Sonntag, 6. Mai 2012
Stimmen Sie ab!
Entscheidungen sind ja nich so mein Ding, wie inzwischen bekannt sein dürfte.

Heute: Eine Frau - 7 Wohnungen.

Wohnung 1 - 2 ZKBB: Kennen Sie das - wenn sie eine Wohnung betreten, die stinkt, dann kann die ja funktional ganz ok sein. Aber irgendwie gehts nicht. Was auch nicht geht, sind Wände aus so einem Rauhfaserstein, ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll, hat sicher einen Namen, den kenne ich aber nicht. Nicht mein Ding, vor allem wenn klar ist, dass ich alles streichen müsste, weil komplett nikotinvergilbt. Eine Küchenablöse von 1000 Euro kann Sinn machen - muss es aber nicht, wenn man diese Küche auch nur flüchtig betrachtet. Ein Schlafzimmer zur Straßenbahnlinie? Ne. Einziger Bonus: eine origineller Balkon. Lage: nicht Innenstadt, aber noch akzeptabel. Kosten: ca. 570 warm inkl. Heizkosten.

Wohnung 2 - 2 ZKBB: Das war witzig. Im gleichen Haus, in dem mal der Klavierengel gewohnt hat. Wusste ich vorher nicht. Eine Wohnung unter ihm. Gleicher Schnitt, aber, ich nehms gleich vorweg: inakzeptabel. EG, dunkel, deprimierender Balkon in deprimierenden Innenhof. Fiel beim Klavierengel nicht so auf, weil er höher wohnte und man das Grün der Bäume sah. Uraltes winziges Bad, wie der Rest der Wohnung nicht renoviert. Fußleisten fast komplett rausgerissen. Laminat schwer beschädigt. Und wieder diese merkwürdigen Rauhfasersteinwände. In Pink und grün. Renoviert wird natürlich von dem, der einzieht. Ich möchte weinen, trau mich aber vorm Vermittler nicht. Unverschämte Kosten: 570 Euro inkl. Heizkosten zzgl. 50 Euro für Stellplatz. Lage: nicht Innenstadt. Hirnmeise!

Wohnung 3 - 2 ZKBB: I'm in love! Jun*gbusch, bin mir nicht sicher ob kernsanierter Altbau, oder Neubau, jedenfalls das schönste, was ich bisher bei all den Besichtigungen gesehen habe. Schon das Treppenhaus sagt: herzlich willkommen! Netter Flur gefließt, Laminat in gutem Zustand, Fußbodenheizung, extra Küche mit bereits bestehender Küchenzeile, keine Ablöse notwendig. Zwei schön geschnittene helle Räume (aber keine hohen Decken), schöner Balkon zum Innenhof, gute Badgröße mit Wanne und Waschmaschinenplatz, Schlafzimmer nach hinten, nach vorne Blick Richtung Kanal (man sieht Kanal nicht, nur die Zugstrecke darüber, schwer zu erklären, wers kennt, weiß vielleicht was ich meine). Lage: I love! Wohnung: Herzklopfen. Bonus: wurde von Vermieterin mit We*ihrauch ausger*äuchert bevor sie vor 2 Jahren eingezogen ist, O-Ton: "Hier ist ein guter Geist!" Klingt verrückt, und obs ein Geist ist weiß ich nicht, aber es fühlt sich verdammt gut an. Manko: Müsste Herd und Kühlschrank kaufen. Manko 2: da stinkts manchmal nach Schokoladenfabrig, jedenfalls war das bei meiner alten Wohnung manchmal so, je nach Windstand. Kosten: 620 Euro inkl. Heizkosten. UND: Provision.

Wohnung 4 - 2 ZKBB, bzw. ist Küche nicht exra: Treppenhaus nicht einladend, aber dann kommt man direkt in einen schönen hellen großen Raum. Altbau, hohe Decken. Küchenzeile klein und erkermäßig im Raum. Laminat in gutem Zustand. Schlafzimmer mit echtem Parkett, dass ich das noch erleben darf in dieser Stadt, dafür relativ klein. Bad groß, aber keine Wanne. Erste Wohnung ohne Kellerabteil. Balkon leider so schmal, dass niemals Tisch und Stühle draufgehen. Mit Müh und Not ein einsamer Küchenstuhl. Werde das Studentengefühl in der Wohnung nicht los. Lage: Innenstadt/ Qu*adrate, aber schön ruhig. Kosten: 435 Euro inkl. Heizkosten.

