäscheschublade fällt mir eine kleine Kladde in die Hand.
Erster Eintrag.
Mannheim, 7.1.2011
Dieses Buch hat mir mein Bruder zu Weihnachten geschenkt, eigentlich für meinen neuen Job, den ich nun doch nicht habe.
Es soll mich jetzt begleiten auf meinem Weg - wo auch immer dieser hinführt.
Die ersten Gedanken für hier. Mein Leben mit 30 hab ich mir immer anders vorgestellt. Und nun werde ich bald 31. Ab 1.3. ohne Job, ohne festen Wohnsitz. Ohne festen Partner. Ohne Ziele, ohne Visionen, spüre auch keine Träume in mir. Wo sind die hin?
Zudem eine Mutter mit Wahnvorstellungen/ paranoider Schizophrenie im Gepäck. In Summe klingt das nach einer scheiss Bilanz. Ich habe keine Ahnung was ich tun soll, wohin mit mir. Bin wie gelähmt. Vor allem in den Gedanken. Wenn diese wieder fließen würden, vielleicht würden mir auch Taten wieder leichter fallen. Doch so. Angst vor nächsten Schritten. Alles dreht sich um die Frage: wie konnte ich zu diesem Punkt gelangen? Nicht: wie komme ich von hier bloß wieder weg? Ich wage nicht meine ehemalige Therapeutin anzurufen. Komme mir nichtig vor in meinen Anliegen, in meiner Orientierungslosigkeit.
Vielleicht sollte ich einfach raus. Meinen Gedanken Raum und Zeit schenken, damit sie sich wieder zu mir trauen. Ideen, Träume, Vorstellungen von dem, was ich eigentlich tun will.
Ich fühle mich zurückgeworfen auf Null mit der Chance auf Alles/Neues, und bin damit heillos überfordert. Schreib eine Liste mit allen Möglichkeiten, empfiehlt mir eine Freundin. Eine gute Idee, dachte ich, und setzte mich vor ein leeres Blatt. Es ist nun zur Hälfte voll, jeweils nur 1 Wort unter dem anderen. Der Inhalt ist oberflächlich und zeigt mir nur, dass ich keine Ahnung habe von dem was ich will. Wie kann ich das nicht wissen?
Ich wollte immer zurück nach Südafrika. Jetzt nicht mehr. Es wäre anders als damals, und was will ich dort tun? Es kann nicht sein, denke ich, dass ich mich so wenig kenne. Wer ist das in mir, und warum sagt er nichts?
Ich habe Angst vorwärts zu gehen, sehe glühende Kohlen vor mir, und weiß, dass meine Haut dünn ist.
Einfach auf irgendwelche Jobs bewerben, die so irgendwie zu meinem Studium passen? Der Job wäre gut für mich gewesen. Personalentwicklung. Menschen. Werte. Strategien. Mir fehlt die Ausbildung und Erfahrung um mich andernorts dafür zu bewerben. Wo sind diese Stellen? Wer will mich? Ich will mich selbst grad nicht, wie soll ich mich da verkaufen? Schicksal zeig mir den Weg, ich bin so blind.
Soll ich nach Hinweisen suchen, dem Zufall vertrauen, aufs Schicksal bauen? Oder irgendwie finden, was ich will? (rausfinden) Wie geht das?
Habe Angst einen falschen Weg einzuschlagen. Mich zu verbrennen, ewig auf der Suche nach dem, was mich befriedigt, erfüllt, was ich gern tue?
Hätte heiraten wollen und Kinder kriegen und Häuschen bauen, und weiß doch, dafür bin ich nich bereit/gebaut, hätte es nie annehmen können. Wollte ich das wirklich? Bleib ich ewig allein? Ich vermisse in dieser Situation jemanden an meiner Seite. Jemanden, der mich kennt, aber wie soll das gehen, frag ich mich, wo ich selbst mich doch so offensichtlich so schlecht kenne.
Wohin gehen, damits richtig wird. Damit ich mich mir näher. Wo finde ich mich. Denk ich zuviel? In zu steifen Bahnen, sagt mein Bauch, aber mehr weiß der Klugscheisser dann auch nicht.
Schreiben würd ich gerne. Soviel schreiben und erzählen. Über mich, meine Familie, Menschen in meinem Umfeld. Aber wen interessiert das, außer mich. Wäre es nicht nur Aufarbeitung? Der Versuch zu verstehen. Vielleicht. Ich glaub, ich kann nicht so gut für andere schreiben. Ein Buch über meine Mutter. Oder diese 3 Frauen. Oma. Mama. Ich. Und die 4., ungeplante, namens Schizophrenie. Aber wie das tun, wo ich doch das Ende nicht kenne, außer das von meiner Oma. Und die wirkt so nach.