Wohnung 5 - 1 ZKB: Quad*rate/ Innenstadt. erstes Ausschlusskriterium: kein Balkon. Vermieterin ist das erste mal seit 6 Jahren in der Wohnung zwecks Übergabe vom letzten Mieter, die Maklerin sieht die Wohnung auch zum ersten mal. Wir haben alle eins gemeinsam: wir sind entsetzt! Wie kann man eine Wohnung in 6 Jahren so runterleben? Die Heizkörper sind völlig versifft und kleben, Laminat schwer beschädigt, Fließen in der Küche kaputt, ebenso das Innenleben des Kühlschranks. Bad ist winzig winzig, keine Wanne. Die Wohnung wird wohl komplett renoviert, dann wird das wirklich wunderschön. Es ist ein tolles Bar*rockzimmer, mit Holztäfelung von Bodenhöhe an mit einer Höhe von ca. 60 cm. Aber mir recht weder die Größe, noch taugt mir die Aussicht ohne Balkon zu leben. Kosten: 450 Euro inkl. Heizkosten. UND: Provision.

Wohnung 6 - 3 ZKBB: Qua*drate/ Innenstadt. Mir wird bewusst, dass ich ein Treppenhaus-Problem habe. Wenn mir das Treppenhaus widerstrebt, wirds mit der Wohnung schwierig. Objektiv betrachtet war die Wohnung ok. Laminat, gute Raumaufteilung, Küche ok. Der Balkon aber sehr sehr klein, Platz für zwei kleine Klappstühle. Bad sehr schmal leider, dafür mit Schieferfliesen, der Hit, das sollten alle Vermieter machen. Herz sehnt sich nach der anderen Wohnung. Kopf sagt: oh man, du Zicke! Unterschied zur anderen Wohnung: 15 Quadratmeter mehr. Kosten: 628 Euro inkl. Heizkosten. UND: Provision.

Wohnung 7 - 3 ZKB: Quad*rate/ Innenstadt. Nebenan eine Rotlichtbar. Kein Balkon. Raumaufteilung ok, Bad inakzeptabel trotz interessant integrierter Eckbadewanne. 3 Studenten schauen sich die Wohnung ebenfalls an. Ich vergesse die Maklerin und denke laut: mensch das ist doch eher was für die Jungs. Was will ich mit diesen 3 Zimmern ohne Balkon?!?

Wohnung 8 fiel leider flach, Terminkollission ist zugunsten der im Jun*gbusch ausgefallen - ob Fluch oder Segen, man weiß es nicht.

Wie würden Sie entscheiden? Saublöde Frage, ohne Bilder, ohne Gefühl für die Wohnung. Und trotzdem?






Samstag, 5. Mai 2012
Reisen um Vollmond rum.
Manchmal denk ich noch an die Reisen bei Vollmond.

Schaut euch diesen Mond an! Er ist wundervoll. Allerdings bin ich mir manchmal nicht sicher, ob er wirklich singt, wie man sagt, oder ob er in Wirklichkeit schreit. Kumpel V. meint gerade, der Mond glotzt einfach nur. Was meint ihr?

Beim Thera-Onkel gehts derzeit ans Eingemachte. Mag die ein oder andere merkwürdige Assoziation/ Interpretation bedingen. Manchmal hab ich das Gefühl kurz davor zu sein einen ganz wichtigen Gedanken zu fassen, aber er flutscht immer wieder weg.

Morgen wieder Besichtigungsmarathon in MA. Es würde sich lohnen dafür ein eigenes Blog zu eröffnen. Zu kurios, was man da so sieht und erlebt, schon bei der Kontaktanbahnung.

Es bleibt spannend, immer wieder. Und so vieles ungesagt.