Null Uhr. 8.1.
Bin unruhig, unschlüssig. Etwas krabbelt in mir. Was es sein mag. Ich weiß es nicht.
Das Wasser, das in der Geschirrspülmaschine den großen Suppentopf auswäscht. Es klingt wie Glockengeläut.
Vielleicht doch Berlin, ich habe in den letzten Jahren oft über Berlin nachgedacht und nie etwas gespürt. Undjetzt ist da so ein Ziehen. Was tun, in Berlin? Denk nach, Oka. Denke frei und wild und ungestüm. Phantasiere!
Zweiter und letzter Eintrag.
Nürnberg, 27.2.11
Vertrag für 6 Monate. Jetzt sitze ich wirklich hier. Hier. Es fühlt sich nicht wirklich falsch an, aber etwas in mir ist geschockt. Ich sitze auf dem Bett, schaue aus der Balkontür, davor: nicht Mannheim.
Mannheim. Ich fühle mich als würde ich auf etwas warten. Vielleicht, dass mich jemand abholt, nach Hause holt. Muss weinen, weiß nicht warum. Heimweh? Entwurzelt? Hier neue Wurzeln schlagen? Fühle mich als würde ich 6 Monate Praktikum machen.
Ich kann immer wieder zurück, denk ich mir. Doch werde ich es tun? Wie absolut merkwürdig, dass ich jetzt wirklich hier sitze.
Außer, dass ich den Job immer noch habe, aber ohne Geschirrspülmaschine bin und mir die Bestätigung gegeben wurde, dass mir die Tätigkeit ansich Spaß macht, hat sich keine Zeile davon geändert. Vielleicht bin ich da einfach falsch abgebogen, trotz aller Erfahrung die ich inzwischen gemacht habe. Als ich die Sicherheit gewählt habe, damals. Und nicht das Risiko.
Fällt mir jetzt erst auf, was auf dem Cover der Kladde steht. "Gedanken sind der Anfang von Taten". Mal schauen wann ich endlich ausgedacht habe.
Sonntag, 29. Januar 2012
okavanga, 23:11h
Jemand fischt im Wasser, plötzlich biegt sich die Angelrute völlig durch, am anderen Ende ein Krokodil, das dann irgendwie auf der Wiese vor einem Haus liegt, mit der Angelschnur im Maul, die aussieht wie Zahnseide. Uns trennt nur eine Glasscheibe vom Krokodil, und wir alle wissen, dass sich das Krokodil nur seiner Kraft bewusst werden muss, um diese Glasscheibe zu zerschmetter, und dass wir dann nicht wirklich gute Chancen haben. Wir haben Angst. Ende/ weiteres unbekannt/vergessen.
---
Meine Chefin/Stiefmama und mein Vater, irgendwie will die Firma mein Februargehalt nicht zahlen, weil sie angeblich kurz vor der Insolvenz sind, ich weiß aber, dass ich irre Kosten im Februar haben werde, und drehe total durch, erstrecht als sie mir sagen, dass sie es mir im Dezember zahlen werden. Ich werfe mich auf mein Bett, schreie und schreie, beisse in meine Bettdecke, mein Vater und sie stehen neben dem Bett, was los ist, und ich schreie (auch O-Ton vergessen) sowas wie: "Das ist mein Ausdruck euch zu sagen wie sehr es mir weh tut! Ich ertrag es nicht mehr, es kotzt mich an, ich halt es nicht aus. Ein so grosses Bedürfnis so sehr zu schreien hatte ich seit 26 Jahren nicht!"
Mir ist nicht klar, ob ich mich ich mich im Traum für 26 halte, und somit sagen will, dass ich noch nie das Bedürfnis hatte so laut zu schreien, oder ob ich knapp 32 bin und mich auf etwas beziehe, was mit knapp 6 passiert ist. Das würde sogar Sinn machen, vermute ich. Allerdings ich kann mich nicht erinnern, das Bedürfnis gehabt zu haben zu schreien. Tatsächlich wäre es wohl gesünder gewesen, diese Wut und Traurigkeit zu zeigen, und sei es mit solchem Schreien.
Ich wache im Gästezimmer meines Vaters von meinem eigenen Schrei auf.