Lied von V. an mich. Vom falschen Titel darf man sich nicht stören lassen. Das Lied passt zu unserem Gespräch. Zum ganzen Abend. Zum Grübeln, Sinnieren, Austauschen, Weintrinken, und zum Mondkucken.


Seelenheil ~ ... link (6 Kommentare)   ... comment





Mittwoch, 2. Mai 2012
Es ist das zweite mal, dass sie diese Enttäuschung durchlebt. Ich weine mit ihr. Ein neues Leben hätte uns allen gut getan. Gibt es denn überhaupt keine guten Nachrichten mehr.

Seelenheil ~ ... link





Sonntag, 29. April 2012
One day.
"Here I go again the blame
The guilt, the pain, the hurt, the shame
The founding fathers of our plane
That's stuck in heavy clouds of rain."
~ Wankelmut - One day






Das Bett hält mich bis 11 Uhr fest, obwohl ich mir auf 8 den Wecker gestellt habe. Eigentlich will ich in die Heimat, Mama besuchen. Aber es fällt mir schwer, immer wieder. Das Telefon klingelt, es ist mein Bruder. Er meint, ich soll doch mit Mama zu ihm und seiner Freundin kommen, wir können auf der Terrasse sitzen und Kuchen essen, bei dem tollen Wetter. Dann kommt Mama auch mal wieder raus. Mama ist nicht überschwenglich begeistert, sie sagt, heute ist es wieder ganz schlimm, aber sie freut sich dass ich komme und sie mich endlich wieder sieht. Mich selbst versieht der Vorschlag meines Bruders mit einer ordentlichen Portion Motivation und gute Laune. Also ab auf die Autobahn.

Bei ihr tolle ich mit den Katzen im Garten, während sie sich zitternd und zuckend fertig macht für unsere kleine Exkursion. Aus dem Tiefkühlfach holt sie Streuselkuchen mit Pflaumen, den hat ihr mal die Nachbarin gebacken.

Mein Bruder ist neulich mit seiner Freundin zusammengezogen, gemeinsam in eine neue Wohnung. Die Wohnung ist wunderschön, lichtdurchflutet und mit toll geschnittenen Räumen. Am meisten mag ich das helle Wohnzimmer, das direkt auf die Terrasse und zum kleinen Garten führt. Die Katze meines Bruders wirbelt um uns rum, der kleine Stinker. Ich bin so froh meinen Bruder zu sehen, und seine Freundin V. Bei den beiden fühle ich mich immer wohl.

Mein Bruder buddelt im Garten, V. kocht Kaffe und steckt den Kuchen in den Backofen. Mama sucht einen Schattenplatz und raucht. Ab und zu legt sie sich auf das Sofa im Wohnzimmer. "Das entschärft die Situation", sagt sie. Von Momenten wie diesem Nachmittag und speziellen Szenen macht mein Gehirn Schnappschüsse, völlig unbewusst, aber sie sind da und brennen sich in die Hirnhaut. Wir alle nehmen Abschied, die ganze Zeit, und das ganz automatisch, schon seit Monaten, wenn nicht Jahren, und wer weiß, für wie lange noch. Manchmal bin ich froh, dass ich diese Möglichkeit überhaupt habe, so quälend sie manchmal (nein - meistens) ist.

Auf dem Rückweg möchte Mama einen Zwischenstop beim Dis*counter machen. Ich muss auch noch Futter besorgen. Während wir uns einen Wagen holen, entdecke ich meine Tante H. väterlicherseits. Als ich auf sie zugehe merke ich, dass ihre Augen sehr verweint sind. "Wie geht es Oma?", frage ich besorgt. "Da komme ich gerade her. Ich hab die ganze Strecke hier her geweint". Meine Oma ist gerade auf Reha. Sie hatte aus dem nichts mehrere Schlaganfällge, war drei Wochen im Krankenhaus und ist nun in der 3. Reha-Woche. Papa klang das letzte mal optimistisch.

Doch als ich nun H. vor mir sehe, wird mir klar, dass der Optimismus schwindet. "Sie lag im Bett, ein Bein draußen, die Windel auf dem Fußboden. Sie war von oben bis unten mit Kot vollgeschmiert." Ich bin entsetzt. "Als die Schwestern und ich uns gefragt haben, warum denn ihre Unterlippe so dick ist, haben wir festgestellt, dass da auch Kot drin war, innen, unter der Unterlippe." In ihren Augen sammeln sich Tränen. Mama kann nicht mehr stehen, und geht schon mal in den Dis*counter. "Was ist eigentlich mit deiner Mutter?", fragt H. In der Familie wissen alle, dass es ihr schlecht geht, aber keiner weiß die Diagnose. Jetzt schon. Nun ist es an H. entsetzt zu sein.

Wir reden weiter, über unsere Mütter, über Mama und Oma, dabei geht H. langsam Richtung Eingang. Irgendwann stehen wir vor den Backwaren. "Ich weiß gar nicht, was ich hier gerade soll", sagt sie, "Mir ist gerade alles so egal." Wie auf Automatik steuert sie eine Packung Buttercroissants an und schmeißt sie in den Wagen. "Geh zu deiner Mutter", sagt sie. Ich umarme sie fest.

Auf der Autobahn. Ich fahre nach Hause. Höre Kla*ngkarr*ussel und Hel*denklang, Musik, die ich zur Zeit sehr mag. Ich liebe es im Sonnenuntergang durch das Frankenland zu fahren. Es ist zauberhaft. Die sanften Hügel, im Hintergrund einige Bergchen. Grüne Wiesen, Bäume mit grünen Blätterknospen, dazwischen immer wieder Nadelwälder. Die Sonne küsst diese Landschaft und taucht sie in ein bleiches Gold.

Zu Hause rufe ich Mama an und sage ihr, dass ich gut angekommen bin. Sie erzählt mir etwas über eine Ste*rbehilf*eorganisation in der Schweiz, das mich sprachlos und rasend vor Wut macht. Das passt nicht hier her, vielleicht passt es morgen, oder übermorgen, oder überübermorgen..

Mama hat mir heute nachträglich zum Geburtstag eine Uhr geschenkt. Und den signierten Korb. "Für Oka. Alles alles Liebe, Glück, Gesundheit, Freude, Freunde, Zufriedenheit. Deine Mama".







Donnerstag, 26. April 2012
Girls Girls Girls...
Hiermit ziehe ich offiziell meinen Hut vor allen Kita-Beteuern/innen, Kindergärtnern/innen und Lehrern/innen. Ich würde mich jeden Abend erschießen! ;-)

Was haben wir heute gelernt:
- die Mädels bis 15 saugen alles auf wie ein Schwamm
- die Mädels zwischen 16 und 17 saugen alle Männer in ihrem Umfeld mit Blicken auf wie ein Schwamm. Der Rest ist egal. (Zitat Lieblingskollege aus Projektmanagement: "Wenn die erst mal Sex hatten, kannst du's vergessen")
- die Mädels bis 15 stellen knifflige Fragen und lassen sich nicht abspeisen
- die Mädels zwischen 16 und 17 wollen nicht gestört werden mit Fragen sondern sich ihren Gesprächen widmen, abspeisen lassen sie sich vor allem mit Süßigkeiten. Der Rest ist egal.
- die Mädels bis 15 kann man noch motivieren und interessieren für Alternativen zu typischen Mädchenberufen
- die Mädels zwischen 16 und 17 sind typische Mädchen, und man kann sie für kaum etwas anderes motivieren als für Männer. Der Umstand, dass Frühling ist, mag erschwerend hinzu gekommen sein ;-)

Ja, ich übertreibe. Aber die Tendenzen waren definitiv gegeben.

Fazit 1: auf jeden Fall sollte die Firma das wieder machen, auch ohne mich, ich hoffe es nimmt jemand anderes in die Hand. Aber das Alter sollte man beschränken auf zwischen 11-15.

Fazit 2: Ich mag Mädchen :-) Die mit 11 wie die mit 17 Lenzen. G.ö.t.t.l.i.c.h. !!! Ich habe sehr in mich hineingeschmunzelt. Man kennt sich selbst schließlich auch...