---
Meine Chefin/Stiefmama und mein Vater, irgendwie will die Firma mein Februargehalt nicht zahlen, weil sie angeblich kurz vor der Insolvenz sind, ich weiß aber, dass ich irre Kosten im Februar haben werde, und drehe total durch, erstrecht als sie mir sagen, dass sie es mir im Dezember zahlen werden. Ich werfe mich auf mein Bett, schreie und schreie, beisse in meine Bettdecke, mein Vater und sie stehen neben dem Bett, was los ist, und ich schreie (auch O-Ton vergessen) sowas wie: "Das ist mein Ausdruck euch zu sagen wie sehr es mir weh tut! Ich ertrag es nicht mehr, es kotzt mich an, ich halt es nicht aus. Ein so grosses Bedürfnis so sehr zu schreien hatte ich seit 26 Jahren nicht!"
Mir ist nicht klar, ob ich mich ich mich im Traum für 26 halte, und somit sagen will, dass ich noch nie das Bedürfnis hatte so laut zu schreien, oder ob ich knapp 32 bin und mich auf etwas beziehe, was mit knapp 6 passiert ist. Das würde sogar Sinn machen, vermute ich. Allerdings ich kann mich nicht erinnern, das Bedürfnis gehabt zu haben zu schreien. Tatsächlich wäre es wohl gesünder gewesen, diese Wut und Traurigkeit zu zeigen, und sei es mit solchem Schreien.
Ich wache im Gästezimmer meines Vaters von meinem eigenen Schrei auf.
Montag, 23. Januar 2012
Im Sitzen laufen.
okavanga, 23:24h
Es ist ein irres Gefühl. Als würde man im Sitzen laufen. Oder getragen werden. Denn in mir trete ich auf der Stelle, trete mich wund, will nichts sehnlicher als anhalten, stehenbleiben, aussteigen. Und trotzdem laufe ich jeden Tag weiter. Vom Bett ins Bad, vom Bad zum Kleiderschrank, in den Flur, die Treppen runter in die Tiefgarage, setze mich ins Auto, fahre (im Sitzen laufen ist das auch) in die Arbeit, laufe vom Parkplatz zur Stempeluhr, in mein Büro, zu anderen Menschen, in die Kantine, zurück ins Büro, ins Nebenbüro, ins GF Büro, in mein Büro. Raus auf den Parkplatz, fahre nach Hause, laufe die Treppen hoch. Manchmal laufe ich auch einige Kilometer auf dem Crosstrainer im Fitnesstudio. Das ist das einzige Laufen bei dem ich das Gefühl habe, dass ich es bewusst tue, und dass es mir gut tut.
Soviel Bewegung. Viel zu viel für mich. Ich komm gar nicht mit. Wenn ich dabei wenigstens den Kopf bei mir behalten könnte. Aber der Kopf läuft einfach mit.
Abends, wenn ich dann wieder sitze. Wenn ich stillstehe. Wenn ich Kopf und Körper endlich wieder eingeholt habe, bzw. sie so gnädig waren sich nach hinten zu mir zurückfallen zu lassen. Dann weine ich. Weil es dauert, bis Kopf, Körper und ich wieder beeinander sind, wird es immer so spät, denn die Momente, die wir dann alle gemeinsam haben, sind so wichtig, da bin ich mir sicher, deswegen will ich sie länger als nur ein paar Minuten, nach dem ganzen Laufen, und dem Kopflaufen am Telefon mit Freunden oder meinem Bruder, oder gar meiner Mutter. Aber sie sind auch einfach nur traurig. Und morgen ab 6 fängt alles von vorne an.
Soviel Bewegung. Viel zu viel für mich. Ich komm gar nicht mit. Wenn ich dabei wenigstens den Kopf bei mir behalten könnte. Aber der Kopf läuft einfach mit.
Abends, wenn ich dann wieder sitze. Wenn ich stillstehe. Wenn ich Kopf und Körper endlich wieder eingeholt habe, bzw. sie so gnädig waren sich nach hinten zu mir zurückfallen zu lassen. Dann weine ich. Weil es dauert, bis Kopf, Körper und ich wieder beeinander sind, wird es immer so spät, denn die Momente, die wir dann alle gemeinsam haben, sind so wichtig, da bin ich mir sicher, deswegen will ich sie länger als nur ein paar Minuten, nach dem ganzen Laufen, und dem Kopflaufen am Telefon mit Freunden oder meinem Bruder, oder gar meiner Mutter. Aber sie sind auch einfach nur traurig. Und morgen ab 6 fängt alles von vorne an.
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